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    Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Hallo zusammen!

    Ich habe mich hier angemeldet, weil ich mit mir selbst nicht mehr weiter weiß. Es ist, als ob ich es unbewusst darauf anlege, alles zu zerstören was mir wichtig ist. Und ich weiß nicht warum und wie ich aus dieser Spirale heraus komme.

    Nach vielen Jahren Singeldasein habe ich einen Mann kennengelernt, mit dem ich seit vier Monaten zusammen bin. Er hat viel Gepäck mitgebracht, es war die ersten Wochen nicht einfach, mich auf ihn einzulassen. (Ich möchte es nicht zu ausführlich erzählen, damit er nicht erkannt wird. Deshalb könnte es etwas schwierig werden, genauer auf Einzelnes einzugehen.) Inzwischen weiß ich, dass er mich liebt. Er tut wirklich viel für mich, für uns. Wir harmonieren wunderbar zusammen, können über alles reden, auch über die Probleme, die wir miteinander haben. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Ich liebe diesen Mann. Und dennoch verhalte ich mich ihm gegenüber ganz schrecklich.

    Es gibt eine Frau in seinem Leben, die Freundin, Arbeitgeber und direkte Nachbarin von ihm ist. Durch das Arbeitsverhältnis ist er finanziell von ihr abhängig. Diese Arbeit ist nicht in 6 Stunden am Tag zu verrichten, sondern erfordert auch Einsatz an den Wochenenden. Nicht viel und nicht lange, aber ständig. Das bedeutet, dass dadurch diese Frau immer Einblick und Einfluss auf unser Zusammensein hat. Da sie direkte Nachbarin ist, läuft sie mir ständig über den Weg.

    Meinem Freund gefällt diese Situation auch nicht, doch es zu ändern bzw. neue Arbeit zu finden dauert. Er hat schon eine andere Arbeitsstelle gesucht, bevor er mich kannte, es ist also keine Forderung von mir. Kommt mir aber natürlich entgegen. Es würde unser Miteinander entspannen.

    In diesen vier Monaten gab es keinen Tag, der nicht mit dieser Frau besprochen bzw. geplant wurde. Wegen der Arbeit. Es ist ein enges, freundschaftlich-familiäres Verhältnis. Sie gehen in beiden Wohnungen ein und aus. Sie sieht wenn ich da bin, sie sieht wenn Tags die Rollläden unten sind und weiß dann, dass wir im Bett liegen. Es kam vor, dass sie die (unverschlossene) Haustüre öffnete und eintrat, aber sofort den Rückzug antrat, als sie merkte wie wir miteinander beschäftigt waren. Sie war im Garten unterwegs, als wir heftigen Sex hatten.

    Mein Freund und ich haben darüber geredet. Er hat nun die Haustüre immer verschlossen und den Zugang zum Garten versperrt. Ich habe versucht es mit Humor zu nehmen. Habe Verständnis, dass es Zeit braucht, dieses enge Freundschafts-Arbeits-Verhältnis zu ändern, bzw. aufzulösen. Er bemüht sich, hat schon einiges verändert. Arbeitszeiten werden hin und her geschoben, verändert, damit wir mehr Zeit am Stück miteinander verbringen können.

    Was mir fehlt, ist die Geduld es auszusitzen, bis endgültige Änderung eintritt oder er eine andere Arbeit hat. Ich habe nur die Möglichkeit abzuwarten oder die Beziehung zu beenden. Es ist nun mal die Arbeit, die ihn ernährt. Und ich will ihn nicht verlieren.

    Ich bekomme schon Aggressionen, wenn ich den Namen dieser Frau höre. Wenn ich mit ihm zusammen bin ist alles schön und wunderbar. Bin ich alleine, kreisen meine Gedanken darum, wo sie bzw. die damit verbundene Arbeit unsere Beziehung berührt. Dann finde ich Punkte (immer die selben) die mich so stören, dass es mir keine Ruhe lässt. Meine Gedanken kreisen und sind blockiert. Ich bin nicht in der Lage nüchtern und rational wieder von diesem Trip runter zu kommen. Es geschieht ganz automatisch, dass ich ihm sage, wie sehr mich das stört, belastet usw. Es kommt immer wieder zum Streit um das selbe Thema und das selbe Muster.

