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  1. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wann hättest Du in Deinem Leben dann Zeit für einen Partner?
    Die Frage scheint mir etwas weltfremd. Oder können neuerdings nur noch Schüler, Studenten, Rentner, Hausfrauen und Hausmänner mit Tagesfreizeit Beziehungen führen

    Ich hätte genau wie meine verheirateten Kollegen und überhaupt alle Menschen, die nicht nur Teilzeit arbeiten oder in Rente sind, Zeit für meinen Partner: am Abend, am Morgen, die Nacht, die Wochenenden und im Urlaub. Natürlich wäre es schön mehr Zeit zu haben. Aber wer hat das schon? Anders als Therapeuten - so hoffe ich jedenfalls - haben Beziehungen ja keine Geschäftszeiten zwischen 8.00 und 17.00 Uhr. Die Therapeuten, die ich kenne, haben sogar manchmal nachmittags überhaupt keine Sprechzeiten. Ich frage mich, wie das mit einem normalen Arbeitsalltag in Einklang zu bringen sein soll, ohne sofort allen Kollegen und dem Chef auf die Nase zu binden, dass man jetzt mal regelmäßig zur Therapie muss...Nicht falsch verstehen, ich fände es bei einem Kollegen völlig in Ordnung. Aber es gibt immer noch das Vorurteil, dass jemand, der therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt, dann möglicherweise jobmäßig nicht ganz belastbar sei. Ich war lange arbeitslos und möchte an meinem noch neuen Arbeitsplatz sicher nicht diesen Eindruck erwecken.
    Geändert von Inaktiver User (30.07.2014 um 21:50 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zu meiner eigentlichen Frage noch ein Nachtrag: ich lese immer wieder, dass es ja so abschreckend sei, wenn frau "bedürftig" im Sinne von Sehnsucht nach Liebe und Partnerschaft wirken würde und dass man das nicht sein dürfte. Ich frage mich dann immer, wie das gehen soll und warum das eigentlich so abschreckend sein soll. Ist das nicht eigentlich menschlich? Dass man etwas vermisst und dann auch ausstrahlt, dass man etwas braucht, etwas bedarf.
    danke für deine frage. ich frage mich das auch immer wieder.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    indem man es sich selbst gibt, und das geplant und bewusst und allein.

    Das ist in erster Linie eine Entscheidung, die man trifft. Das braucht eine gewisse mentale Disziplin, sich nicht in Emotionalität fallen zu lassen. Natürlich kommen immer wieder mal Gedanken wie "es wäre doch schön wenn mich jetzt ein geliebter Mann in die Arme nähme" - völlig OK, völlig normal - ABER - wenn immer so ein Gedanke kommt, machst du es an dir und für dich selbst. Also, dich selbst knuddeln, dich selbst verwöhnen, dir selbst Blumen schenken, mit dir selbst und allein ins Kino oder ins Restaurant gehen... was auch immer das spontane Bedürfnis war, erfülle es dir selbst, und warte nicht auf einen Mann.
    machst du das selbst? kannst du das?
    ich kann es nicht.

    auch wenn ich mir selbst was schenke und blumen kaufe und unternehmungen starte, ist es eteas VOLLKOMMEN anderes, als wenn sich jemand, der mir NAHESTEHT, dabei wäre.
    bei mir bleibt erstens IMMER ein schales gefühl, und meine einsamkeit, die verflixte innere einsamkeit, bleibt.

  3. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    So ist das bei mir auch.

    Ich bin auch eine Weile z.B. alleine ins Kino oder ins Theater gegangen. Resultat war, dass ich mich so einsam wie nie gefühlt habe auf meinem Einzelsitz zwischen Pärchen. Mit Freundinnen ist es etwas anderes, aber die haben natürlich immer weniger Zeit seit sie selbst Familien gegründet haben. Genauso geht es mir auch, wenn ich zu den Hauptzeiten am Wochenende alleine ins Restaurant gehe. Das kann mich regelrecht runterziehen, wenn ich dann an den anderen Tischen Pärchen oder Familien sitzen sehe. Da geht es mir besser, wenn ich diese klassischen Paar-und Familien-Freizeitgestaltungen meide und bewusst die Einsamkeit suche, z.B. bei einem Spaziergang.

