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  1. User Info Menu

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Es gibt viele Wege, aus der Realität zu flüchten. Vermeintlich.
    Denn die Realität bleibt immer die Realität.

    Fraglich, ob ein Arztbesuch gescheut wird, weil es ja so "schön" ist, so wie es ist.

    In einem Fachforum wird solches Erleben als Dissozialtive Persönlichkeitsstörung beschrieben.
    Ich kenne mich nicht aus, aber einen Facharzt würde ich schon mal fragen, wie er das Ganze beurteilt.
    Nicht dass das schlimmer wird und dir diese Gesprächspartner ganz schlimme Dinge sagen.
    Oder du überhaupt nicht mehr am realen Leben teilnehmen magst.
    The original Karla
    est. 2006


  2. Moderation

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    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Den Knackpunkt sehe ich auch darin, dass Du die imaginaeren Freunde a) Deinen echten Sozialkontakten vorziehst und b) eine steigende Tendenz dazu wahrnimmst. Ich wuerde da auch mal kucken lassen. Hast Du denn eine Scheu davor, wegen einer solchen psychologischen Sache Hilfe zu suchen? Siehst Du einen Unterschied dazu, mit einem hartnaeckigen Husten oder einem nicht-heilenden Knie zum Arzt zu gehen? Denn da ist kein Unterschied. Es stimmt einfach etwas nicht, was Du selber nicht gut beurteilen kannst. Da ist fachmaennischer Rat schon sinnvoll.

    Meine Frage an die Schwarmintelligenz der Bri waere hier, ob es in Deutschland ein niederschwelliges Angebot fuer psychische Gesundheitsfragen gibt. Hier in GB zum Beispiel gibt es von den Kommunen diverse Angebote, die man schon mit vergleichsweise kleinen Problemchen ("Ich mache mir sehr grosse Sorgen ueber X" / "Ich fuehle mich oft traurig"/ etc. etc.) wahrnehmen kann. Das sind Sozialarbeiter oder auch Psychotherapeuten, die helfen koennen, eine Situation auszuloten. Manchmal hilft schon das Gespraech (mit einem unbeteiligten Dritten), in anderen Faellen koennen diese Therapeuten einen weiterverweisen, an einen psychiatrischen Dienst oder an konkrete Hilfsangebote. In Deutschland scheint (?) psychologische Beratung fuer sehr schwere Krankheiten reserviert zu sein und auch allgemein schwer zu bekommen. Stimmt das oder ist das nur ein weit verbreiteter Irrglaube?

  3. Inaktiver User

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Sorry, aber eine dissoziative Persönlichkeitsstörung ist definitiv was Anderes und Schlimmeres. Wer zu wenige persönliche Kontakte hat bzw. diese nicht als ausreichend, oder befriedigend erlebt, wird sich eben ein Umfeld suchen, wo das besser ist. Jeder von uns hat doch gewisse Tagträume oder Schwärmereien und jeder lebt sie anders aus.

    Ich würde mich darauf konzentrieren, darauf zu achten, dass du in deinem realen Leben wieder mehr Sinn und Fuß fasst. Einen Psychiater aufzusuchen, wäre mir an dieser Stelle noch zu früh, es sei denn, es kommen noch andere Dinge hinzu. Dass sie erkannt hat, dass das Überhand nimmt, zeigt doch, dass sie noch so weit in der Realität ist, dass sie es merkt. Ich denke einfach, dass ihr soziales Leben sie derart unbefriedigt, dass sie das braucht.

  4. Inaktiver User

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Ich möchte hier noch was nachtragen: Solange du weißt, dass es sich dabei um keine realen Gespräche handelt, sehe ich das ganze nicht als so schlimm an. Problematisch wird es dann, wenn du denkst, dich wirklich mit jemandem zu unterhalten, obwohl niemand da ist.

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    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, aber es ist und bleibt ein Selbstgespräch.

    Wie gesagt, finde ich es eben auch bedenklich, dass die Traumwelt wichtiger ist als das reale Leben, das sollte so nicht sein. Ich denke aber, dass es daran liegt, dass sie mit ihrem sozialen Umfeld unzufrieden ist bzw. es sie nicht ausfüllt, sonst hätte sie keinen Grund, sich da reinzuflüchten, oder?? Ich denke jetzt nicht, dass es geistig gefährlich ist, daher würde ich vorher versuchen, das selbst auf die Reihe zu bekommen.

