Ehrlich gesagt halte ich das für falsch, denn so schaukelt sich dieser spezielle Konflikt nur immer weiter auf. Natürlich gehört Mut dazu, ein solches Gespräch zu suchen (kenne ich von mir). Hat man sich aber gut vorbereitet und das Gespräch dann entsprechend gemeistert, gibt das einen riesen Boost fürs Selbstbewusstsein. Geh das an, schieb es nicht weg. Aber bereite dich gut vor, am besten im Dialog mit Mr. Wong, mithilfe einer Argumentationsliste. Dass die Person unangenehm isit, sollte dabei das kleinste Problem sein. Kotzbrocken begegnet man immer wieder.
Insgesamt scheinst du sehr in den typisch weiblichen, also beziehungsorientierten, Kommunikationsmustern verhaftet zu sein. Beobachte mal genauer, wie Männer mit so was umgehen -man streitet sich furchtbar auf der Sachebene, doch wenn der Streit vorbei ist, ist das Thema auch durch. Da kann man sich als Frau was abgucken, denn die Zickenkrieg-Strategie produziert am Ende nur Verliererinnen. Indem du still vor dich hinbrütest, beförderst du das.
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 33
-
31.08.2014, 09:20Inaktiver User
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
-
31.08.2014, 10:34Inaktiver User
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Guten Morgen.
Mensch, das ist schön, dass ihr hier schreibt und euch meinem "Problem" annehmt.
Es ist viel dabei, was mich in meinem Denken unterstützt oder aber eben ein aha-Erlebnis heraufbeschwört.
Da klaffen wohl Personalentscheidungen und letztendlich der Alltag, in dem es eben doch mal um das spezielle Thema geht, auseinander. Meine Aufgaben sind PP, Organisation, Korrespondenz, Korrekturlesen, MS Office. In diesem konkreten Fall ging es aber um nichts fachspezifisches. Es war mehr zur Erklärung, warum in diesem Job dort meinerseits eine gewisse Unsicherheit herrscht. Angenommen habe ich ihn, nur kurz zum Verständnis, da ich umzugsbedingt gekündigt hatte, lange gesucht und dann hier gelandet bin. Der Gedanke, sich zu verändern kam/kommt mir immer mal wieder in den Sinn. Dass ich es bisher nicht gemacht habe, ist eine Mischung aus Bequemlichkeit und der Spatz-Taube-Theorie.
Im Moment arbeite ich mit der Person nur vertretungsweise zusammen. Aber auch Situation, die man 2 - 3 Mal im Jahr für 2-3 Wochen hat (im Durchschnitt), kann belasten.
Zumal ich über Flurfunk gehört habe, dass Person x eventuell so in der Hierarchie aufsteigt, dass es auch mich betrifft und wir öfter das Vergnügen haben ...
Das ist aber ein Gerücht und könnte sich auch noch etwas hinziehen. Das will ich jetzt außen vor lassen.
Oh ja, damit hast du recht! Und das sind auch die Dinge, die mir zu Hause im geschützen Raum durch den Kopf gehen. Aber liegt man nachts in seinem Bettchen und kann nicht schlafen, wird man sensibler. Aber du hast definitiv recht!
Mit dieser Theorie muss ich mich in Ruhe auseinandersetzen.
Ich habe mal kurz gegoogelt und werde das verfolgen.
Siehe meine vorherige Antwort auf dein Posting, Brighid: ich bin völlig bei dir. Muss es nur umsetzen.
Oh ja! Ich bin da durch und durch Frau.
Emotional, sensibel, harmoniebedürftig. Das sagt natürlich auch Mr Wong, der meine Befindlichkeiten da oft nicht verstehen kann.
Wie gesagt, es hilft sehr, dass hier zu diskutieren, gerade in der Anonymität. Ich bin Mitte 40 und habe in meinem Leben in beruflicher Hinsicht erst zwei Mal unangenehmere Zeiten gehabt. Ist wenig, und das liegt u.U. daran, dass ich eben oft klein beigebe? Öfters Konflikte durchzuhalten/auszukämpfen, würde/hätte mich vielleicht stärker gemacht? Ein Gedankenanstoß von mir selbst, warum ich mir das zu Herzen nehme.
Und, durch die beiden anderen Geschichten bin ich auch gut durchgekommen, es gab eine für mich befriedigende Lösung - und, heute, ist es eine Erfahrung unter vielen.