    Es wäre sicher nicht so schlimm für mich, wenn es ein Arbeitgeber auf Distanz wäre. So verbinde ich aber alles mit dieser Frau. Oft denke ich, sie könnte doch selbst machen, anstatt die ganze Woche faul in der Sonne zu sitzen. Ich vergesse, dass sie ihn bezahlt, es ist für mich eine persönliche Geschichte geworden. Das geht gar nicht anders, denn ich bekomme ständig persönliches von ihr bzw. über sie zu hören.

    Gestern Abend war noch alles schön und gut. Wir haben für heute schön geplant. Heute Morgen hat es sich in meinem Kopf festgesetzt, dass wir wieder unterbrochen und begrenzt werden. Ich rufe ihn an und es kommt zum riesen Streit. Er ist kurz davor Schluss zu machen. Ich will das nicht. Und ich weiß nicht, wie ich mich bremsen kann. Und ich weiß nicht, ob ihr mir helfen könnte. Aber es tut gut, sich mit jemandem auszutauschen, der Distanz hat.

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Gibt es nicht die Möglichkeit, dass ihr euch bei Dir trefft?

    Für mich wäre es eine gruselige Vorstellung wenn es so gar keine Abgrenzung von Intimität und Aussenwelt gäbe, so wie in Deinem Fall die Chefin im Garten umher stolziert während ihr miteinander schlaft. Ich hätte wohl keine Lust mehr mich bei ihm zu treffen.
    "Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Und in wie weit torpedierst Du Dich selbst? Suchst Du Dir immer Männer, die es nicht hinkriegen Zeit für ungestörte Zweisamkeit frei zu schaufeln?
    "Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...

  4. Inaktiver User

    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Zitat Zitat von Ratlos7 Beitrag anzeigen
    Heute Morgen hat es sich in meinem Kopf festgesetzt, dass wir wieder unterbrochen und begrenzt werden. Ich rufe ihn an und es kommt zum riesen Streit.
    herzlich willkommen in der bri

    kannst du dir in dem moment (bevor ihr streitet) nicht bewusst machen, dass das erstmal nur in deinem kopf existiert? ich mein, sich VORHER schon zu streiten, bringt keinem was.

    warum trefft ihr euch nicht bei dir?

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    herzlich willkommen in der bri

    kannst du dir in dem moment (bevor ihr streitet) nicht bewusst machen, dass das erstmal nur in deinem kopf existiert? ich mein, sich VORHER schon zu streiten, bringt keinem was.

    warum trefft ihr euch nicht bei dir?
    Danke, Loop. Du hast auch verstanden worum es geht. Diese negativen Emotionen kochen so unbewusst in mir hoch, dass ich sie nicht unter Kontrolle habe. Ich finde es ganz furchtbar, dass ich mich da nicht im Griff habe. Was ich da veranstalte ist so was von sinnlos und auf diese Art werde ich schon gar nicht mehr ernst genommen. Und es ist mir peinlich.

    Ich möchte diesen Mann nicht verlieren. Aber es fällt mir verdammt schwer, noch so lange in dieser Konstellation auszuhalten bis sie sich auflöst. Ich möchte einfach nur geduldig sein, für ihn ist das Ganze auch nicht einfach. Aber es klappt nicht. Immer wieder explodiere ich.

    Wir treffen uns überwiegend bei mir. Aber auch hier müssen zuvor alle Zeiten mit gewisser Dame abgestimmt werden. Es hat schon Vorteile, dass das so flexibel gestaltet wird. Und den Nachteil, dass sie ständig im Gespräch ist.

