Ist es denn so ungewöhnlich, Fotos von Totgeburten zu machen? Eine Bekannte von mir hatte völlig überraschend eine Totgeburt im 7. Monat, da hat man im Krankenhaus ein Bild von dem Kind aufgenommen und sie bei der Entlassung gefragt, ob sie es haben möchte.
Antworten
Ergebnis 131 bis 140 von 224
-
09.08.2014, 15:50Inaktiver User
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
-
09.08.2014, 16:00
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Fotos machen ist nicht ungewöhnich, eine schöne Erinnerung für den, den es angeht.
Ich finde aber den Hype sehr störend und es drängt sich der Verdacht auf, dass sowohl Eltern als auch Fotografin den Rummel genießen. Würden sie sonst mit Zeitungen reden?
liebe Grüße
Türkis
-
09.08.2014, 16:34Inaktiver User
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Es gibt wundervolle Fotos von Verstorbenen, unter anderem gab es mal ein Fotoexperiment mit Todkranken vor und nach ihrem Tod, dazu ihre Lebensgeschichte. Das war faszinierend, ein paar habe ich davon in der World Press Ausstellung gesehen. Es nimmt einem sehr die Angst vor dem Tod, denn man sieht sehr entspannte Gesichter von Menschen, die sehr von ihrer Krankheit gequält wurden und die Fotos sind nicht effekthascherisch, sondern schlicht und ehrlich.
Und an den Fotos von Monroe kann ich auch nichts dergleichen sehen. Da ich einen Namen kenne, würde ich das Kind auch nicht "Babyleiche" nennen.
Aber jeder hat da seine eigenen Ansichten.
-
09.08.2014, 16:36Inaktiver User
-
09.08.2014, 16:58
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Als ich neben meinem toten Vater gesessen habe, hatte ich das Gefühl, dass das nur seine körperliche Hülle ist. Was immer lebenig an ihm war, ist jetzt woanders (oder auch einfach weg, wenn nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt). Und genau diesen radikdalen Schnitten können Fotos einfach nicht vermitteln. Sie verharmlosen den Tod, machen ihn für die Masse gut konsumierbar, erst recht wenn man ein Baby, schön angezogen auf der Brust der Mutter liegend sieht. Den Schmerz der Eltern dahinter bekommt man durch das Foto ja nicht wirklich mit. Das ist geschönt, idyllisch, gut anzusehen.
Und für mich ist die Leiches eines Menschen auch nicht gleich der Mensch. Ich finde es eher seltsam von Verstorbenen noch so zu reden, als seien sie lebendig. Das Lebendige ist eben nicht mehr da, oder, wie in dem Fall des im Mutterleib verstorbenen Babys, nie wirklich da gewesen.
Für mich hat dieser ganze Hype eher was von dem krampfhaften Vesuch, ein totes Baby doch in den Welt der Lebenden zu zerren, ihm einen Platz zu geben, den es de facto nie hatte.
Das heißt ja nicht, dass man kein Foto machen, dass man es nicht anständig beerdigen darf. Aber dass das Foto jetzt in allen Zeitschriften auftaucht, dass man Interviews mit den Eltern, dass die halbe Welt den Namen des verstorbenen Mädchens kennt, finde ich auch nicht mehr angemessen. Es wäre jedenfalls nicht meine Art zu trauern.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
09.08.2014, 17:08Inaktiver User
-
09.08.2014, 17:16
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Ja, für Dich hat dieses Kind existiert, vielleicht noch für den Kindsvater, der von den Bewegungen was mitbekommen. Für jeden anderen hat dieses Kind aber de facto nie existiert, sie kennen es nur als Leiche. Das ist hart, aber es ist nun mal so. Und ich würde mich in so einem Fall auch strikt weigern, mich in diese Trauer um ein Kind, das ich nie lebendig gesehen habe, reinziehen zu lassen. Das soll den Eltern und meinetwegen noch den näheren Angehörigen überlasse bleiben.
Ich habe schon sehr tief um Menschen, die in meinem Umfeld niemand kannte, getrauert. Und ja es ist hart, sich dabei erst mal allein zu fühlen. Aber dennoch weiß ich, dass ich nicht das Recht habe, eine solidarische Trauern auf welchem Weg auch immer einzufordern.
Ich hab für die Tendenz, etwas zutiefst Privates öffentlich zu machen, wenig Verständnis, auch wenn andere das naturgemäß anders sehen.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
-
09.08.2014, 17:21Inaktiver User
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Das stimmt nicht, denn viele Menschen freuen sich mit den werdenden Eltern auf ihr Kind - die Familie, die Freunde, andere Kinder. Das ist totaler Quatsch.
Und für mich ist meine verstorbene Oma in meinen Erinnerungen lebendig, ich könnte sie nie als verstorbene Hülle betrachten und sie ist auch nicht weg für mich, da ist noch etwas, was ich nicht beschreiben kann. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen.
-
09.08.2014, 17:44Inaktiver User
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Ich finde das Foto wunderschön. Es strahlt etwas ganz besonderes aus. Wenn eins meiner Kinder tot geboren wäre, hätte ich es vermutlich ähnlich gemacht. Allerdings die Bilder nicht veröffentlicht. Aber das ist eine persönliche Sache. Wir kennen nicht die Ambitionen, die dahinter stecken.
Wie Eltern von ihrem toten Kind Abschied nehmen, ist deren persönliche Sache.
-
09.08.2014, 18:05Inaktiver User
AW: Eltern machen Fotos mit tot geborener Tochter
Das ist doch etwas VÖLLIG anderes.
1. Haben diese Leute dies bewußt und selbstbestimmt gemacht. Nicht so, das jemand anderes das für sie entschieden hat.
2. EBEN - steht eine Geschichte dahinter, mit der man sich -neben den Fotos - auseinandersetzt. Nicht nur ein Foto eines Menschen, der sein Leben eben nicht leben konnte.


Zitieren