    Die typischen Tipps (vhs-Kurse, Tanzkurse, Kochkurse) habe ich durch. Getroffen habe ich dabei übrigens eine ganze Reihe alleinstehender Frauen. Freundschaften sind schön, aber leider doch etwas anderes als eine Beziehung.
    Geändert von Inaktiver User (30.07.2014 um 21:52 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von amazone41 Beitrag anzeigen
    Jahrelang keinen Partner zu haben, hat Dich verletzt...wie war das denn, hast Du aktiv gesucht, hast Du niemanden gefunden, gab es Versuche, die gescheitert sind oder hast Du nie jemanden getroffen?
    Ich bin jetzt Anfang 30. Bis ca 25-26 habe ich aktiv in Singlebörsen und in meiner Freizeit gesucht. Ich hatte damals auch den einen oder anderen Beziehungsversuch. Teilweise wurde ich übel belogen. Teilweise kann man als Fazit festhalten, dass es einfach von den Grundwerten und der Lebensvorstellung nicht gepasst hat. Jemanden, bei dem ich den Eindruck hatte, das passt wirklich gut, bin ich nicht begegnet. Danach habe ich mich zum einen bewusst auf mein Leben konzentriert, weil ich den Eindruck hatte, dass mich die Suche in Singlebörsen nicht weiterbringt. Zum anderen hatte ich mit vielen familiären und beruflichen Problemen zu kämpfen (eigentlich bis heute).

    Inzwischen habe ich mich wieder in einer Singlebörse angemeldet. Mein Eindruck ist, dass ich mit der dort herrschenden Oberflächlichkeit einfach nicht zurecht komme. Ich sehe meinen Weg eher im "echten Leben". Das ist aber schwierig..ich treffe eigentlich nur noch auf verheiratete oder liierte Männer oder solche, die einfach nur Spaß haben wollen. Ich fühle mich nicht robust genug, um mich auf sowas einzulassen. Ich kann es nicht besser formulieren: ich fühle mich durch die Einsamkeit, das Alleinsein und dann immer wieder das vergebliche Aufraffen es wieder zu versuchen auf Partnersuche zu gehen verletzt. Es hat mein Selbstwertgefühl enorm beschädigt.

    Dann musste ich noch mit Verlusten durch Krankheit und Tod und mit Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Problemen klar kommen, immer ohne jemanden an meiner Seite. Man sieht andere Paare/Familien, die in dieser Situation zusammenhalten. Irgendwann fragt man sich dann, warum man eigentlich irgendwie nicht gut genug für andere ist. Ich fühle mich heute einfach verletzt, wie gezeichnet durch Unglück. Männer wollen eine leichte, unbeschwerte Partnerin. Mein Eindruck ist, dass man so doppelt gestraft wird, wenn man eben nicht unbeschwert ist, weil man einige Tiefschläge verkraften musste. Ich möchte da raus und mich wieder "heil" fühlen.

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    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Ich finde, eine Partnerschaft führen und "wieder heil werden" sind zwei Paar Schuhe.

    Sicher ist es mit einem vertrautem und geliebten Partner an der Seite einfacher.
    Allerdings kostet der Beginn einer Partnerschaft auch Energie, man lernt sich kennen, nimmt und gibt aber auch.

    Da würde ich es einfacher sehen, mit Hilfe von Freundinnen aus dem Loch zu krabbeln.
    Oder/ und mit Hilfe von Literatur, CDs zum Thema und evtl Therapie oder Coaching.

    Es gibt unendlich viele Buecher, da würde ich zuerst ansetzen und Zeit investieren dass fuer mich richtige zu finden.

    Und dann Hobbies, Sport - in die Natur gehen, wandern, Tagebuch schreiben, kochen, gaertnern, Yoga, Joggen, ehrenamtlich helfen.

    Sich so neu definieren. Dadurch wird man wieder stark, hat schöne Erfolgserlebnisse.

    Oder suchst Du was anderes?
    Welche speziellen Wunden sollen heilen? Verlust? Selbstwert? Angst?

  6. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    An dieser Stelle erstmal Danke für die Antworten

    Ich habe viele Selbsthilfe Bücher gelesen. Manche Tipps fand ich gut, andere nicht. Was mir fehlt und was ich hier suche, wäre Erfahrungen anderer Menschen. Ich habe immer den Eindruck, diese Selbsthilfeautoren (die ja in der heutigen Zeit viel Geld mit ihren Büchern machen) wissen eigentlich gar nicht, was ihre Klientel wirklich empfindet. Mir wäre weniger elaborierte, aber echt empfundene Erfahrung anderer Menschen wertvoller.

    Natürlich gehe ich auch Hobbies nach, soweit es meine Zeit erlaubt. Ich sitze beruflich noch nicht fest im Sattel und das wird leider wohl sogar noch einige Jahre dauern. Das ist zu lange. So lange kann ich mein Privatleben nicht weiter völlig auf Eis legen. Also ist meine Herausforderung den Spagat zu schaffen, den ja ganz viele Berufstätige heute schaffen müssen: einen anstrengenden, teils belastenden Job und trotzdem irgendwie ein Privatleben meistern.

