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  1. User Info Menu

    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo arabeske,

    wenn Du genau hinsiehst- dann widersprechen sich diese Sätze gar nicht!
    Gerade WEIL man ja nie gut genug ist.......muss man sich eben immerzu anstrengen....
    jein, bzw. das stimmt so schon und kann ich auch nachvollziehen.

    Andererseits kann ich schon perfekt sein, also nicht auf jedem gebiet, aber ich kann das hinkriegen. Aber dann wäre ich ja gut genug, sozusagen erste, und das geht nicht nach dem anderen glaubenssatz. Also unterläuft mir ein flüchtigkeitsfehler (in der schule - oh man - jetzt weiß ich wenigstens, wo das her kam) oder ich lasse tatsächlich einen kleinen teil unerledigt, nicht perfekt, liegen, mit mehr oder weniger absicht. Das habe ich bis jetzt immer für eine marotte gehalten, aber anscheinend ist es mein weg gewesen, mit diesem konflikt zu leben - da tun sich ja abgründe auf .

    arabeske
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  2. Inaktiver User

    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    da tun sich ja abgründe auf
    ojaaaaaaa

    Wenn man den Antreiber hat "perfekt zu sein"- dann schließt das ja nicht aus, das man auch mal perfekt IST.
    Was meinst Du, warum Menschen erfolgreich sind??....Du wirst kaum einen Menschen ohne Antreiber finden

    ABER....wenn Du dann mal perfekt BIST: bist Du dann zufrieden? wie lange, wenn? was für Gedanken schleichen sich dennoch ein?......hätte es nicht doch noch ein wenig besser sein können??? und sei es nur das Schriftbild auf dem Papier..??

    Und ja....die berühmten 100 Punkte, die man nie ganz erreicht.....ja es ist ne 1 aber man hat bestenfalls 99 Punkte.....

    wann ist es denn mal "gut"? Wann kehrt Ruhe ein?
    jaja....wir sind wahnsinnig manipuliert und das zu erkennen ist schonmal ein großer Schritt

    lg kenzia

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    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Liebe Lunatica, hallo, zusammen,

    Es fühlt sich schrecklich an, auch bei mir. Sonst kann ich mich mental beeinflussen, aber eben nur sonst. Zuweilen kann ich so rational sein, wie ich will, alles ist ja sooo logisch, es geht absolut nicht anders - und doch.

    Vielleicht ist das der Preis, den man für ein stark entwickeltes Gewissen zahlt. Ich zahle ihn gerne, denn die Chance, dass man absichtlich eine riesige Schweinerei verübt, wird dadurch geringer. Ich versuche einfach damit zu leben, wie mit Arthrose, sehr unangenehm, aber nicht tödlich.

    Schaut mal auf die Lokführer, die so unsäglich daran leiden, dass sie einen rücksichtslosen Selbsttöter überfahren haben. Da hilft auch die beste psychologische Betreuung nur eingeschränkt. (?)


    Mit tatsächlichem, selbst erlittenem Beileid grüsst Euch Euer gelegentlicher Leidensgefährte Isambard

  4. Moderation

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    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Ist wirklich schön und gut, überhaupt ein Gewissen zu haben.
    Aber in Bezug auf eine faire Wahl, in der eine andere unterlegen ist? Für mich ist das eher Nonsens. Wer hat denn was davon, wo ist der Nutzen? Mitgefühl kann ich ja noch verstehen, aber auch das nur in Maßen.

    Es erleichtert das Leben, ein bisschen auf Distanz zu gehen, die Emotion runterzufahren und die Dinge nicht ständig persönlich zu nehmen. Im Job ist es sogar Voraussetzung.

    Im Privatleben hilft ein Blick auf Menschen, die es sich nicht so schwer machen. Keine/r trägt für alles die Verantwortung auf den Schultern. Ist doch auch eine Art Hybris.
    Und würde ich ständig mit Selbstvorwürfen und Unwohlsein über meine Entscheidungen durchs Leben gehen, stünde eine Verhaltenstherapie auf meiner Liste. Erlernten Denkmustern, die unglücklich machen, ist schon beizukommen.
    *
    Der Adler fängt keine Mücken.


    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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  5. Inaktiver User

    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Smirna, ich frage mich gerade wo der Zusammenhang zwischen "Geschenke nicht zeigen" und "Wahl nicht annehmen" liegt.
    Wahrscheinlich ist es die innere Überzeugung (Glaubenssatz): "Ich darf nicht zeigen, was ich habe/kann - sonst ist das böse."
    Ich sehe da keinen Zusammenhang. Wenn es um die Geschenke geht: die konntest du nur erhalten, weil deine Eltern materiell besser dastanden als die anderen Kinder. Die sind dir sozusagen in den Schoß gefallen, du konntest im Prinzip nichts dafür, hast daran keinen Anteil.

