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  1. Moderation

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Lunette,

    das ist doch genau das, was ich ausdrücken wollte!
    Wie ich zu dem Thema "Kinder zurechtmachen" stehe, kannst Du in dem anderen Strang nachlesen. (Weil crossposting verboten, siehe einfach meine Beiträge.)

    W.
    Ich habe leider keine Ahnung, welcher andere Strang gemeint sein könnte. Nur negatives Crossposting ist verboten, also das Hinzuziehen von Informationen aus anderen Strängen um einen User in Misskredit zu bringen.

    Nur dass ich's verstehe:
    Es geht dir also generell darum, dass Eltern ihre Kinder vor der Öffentlichkeit bewahren sollten?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und nein, ich finde diese öffentliche "Zurschaustellung" und - man möge es mir verzeihen - Zelebrierung der ganz persönlichen Trauer in der Öffentlichkeit - unwürdig.

    Für alle Beteiligten.

    Just my 2 Cents...

    W.
    Ich glaube da liegt ein Knackpunkt: Menschen sind in eine Vielzahl von sozialen Beziehungen eingebunden und soziale Gefüge funktionieren wiederum nur über ihre einzelnen Mitglieder.
    Das heißt ein Mensch, der stirbt, ist nicht nur Teil einer Familie, die dann um ihn trauert, sondern i.d.R. auch Teil eines größeren sozialen Gefüges.
    In letzterem Zusammenhang hat der öffentliche Abschied, die rituelle Ausgliederung des Verstorbenen aus dem Gefüge eine wichtige Funktion, welche es der Struktur ermöglicht, trotz des Verlusts weiterzuexistieren. Natürlich wird nicht das gesamte Dorf trauern wie die Familie, aber es kann für das gesamte Dorf wichtig sein, ein Mitglied der Dorfgemeinschaft rituell begleitet und bestattet zu haben.
    Dass in diesem großen Ritualzusammenhang auch die Trauer der näheren Angehörigen einen Ort hat, kann man in meinen Augen nicht als Zurschaustellung bezeichnen.

    Heutzutage gibt ja häufig die traditionellen Gemeinschaften nicht mehr, es gibt Bestattungen im "engsten Familienkreis" oder "anonym", es gibt aber eben auch die Gegenbewegung, in der solche Gruppenphänomene sich auf einer virtuell-globalen Ebene entwickeln.

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Übrigens werden auch Tote welche ins Krematorium kommen vorher gewaschen und fein herrausgeputzt.
    Da wird also keiner drum rum kommen, obs ihn nun passt oder nicht. Es ist gesetztliche Vorgabe.
    Alterative wäre, selber die Kleidung auszusuchen, die man als Toter tragen
    Es gibt eine Bestattungspflicht in Deutschland, einen Friedhofszwang und weitgehend die Vorschrift eines Holzsargs. Waschung und Einkleidung der Toten sind m.W. keinesfalls gesetzlich geregelt.
    Geändert von lunete (12.08.2014 um 00:44 Uhr)

  2. gesperrt

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Es gibt eine Bestattungspflicht in Deutschland, einen Friedhofszwang und weitgehend die Vorschrift eines Holzsargs. Waschung und Einkleidung der Toten sind m.W. keinesfalls gesetzlich geregelt.
    Stimmt, ich habe es nach geschaut.

    Hygienische Totenversorgung

    Man wird allerdings Schwierigkeiten haben einen Bestatter zu finden der einen Leichnam verschmutzt und nackt in einen Sarg legt, da das allgemein als sehr unwürdig empfunden wird. Unwürdig dem Toten gegenüber und unwürdig als Bestattter diese zu tun.

    Grüße
    Luftpost

  3. Inaktiver User

    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Ich bin selbst aus einem ähnlichen Métier -

    und so gerne ich Menschen fotografiere, so unheimlich finde ich diese Fotografien.

    Und wenn man diese auf öffentlichen Foren publiziert, dann kann sich der Angucker eben nicht "wehren".

  4. Moderation

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Stimmt, ich habe es nach geschaut.

    Hygienische Totenversorgung

    Man wird allerdings Schwierigkeiten haben einen Bestatter zu finden der einen Leichnam verschmutzt und nackt in einen Sarg legt, da das allgemein als sehr unwürdig empfunden wird. Unwürdig dem Toten gegenüber und unwürdig als Bestattter diese zu tun.