Und ich weiß natürlich, dass einem solche Situationen immer wieder passieren können, in jedem anderen Job - auch dem, der mir Spaß macht. Vielleicht ist man da etwas gefestigter. Heißt, ich sollte an mir "arbeiten" (das hört sich so streng an und ist vielleicht auch gar nicht das, worum es geht, siehe weiter oben). Die Person/en, jetzt und in der Vergangenheit, sind nur Auslöser/Faktoren.
suzieGeändert von Inaktiver User (31.08.2014 um 10:44 Uhr)
-
31.08.2014, 11:12
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Ich kann dank deiner genaueren Schilderung jetzt besser verstehen, worum es dir geht.

Also mit dieser Art des Umgangs miteinander komme ich auch nicht gut zurecht. In der Tat habe ich aus meinen diversen Rhetorik-Forschungen mitgenommen, dass man gerade dafür gut gewappnet sein kann.
Ich habe in der Familie so jemanden. Da muss ich dauernd klarkommen, irgendwie. Wenn ich ein Anliegen habe, was vorkommt, formuliere ich schonmal zuhause. Klingt bescheuert, hilft mir aber. Und ich überlege mir auch (man kennt ja seine Pappenheimer) mögliche Antworten der Person und meine Rückantworten. Manchmal kommt auch nur dabei heraus, dass ich drei bis achtmal schlicht das wiederhole, was ich gerade schon gesagt hatte. Ich kämpfe nicht, ich bin.
Je nach Tagesform klappt sowas oder eben nicht.
Wenn nicht, bin ich anschließend wie gerädert.
Diese Leute haben durch ihren Job gelernt, sich sach- und machtorientiert zu verhalten.
Diesen Wissensvorsprung hole ich nicht mehr ein. Und: Ich möchte es auch gar nicht.
Sowas gehe ich aus dem Wege, so gut ich kann.
Das allerdings kannst du gerade nicht, und wie du ja auch sagst: Solche Leute trifft man immer mal wieder. Klar, denn wären sie nicht, wie sie sind, wären sie dann so weit "oben"?
"Unsere" Person ist ganz, ganz weit oben, und glaube mir, dahin kommt man nicht mit Friede, Freude, Eierkuchen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass gewisse Dinge abgespalten werden müssen innerlich. Es ist offenbar so, dass dann auch im Privaten nicht mehr so einfach "umgeschaltet" werden kann. Wer für sich definiert hat, dass "Erfolg" ist, wenn man sich durchsetzt, der zieht das durch und geht über emotionale Leichen. Dass der Person das Spaß macht, glaube ich nicht mal. Aber es ist das, was sie entschieden haben. Das Nützliche nehmen, das nicht Nützliche killen/irgendwie eleminieren.
Vielleicht wäre es eine kleine Hilfe, wenn du dir überlegst:
Könnte ich von der Frau irgendwas lernen?
Dass du sie sozusagen unter der Lupe betrachtest, als wäre sie die klassische Steinlaus?
"Aha, interessant, jetzt macht sie diese Geste. Oh, dazu jetzt der Satz xyz, aha...".
Wenn du erst Bücher durchgearbeitet hast zum Thema Manipulation und Macht usw., dann kannst du ihr Verhalten noch viel besser durchschauen und dann gedanklich hinter die Sachpunkte einen Haken machen.
Sowas bringt dich auf die Sachebene.
Und ermöglicht dir, es tatsächlich nicht persönlich zu nehmen.
Denn diese Frau ist nicht zu dir als Mensch so. Sie ist zu einer Funktion so. Sie nimmt dich als Funktion wahr. Woraus folgt, dass sie jeden anderen ganz genauso behandeln würde.
Dass sie demnächst möglicherweise auf der Karriereleiter noch eins weiter hoch geht, spricht für sich.
Beruflich gesehen macht die Dame einiges richtig!
Komm, mach das ganze zu deinem neuen Forschungsprojekt und hab Spaß dabei.
Wie wär´s?
