ich wurde früher gelegentlich angesprochen wegen meinem Stillsein:
"Gehts dir nicht gut? Du bist so still!"
Fùr mich kam das meist wie aus dem Nichts. Folglich begann ich mich zu fragen: Was stimmt den mit mir nicht, dass die Leute so einen irrtùmlichen Eindruck von mir haben? Was mache ich falsch? Ich bin wohl zu still!
Tja... Was ich hier feststelle ist, dass Introvertiertheit tatsächlich von einigen eher negativ gesehen wird. Das man sich tatsächlich daran stören kann dass jemand NICHT REDEN MÖCHTE kann ich schwer nachvollziehen. Ich möchte vorsichtig sein in meiner Äusserung, doch mir scheint dass manche Extrovertierte nicht verstehen können dass die Menschen verschieden sind und nicht jeder gleich denkt und kommuniziert wie sie. Das spontane, offene Sprechen kann man auch als eine Stärke sehen, die Introvertierte nicht haben. Diese haben dafür die Stärke, mehr aufzusaugen, usw. !
Und schliesslich ist mir noch in den Sinn gekommen, dass Introvertierte eine Minderheit sind. Zudem sind sie dann vielleicht für sich, weniger in der Gruppe. Dann ist es doch leicht für die Gruppe, sich gegen diese Person, die dann der "Schwächere" ist, zu wenden. Das kommt in vielen Gruppen vor, dass der Aussenseiter gestichelt wird. Das ist was natürliches und dadurch fühlen die "Stärkeren" einfach überlegen und besser.
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25.06.2014, 23:22Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
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25.06.2014, 23:28Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt extrovertiert bin, würd ich so grundsätzlich gar nicht sagen. Ich bin nämlich sehr sehr gern allein, und war noch nie so ein Cliquenmensch. Und ich kann es gut haben, wenn ich tagelang nicht viel reden muss, ich telefonieren z.B. auch nicht gern, es ist mir ein Graus wenn Freundinnen erwarten, man müsse stundenlang telefonieren. Also: so leicht lass ich mich da nicht dazusortieren.

Aber: wenn ich unter Leute geh, dann schon deshalb, um eine gewisse Nähe zu spüren, um mich zu öffnen und auszutauschen, da geht es mir schon um Begegnung. Wieso man also unter Leute geht und sich dann dort so sehr abgrenzt dass man sich eben nicht öffnet, das erschließt sich mir wiederum nicht. Da würde ich dann eben lieber daheimbleiben.
Damit können sich die anderen eben auch leicht zurückgewiesen fühlen, wenn sich jemand dann so zurückhält und offensichtlich nicht in den Austausch geht. Nur so als Idee für dich.
Dass die Mehrheit extrovertiert wäre würde ich auch nicht unbedingt behaupten. Mir kommt es nicht so vor. Aber auch das ist eben wieder so eine eher negative Sichtweise, die einen runterzieht, pessimistisch eben. Und das kann ich z.B. nicht brauchen, das Leben ist schwer genug, da mag ich mich eben nicht auch noch mit Leuten belasten die alles immer schwarz sehen und sich als Opfer fühlen, wo man selbst gar nix Böses denkt. Die Extrovertierten wollen doch keine Schwächeren drangsalieren, sondern vielleicht ebenfalls nur das Gefühl haben, sie wären angenommen so wie sie sind. Und das vermitteln einem Leute nicht, die still und stumm sind und nicht auf einen reagieren.Geändert von Inaktiver User (25.06.2014 um 23:34 Uhr)
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25.06.2014, 23:41Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Das ist doch auch ein Spektrum auf dem man sich befindet, sowas wie nen puren Intro oder Extro gibt es nicht bzw. wenn dann hat das schon pathologische Züge. Und jeder verhält sich mal mehr intro, mal mehr extro, trotzdem können sich die meisten einem Bereich davon zuordnen. Und sicher gibt es mehr Extros als Intros.
Nur weil du keinen Sinn darin siehst etwas zu unternehmen und sich nicht überall zu öffnen, heißt das doch nicht, dass alle anderen das auch so sehen. Und es kann durchaus sein, dass sich jemand öffnet und das aus deiner Sicht verschlossen ist. Wenn ich auf ner Feier eingeladen bin und den Gastgeber mag, aber der Rest mir nicht so wichtig ist, dann kann ich doch auch in der Ecke hocken und zuhoren, warum soll ich dann daheim bleiben, nur weil du findest, ich müsste mich öffnen, es ist für mich dann aber schon ne Öffnung da hinzugehen. Und für deine Gefühle, die du dann hast, bin ich dann doch nicht verantwortlich. Wieso brauchst du Bestätigung? Das find ich schon sehr extrovertiert, du bist ja sehr nach außen gerichtet und fühlst dich allein in ner Gruppe unwohl.
