Und: Wie hier manche schon schrieben, befindet sich gar nicht jeder im Alltag in der Komfortzone. Anregende Begegnungen, tiefe Gespräche, tolle neue Bekanntschaften kann man auch durch den Job, im Alltag, haben. Nicht jeder muss erst "I go with the flow" praktizieren und gelassen mit dem Rucksack in die Weltgeschichte ziehen, da tuts auch ein Hotelurlaub, um sich gut zu fühlen.![]()
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19.09.2014, 17:01
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
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19.09.2014, 17:10Inaktiver User
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
Naja, was das genau sein soll - aus der Komfortzone - bedeutet sicher für jeden etwas anderes, und ob man seinen Urlaub so oder so verbringt, ist Geschmacksache.
Was mich daran stört, ist das Missionarische und leicht Geringschätzige gegenüber Leuten, die anders leben.
Dieses Interview hier oben z.B. ... finde ich für mich absolut uninteressant; das klingt für mich eher nach "seht her, wie toll ich meine Reisen verbringe", und das Ganze noch mit Plattheiten gewürzt ("respektiere die Leute, mit denen du sprichst", "du musst offen sein" ... wirklich totaal unkonventionell
...)
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19.09.2014, 18:52
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
Ging es in diesem Thread um die Urlaubszeit (und nicht um den Arbeitsplatz etc.)?
Bei vielen meiner Kollegen / Verwandten muss vor einer Reise (all inclusive) alles perfekt
geplant sein (meist vom Reiseanbieter). Eine gute Bekannte reist bevorzugt nach Südafrika
oder in die USA und fragte mich, wie sie dort engere Kontakte knüpfen könnten. Sie hat
schon Kontakte, aber sie sind doch anders als meine. Ihre Frage an mich: "Wie findest
Du in der Ferne solche Kontakte? Nicht, dass ich 1 zu 1 wie der der Reisende im
Interview unterwegs bin (einiges ist schon ähnlich, aber er erklärte es recht anschaulich, wie man z.B. gute Kontakte findet oder gefunden wird.
Ich sehe das Interview nicht so "Seht her, wie toll ich meine Reisen verbringe...".
~
Früher musste ich mit meinen Eltern zusammen reisen und es hat mir nie gefallen.
Es lag nicht an den Reisezielen, sondern an der Art und Weise wie gereist wurde.
Ich reise einfach anders als viele andere in meinem Umfeld und werde öfters nach Details gefragt. Die Standardfragen sind: Woher hast Du die Kontakte, woher kennst Du XX, wie bist Du nach YY gekommen usw. ? Jetzt wird es aber Zeit, mal woanders hinzufahren (als ob ich noch nie woanders gewesen wäre). Alle Details berichte ich nicht.
Wenn ich nach den Higlights der letzten Reise gefragt werde, berichte ich es auch nicht,
aber es gibt trotzdem eine interessante Auskunft für die Interessierten.
Wichtig scheint es für manche, so viele Ziele als möglich abzuhaken: Dort war ich schon!
Was soll, womöglich auch OT
Klar habe ich gemerkt, dass mir oft ganz andere Aktivitäten gefallen und bestimmte Highlights, die mir sehr oft am Anfang angeboten wurden, überhaupt nicht zusagen. Ich bin z.B. ein Museumsmuffel, ein Botanischer-Garten-Muffel, ein Zoo- und SeaWorld-Muffel und mit Musicals kann ich in einer Metropole auch nichts anfangen, mich interessiert nicht Miami oder Las Vegas und in Disney World würde ich mich langweilen (das sind nur einige Beispiele). Ich wandere nicht gerne und steige auch nicht (mehr) gerne auf Berge (das musste ich früher unfreiwillig öfters machen). Ich hänge nicht stundenlang am Strand rum, um mich zu sonnen etc., trotzdem bin ich auch an Stränden zu finden.
Ein einheimisches Wohnzimmer oder ein Wohnküche ist mir lieber als ein Museum, ein kleines
Music Pub oder ein Jam ist mir lieber als ein großes Volksfest oder eine Konzerthalle. Wenn ich in das Umfeld von Einheimischen eingeladen werde oder mit ihnen Zeit verbringen darf, freue ich mich oft. Ich habe noch nie jemanden gefragt: "Darf ich zu Ihnen kommen oder könnten Sie mich zum Segeln oder sonstwas mitnehmen!" Trotzdem werde ich oft eingeladen und niemand ist dort beleidigt, wenn ich mir nur bestimmte Einladungen raussuche und ich in meiner freien Zeit selber bestimmen kann, wie lange ich dann dort bin. Einige Male kam ich zum eigenen Erstaunen aus meiner Komfortzone, auch andere waren überrascht.
Ich möchte (wenn möglich) nicht mit Reisegruppen reisen und auch vieles spontan (Tagesform) unternehmen und meinen Aufenthalt entspannt mit Einheimischen verbringen. Das war schon immer so. Es kam sehr selten vor, dass ich mal mit einer Gruppe unterwegs war, allerdings haben wir uns dann von den meisten Pflichtterminen gedrückt und sind auf eigene Faust los (meist zu zweit, selten zu viert, zu dritt geht gar nicht).
Ein wenig OT
Ich sehe es ähnlich wie Anthony Bourdain's Tipps:
"Laufen Sie schnell und so weit vom Hotel weg, wie Sie können.
Vermeiden Sie alle Orte, wo Leute wie Sie (Touristen von auswärts) zusammenkommen.