    Anders ist es bei der Wahl. Die Kollegen haben dich gewählt, weil sie meinten, du hättest die besseren Voraussetzungen und die hast du dir erarbeitet. Da ist dir nichts auf einmal in den Schoß gefallen.
    Wenn die andere Kollegin diese Qualitäten nach Meinung der Kollegen nicht aufbringt, dann würde es doch dem ganzen Team schaden, weil es euch nicht so recht vorwärts bringt. Ob du dieser Aufgabe gewachsen bist, wird sich noch zeigen.
    Dass du nicht damit klar kommst, im Mittelpunkt zu stehen und so geehrt zu werden, das steht auf einem anderen Blatt. Aber: der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und mit seinen Erfolgen wächst sicher auch sein Selbstbewusstsein (und deines hoffentlich auch).

  6. Inaktiver User

    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Zitat Zitat von Isambard Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist das der Preis, den man für ein stark entwickeltes Gewissen zahlt. Ich zahle ihn gerne, denn die Chance, dass man absichtlich eine riesige Schweinerei verübt, wird dadurch geringer. Ich versuche einfach damit zu leben, wie mit Arthrose, sehr unangenehm, aber nicht tödlich.
    Der "Preis" steht in überhaupt KEINEM Verhältnis- zu welchem Verhalten auch immer!
    Was hast Du für ein Bild von Dir, wenn Du davon ausgehst, dass ohne so eine Kontrolle eine "riesige Schweinerei verübt" werden würde???

    Das wirklich Schlimme daran ist doch, dass man gar nicht FREI in seinen Entscheidungen ist!
    Man wird manipuliert und handelt danach.....denkt vielleicht anders aber immer wieder wird man von der Tiefe eingeholt, die in einem wirkt.
    Wie soll man denn seinen wirklichen Standpunkt finden- ihn auch leben- und ganz bei sich ankommen, wenn es da immer einen Antreiber in einem gibt, der zB nie zufrieden ist-- der nie Ruhe gibt.....?

    Wir haben diese Antreiber fast alle- kaum einer ist nicht mit so einer Prägung unterwegs.
    Wichtig ist das zu erkennen und sich dann langsam da heraus zu arbeiten.

    lg kenzia

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    AW: "Sachlicher" werden - geht das? (länger)

    Liebe Kenzia,

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der "Preis" steht in überhaupt KEINEM Verhältnis - zu welchem Verhalten auch immer!
    Ja, wo Du recht hast, da hast Du recht!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was hast Du für ein Bild von Dir, wenn Du davon ausgehst, dass ohne so eine Kontrolle eine "riesige Schweinerei verübt" werden würde???
    Ich spüre tief drinnen die Bereitschaft zu gewissen, nicht näher genannt sein wollenden Straftatbeständen, oder mindestens weniger Ablehnung als Andere zeigen. Mein übermässig (?) aktives Gewissen hält mich davon ab. Leider spricht es aber immer, auch, wenn es die Schnauze halten sollte.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das wirklich Schlimme daran ist doch, dass man gar nicht FREI in seinen Entscheidungen ist!
    Man wird manipuliert und handelt danach.....denkt vielleicht anders aber immer wieder wird man von der Tiefe eingeholt, die in einem wirkt.
    Durchaus. Ich hatte aber das zweifelhafte Glück, über viele Jahre Arbeiten zu machen, bei denen man entweder mit höheren Angestellten Ärger kriegt oder im weitesten Sinne verbrecherisch handelt, bis hin zum billigenden in Kauf nehmen von Toten bei Versagen einer Konstruktion. Das hat mich gelehrt, nur auf die Notwendigkeit zu sehen und nicht auf persönliches Ungemach.

    Heute kann man/frau mich zwar piesaken, aber kaum manipulieren. Es sei denn zu einer Antwort.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie soll man denn seinen wirklichen Standpunkt finden - ihn auch leben - und ganz bei sich ankommen, wenn es da immer einen Antreiber in einem gibt, der zB nie zufrieden ist -- der nie Ruhe gibt.....?
    Das ist eben die Schwierigkeit. Äusserst lästig. Und der Grund dafür, warum auf diesem Thread so viele Leute posten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir haben diese Antreiber fast alle - kaum einer ist nicht mit so einer Prägung unterwegs. Wichtig ist das zu erkennen und sich dann langsam da heraus zu arbeiten.
    lg kenzia
    Genau! Darum geht es in der Originalfrage. Viele von uns schaffen es einfach nicht. Abhärtung wäre wahrscheinlich eine Möglichkeit. Nur halb Ernst gemeint: Ich könnte zum Beispiel Verkäufer von gut getarnten Schrott-Autos werden. Das würde sicher helfen, aber will ich das? Ich habe schon erlebt, wie meine Bereitschaft, zu lügen, zu nahm, als ich im Verkauf arbeitete. Bei gewissen Produkten wird das geradezu erwartet. Muss ich nicht mehr haben, oh nein!


    Ich werde in diesem Zusammenhang keine weiteren Fragen und Vermutungen zu meiner psychischen Verfassung mehr beantworten.

    Als aufbauende (echt!) Kritik noch dies: Meine Rechtschreibprüfung mag es nicht, wenn der Leerschlag vor einem Gedankenstrich fehlt, weil sie dann das letzte Wort davor nicht erkennt.

    „Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben!“ (Pontius Pilatus in der Passion nach Johannes)

    Grüsse, Isambard, zwar nicht klüger, aber wieder einmal an geschubst.

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