Mit dem Abstand wird schon deutlich: Liebe ist noch da....
Allerdings vermisse ich auch noch jemand anderen.
Wo ist meine Wut?
Die hat sich seit seiner Entschuldigung in Luft aufgelöst. Dabei war sie so heilsam.
Das brachte so viel Energie. Ich hab im Auto geschrien und mich danach so befreit gefühlt.
Insgesamt habe ich mich in der Zeit des Auszuges unglaublich befreit gefühlt.
Ich bin irgendwie gelähmt im Hamsterrad des Reflektierens und Grübelns.
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10.09.2014, 10:47
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
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10.09.2014, 12:17Inaktiver User
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Nach meiner persönlichen Erfahrung kann kaum ein Außenstehender begreifen, wie wenig die Regeln und Maßstäbe einer "normal-problematischen" Partnerschaft für eine narzisstisch geprägte Beziehung gelten.
So eine Beziehung ist wie ein Land ohne Gesetze.
Es gilt nur, was er, der willkürliche und launische Herrscher, gerade will.
Abmachungen werden achselzuckend umgeworfen, die Schuld dafür wird dir in die Schuhe geschoben.
Du kannst nichts richtig machen, noch nicht einmal Regeln aus seinem Verhalten ableiten und dein Verhalten erfolgreich danach ausrichten, denn Regeln - und seien sie noch so absurd - würden eine Vorhersehbarkeit etablieren, und seine Macht über dich basiert gerade auf der Unvorhersehbarkeit seines Verhaltens.
Das ist das künstlich geschaffene Drama, das dich permanent beschäftigt hält und dir alles andere leer und langweilig erscheinen lässt.
Aber im Leben geschehen manchmal auch echte Dramen und Umbrüche (Kinder, Krankheit, Jobverlust etc.), für die man alle Kraft braucht. Und genau die fehlt dir dann, weil der launische Herrscher deine Kraft auch dann für sich allein beansprucht.
Bitte tu' dir das nicht an.
Seine Gelöbnisse nach Besserung mag er in diesem Augenblick so empfinden. Einhalten wird er sie nicht.
LG Wilhelma
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10.09.2014, 13:50Inaktiver User
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Das kann ich nur unterschreiben!
Dauerstress, Wechsel zwischen Schock und Erlösung, Antennen weit ausgefahren um ihn ja "richtig" zu "lesen"....
Was das mit einem macht, wie fast unbemerkt man in geistige Umnachtung versinkt und sich das Ganze noch zurecht deutet, längst zu ausgelutscht zum Gehen, voller Wiedergutmachungshunger und so erbärmlich needy nach einem im Grunde total langweiligen Vollidioten.
*argh*
Aber mich hätte niemand davor bewahren können, ich hätte auf die besten Ratschläge nicht gehört. Die Wahrheit war einfach zu unglaublich, und auch heute, lange danach, bin ich fassungslos.
Trotzdem gut, dass du diese Bitte ausgesprochen hast, liebe Wilhelma.
Grüße,
Ika
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10.09.2014, 15:22Inaktiver User
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Geht mir auch so, und die Trennung ist inzwischen lange her. Es waren nur zwei Jahre, die ich mit ihm verbracht habe, aber was für eine Verschwendung an Zeit, Liebe und Energie!
Liebe TE, wenn ich dir nur vermitteln könnte, um wie viel schöner das Leben ohne so jemanden ist! Selbst mutterseelenallein und ganz ohne Beziehung hat es sich angefühlt wie das Paradies. Endlich frei im Kopf, ohne ständige Selbstvorwürfe und zwanghaftes Grübeln. Ich konnte endlich wieder die Liebe spüren, die mir von Freunden und Familie entgegengebracht wurde, mich selbst wieder liebenswert fühlen.
Als würde endlich die Sonne durch eine fette schwarze Wolkendecke brechen, und man erst dann bemerkt, wie gut sie tut und wie sehr sie einem gefehlt hat.
Und wie schön es erst ist, wenn du einem empathischen, liebevollen Mann begegnest...
Das wünsch' ich dir!
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10.09.2014, 15:25Inaktiver User
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Das hast Du schön gesagt, Wilhelma.
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10.09.2014, 16:59
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Hallo Sonne