Wenn Sie eine einfache Bar finden, in der sich Einheimische drängeln, die gute Laune zu haben scheinen, gehen Sie rein, setzen Sie sich hin und trinken Sie.
Vergessen Sie nicht, ihren Mittrinkern ein paar Runden auszugeben. Im richtigen Moment fragen Sie dann nach dem besten Speiselokal und machen deutlich, dass es eins sein soll, wo noch kein Tourist gewesen ist. Wenn Sie den gleichen Namen des Restaurants zweimal hören, schreiben Sie ihn auf....."
Jetzt muss ich meinen Koffer packen. Klar habe ich diesmal viele begeisterte Tipps erhalten, aber es könnte sein, dass ich was ganz anderes mache. Aus meiner Komfortzone
werde ich sicher rauskommen. Mein Reisebegleiter tickt ähnlich wie ich.
Jeder soll so reisen, wie es ihm gefällt und erfüllt. Ganz einfach.Geändert von Feinsinn (19.09.2014 um 19:13 Uhr)
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19.09.2014, 19:25Inaktiver User
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
jepp. ich finde es immer wieder herrlich (lustig)- alle anderen menschen auf allen andern kontinenten sind ja immer nur so toll offen und aufgeschlossen. (ironie) nur man/frau nimmt egal wo man/frau auch hinreist- auch sich selbst mit.
allen andern gegenüber offen sein- nur den eigenen mitmenschen daheim nicht. in indien oder sonstwo kann man/frau tolerant sein- dem eigenen nachbar gegenüber- wo denkst du hin?
Geändert von Inaktiver User (19.09.2014 um 19:31 Uhr) Grund: dibb feellaa
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19.09.2014, 19:28Inaktiver User
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
Sehr wahr.
Ich finde es auch immer ein bisschen albern, wenn 30jährigen, die daheim nicht mit einer 80jährigen Nachbarin reden würden, von der Begegnung mit kambodschanischen Reisbauern schwärmen, oder Ehepaare sich so sehr für andere Lebenswelten interessieren, daheim aber nicht mal eine alleinstehende Frau in ihrem Bekanntenkreis haben...
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19.09.2014, 19:30Inaktiver User
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20.09.2014, 08:30
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich solche Leute kenne.
Aber mir fiel schon manchmal auf, dass gewisse Leute im Alltag nur mit ihresgleichen zusammen sind - Banker mit Bankern, Bauern mit Bauern - was sich einerseits durch den gemeinsamen Beruf aufdrängt, aber doch nur einen kleinen Ausschnitt aller Menschen berücksichtigt, und so auch eine sehr enge Wahrnehmung der Wirklichkeit schafft.
Ich schätze es auf alle Fälle, wenn ich mit Leuten aller Sorten und Schichten zu tun habe, nicht nur mit einer kleinen Gruppe.
gruss, barbara
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20.09.2014, 16:53Inaktiver User
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
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21.09.2014, 14:11
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
Ich finde, dass ich im Urlaub mal gerne all den Komfort habe, den ich im Alltag nicht habe.
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21.09.2014, 14:57Inaktiver User
AW: Urlaubszeit! Und so viele bleiben in ihrer Komfortzone....
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass der Erholungseffekt eines reinen Relax-Urlaubs (also am Pool/Strand liegen) wesentlich schneller wieder verebbt als der Erholungseffekt eines Urlaubs, in dem man aktiv unterwegs ist.
Für mich kann ich das auf jeden Fall bestätigen. Vor Jahren sind wir mal mit einem befreundeten Pärchen nach Südfrankreich gefahren. Die meiste Zeit haben wir in der Sonne gelegen, gelesen, mal was gespielt und abends zusammen was getrunken. Große Unternehmungen gabs nicht. Ich hab kaum Erinnerungen an diesen Urlaub, ich könnte nicht mal genau sagen, in welchem Ort wir da waren. Trotzdem war es eine nette Zeit mit diesen Freunden.
Was die Reisen angeht, wo wir viel unternommen haben (wandern, sightseeing, Kultur etc.), kann ich mich auch nach Jahren noch an kleinste Details erinnern. Ich könnte noch genau beschreiben, wo dieses schnucklige kleine Cafè liegt oder wo es in Venedig die beste Pizza überhaupt gab. Von solchen Reisen zehre ich total. Jedes Mal wenn ich mir die Fotos wieder anschaue fühle ich mich sofort wieder dorthin versetzt.
Wir kommen gerade zurück von Teneriffa. Wir haben unterwegs auch Reisende getroffen, die in den kargen Süden der Insel gereist sind, nur um dort 10 Tage lang am Pool oder am Strand zu liegen und dann wieder nach Hause zu fahren, ohne auch nur den wirklich schönen Teil der Insel gesehen zu haben. Werde ich nie verstehen (muss ich ja aber auch nicht - jedem das seine).
Wir haben viel unternommen, sind durch die Masca-Schlucht gewandert, durch den Lorbeerwald im Anagagebirge, sind an weit abgelegene Strände gefahren, um den Touristen zu entkommen, waren bummeln, abends mal Cocktails trinken etc. Wir hatten auch ein paar Tage, an denen wir nur am Strand waren und den ganzen Tag unsere Nase in unsere Ebooks gesteckt haben.
Aber ich würde nie tausende Kilometer für viel Geld in ein anderes Land fahren/fliegen, nur um dann dort rumzuliegen und nichts von dem Land und den Leuten zu sehen.


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