Liebe community,
wie kann es kommen, dass man (bzw. ich) immer unzufrieden bin.
Dabei geht es gar nicht um materielle Dinge. Ich habe einen guten Job, einen tollen Freund, etc., dennoch habe ich immer das Gefühl, dass andere glücklicher sind als ich selbst. Alles scheint bei anderen bunter, glücklicher, lebensfroher zu sein. Vor allem denke ich immer, dass andere Beziehungen glücklicher sind, kommt mir immer vor als wären alle so glücklich wie bei Rosamunde Pilcher.
Kennt ihr das auch? Oder einen Trick wie man zufriedener mit dem eigenen Leben sein kann?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
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07.08.2014, 11:14Inaktiver User
Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
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07.08.2014, 11:18Inaktiver User
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Aufhören, sich mit anderen zu vergleichen?
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07.08.2014, 11:19Inaktiver User
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07.08.2014, 11:25Inaktiver User
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Nicht einfach, aber wirkungsvoll.
Du schreibst, du hast einen tollen Freund, aber schielst unglücklich auf anderer Leute Beziehungen. Woran hakt es denn bei euch?
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07.08.2014, 11:33Inaktiver User
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Klar hakt es hier und da mal ein bißchen, er ist eifersüchtig, aber im großen und ganzen läuft es super.
Man kann den anderen ja auch nur vor die Stirn schauen und nicht, was dahinter los ist. Das sage ich mir auch immer wieder, aber irgendwie hilft es nicht auf Dauer.
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07.08.2014, 11:39Inaktiver User
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Dreh das ganze mal rum, was glaubst du, wie viele "außen hui" Paare zu Hause schlechten Sex haben, sich nichts zu sagen wissen etc. und dann denkt sich die Frau "ach bei der Muschel läuft alles viel glücklicher und sonniger und überhaupt, ich würd so gern mit ihr tauschen"... ;)
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07.08.2014, 11:47
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Lies dich mal durch einschlägige Artikel und Bücher in der Psychologie. Du wirst feststellen, dass das Glück viel mit deinem Gehirnstoffwechsel zu tun hat und wenig mit deinen Lebensumständen. Du kannst dich also abstrampeln wie in einem Hamsterrad, du kommst sowieso nicht vom Fleck.
Du kannst zwar versuchen, dein Belohnungszentrum zu stimulieren (z.b. mindestens ein Erfolgserlebnis pro Tag), aber letztendlich wirst du dich immer auf dein Niveau einpendeln. Nur durch Doping kannst du daran etwas ändern. Aber sobald du dich an das Zeug gewöhnt hast ... es ist genau wie beim Rauchen. Die entsprechenden Rezeptoren passen sich an und alles ist wie gehabt.
Die letzte Möglichkeit ist die Einnahme von Serotoninwiederaufnahmehemmern, Medikamenten gegen Depressionen. Das könnte sogar langfristiger funktionieren. Aber ein Blick auf die Nebenwirkungen sollte einen gesunden Menschen davon abhalten.
Gewöhne dich einfach daran, dein persönliches Glücksniveau ist genauso festgelegt, wie die Länge deiner Beine. Die kannst du auch nur durch Stöckelschuhe oder Stelzen temporär verändern, im Kern ändert sich da auch nichts. Und in dem Bereich zerbrechen wir uns doch auch nicht den Kopf, ob die Beine des Nachbarn nun 3 cm kürzer oder länger sind. Sie sind wie sie sind und mit dem Glück ist es dasselbe.
Die Evolution hat beständiges Glück nicht auf dem Plan. Das Streben nach Glück ist vorteilhaft, das Glücklich sein nicht, denn es würde darauf hinauslaufen, dass ein Individuum gar nichts mehr tut.
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08.08.2014, 13:06
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Hallo Muschel!
Das Gefühl kenne ich, mal mehr mal weniger ausgeprägt.
Was mir in solchen Phasen hilft ist, sich vor Augen zu führen, warum man glücklich sein kann und darf. Also konkret: aufschreiben, was gut läuft und was gut ist; was man schon geschafft hat usw. Das ruhig ein paar Mal am Tag durchlesen (ab ins Portemonaie damit, z.B.) und dem nachspüren, sich also freuen - oder zumindest mal auf die Schulter klopfen.
Was mir auch hilft: Eine Liste anfertigen mit Dingen, die ich gerne ausprobieren würde; Ziele formulieren, Pläne schmieden. Und dann vorsichtig versuchen, diese umzusetzen. Bloß nicht alles auf einmal, aber so pö a pö.
Dann könntest Du noch gucken, woher Deine Vergleichsgedanken rühren. Mir ist z.B. irgendwann bewusst geworden, dass das so ein Denken ist, das mir (ach ja...) die Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Zum Einen hat mich das unheimlich ehrgeizig gemacht (wofür ich in gewisser Hinsicht sogar dankbar bin), zum anderen macht es mich aber manchmal auch traurig oder depri.
Hab irgendwo hier im Forum gelesen, dass man - wenn man diese Muster durchschaut hat - seinen Gedanken auch "sagen" kann: "Hey, ist ja schön und gut, aber irgendwie gehört ihr in eine andere Zeit" oder auch "Okay... aber nun lasst mich mal machen".
Das fand ich auch sehr hilfreich.
Viele Grüße
SusisaIch kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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08.08.2014, 17:16Inaktiver User
AW: Immer unzufrieden mit meinem Leben... :-(
Ich glaube, Du hast die Pilcher-Geschichten nicht verstanden. Hier geht's doch in erster Linie darum, dass irgendwelche materiellen Besitztümer gerettet werden müssen und dies immer nur gelingt, wenn Zwei eine Beziehung eingehen. Liebe als Mittel zum Zweck.
Pilcher mal beiseite.
Vor ein paar Jahren ging es mir längere Zeit nicht gut. Ich habe mein Leben zwar nicht mit dem anderer Menschen verglichen, aber ich wollte, dass es mir besser ging.
Eines Tages machte ich einen Ausflug in die Max-Liebermann-Villa in Berlin-Wannsee.
Dort las ich mir die Geschichte der Familie durch, ganz speziell während der Nazi-Zeit. Enteignung, Tochter konnte rechtzeitig nach Amerika fliehen, Max Liebermann tot und dann kamen die Nazis ins Haus und gaben Fr. Liebermann zwei Stunden um für die Deportation zu packen. Sie begang in diesen zwei Stunden Suizid.
Ich war damals so gefangen in meinem Drama, aber dieser Tag war eine Wende, denn mein Leid relativierte sich massiv.
Ob das nun übertrieben war oder nicht, egal... so war's bei mir...
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08.08.2014, 17:28Inaktiver User


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