Auch ich kann dies nur bestätigen. Ich war in einem ständigen Wechselbad der Gefühle. Wenn ich nur daran denke, mit welchen beklemmenden Gefühl ich jeweils von der Arbeit nachhause gekehrt bin.....schrecklich. Nichts konnte ich "ihm" recht machen, nichts. Falsch eingekauft, das Bettzeug nicht schön perfekt gerichtet, meine Mutter zu weit rechts einparkiert etc. etc.
Und ja, als ich mal sagte, ob es nicht das beste wäre, ER würde das Brot jeweils auf dem Nachhauseweg selbst einkaufen, da ich ja offensichtlich ausserstande sei, ihm das _richtige_ Brot zu bringen, sagte er "sogar das ist Dir noch zuviel, nicht mal dies willst du für mich machen". Tja....ausser den ganzen Haushalt, die ganze Wäsche, meinen 100%Job im Büro......
Ich habe mir einen langen langen Kampf angetan. 3 Jahre im Ganzem. Heute bin ich ein anderer Mensch. Ich habe meine Anteile in vielen Teilen erkannt und mit therapeutischer Hilfe aufgelöst. Für mich kann ich heute sagen, diese Beziehung hatte wohl ihren Sinn - mein eigenes Wachsen....oder soll ich sagen "Erwachen"?......aber ich kann auch sagen, in so einer Beziehung kann man nicht glücklich und zufrieden sein. Da sind Prozesse im Gang, da erkennt man sich selbst nicht wieder.
Auch er lief immer auf Hochform auf, wenn er merkte dass es mir mit der Trennung ernst sein könnte. Aber eben - Hochform in Versprechungen, geblendeten Einsichten. Er konnte und wollte nicht verlieren. Nicht mich, nein nein, einfach "verlieren" und natürlich auch seine Kollegen und Familie, vor denen musste er sein Gesicht wahren können.
Leider ging es ihm niemals um mich als Mensch. Und ich musste einsehen, dass ich ihm nicht heilen, helfen, ändern kann. Es war sehr schmerzhaft. Ich zweifelte an allem was mich einmal ausmachte. Er stellte alles, meine ganze Person, mein ganzes Leben, in Frage und ich hatte am Schluss wirklich jegliche Kraft und Lebensfreude verloren.
Die Zeit bis er dann endlich aus der Wohnung ausgezogen ist war lange, demütigend und schmerzhaft. Umso mehr freue ich mich heute, in mein schönes Zuhause heimzukommen und es zu geniessen.
Ich finde Du hast einen wichtigen Schritt getan mit deinem Auszug. Gib dies nicht so schnell wieder auf. Sei aufmerksam und höre auf dein Bauchgefühl. Etwas was ich leider nicht tat....nicht konnte/wollte.....
Du wirst deinen Weg gehen, du klingst sehr reflektiert und du bist schon weit. Du SIEHST und WEISST es. Und du wirst dies alles auch umsetzen können. Selbst wenn du ihm noch eine 2. Chance gibst. Ich kann dir nicht aufzählen, wieviele Chancen ich (Esel) gab. Unfassbar aus heutiger Sicht. Und doch war dies ICH. Auch ich, anders als heute, aber auch ich.
Liebe Grüsse
Sole
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10.09.2014, 17:06
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
An meinen Ehemann,
gesucht haben wir beide Zugehörigkeit. Jemand auf den man sich verlassen kann. Eine Basis für eine Familie.
Geschaffen haben wir genau das Gegenteil. Feindschaft. Kein Wort trifft es besser.
Wie oft hast du meine Grenzen übertreten.
Und ich habe es zugelassen.
Meine Kompromissbereitschaft, meine Sorge um dich, mein Bemühen. All das hast du ausgenutzt.
Und ich habe es zugelassen.
Wie oft hast du mir das Wort im Mund umgedreht. Wie oft hast du meine Absichten so lange in Frage gestellt, bis ich mir meiner selbst nicht mehr sicher war.
Und ich habe es zugelassen.
So oft hast du meine Fähigkeiten in Frage gestellt. So lange, bis ich den Glauben an mich selbst verloren habe.
Und ich habe es zugelassen.
Wie viel hast du gefordert. Immer noch mehr. Und nie wars genug.
Und ich habe es zugelassen.
Wie groß und wissend hast du dich gemacht. Solange, bis ich mich nichtig und klein gefühlt habe.
Und ich habe es zugelassen.
Wie oft hast du mich abgewiesen. Wie oft ignoriert.
Und ich habe es zugelassen.
Wie oft haben deine Blicke beurteilt, bewertet. Wie oft gedemütigt, wie oft belächelt.
Und ich habe es zugelassen.
Wie oft hast du mir die Verantwortung zugeschoben. So lange, bis ich mich als Versager gefühlt habe.
Und ich habe es zugelassen.
Wie oft hast du mich um meine Rechte gebracht, nur um deine Unsicherheit zu kaschieren.
Und ich habe es zugelassen.
Keinesfalls mehr übertrittst du meine Grenzen. Das verspreche ich nicht dir, das verspreche ich mir selbst. Der einzige Mensch in meinem Leben, dem ich wirklich Rechenschaft schuldig bin.
Jetzt habe ich meine Wut doch noch gefunden
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10.09.2014, 18:15Inaktiver User
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

Dein Text sagt alles, Frau_Sonne.
drucke ihn aus und verwahre ihn gut. Du wirst ihn in ein paar Wochen, Monaten, Jahren immer mal wieder lesen können, und dann stolz auf deine innere Klarheit sein, die du dir mitten im Nebel erhalten konntest.
Nur gib ihn deinem Mann nicht zu lesen. Bitte. Er wird ihn klein reden, dementieren, zerpflücken, bis alle Klarheit wieder dahin ist (wie nach deinem Telefonat). Denn wenn er den Inhalt verstehen oder nachvollziehen könnte, hättest du diese Zeilen nie zu schreiben brauchen.
Einen Änderungsvorschlag hätte ich:
Alles Gute dir!
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10.09.2014, 20:08
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
ja, das stimmt. für mich wars auch immer irre schwer, das überhaupt in worte zu fassen. Ich habe immer was von "er kritisiert viel, ihm passt nichts an mir, es ist als würde er mich nicht mögen" gestammelt. und das kurz nach der hochzeit.... man wird angesehen, als spricht man Mandarin.
"Die Masken der Niedertracht" und
"Worte, die wie Schläge sind" haben da für Erhellung gesorgt.
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10.09.2014, 20:18
AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik
Stimmt. Im Moment kreise ich jedoch wie ein Lux um meine eigenen Co-Strukturen.
Meine Mutter ist da in den letzten Wochen zusätzlich eine große Hilfe gewesen.
Die schubst mich ständig: "Stopp Mädel, du hast es schon wieder getan. Du bist nicht für dich eingestanden. Ruf noch mal an und klärs. Lieber ist er genervt, als dass du aus Bequemlichkeit nicht für deine Bedürfnisse sorgst"
Was war bei dir der ausschlaggebende Punkt?


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