  6. Inaktiver User

    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Zitat Zitat von Ratlos7 Beitrag anzeigen
    Wir treffen uns überwiegend bei mir. Aber auch hier müssen zuvor alle Zeiten mit gewisser Dame abgestimmt werden. Es hat schon Vorteile, dass das so flexibel gestaltet wird. Und den Nachteil, dass sie ständig im Gespräch ist.
    du hast einen vorteil: nicht du musst die zeiten abstimmen. sondern dein freund.
    ich kann mir vorstellen, dass dich das thema nervt.

    aber bitte deinen freund nicht über sie zu sprechen. denn warum sie ständig gesprächsthema ist, kann ich nicht nachvollziehen.

  7. Moderation

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Haben die beiden eine sexuelle Verbindung ?
    Waren sie mal ein Paar ?

    Warum trefft ihr euch nicht bei dir ?
    Was es anders, wenn sie ein Mann wäre ?
    Was genau ist das Problem ?
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Stimmt, ich rede ja auch nicht in diesem Übermaß von meiner Arbeit.
    Sie ist deshalb ständig Thema, weil sie so in sein Leben integriert ist. Und er in ihres. Im Grunde haben sie ein tolles Miteinander. Gemeinsam arbeiten, füreinander Besorgungen machen usw. Sie hatten den Alltag aufeinander abgestimmt. Bis ich dazu kam. Nun muss er schauen, wie er mich als Partnerin unterbekommt. Er ist bemüht, aber das ist nicht so einfach.

    Ihr seht, mit klarem Kopf sehe ich es auch klar. Ist doch o.k. so. Wird sich ganz sicher ändern, ich sehe dass sich viel tut. Das ist das Problem: Es gibt immer wieder Momente, die mich auf die Palme bringen und unkontrolliert werden lassen. So kenne ich mich gar nicht. Es muss doch möglich sein, dass ich mich beherrsche und erst mal überlege, bevor ich explodiere. Das mache ich doch sonst auch.

    Sie waren und sind kein Paar, da habe ich keine Zweifel. Ich bin nicht eifersüchtig. Ich sehe das Problem nicht bei ihr sondern bei meinem Freund. Er ist es, der ihr Raum in unserer Beziehung gibt.
    Mein Ex-Mann hatte seine beste Freundin mit in unsere Ehe gebracht. Es gab nie Probleme, im Gegenteil. Der Unterschied war, dass sie nur eine Freundin war und nicht zu seinem oder unserem Alltag - ich spreche hier wirklich von täglich - gehörte.

    Ob es einen Unterschied machen würde, wenn sie ein Mann wäre. Darüber muss ich nachdenken. Ihr Mann gehört ja auch dazu. Von ihm ist allerdings ganz selten die Rede. Er hält sich raus und lässt die beiden machen.

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    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Hallo Ratlos, das klingt schwierig ! Ich versuche das Arbeits-Verhältnis zu verstehen und ohne zu sehr ins Detail
    zu gehen - es klingt nach einer Form von "Hausangestellten", (Fahrer, Gärtner, Butler.....) der dort auch wohnt und einfach
    24/7 zur Verfügung stand/steht? Dann kann dein Partner eigentlich nur versuchen in einem freundlichen Gespräch
    die veränderte Situation mit seiner Arbeitgeberin zu besprechen und versuchen mehr "feste" Arbeitszeiten zu
    vereinbaren. Wenn er es dir wert ist, solltest du dich aber bis zur Klärung versuchen bisschen zu bremsen. Wenn das
    über mehrere Jahre (?) sich so entwickelt hat, ist es bestimmt schwer, das spontan aufzulösen? Viel Glück euch beiden!

  10. Inaktiver User

    AW: Ich torpetiere mich selbst - sorry, lang

    Zitat Zitat von summerfeeling Beitrag anzeigen
    Hallo Ratlos, das klingt schwierig ! Ich versuche das Arbeits-Verhältnis zu verstehen und ohne zu sehr ins Detail
    zu gehen -


    es geht ums arbeitverhältnis?

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