Hallo zusammen,
Eigentlich könnte ich auch im Familienforum posten, aber ich denke hier passt es besser.
Ich stelle mir momentan die Frage, inwieweit man seine eigenen Bedürfnisse durchsetzen kann ohne ein schlechtes Gewissen dem Gegenüber zu haben und inwieweit, da das Familienverhältnis mitreinspielt.
Ich habe in letzter Zeit vermehrt festgestellt, dass mir der Kontakt zu einem engen Familienmitgleid nicht guttut. Ich bin gereizt, sehe wirklich Dinge an denen ich mich störe (über die die anderen einfach hinweg gehen können - obwohl sie definitiv nicht tragbar sind, aber ich habe ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden), jegliche Herzlichkeit meinerseits ist momentan erzwungen. Es sind einfach so viele Charaktereigenschaften, mit dene ich nicht klarkomme. Fazit: wäre es eine Freundschaft, hätte ich diese Freundschaft schon vor Jahren aufgegeben, weil sie uns beiden nicht gut tut. Es sind so unendlich viele Sachen vorgefallen ( in der Vergangenheit und Gegenwart) die ich hier nicht aufführen möchte und eigentlich auch nichts zur Sache tun.
Die vergangenheit habe ich mit einer Intensiven Therapie gut verarbeiten können, aber die Person in der Gegenwart macht mir zu schaffen. Was als solches von der Person nicht gesehen und somit auch nicht aktzeptiert wird.
Es wäre auch nicht schlimm, wenn die Person nicht ständig versuchen würde eine tiefe und innige verbindung mit mir zu führen. Versuche ich mir Freiraum zu schaffen, wird noch mehr geklammert. Ich habe schon öfters versucht, das Gespräch zu führen, aber es wird vieles geleugnet, nicht verstanden und in 98% der Gespräche die Situationserklärend sein sollen ( warum ich ein wenig Abstand möchte) hagelt es direkt richtig bösartige Gemeinheiten meinen "üblen" Charakter betreffend..
Da stehe ich drüber, da ich weiss, das die Person sich immer erstmal mit Angriff verteitigt und sich nicht besser zu helfen weiss. Im nachhinein tut es der Person unendlich leid, aber ich distanziere mich eben von mal zu mal mehr. Was überhaupt nicht verstanden wird, da es ja nicht im Interesse der Person ist und ja auch gar nicht so gemeint war.
Wir hatten in der Vergangenheit ein regelmässiges Treffen ( damit auch der Kontakt zu meinen Kindern stattfinden konnte), dass ich aber gestern für unbestimmte Zeit beendet habe ( bis auf diverse Familienfeiern an denen wir uns sehen) mit genau dieser Erklärung.
Ich habe es die letzten Treffen versucht und mich währenddessen zurückgezogen, damit meine Kinder voll im Vordergrund stehen, aber es wurde vermehrt der Kontakt zu mir gesucht, womit ich auch nicht klarkam. Ich fühle mich nicht wohl ( merke regelrecht wie ich versteinere) und tue uns beiden damit keinen Gefallen.
Also habe ich gestern wohl einen Cut gemacht, der mich richtig befreit hat und ich endlich aufatmen konnte, habe aber meinen Gegenüber traurig und unverständig hinterlassen.
Mir macht es irgendwie zu schaffen, dass ich beteiligt daran bin, dass jemand anders unglücklich ist. Ich sehe es aber wie in einer Liebesbeziehung. Wenn einer nicht mehr liebt, dann sollte er sich trennen, auch mit dem Wissen, dass er eine liebende Person zurücklässt.
Ich bin befreit, aber auch traurig. Ich habe das Gefühl, die heile Welt einer anderen Person ( zu meinen Gunsten) zerstört zu haben ( O-Ton).
Wie seht ihr das?
gruss Nena
Antworten
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18.08.2014, 09:40
Des einen Freud ist des anderen Leid
Das Leben ist kein Ponyhof
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18.08.2014, 09:44Inaktiver User
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Gut so!
In erster Linie gehts um dich! Du fühlst dich so besser? Alles i.o.
Ja du fühlst dich mies - und das wiederum macht dich sympatisch, du bist nicht eiskalt und gewissenlos.
Dennoch verletzen wir im Leben Menschen um unseren Weg zu gehen - ohne wird es nie gehen.
Es wird besser mit der Zeit, für dich ist es der richtige Weg. Die andere Person wird es vielleicht mal genau so sehen und wenn nicht - ist es nicht dein Problem!
Ich kenne das gut, inzwischen sind es 10 Jahre und nur noch ganz selten denke ich daran, es hätte auch anders sein können, aber auch für mich war diese Entscheidung die Richtige.
Nur Mut!! Steh zu dir!!
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18.08.2014, 10:13
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Danke!

Kannst Du mir sagen, wie lange Du gebraucht hast? Hast Du gar keinen Kontakt mehr? Wie reagierst Du bei gemeinsamen Fesglichkeiten? Oder meidest Du die, aufgrund der anwesenden Person auch?
Ich weiss noch nicht, wie sich mein Entschluss auf den Alltag auswirken wird. Es sind ja wie gesagt auch Kinder involviert. Wie war das bei dir?
Besteht die Möglichkeit irgendwann einen entspannten Umgang zu haben? Oder sollte ich die Hoffnung gar nicht erst zu lassen?Das Leben ist kein Ponyhof
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18.08.2014, 10:22Inaktiver User
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Ich hätte nichts gegen Kontakt. Und ich laufe auch nicht weg wenn wir uns sehen.
Bei mir ist es meine Schwester. Und ihre beiden Kinder sehe ich auch nicht mehr. Allerdings sind die Beiden 26 und 20 und von daher sowieso schon erwachsen.
