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  1. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Zitat Zitat von Frau_Sonne Beitrag anzeigen
    Ich sehe es wie Amelie, die Trennung an sich dürfte ein großer Schritt in der eigenen Entwicklung sein.
    Ein ganz großes JA dafür!

    Zitat Zitat von Frau_Sonne Beitrag anzeigen
    Meine Mutter glaubt, dass ich erst durch bin, wenn ich ganz ruhig und sachlich zu einer Entscheidung komme. Eine Trennung mit Wutgefühlen wäre für sie ein Beweis von Verstrickung.
    Nun. Jetzt widerspreche ich Deiner Mutter zum zweiten Mal.
    Das Lösen aus einer destruktiven Beziehung hat eigene und teils andere Gesetze, als eine Trennung von einem psychisch gesundem Menschen.
    Die Wut, die im Übrigen ganz normal zu den Trauerphasen gehört, ist wichtig und gesund im Ablöseprozess (ein netter Gruß unbekannterweise an Deine Mutter).

    Und. Das mal etwas untermauert von einer Fachfrau, die ich sehr schätze. Alice Miller (eher bekannt geworden mit dem Buch "das Drama des begabten Kindes") hat in einem anderen Buch eine - wie ich finde - bemerkenswerte These aufgestellt, in Bezug auf "destruktive Bindungen", sie nennt sie so.
    Es geht vor allen Dingen um die Eltern-Kind Beziehung, kann aber gut auf jede andere destruktive Beziehung übertragen werden.
    Kern ist, neben dem religiösen Anspruch des vierten Gebots "Du sollst deinen Vater und Deine Mutter ehren" - erwähne ich nur, falls es bei Euch auch diesen christlichen Anspruch gibt - dass das Verzeihen quasi als Allheilmittel gesehen wird, in vielen Therapien, die sich mit dem Aufarbeiten destruktiver Strukturen im Elternhaus und/oder einer Paarbeziehung befassen.
    Alice Miller vertritt die These, dass diese Einstellung zu körperlichen Schäden führen kann, da die Seele ein Ventil braucht, wenn ihr das quasi, als therapeutische Maßnahme, auch noch aufgezwungen wird, etwas zu verzeihen, was nicht verzeihbar ist.
    Bezeichnenderweise heißt das Buch auch "die Revolte des Körpers".

    Aus meiner Arbeit mit Klienten, aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das bestätigen. Wir hatten das Thema auch schon öfter im Münchhausen Strang. Es gibt unverzeihliche Dinge, was nicht heißen muss, dass man eine Leben lang Wut oder andere Gefühle konservieren muss. Aber es ist wichtig, sie rauszulassen und zu akzeptieren, dass sie völlig gerechtfertigt sind.

    Was Deinen zukünftigen Therapie-Plan betrifft. Ich gehe mit Dir überein, dass etwas "handfesteres", wie Du es nanntest wirklich gut wäre. Mein Ratschlag: kognitive Verhaltenstherapie. Da werden nämliche genau diese alten Glaubens-, Verhaltensmuster hochgeholt und in positive "umkonditioniert".
    Wenn Du jetzt und sofort aktiv werden möchtest, kannst Du Dich auch an freie Therapeuten wenden; ich habe damals sofort einen Platz bekommen, das Geld war es mir wert, jede Stunde, einfach von daher, weil die Therapeutin wirklich wusste, worüber ich sprach.

    Ein lieber Gruß in den späten Abend,

    narrare.

  2. User Info Menu

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Ich sehe es mit dem Verzeihen so:
    Unrecht darf, soll und muss benannt werden.
    Die damit verbundenen Gefühle sind berechtigt und brauchen Ausdruck.
    Irgendwann setzt dann der Prozess ein, dass man Erlebtes als Teil seiner eigenen Geschichte akzeptiert und innerlich nicht mehr dagegen ankämpft, dass einem das passiert ist. Das ist das selbst-erlösende dran. Akzeptanz macht wieder frei. Alles andere bindet so viel Energie und schadet somit dem Opfer noch nachträglich.

    Dieses, du musst noch dafür dankbar sein und die Person ehren dass z.B. Hellinger propagandiert halte ich für Hohn und eine zweite Misshandlung der Seele.

    Meine Kindheit war überwiegend schlimm. Das ist so und wird immer so bleiben. Es ist eine Erklärung für mein heutiges Verhalten und Fühlen. Keine Entschuldigung oder Freibrief. Denn heute bin ich erwachsen und für mein Denken und Handeln verantwortlich.


    Ich mache gerade ein Brainstorming von Dingen, die mir in nächster Zeit gut tun könnten. Einfach mal sammeln, damits Ideen gibt, wenns gefühlsmäßig grad bescheiden läuft.

    Ein ganz prägnanter Satz aus euren Beiträgen tanzt mir im Kopf rum: Gift rausschwitzen.
    Genau, das brauchts jetzt.

    Diese Beziehung war Gift für mich!


    Meine Verdauung macht schon fleißig mit... Ich bin am Loslassen Gut so!

