Du bist ja lustig.
Deine Reaktion auf die bisher einzige Ansage, dass Du mal Deinen Anteil suchen könntest, bestätigt Deine Selbstdarstellung in keiner Weise. Selbstbild und Fremdbild stimmen höchst selten überein und vermutlich ist das auch eines Deiner wesentlichen Probleme. Deine Selbstdarstellung ist zu schillernd.
Fehler und Macken des Menschen sind nicht nur nicht schlimm, sondern machen menschlich und umgänglich. Traue Dich, Fehler zu haben und stehe dazu. Du must auch nicht immer etwas für die anderen tun, damit sie Dich mögen. Ganz im Gegenteil, traue Dich, was von den anderen anzunehmen. Du must nicht immer perfekt und überlegen sein, sondern darfst Dir auch helfen lassen. Deine Selbstdarstellung wirkt unnahbar und nimmt den anderen auch die Möglichkeit und vielleicht auch das Bedürfnis, Dir näher zu kommen.
Um Kontakt herzustellen, hilft menscheln ungemein. Weiter hilft, sich auch etwas von sich zu zeigen und nicht nur die überlegene Fassade des Hilfeleisters und Fehlerlosen vorzuzeigen. Von so einem nehmen unzulängliche Menschen Hilfe, lassen ihn aber nicht gern in ihren inneren Kreis, weil der nicht so perfekt ist und sich neben so einem Übermenschen nur noch kleiner fühlen würden.
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Ergebnis 21 bis 23 von 23
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20.08.2014, 15:07
AW: ~Just me~ / ~Somewhere I belong~
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20.08.2014, 15:15
AW: ~Just me~ / ~Somewhere I belong~
Hallo Lexxa,
dieses Problem ist natürlich schwer aus der Ferne zu beurteilen, und deshalb kann ich dir nur meinen ganz subjektiven Eindruck schildern.
Ich würde es nicht ganz so hart wie martha ausdrücken, aber beim Lesen deiner Beiträge kommt mir irgendetwas an dir nicht ganz...echt vor. Irgendwie unauthentisch...auch das ist noch nicht das Wort, das ich suche.
Du sagst, du willst den Konventionen nicht genügen. Genau das tust du aber. Deine Beschreibung von dir selbst ist geradezu das perfekte Ideal eines modernen Menschen, wie er "sein sollte": fest im Leben stehend, Partnerschaft, vielseitig interessiert, offen, aufgeschlossen, nett, hilfsbereit, empathisch, intelligent...und und und. Du wirkst auf mich sehr glatt und ohne Ecken und Kanten, ohne Eigenheiten, so als ob du diese Perfektion wie eine Maske trügst, und das finde ich ein wenig unheimlich.
Wenn ich mit jemandem tatsächlich Freund sein will, dann will ich wissen, wer dieser Mensch ist. Was macht ihn aus, was sind seine Leidenschaften, was befindet sich unter der Oberfläche. Wenn ich nur eine glatte Oberfläche will, guck ich auf meinen Tisch.
Also...ein Rat, den ich geben würde: Hör auf, so nett zu sein. Entwickle ein brennendes Verlangen nach irgendetwas und verfolge es, unabhängig davon, ob sich daraus etwas ergeben könnte. So bekommt man Charisma.
LGIch zeige dir die Angst in einer Handvoll Staub.
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20.08.2014, 20:15Inaktiver User
AW: ~Just me~ / ~Somewhere I belong~
Beim Lesen der ersten Posts von Lexxa hatte ich ehrlich gesagt ähnliche Gedanken wie giftgruen und martha....
Als Ergänzung zu dem, was ich gestern geschrieben habe, will ich es mal so ausdrücken: Lexxa, Du wirkst ein bisschen "larger than life", also "überlebensgross" - sehr gut angekommen im Leben, für jeden Herausforderung gewappnet, intellektuell äusserst beweglich, neigst aber möglicherweise dszu, andere damit zu überfordern. Oder sie fühlen sich in Deiner Gegenwart ungenügend. Damit will ich nicht sagen, dass Du arrogant bist, aber manche Menschen tragen diese "larger than life"- Aura einfach unbewusst vor sich her und "verscheuchen" damit die Normalsterblichen.
Den Gedanken "Wahrnehmungsverschiebung Selbst- vs. Fremdbild" hatte ich ebenfalls. Ich finde es immer heilsam, in den Spiegel zu schauen, und zwar insbesondere in den von Menschen, die mich nicht oder kaum kennen. Ich habe schon ein paar Kurse im Bereich "soft skills" gemacht, meist mit Rollenspiel und Videoaufzeichnung. Über das Fachliche hinaus fand ich die Erkenntnisse daraus sehr erhellend, da ich mich oft ganz gewaltig verschätze, was die Wahrnehmung meiner Person durch andere angeht. Und zwar leider nicht in die positive Richtung.
Andererseits ist es eine Illusion zu glauben, dass man seine Persönlichkeit im Erwachsenenalter nach Belieben umkrempeln kann. Keiner kann morgens aufwachen und plötzlich weniger anstrengend/egozentrisch/bequem/... sein und allein dadurch mehr/bessere Sozialkontakte finden. Und auf Dauer mit Anlauf gegen immer die gleichen Wände zu rennen macht auch keinen froh.
Aber die Erkenntnis über die Wahrnehmung der eigenen Person durch andere kann dazu führen, dass man weniger Irrwege geht und weniger Enttäuschungen erlebt. Dass man sich mehr auf die Bereiche konzentriert, in denen man tatsächlich emotionale Intelligenz besitzt, und weniger auf die, welche man doch nicht nennenswert ändern kann. In diesem Prozess habe ich alte und neue, intensive und weniger intensive Kontakte für mich neu bewertet und ein paar Dinge für mich klar gezogen - Fakt 1: ich werde nie jemand mit >10 guten/sehr guten Freunden sein, also höre ich auf, danach zu suchen. Fakt 2: ich komme nur dann längerfristig gut mit Freunden klar, wenn diese lange Pausen zwischen den einzelnen Kontakt akzeptieren. Ich habe daher die Scheu abgelegt, mich auch nach langer Funkstille wieder zu melden, sondern probiere einfach, wie die anderen darauf reagieren. Umgekehrt bin ich anderen auch nicht böse, wenn sie sich ebenfalls nicht melden.Geändert von Inaktiver User (20.08.2014 um 22:11 Uhr) Grund: Ergänzung


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