Ja, genau. Und letztendlich sind doch sowohl das "erzählen wollen" von Extrovertierten als auch das "lieber weniger sagen" von Introvertierten legitime Bedürfnisse.
Als Extrovertierter ist man sicherlich nicht verpflichtet, Alleinunterhalter zu spielen, aber genausowenig muss sich ein Introvertierter auf ein Gespräch einlassen, nur damit der Extrovertierte sich nicht zurückgewiesen oder gar belauscht fühlt.
Im Übrigen kenne ich genug "Normalredner", die einfach manchmal situativ sehr ruhig sind, es kann doch tausend Gründe haben (Müdigkeit, Schüchternheit, kein Interesse am Thema, Gedanken woanders...), warum jemand gerade im Moment nicht so ins Gespräch einsteigen möchte.
Natürlich tut man sich als stilles Wasser im Kontakt leichter, wenn man es schafft, ein bißchen mehr aus sich rauszukommen. Bei mir funktioniert das aber am besten, indem ich den Druck rausnehme und für mich entscheide, dass es auch ok ist, garnichts zu sagen.
Als Kind/Jugendliche/junge Erwachsene habe ich echt an jeder Ecke und bei jeder Gelegenheit "gute" Ratschläge oder auch ziemlich schroffe Anfuhren bekommen, weil ich angeblich zu ruhig war. So was setzt sich fest und nimmt jede Leichtigkeit bei der Kommunikation.
Ich weiß nicht, ob du vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht hast, Leila_Leise?
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25.06.2014, 17:46Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
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25.06.2014, 17:52Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Mich nervt es total, wenn stillere Menschen in Schubladen gesteckt werden. Vielleicht brauchen sie einfach längere Zeit zum Überdenken und Überlegen, sind nicht so schnell, dass sie gleich lossprudeln und quatschen können. Und wenn sie sich dann eine Meinung gebildet haben, ist das Gespräch evtl wieder bei einem anderen Thema gelandet, so dass die Überlegungen zum vorherigen nun ganz unpassend wären.
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25.06.2014, 21:03Inaktiver User
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25.06.2014, 21:15Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Aber allein das ist halt schon ein bisschen kompliziert, finde ich. Man muss doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, das ist doch gar nicht nötig?
Für mich ist genau das der Punkt, wieso ich jemanden der so strukturiert ist oft als anstrengend erlebe, da schwingt so eine dauernde Bedenkenträgerei mit, ja nix Falsches zu sagen.
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25.06.2014, 21:20Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich denke, es steckt eher dahinter, dass man zu sich und seinem Wort stehen möchte, so ein Lebensmotto eben.
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25.06.2014, 21:23Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
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25.06.2014, 21:32
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Man kann doch aber jemanden, der so ist, auch einfach so sein lassen. Es ist nicht nötig in Frage zu stellen, warum jemand länger nachdenkt oder vielleicht vorsichtiger ist. Er ist es und gut. Diese Leute sind nunmal nicht du. Warum müssen sie dann so sein wie du. Man muss ja auch nicht schnell losreden. Wer bestimmt denn den Standard?
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25.06.2014, 21:34
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Das sehe ich auch so. Das eigene Wort ist doch nicht dermassen weltbewegend! Gerade in Situationen, wie sie die TE beschrieb (Kennenlernen, Quatschen) ist doch mehr Leichtigkeit gefragt. Niemand wird sich an das einzelne gesprochene Wort erinnern, aber sehr wohl daran, wer symphathisch und zugewandt war.Ich seh mich durchaus als ernsthaften Menschen, und dass ich das was ich sage auch meine und dazu stehe schrieb ich schon - aber deshalb muss ich doch nicht nur druckreife und stundenlang durchdachte Statements von mir geben.
liebe Grüße
Türkis
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25.06.2014, 21:36Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Na ja, wenn ich den Titel lese, dann ist das eine Fragestellung. Und ich wollte darlegen, was mich manches Mal stört an sehr introvertierten Menschen, und was es ausmacht, dieses Unsichtbar-Fühlen oder so empfunden werden. Für mich liegt das daran, dass man sich zeigen muss, um sichtbar zu werden.
Wer das nicht möchte (aus gutem Grund, und weil ja nicht alle Leute gleich sein müssen) - der muss aber auch damit leben, dass das auch Nachteile mit sich bringt und nicht alle anderen das positiv sehen. Wie zuviel reden auch.
Im übrigen: ich stelle gern in Frage, und entscheide das auch für mich, ob ich das nötig finde. Den Satz find ich ein bisschen schulmeisterlich, eben auch wieder so streng. Wir sind hier um Meinungen auszutauschen, wo ist da das Problem??
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25.06.2014, 21:41
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Es gibt da keinen Standart. Jeder verhält sich so, wie er es für richtig hält und lebt mit den Konsequenzen. Die Introvertierten können ja auch bleiben wie sie sind Wenn sie aber darunter leiden wie z B die TE, dann ist es an ihnen, sich zu hinterfragen und etwas zu ändern, was auch immer.Man kann doch aber jemanden, der so ist, auch einfach so sein lassen. Es ist nicht nötig in Frage zu stellen, warum jemand länger nachdenkt oder vielleicht vorsichtiger ist. Er ist es und gut. Diese Leute sind nunmal nicht du. Warum müssen sie dann so sein wie du. Man muss ja auch nicht schnell losreden. Wer bestimmt denn den Standard?
Vielleicht kennt sie auch die falschen Leute? Ich weiss es nicht. Aber ich weiss was garantiert nicht weiterbringt: Sich hinzustellen und zu lamentieren. Das ist reine Zeitvergeudung.
liebe Grüße
Türkis



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