...so würde ich das Schild an meiner derzeitigen Lieblingsbaustelle beschriften.
Liebe Forumsmitglieder,
es wäre nett, wenn Ihr mir Eure Gedanken dazu schreiben würdet, denn irgendwie stochere ich im Nebel. Ich habe das Thema absichtlich hier und nicht etwa in einem jobbezogenen Forumsteil gepostet, denn es geht über die arbeitsbezogenen Themen hinaus. Ich habe das Gefühl, daß es sich um einen persönlichkeitsbezogenen Knoten handelt, den ich gerne aufdröseln würde.
Mir schwirren gerade 1000 Dinge im Kopf herum, die dringend oder weniger dringend meines Kümmerns bedürfen. Das geht von sozialen Beziehungen (Seit Wochen will ich mich mal wieder mit einer Freundin verabreden.) über meine Berufstätigkeit als Selbständige (X Sachen müssen oder können getan werden, denn die Arbeit hört nie auf, ich bin nie fertig.) und die Alltagsverpflichtungen (z.B. Keller entrümpeln) bis zur Beschäftigung mit mir selbst (Mir fallen x Sachen ein, die ich gerne tun würde, die mich interessieren, die ich lernen will etc.).
Es ist nicht so, daß es an irgendeiner Stelle schon brennt, aber so weit will ich es ja nicht kommen lassen. Ich habe einfach das Gefühl, daß ich gebannt auf die Fülle starre und vor lauter Starren zu weniger komme, als ich könnte. Ich spreche extra von Fülle, denn die Sachen sind noch nichtmal überwiegend negativ (z.B. Steuererklärung oder so), sondern es ist einfach ein bunter Haufen mit netteren und weniger netten Dingen.
Wieso bin ich gerade so drauf (seit einigen Wochen)? Bisher habe ich die Dinge immer geregelt bekommen, auch wenn sie weniger spaßig waren (z.B. vor nicht allzu langer Zeit endlich meine Diss fertig gekriegt).
Ganz praktisch habe ich mich schon auf die Suche nach einem "Lösungstool" begeben (Wissende erkennen es an meiner Themenüberschrift), aber ich möchte nicht nur an der Oberfläche kratzen. Bisher bin ich nämlich auch ohne ausgekommen.
Was fällt Euch dazu ein? Oder habt Ihr Antworten auf z.B. folgende Fragen:
- Kennt Ihr das? Vergeht das wieder?
- Gibt es eine Arbeitsmenge oder Altersstufe, ab der es ohne Strukturrahmen wie "Getting Things Done" einfach nicht mehr geht, und ich sollte mich damit abfinden und nicht jammern
?
- Wie habt Ihr die unangenehmen Gefühle verarbeitet und überwunden, die damit verbunden sind? Bei mir ist es eine Art Nie-Zufriedensein, ständiges Abgelenktsein, mangelnde Konzentrationsfähigkeit etc.
Jetzt ist der Text schon länger geworden als geplant. Ich warte erstmal auf Antworten. Vielen Dank für Euren Input!
Alohomora
Antworten
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25.06.2014, 16:12
Die Dinge besser geregelt kriegen...
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25.06.2014, 16:33
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Ich weiß nicht, ob ich wissend bin, aber Deine Überschrift lässt mich an Sascha Lobos Buch denken. Du willst den Anfängen trotzen?
Ja. Nein. Bei mir jedenfalls nicht.Was fällt Euch dazu ein? Oder habt Ihr Antworten auf z.B. folgende Fragen:
- Kennt Ihr das? Vergeht das wieder?
Mit höherem Alter und weiteren Anforderungen (Kinder, zu pflegende Eltern, Vereinsarbeit, Politik oder was einem in einem Leben noch widerfahren mag) wird es ganz klar schlimmer. Und da ist ein Entgegenarbeiten unumgänglich.- Gibt es eine Arbeitsmenge oder Altersstufe
, ab der es ohne Strukturrahmen wie "Getting Things Done" einfach nicht mehr geht, und ich sollte mich damit abfinden und nicht jammern
?
- Wie habt Ihr die unangenehmen Gefühle verarbeitet und überwunden, die damit verbunden sind? Bei mir ist es eine Art Nie-Zufriedensein, ständiges Abgelenktsein, mangelnde Konzentrationsfähigkeit etc.
Alohomora
Aber die gute Nachricht ist: es wird auch wieder besser.
Gönnst Du Dir eigentlich bewusste Auszeiten? Wenn z.B. die Diss vor kurzem erst abgeschlossen wurde, ist m.E. eine Erholungsphase angebracht, in der alle Systeme heruntergefahren werden. Akku wieder aufladen, danach kann neu durchgestartet werden. Will sagen, die berühmte Work-Life-Balance muss stimmen.Moderatorin in
*Gesundheit* und *Frauengesundheit*
*Fasten* und *Welchen Nutzen haben Diäten?*
*Haushalt - Tipps und Tricks*
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25.06.2014, 16:36
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25.06.2014, 16:37
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Hallo und erst mal herzlichen Glückwunsch zur Diss! Respekt!