Meine Schwester ist in einer Beziehung die nicht gut ist für sie. Sie trinkt deswegen trennt sich aber nicht.
Vor 10 Jahren habe ich den Kontakt deswegen vollständig abgebrochen. Vorausgehend gab es viel Tränen, viel Streit - es würde sicher zu weit gehen, dass hier zu erörtern, es ging um Gewalt gegen meine Schwester und meine Nichte... und es gibt Dinge die ich einfach nicht dulden kann.
Ich bin - und das weiß meine Schwester - da wenn sie sich trennt. Nur mehr mache ich nicht (mehr)
Ja es wird besser - die Wut läßt nach und die Traurigkeit auch. Normaler Umgang? Eher nicht würde ich sagen!
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18.08.2014, 12:08
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Vielen Dank für den Einblick in Dein Privatleben.
Ich denke Du verstehst wirklich gut, was momentan in mir vorgeht.
Hat denn Deine Schwester Deinen Entschluss aktzeptiert?
Falls ja, denke ich das das vieles einfacher macht.
In meinem Fall wurde ständig angefragt, ob ich denn nicht verzeihen kann, oder ob man denn nicht nochmal drüber reden könnte.
Dadurch fühle ich mich noch schlechter
Das Leben ist kein Ponyhof
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18.08.2014, 12:22Inaktiver User
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Nein ich glaube nicht dass sie das akzeptiert oder auch nur meine Gründe versteht. Zumindest nicht wenn sie nüchtern ist....
Ich verstehe dich wirklich gut. Du solltest aufhören darüber nachzudenken was der Andere davon hält und wirklich den Kontakt abbrechen. Für deinen Seelenfrieden!
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18.08.2014, 12:23
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Hallo Nena,
dein Gegenüber verlangt aber viel von dir! (Und die anderen Verwandten auch?)
Verzeihen? Was bringt das, wenn dieser Mensch nicht erkennen will/kann, dass er dich immer wieder verletzt?
Chancen muss man nicht unendlich einräumen. Du hast das Gespräch gesucht und alles hat nichts genützt, da dein Gegenüber nicht an der Verbesserung eures Verhältnisses mitgearbeitet hat.
Es ist also keinerlei Besserung in Sicht.
Lass dich bitte nicht mit Schuldgefühlen oder Mitleid manipulieren. Und wenn das Argument gebracht wird, dass ja immerhin deine Kinder einen Bezug zu dieser Person haben und du deswegen den Kontakt halten sollst, dann frage dich bitte, was an diesem Kontakt so wertvoll sein kann. Wenn dieser Mensch schon nicht in der Lage ist zu dir eine vernünftige Bindung aufzubauen, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass sein Verhalten für deine Kinder schädlich sein kann?
Ich habe auch zu mehreren Familienmitgliedern den Kontakt abbrechen müssen, um nicht selbst kaputt zu gehen. Und diese Argumente habe ich mir lange anhören dürfen. Sie sind null und nichtig!
Das ist jetzt 4 Jahre her und ich habe keinen einzigen Tag davon bereut! Auch wenn es anfangs schwer war.
Es lebe das Leben!
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18.08.2014, 12:37Inaktiver User
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Ich kann Dich auch gut verstehen. Manchmal geht es einfach nicht mehr und man muss Kontakte zum Selbstschutz abbrechen. Es klingt nicht so als würdest Du es Dir leicht machen, ich nehme an, Du hast alles probiert.
Das ist in der Tat ein Knackpunkt, besonders, wenn der Kontakt der Kinder zu dieser Person wichtig ist.
Könntest Du den Kontakt der Kinder nicht von Deinem Kontakt zu der Person - mit Ansage - trennen? Grundsätzlich finde ich nicht, dass man immer Ansagen machen muss, aber in dem Fall dann schon.
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18.08.2014, 12:44Inaktiver User
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
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18.08.2014, 12:48
AW: Des einen Freud ist des anderen Leid
Danke auch Dir für Deine Sichtweise.
Verletzten tut die person mich eigentlich nur, wenn ich genervt durch diverse Aktionen, eben nicht aus meiner Haut kann und agieren muss. Andere Familienmitglieder denken sich ihren Teil und machen weiter...ich leider...muss etwas tun. ( wie z.B. Permanentes daraufhinweisen, dass in direkter Gegenwart meiner Kinder doch bitte nicht geraucht wird
). Weil ich meinen Mund nicht halten kann, ist man beleidigt, fühlt sich gemassregelt und wird pampig und eins führt zum andern. Klar, bin ich in dem Punkt nicht einfach...ich hätte gerne die Gelassenheit, aber ich bin nur noch genervt.
Das Problem ist, dass die andere Person nicht einfach etwas ändern kann, denn es sind die grundlegenden Charaktereigenschaften an denen ich mich immer wieder aufreibe. Die Naivität, die teilweise unehrlichkeit ( um vermasselte Dinge, besser da stehen zu lassen), die sofortige Hysterie ( wenn Kritik ausgesprochen wird), die ständige Eifersucht auf mein Verhältnis ( oder das der Kinder) zu anderen Familienmitgliedern, das mangelnde Selbstbewusstsein und das daraus resultierende Verhalten den Mitmenschen gegenüber. Ständig wird Verständnis für die eigene lage gefordert ( man hat es ja so schwer
), fühlt sich aber auch nicht verantwortlich daran etwas zu ändern.
Ich habe diese ganzen Punkte auch schon alle angesprochen um klarzumachen, in welcher bescheidenen Lage ich mich befinde. Es steht mir nicht zu, die Person in ihrer Art ändern zu wollen und das will ich auch nicht. Aber nur so würde es funktionieren.
Natürlich hat die Person auch echt gute Seiten, aber dafür habe ich irgendwann den Blick verloren.Das Leben ist kein Ponyhof


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