    Ich suche mir schon schöne Erlebnisse in meiner Freizeit. Ich empfinde es aber nicht so, dass ich dadurch "stark" werde. Es ist währenddessen schön und entspannend, mehr aber auch nicht.

    Als meine größte Schwachstelle schätze ich mein beschädigtes Selbstwertgefühl ein.

    Ich weiß nicht, ob das jemand, der das nicht erlebt hat, nachfühlen kann: trotz guter Studienabschlüssen arbeitslos zu sein, Zeitarbeitsverträge annehmen zu müssen, privat immer alleine zu sein während andere sich verlieben, heiraten, Familien gründen. Mit allen Herausfoderungen des Lebens alleine klar kommen zu müssen, finanziell und seelisch, sich alleine trösten zu müssen, niemanden zu haben, der einen bei einer Beerdigung in den Arm nimmt. Das macht etwas mit einem. Man fragt sich "was habe ich nicht, was die anderen haben, die mehr Glück haben...oder sind sie einfach besser, liebenswerter, überzeugender als ich?".

    Wenn man arbeitslos ist und ständig Absagen verkraften muss, immer wieder hofft - und dann wird es nichts. Wenn man Dauersingle ist und sich dann doch wieder mit Herzklopfen zu einem Date aufmacht, versucht sein Herz zu öffnen - und der andere hat kein echtes Interesse an einem. Dann fühlt man sich irgendwann einfach wie Dreck.
    Nicht sofort! Die ersten Jahre konnte ich das noch ausgleichen, nach dem Motto "jetzt erst recht". Aber über die Jahre. Es gibt so etwas wie seelische Erosion.
    Geändert von Inaktiver User (30.07.2014 um 21:57 Uhr)

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    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Ja, ich hab auch schon diese und/oder aehnliche Dinge ohne Partner bewältigen muessen.

    Natürlich wäre es mit dem richtigen (!) Partner einfacher gewesen.

    Aber man hat keinen Anspruch auf einen!
    Das ist es eben.

    Mir haben, auch wenn ich in Partnerschaften war, Freunde geholfen. Die könnte ich immer anrufen, die nehmen mich auch mal in den Arm.

    Vielen Menschen geht es so, dass sage ich mir immer. Ich versuche, fuer alles Gute dankbar zu sein und nicht nur auf die Defizite zu schauen, und auch mich von meiner Anspruchshaltung zu lösen.

  8. gesperrt

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    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    machst du das selbst? kannst du das?
    ich kann es nicht.
    ja, inzwischen kann ich das ziemlich gut.

    Ich habe auch lange und beharrlich daran geübt.

    auch wenn ich mir selbst was schenke und blumen kaufe und unternehmungen starte, ist es eteas VOLLKOMMEN anderes, als wenn sich jemand, der mir NAHESTEHT, dabei wäre.
    Sicher ist es was Anderes, aber es ist mindestens gleich gut. Die eigene Zeit für mich allein ist mir je länger je wichtiger geworden

    bei mir bleibt erstens IMMER ein schales gefühl, und meine einsamkeit, die verflixte innere einsamkeit, bleibt.
    nein, das nicht. Allein sein, das ist Regeneration vom Feinsten. Ich brauch davon mindestens einen ganzen Tag pro Woche, und zwischendurch immer wieder längere Strecken, sonst fühle ich mich nicht wohl.

    Ich hab mich inzwischen damit arrangiert, welche Form von Intimität mir welche Menschen unter welchen Umständen geben können - mein Liebhaber inklusive - und damit geht es mir sehr gut. Ich muss inzwischen schon eher um meine einsamen Tage kämpfen, wenn ich nicht aufpasse, rutscht allzu schnell wieder ein Termin rein, den ich gar nicht will.

    ich habe auch herausgefunden: wenn es mir wirklich mies geht, ist es besser, wenn ich allein da durch gehe. Andere Personen stören nur, ganz egal, wie liebevoll sie sind.

    gruss, barbara

  9. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ich habe auch herausgefunden: wenn es mir wirklich mies geht, ist es besser, wenn ich allein da durch gehe. Andere Personen stören nur, ganz egal, wie liebevoll sie sind.
    Ich finde es absolut spannend, wie unterschiedlich Menschen so etwas erleben können. Danke für diese Erfahrung!

    Mir ist das völlig fremd, ich bin ganz anders. Ich wäre in meinen Krisen zu tiefst dankbar für einen liebevollen Menschen gewesen. Einfach nur grenzenlos dankbar.

  10. Inaktiver User

    AW: Verletzungen heilen, neuen Optimismus schöpfen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich wäre in meinen Krisen zu tiefst dankbar für einen liebevollen Menschen gewesen. Einfach nur grenzenlos dankbar.
    So empfinde ich es auch. Ich bin dankbar für die Menschen, die in meinen Nöten da sind.

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