    Grüße
    Luftpost
    Das ist jetzt ziemlich OT, aber es gibt immer wieder Skandale, wenn 'rauskommt, dass Bestatter ihren Hausmüll oder den bei der Versorgung der Toten anfallenden Abfall (Gummihandschuhe, Verpackungen) mit in Särgen entsorgen (besonders solchen für die Kremation).
    Schwarze Schafe.

  5. Inaktiver User

    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    es gibt immer wieder Skandale, wenn 'rauskommt, dass Bestatter ihren Hausmüll oder den bei der Versorgung der Toten anfallenden Abfall (Gummihandschuhe, Verpackungen) mit in Särgen entsorgen (besonders solchen für die Kremation).
    Hast Du dazu mal einen Link? Davon habe ich noch nie etwas gehört.
    Ich kann es mir auch nicht vorstellen, denn vor einer Feuerbestattung schaut IMMER noch einmal ein Arzt vor der Einäscherung den Toten an.

  6. Inaktiver User

    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Es ist mir sowas von egal, was mit meiner "Hülle" passiert.
    Bin ja dann nicht mehr da.

    Und wenn man sich mal mit den Kosten für eine Beerdigung - und mag sie auch noch so "schlicht" sein - auseinandersetzt, erscheint das ganze Brimborium in einem für mich sehr suspektem Licht.

    Wie gesagt, MEINE Meinung.

    W.

    Disclaimer vergessen: Trotzdem will ich nicht tot öffentlich zur Schau gestellt werden. Punkt.

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Was soll daran richtig sein?
    Niehmand auf der Welt geht so würdelos mit toten Menschen um. Willst Du so nach deinem Tod behandelt werden?

    Grüße
    Luftpost
    Mir ist relativ egal, wie nach meinem Tod mit meinen sterblichen Überresten verfahren wird. Ich glaube nämlich an ein Leben nach dem Tod. Meine Leiche ist doch nur für meine Hinterbliebenen etwas, woran sie sich in ihrer Trauer noch klammern können. Das möchte ich ihnen auch nicht nehmen. Aber ich wünsche ausdrücklich keinerlei Inszenierung. Am liebsten Beerdigung im Totenhemd, nicht in meinem Lieblingskleid, es sei denn, es wäre meinen Hinterbliebenenen unerträglich. Auch kein offener Sarg, in dem ich noch geschmnkt und zurechtgemacht werde.

    So wie mein Vater dalag, im Krankenhaushemd, ein Handtuch um den Hals gelegt, um den Unterkiefer am Fallen zu hindern, das hat mir gereicht. Das war würdevoll und bar jeder Inszenierung. Und so habe ich begriffen, dass das nur seine sterbliche Hülle war. DAS war für mich wichtig, um Abschied nehmen zu können, für andere mag anderes gelten, das will ich nicht beurteilen.

    Ich wehr mich nur gegen eine "richtige" Art der Trauer. Für den einen mag dies richtig sein, für den anderen jenes. Ich verurteile das nicht, behalte mir nur vor, das eine für mich abstoßender zu finden als das andere.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Das Baby ist schon zuhause im Mutterleib gestorben, und die Mutter hat das bemerkt.
    @orelei: Um das zu wissen oder mir zu denken, brauche ich den Artikel nicht im Detail zu lesen, da es so in 99,9% der Fälle so läuft. Seltenst passiert was während der Geburt.

    Dennoch muss die Mutter ins KH und dort ihr Kind gebären und dann gibt es ein Zeitfenster, in der das Baby noch den Eltern zum Abschiednehmen übergeben wird, bevor es im KH in die Prosektur kommt und schließlich vom Bestatter abgeholt wird.

    Während dieses Zeitfensters werden die Bilder gemacht und dann frage ich mich - was sollen das für Bilder sein, in der es nicht so wirkt, als wäre das Kind noch lebendig?

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    So, ich habe den Artikel jetzt nochmal gelesen und bin dabei über ein Wort gestolpert, das auch die teilweise Empörung/Unverständnis in dieser Diskussion widerspiegelt:
    Der "ungewöhnliche" Weg, mit der Trauer umzugehen.

    Ungewöhnlich mag die Veröffentlichung dieser Bilder sein und darüber kann man auch streiten, aber es ist absolut nicht ungewöhnlich, Bilder von toten Babys zu machen. Genau solche oder ähnliche Bilder, wie im Artikel dargestellt.