    @happdaisy

    Voll im grünen Bereich. Aber, kann es sein, daß Du gerne mehr Beachtung finden würdest? Ich habe mal drüber gelesen, wenn man sich in "Beziehung (was auch immer)" zu "Berühmtheiten" träumt, daß man sich dadurch gerne in das Gefühl versetzt, über die Berühmtheit mehr Beachtung zu bekommen, die man eigentlich selbst verdient hätte. Also ein Zeichen des Defizits im eigenen Leben. Dazu würde die Flucht aus der realen in die Traumwelt gut passen. Ist da was ran?


    ------
    Ärzte sind für OPs. Pflaster gibt es auch hier
    Geändert von Maria_H (17.07.2014 um 14:59 Uhr)

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    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Bist du denn Ärztin? Weil du schreibst, alles im grünen Bereich?

    Und was, liebe samtpfote, müßte denn dazukommen, um einen Arzt befragen zu können?
    Da ruft man an, holt sich einen Termin, und geht hin. Fertig. Völlig unkompliziert.
    Es wird auch nicht erwartet, dass man mit einer schweren Diagnose kommt. Oder überhaupt mit einer Diagnose.

    Flau, bei uns ist ein evtl. vergleichbares Angebot die Telefonseelsorge oder auch Lebensberatungsstellen.
    The original Karla
    est. 2006


  7. User Info Menu

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Zitat Zitat von Karla48 Beitrag anzeigen
    Bist du denn Ärztin? Weil du schreibst, alles im grünen Bereich?
    ....
    Nee, Du etwa? Ich spreche einfach aus Erfahrung und pathologisiere nicht alles. Da muss ich echt lachen, weil jemand tagträumt soll er zum Arzt Man kann's auch übertreiben.

    Und wenn es ihr wirklich Sorgen und Probleme macht, weiß sie um die Existenz von Ärzten und Seelsorgern. Das muss man niemandem einhämmern.

    P.S. Ich sehe halt nicht in jedem User hier gleich einen Psycho und haue auch nicht irgendwelche Diagnosen einfach raus.
    Geändert von Maria_H (17.07.2014 um 18:12 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Lies meinen Beitrag doch mal genau.
    Ich pathologisiere gar nichts. Und schon gar nicht "alles".
    The original Karla
    est. 2006


  9. Inaktiver User

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Es ist sträflich leichtsinnig und verantwortungslos, jemandem, der schon Hilfe sucht (aber hier an der falschen Stelle) zu raten, er solle das nicht ernst nehmen und brauchte keinen Arzt.

    Soll sie denn so lange warten, bis sie gar nicht mehr aus dem Haus geht. Es ist niemand in ihrer Nähe, der ihr dann beistehen könnte.

    Wir können hier wohl kaum hellsehen, was sich hinter ihrem Problem / ihrer Marotte verbirgt und was sonst noch vorliegt.

    Wie bei jedem Arztbesucht: Besser einmal zu viel und überflüssig als zu spät. Allein ihre
    selbstgewählte Einsamkeit wäre schon Grund genug, damit sie die Chance ergreift, ein glücklicherer Mensch zu werden.

    Der Arztbesuch dauert vielleicht einen 1/2 Tag - was hat sie zu verlieren? Sie kann nur gewinnen.
    Oder steckt dahinter die unsinnige Vermutung, sie würde gleich in eine geschlossene Abt. kommen?

  10. Inaktiver User

    AW: Imaginäre Freunde / defizitäres Soziales Netzwerk

    Was du schreibst hätte in ganz ähnlicher Form von mir sein können.
    Bei mir hat es als Jugendliche angefangen und dauert bis heute (bin Mitte 30) an, trotz einem äußerlich gefestigtem Leben (Mann, Haus, Beruf...).

    Neben der Tatsache, dass ich generell eine überschäumende Fantasie habe ist es bei mir einfach definitiv so, dass ich mit meinem sozialen Umfeld im realen Leben aus verschiedenen Gründen nicht zufrieden bin und war und dies aber nur begrenzt ändern kann (u.a. aufgrund von jahrelangen Depressionen, Bindungsangst).

    Ich muss sagen, dass ich dieses Verhalten, im Gegensatz zu vielen anderen Problemen, die ich habe, nicht als krankhaft ansehe. Ich bin in psychiatrischer und therapeutischer Behandlung, habe aber das Thema imaginäre Freunde noch nie angesprochen und sah bisher auch keinen Grund.

    Es ist für mich ein Kompensationsverhalten, dass natürlich auf einen Grundproblematik hinweist, aber behandlungsbedürftig ist eben diese Grundproblematik.

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