Ich geb doch umgekehrt auch den Extros nicht die Schuld, wenn ich in nem Bereich nicht nur Intro, sondern auch noch schüchtern bin und mich nicht traue. Dann bin ich Schuld.
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25.06.2014, 23:54Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich brauche die Bestätigung nicht zwingend, ich wollte nur erklären, wieso man sich damit vielleicht nicht unbedingt beliebt macht. Deine weitere Logik erschließt sich mir nicht, ich empfinde mich gerade nicht als nach außen gerichtet, generell, ich brauch eben auch keine Gruppe zu irgendwas. Mir ist es auch völlig wurscht wer sich wie und wann öffnen will - ich wollte nur erläutern, wie das eben ankommt, und warum man sich damit nicht grad Freunde macht, im wahrsten Sinne des Wortes.
Und ich lese hier eben schon Vorwürfe oder Anklagen, und zwar von Introvertierten, nicht von Extrovertierten, denen aber auch so einiges unterstellt und vorgeworfen wird. Und auch damit macht man sich nicht unbedingt beliebt, niemand will sich in so eine Ecke drängen lassen.
Jeder soll und darf so sein wie er eben ist - aber Klagen von eher Extrovertierteren Introvertierten gegenüber höre ich eben so gut wie nie. Das sagt ja auch was.
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26.06.2014, 00:05Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Klingt ja nicht so, als wärs egal. Aber es wäre schön und ich lese hier sehr wohl Schubladendenken von beiden Seiten. Und sicher sollte sich jemand Introvertiertes bewusst sein, dass er nicht bei jedem Freude auslöst, aber das wollen ja Introvertierte auch gar nicht.
Jemand der nicht nachvollziehen kann, weshalb man sich bei potentiellen Kontaktmöglichkeiten zurückzieht aber nicht komplett daheim bleibt, klingt für mich schon extrovertiert, weil da die Motive "Kontakte und Außenrichtung" deutlich werden :)
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26.06.2014, 00:09Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Und wieso geht man dann unter Menschen, wenn man eigentlich mit ihnen gar nichts zu tun haben will und niemanden an sich ranlässt? Würd ich ja gern verstehen. Bislang klingt das für mich, wie ja schon angesprochen, eher nach Konsum, die anderen sollen was liefern, Abwechslung, Unterhaltung, Gesellschaft, das pralle Leben - ohne dass man aber selbst gewillt ist einen Input zu liefern und auf andere zuzugehen.
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26.06.2014, 00:26Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich kann nachvollziehen, dass das für manche so aussieht, wenn sie komplett anders ticken. Ist ja logisch, wenn ich das anders sehe, dann find ich sowas komisch.
Aber Menschen sind doch überall, das kann man ja nicht verhindern. Daher find ichs sehr schwarz/weiß zu glauben, sobald jemand raus geht, möchte er reden/ muss was aktiv beitragen. Und nur weil man den Beitrag nicht unmittelbar sieht, heißt das doch nicht, dass der andere keinen geleistet hat - schließlich kann man nicht nicht kommunizieren. Zuhören kann auch ein Teil von aktiven Geben sein. Aber das hatten wir hier ja schon.
Ich treff mich beispielsweise gerne in 2er Konstellationen, etliche kennen sich davon nicht, ich würde auch nie ne Feier organisieren, in der sich alle kennenlernen, weil ich nicht gerne der Gruppenunterhalter bin.
Aber wenn ich mal von einem Freund zu ner Feier eingeladen werde und den wirklich mag, dann geh ich da auch hin, weil ich die Person mag und es nett finde, dass sie mich einläd, aber dann rede ich da sicher für andere zu wenig, aber ich geh da ja weder hin, weil ich mich unterhalten oder die Freunde von X kennenlernen will, sondern wegen X und gleichzeitig ist mir klar, X wird sich da nicht um mich kümmern, weil X etliche Freunde hat und nicht so ist wie ich, aber ich nehme Kontakte zu neuen Leuten eher zweckgebunden auf (kenn dann X z.b. über nen Kurs), wenn dann da eine Person ist, die auch ne zweckgebunde Kommunikation bevorzugt, kann ich mich gut mit ihr unterhalten, aber wenn der Small-talk in der Konstellation auch nicht so meins ist, dann werd ich halt stiller und hör nur zu. Aber ich hab dann auch kein Problem mit, wenn ich da unsichtbarer bin.