    Ich kenne nicht jedes KH oder jedes Schicksal, aber ich würde dreist behaupten, es ist Usus, solche Bilder zu machen. Der Vater, die Mutter, das Baby. Die Mutter hält das Baby, der Vater sitzt dabei, das Baby liegt irgendwo, das Baby bekommt einen Teddy in den Arm... Das macht man so, wenn ein Kind lebend geboren wird und das macht man so, wenn das Kind tot ist.

    Es ist eine Erinnerung, aber auch für die Mutter elementar wichtig zu begreifen:
    Ich habe ein Baby auf die Welt gebracht, das genauso perfekt und vollkommen ist, wie all die anderen schreienden, lebenden Babys um mich herum. Es hat eine Nase, zwei Augen, zehn Finger, zehn Zehen und es sieht nicht wie ein Monster aus, sondern knubbelig und niedlich, wie ein Baby sein soll.
    Ich habe keine Leiche zur Welt gebracht!!!

    Der Mensch neigt nunmal bewusst oder unbewusst dazu, Leichen nicht so attraktiv zu finden. Jetzt stelle man sich vor, eine Frau bekommt ihr totes Kind gar nicht zu sehen oder soll es so behandeln, als wäre es eine Leiche (ja, es ist eine), die bekommt ja ganz merkwürdige Gedanken.
    Was habe ich da für ein Wesen auf die Welt gebracht? Mein Körper hat eine Leiche geboren.

    Für den Verarbeitungsprozess sehr hilfreich. Diese These ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern wird zumindest bei uns im KH von Psychologen vertreten.

    Für mich sieht Baby Monroe übrigens auch nicht wie ein totes Baby aus. Das liegt aber nicht daran, dass es irgendwie zurechtgemacht wurde, sondern daran, dass verstorbene Babys - egal, ob sie eben erst oder bereits vor 48 Stunden im Mutterleib verstorben sind - nicht so aussehen, wie Erwachsene, die seit 2 Tagen tot sind. Die Situation im Uterus "konserviert" das Baby ein wenig.

    Deshalb frage ich mich immer noch, welche Art von Fotos man mit seinem verstorbenen Kind machen "darf", damit es nicht so wirkt, als wäre es am Leben.

    Ich wehr mich nur gegen eine "richtige" Art der Trauer.
    Die gibt es auch nicht. Umso merkwürdiger, dass man über den Trauerumgang anderer Leute diskutieren muss.

    Okay, es ist hier ein Diskussionsforum und eine Veröffentlichung der Fotos provoziert sicherlich Reaktionen aller Art. Nichtsdestotrotz bleibt es jedem selbst überlassen, ob er nicht auch mal zurücktritt und sagt: Verstehe ich nicht, würde ich nicht machen, aber ich akzeptiere, wie Leute mit ihrem Verlust umgehen und maße mir nicht an, irgendwie nachvollziehen zu können, wie man sich in so einem Moment fühlt und welches Bedürfnis man dann hat (ich kann`s jedenfalls nicht). Das hat auch was mit der vielbeschworenen Würde zu tun. Just my 2 Cents...

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    AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter

    Zitat Zitat von tuerkisblau Beitrag anzeigen
    Allerdings haben einige ein Problem mit dieser Inszenierung. Hier wird nämlich gerade nicht der Tod thematisiert, sondern so getan, als sei es ein lebendes Kind.
    Ich sehe auf den Bildern Eltern, die den Körper ihres toten Kindes in den Armen halten. Dass normale Kleidung statt einem Leichentuch gewählt wurde, empfinde ich nicht als Versuch, das tote Baby wie ein lebendiges erschienen zu lassen.

    Der Tod gehört in der Tat zum Leben dazu, aber dann bitte nicht verkleidet, sondern eben in seiner Eigenschaft gewürdigt.
    So gesehen ist alles, was Menschen sich an den Körper tun, Verkleidung. Sowohl jegliches Kleidungsstück, als auch Bändchen, Leichentücher oder Bananenblätter bzw. Baströcke.

    Eine Leiche ist wie ein Haus, das der Besitzer verlassen hat, und das jetzt leer steht und verfällt. Genau das kommt bei diesen Bildern nicht zum Ausdruck.
    Eine Leiche eines gerade gestorbenen Menschen ist wie ein Haus, das der Besitzer gerade eben erst verlassen hat - von Verfall kann da zu dem Zeitpunkt noch gar keine Rede sein, der tritt erst später ein. Wenn die Eltern jetzt Fotos mit einem bereits verwesenden Babykörper gemacht hätten, könnte ich das Gewese einiger hier ja noch nachvollziehen...

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