Ja, ich kenne deinen derzeitigen "Zustand" ganz gut. Es ziept an einem und an allen Ecken und Enden, keine Fluchtpunkte, kein System, kein roter Faden, nur alles viel zuviel auf einmal. Lähmend.
Mir hat geholfen, dass ich mich gezielt mit Zeitmanagement beschäftigt und damit angefangen habe, mein Büro neu zu organisieren (bin auch selbständig).
Es ging auch um ein paar Grundsatzfragen:
- Mache ich gern, was ich mache? War bei mir eindeutig ja.
- Wieviel Geld brauche ich wirklich, um mein Leben und ein paar andere Dinge abzusichern?
- An welchen Aufgaben bleibe ich zu lange hängen und warum?
- An welcher Stelle genau läuft es aus dem Ruder?
- Bringt es mir mehr, bestimmte Dinge auszulagern? (Ich habe inzwischen eine gute Steuerberaterin, der ich meinen Krempel - natürlich vorgeordnet - übergebe.)
- Was an meiner Persönlichkeit bringt mich in die Lähmungsfalle, was daran ist den Umständen geschuldet?
Es waren noch zwei, drei andere Punkte mehr. Momentan habe ich alles ganz gut im Griff.
Am meisten hat mir geholfen, die Tür erst mal ein paar Tage hinter mir zuzumachen und mir stattdessen Wellness zu gönnen,
Abstand zu gewinnen, mich von außen anzugucken und dann den ersten Schritt in Richtung Chaosbewältigung zu betreiben. Ist der erst mal gemacht, geht's besser voran.
Was für mich auch sehr wichtig ist: Körperliche Fitness. Ich bin kein Übersportstyp, aber regelmäßig Laufen, Wandern, raus an die Luft bringt auch etwas fürs Hirn und Gemüt.^^
Bleib am Ball, das ist wirklich zu schaffen!
*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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25.06.2014, 16:48
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Liebe Utetiki,
Äh, nein, Anfängen will ich nicht trotzden. Das Lobo-Buch kenne ich nur vom Augenschein. Es scheint mir eine Art Variation des Originals von David Allen zu sein, bei dem es um Selbstorganisation geht.
Die von Dir beschriebenen Anforderungen habe ich nicht, dann würde ich "meinen Zustand" verstehen. Es ist eigentlich positiv. Nervige Diss z.B. ist weg, klar, Beruf ist da, aber eben auch Freiraum, den ich nutzen möchte (Work-Life-Balance!). Vielleicht bin ich einfach aus der Übung und glorifiziere die dunkle Vergangenheit, in der ich viel mehr auf die Reihe gekriegt zu haben glaube.
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25.06.2014, 16:49
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Liebe Schafwolle,
vertraut ist derzeit zu viel gesagt. Ich habe natürlich nicht nur hier im Forum mein Anliegen gepostet, sondern bemühe mich auch selbst um Lösungen. GTD könnte eine sein. Hast Du damit Erfahrung?
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25.06.2014, 16:51
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Es lohnt sich offenbar, Beiträge zitieren zu lernen. Mache ich heute Abend. Bis dahin bitte ich um Nachsicht!
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25.06.2014, 16:58
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
Liebe Ganda,
danke für die Blumen und Deine Erfahrungen! Ja, ich glaube, wir sprechen vom selben Phänomen. Ich beschäftige mich jetzt auch seit ein paar Wochen mit Zeitmanagement und habe auch schon einiges ausprobiert, aber bislang nicht zu meiner Zufriedenheit. Diese ganzen Tages- und Wochenpläne und Priorisierungen haben zwar theoretisch was für sich, sind mir aber zu unflexibel. Mein Problem scheint auch weniger zu sein, daß ich mich in Unwichtigem verzettel, sondern daß ich eine Struktur bräuchte, die die Fülle organisiert, damit ich nach Gusto auswählen kann. Deshalb bin ich jetzt von den üblichen Methoden weg zu GTD gekommen. In der Theorie überzeugt es mich. In zwei Wochen werde ich mir ein erstes Praxisurteil anmaßen.
Deine Fragen sind sehr interessant. Ich werde sie mir immer mal rausnehmen, wenn mein genervtsein hochploppt. Vielleicht finde ich dann ja Antworten.
Alohomora
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25.06.2014, 22:11Inaktiver User
AW: Die Dinge besser geregelt kriegen...
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25.06.2014, 22:23Inaktiver User


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