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26.06.2014, 00:31
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich finde es auch oft anstrengend, mich mit unbekannten Menschen unterhalten zu müssen. Smalltalk um sich kennenzulernen ist ja ok, aber meistens wir man rundum neugierig abgeklopft, Dinge gefragt, die den anderen schlichtweg nichts angehen und die ich selbst nie jemanden Unbekannten fragen würde. So etwas nervt mich. Ich versuche dann aber trotzdem höflich, ein Gespräch zu führen. Völlig unwohl fühle ich mich, wenn beim Gegenüber völlig offensichtlich ist, dass man als Gesprächspartner jetzt interessant sein muss, ansonsten direkt in diese Schublade "Langweiler" gesteckt wird. Unangenehm finde ich es, wenn ich direkt irgendwelche Sachen von anderen Leuten erzählt bekomme, bei denen ich dann denken muss: He, du kennst mich überhaupt nicht, und erzählst mir jetzt sofort solche Sachen über andere Leute. Da werde ich dann vorsichtig. Wie redest du erst über mich, wenn der Abend vorbei ist? Was mich auch total abturnt sind Menschen, die mit voller Überzeugung immer die natürlich einzig gültige Meinung vertreten und alles andere schlecht machen müsssen.
Völlig anders ist es mit einem Gesprächspartner, der etwas erzählt, zuhören kann, einen ebenfalls zu Worte kommen lässt und nicht den Anspruch erhebt, allwissend zu sein. Wenn dann auch noch Gemeinsamkeiten da sind und ein interessantes Thema: Perfekt. Dann unterhalte ich mich auch gerne und werde offener.
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26.06.2014, 00:59Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
Ich fand hier viele gute Denkanstöße. Ein paar deiner Sätze im folgenden lassen mich vermuten, dass es bei dir nicht nur um das Thema introvertiert-sein geht.
Ich lese da etwas von Ausschluss, sogar von Sticheln. Das ist doch etwas anderes als sich unsichtbar fühlen. Im Gegenteil sagst du damit, dass man dich sehr bewusst wahrnimmt mit deinem Schweigen und dich dafür abstraft.
So zumindest deine Wahrnehmung. Und da frage ich mich nun schon, ob du da nicht etwas missverstehst.
Oder dich einfach deshalb nichts (mehr?) sagen traust, weil du meinst, die anderen hätten sowieso etwas gegen dich?!
Wieso falsch? Es kann doch freundliches Interesse sein. Manchmal sagen Leute, denen es nicht gut geht, nicht viel. Dann ist es doch nett, wenn jemand nachfragt? Wieso legst du das als Vorwurf aus?
Ich frage mich, wieso du vorsichtig sein möchtest. Das ist man doch nur, wenn man Angst hat, was falsches zu sagen. Wieso ist dir die Meinung der anderen so wichtig?Ich möchte vorsichtig sein in meiner Äusserung, doch mir scheint dass manche Extrovertierte nicht verstehen können dass die Menschen verschieden sind und nicht jeder gleich denkt und kommuniziert wie sie.
Mir scheint eher, dass du nicht akzeptieren magst, dass andere Menschen anders sind als du, also eben nicht so vorsichtig und sie deshalb offener sind.
"Schwächere" ist, zu wenden.Aussenseiter gestichelt wird. Das ist was natürliches und dadurch fühlen die "Stärkeren" einfach überlegen und besser.
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26.06.2014, 03:08Inaktiver User
AW: Sind Stille Wasser unsichtbar?
In dem Moment sehe ich das schon als Vorwurf, in dem Sinne dass manche Leute eben davon ausgehen dass man nur so still ist wenns einem nicht gut geht. Es wird also nicht als was vollkommen normales angesehen, deshalb fühle ich mich damn so "anders". Klar, bei manchen kann das wirklich zutreffen, dass sie nur dann stiller sind. Wie vorhin gesagt: die Stillen Wasser sind in der Regel in der Minderheit, von daher kann man den Fragenden ja verstehen... Aber die Unsicherheit löst es in mir leider aus.
Ich bin übrigens kein Extrem, und meine Absicht hier ist es nicht, mich über Extrovertierte zu beklagen. Ich kenne viele Extravertierte Menschen und mag auch viele. :-)
Innerhalb dieses Threads erscheint es mir so, dass manche wenig Verständnis für die Stillen haben.
Hm, es stimmt, ich empfinde es so dass mein Unsichtbar-Sein etwas ist das negativ auffällt! Und - siehe vorherigen Satz, manche nervt es ja wirklich. Aber die Reaktionen waren früher òfters. Sie erklären vielleicht, warum ich mich zurücknehme. Aktuell ist es schon eher das Übersehemwerden, das mich beschäftigt.
Es stimmt auch, dass ich wohl Angst habe zu heftig meine Meinung zu sagen, das mit dem vorsichtig schrieb ich aber auch, um zu zeigen dass ich es nicht auf die Allgemeinheit beziehe. So kommt es mir auch bei Gesprächen manchmal vor: Wenn ich was sage denke ich eigentlich weiter drüber nach... Ich denke wohl viel langsamer als andere. Klar habe ich eine Meinung, aber ich mache mir gerne immer aufs Neue Gedanken darüber. Es ist mir wichtig was die andern denken, weil ich ein Bedùrfnis nach Zugehörigkeit habe. Ich wäre gerne mehr wie Nocturna, stärker, sodass es mir nicht so wichtig wäre allen zu "gefallen".


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