  3. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Also erstmal: Ich habe mir auch mal vor vielen Jahren eine Therapeutin genommen, am Anfang 50 € die Stunde und zweimal die Woche und nach einiger Zeit einmal die Woche (ein Jahr lang insgesamt?) und dann aller 14 Tage und das Geld war es mir ebenfalls wert wie narrare.

    Bin nun wirklich nicht Großverdiener. Jedenfalls hatte ich sofort einen Therapieplatz. Ich weiß nicht, ob die Therapeutin immer wusste, wovon ich sprach und umgekehrt, aber das hätte sich mit dem Geld von der Krankenkasse statt meinem und langem Warten wohl kaum geändert ...

    Geld scheint ja hier im Strang nicht das Problem zu sein. Auch finde ich, dass man solches mehr schätzt, wenn man dafür Eigenleistung bringen muss .... (ja ja, auch ich zahle in meine Krankenkasse ein)


    Außerdem habe ich gestern Abend hier in dem Strang gelesen und da ist mir die Szene mit dem Flirten wegen Sex aufgefallen und der Satz mit dem "Reh, dass sich selbst erschießt und dem Jäger auf den Laster legt".

    Na ja, und da denke ich, es war die Situation und kann an diesem Satz des Mannes rein gar nichts aussetzen. Denn er war der Situation gerecht. Ich finde auch nichts Ordinäres oder sonstwie Befremdliches an dem Satz.

    Er war eben flirtend - genau wie Du. Oder meinetwegen auch um Sex verhandelnd.



    Ich finde es übrigens gut, wie Deine Mutter über Deine Problematik mit Dir spricht.

    Du willst in einem Frauenhaus nachfragen? Dann hatte Dein Mann ja doch eher mit dem Satz Recht: "Wir sind doch keine HartzIVler ..." Du lieber Gott, ein Frauenhaus ist eine Institution für Frauen am Rande der Gesellschaft und der Existenz in absoluter Not, vordringlich bei körperlicher Gewalt und kein Sparmodell für sparsame wohl situierte Frauen ...
    Geändert von Inaktiver User (15.09.2014 um 08:49 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Und dabei ist es auch wurscht, ob er nun ein Narzisst ist, ein Borderliner, ein Mamabubi oder einfach nur ein Depp. Die gibts nämlich auch noch. (so hießen die "Narzissten", als sie noch nicht so in Mode waren)
    Danke, das denke ich auch jedesmal, wenn das N-Wort fällt.

  5. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Nur weil ich jemanden einen "Narzissten" nenne, weil ich Probleme mit ihm habe, muss er es noch lange nicht sein. Manchmal bin einfach ich selbst ein Großteil des Problems, als Ich oder als Teil der Beziehung. Das ist meine Erfahrung.

  6. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Du willst in einem Frauenhaus nachfragen? Dann hatte Dein Mann ja doch eher mit dem Satz Recht: "Wir sind doch keine HartzIVler ..." Du lieber Gott, ein Frauenhaus ist eine Institution für Frauen am Rande der Gesellschaft und der Existenz in absoluter Not, vordringlich bei körperlicher Gewalt und kein Sparmodell für sparsame wohl situierte Frauen ...
    Und wo gehen gut situierte Frauen hin, wenn sie keinen haben bei dem sie mal schnell unterschlüpfen können um sich vor der Gewalt des Ehepartners zu retten?

  7. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    In ein Hotel. z.B. oder zu ihren Eltern.

    Von dort aus können sie sich ein möbliertes oder unmöbliertes Zimmer bei zwischenmiete.de suchen. z.B.

    Zumal, wenn sie, wie hier von Frau_Sonne betont, hochgebildet und beliebt bei allen Menschen ... sind.

    Die übrigens schon allein in einer schönen 60 m x -2 Wohnung wohnt.

  8. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    "In ein Hotel. z.B. oder zu ihren Eltern."

    nur haben sie dort niemanden, der sich mit ihrem Problem auskennt und sie auffangen kann. Demnach wären gut situierte Frauen in einer derartigen Situation deutlich benachteiligt. Das kann ja wohl so auch nicht sein. Ich muss mal googlen, ob es stimmt, dass Frauenhäuser nur für Frauen in materiell bedürftiger Lage Anlaufstelle sind.

  9. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    Wieso soll die TE überhaupt ins Frauenhaus müssen? Wie erwähnt wohnt sie doch in einer eigenen Wohnung. Kommt der Mann dort vorbei und bedroht sie?

    Ich denke auch nicht, dass die dort auf Narzissmus (nach Selbstdiagnose) spezialisiert sind.

  10. Inaktiver User

    AW: Verdacht auf narzisstische Dynamik

    ich habe inzwischen gegooglet und folgendes gefunden: "Der Weg in ein Frauenhaus kann manchmal geplant und gut überlegt werden, manchmal erfolgt er kurzfristig oder in Not. Für jede betroffene Frau gilt: im Notfall rettet sie sich und ihre Kinder. Unter der Notrufnummer der Polizei (110) ist in jeder bedrohlichen Situation Hilfe und Begleitung durch Polizeibeamte in ein Frauenhaus möglich." aus dem Text des Frauenhauses Kiel. Also könnte die TE bei akuter Gefahr dorthin um sich erst einmal aus ihrer Situation zu befreien.

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