The original Karla
est. 2006











-
31.08.2014, 11:58Inaktiver User
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Vielleicht könntest du versuchen, Konflikte zukünftig in das love it - change it - leave it-Prinzip einzuordnen : manche Menschen sind von Natur aus mehr auf Krawall gebürstet, das wird man nicht ändern können, also nicht persönlich nehmen und das Konstruktive rausziehen (love it). Andere Konflikte sind prinzipiell lösbar (weil noch nicht zu weit fortgeschritten ), also angehen und thematisieren (change it). Wieder andere Konflikte sind entweder zu weit fortgrschritten für eine Lösung, oder aufgrund der Machtverhältnisse nicht lösbar. Da sollte man sich um einen zügigen, sauberen Abgang bemühen (leave it).
Man muss aber dazu sagen, dass sich Konflikte aus einer höheren Position heraus leichter angehen lassen -als "kleines Rädchen im Getriebe" hatte ich auch immer Schwierigkeiten, mich durchzusetzen. Als Teamleitung wird mir dagegen deutlich mehr Respekt entgegrn gebracht. Hast du denn schon Pläne für deine nächste Karriere-Station
?
-
31.08.2014, 12:36Inaktiver User
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Ja, das ist ein Karrieretyp, der nach unten tritt. Im beruflichen Kontext und um mich zu schützen, könnte ich mir einiges abschauen.
Sehr interessant und absolut schlüssig!
Ach weißt du, in meinen alten Job, vor dem Umzug war ich zufrieden, ich hatten schönen, interessante Job, der noch ein wenig Luft ließ.
Hier im derzeitgen Job hatte (!) ich mich damit arrangiert, den Job als Broterwerb zu sehen. Ich merke aber, dass mir das zunehmend schwerer fällt.
suzie
-
31.08.2014, 13:33
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Ich wollte dir eigentlich sagen, dass sie sich DICH ausgesucht haben, ganz sicher nicht ohne Grund - ich nehme mal an, dass du nicht die einzige Bewerberin warst. Mal so als Rahmen, das Fachliche. Und von da aus würde ich sachlich, fachlich, freundlich, höflich eine Riesenmauer ziehen vom Arbeitskontakt zum Suzie-Mensch.
Professionelle Distanz.
Dein Unbehagen kann ich absolut nachvollziehen, aber so lange du nichts Neues hast, wirst du die Sitation bestmöglich gestalten müssen (wenn du das Geld brauchst). Zur Gesprächsführung möchte ich noch - zu den guten Tipps, die hier schon genannt wurden raten: Nachfragen. "Wie meinen Sie das?" Denken Sie also, das ist soundso?" etc. Bringe sie in die Reaktion.
Zur Not bastele dir eine Voodoo-Puppe für zu Haus oder unterm Schreibtisch
flying is the art of falling to the ground without touching
-
31.08.2014, 13:41
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Hehe, wer fragt, führt, ne? Dazu wird die Frau wenig Lust haben.
Was antwortet man, wenn sie sagt "So wie ich es gesagt habe". Oder "Ich denke dazu ist jetzt alles gesagt" (steht auf und geht/dreht sich um und geht).
Damit muss man rechnen. Und da gewappnet sein.The original Karla
est. 2006











-
31.08.2014, 14:16
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
Egal wie Du dich verhältst, nicht jeder mag Dich.
Stärker wird man indem man sich frei macht von dem Gedanken es sei wichtig von allen gemocht zu werden.
Stärker wird man durch Übung - da hilft kein Buch kein Ratgeber nichts.Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
-
31.08.2014, 14:28Inaktiver User
AW: Ängste/Unsicherheit überwinden, Stärke aufbauen
liebe suzie,
ich hatte zeiten wo ich vor sorgen nicht klar denken konnte und an schlafen war definitiv nicht zu denken.
ich habe angefangen meine sorgen aufzuschreiben, stichpunktartig, auf einen zettel, diesen zettel definitiv nicht im schlafzimmer gelassen und beim aufstehen vom schreibtisch mit meinem sorgenzettel gesprochen: ich werde euch nicht vergessen, ihr seid da. ich werde morgen wieder bei euch sein- aber jetzt gehe ich schlafen. keine bange- ich komme nachher wieder aus dem schlafzimmer und dann haben wir zeit miteinander. aber für jetzt - lasst mich bitte schlafen. ich kann nicht mehr.
darfst auch gerne darüber lächeln- mir hats geholfen- und es funktioniert auch weiterhin recht gut.
-
31.08.2014, 18:44



Zitieren

