Hey, ich hoffe, ich trete jetzt niemandem auf den Schlips,
aber ich finde es provinziell in die "hippe Großstadt" zu ziehen oder dort zu verweilen, auf dass das eigene Leben interessanter werde. Das tolle Kulturangebot von X ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde erst geschaffen, weil es vorher gefehlt hat.
Bars werden nicht eröffnet, weil der Raumordnungsplan eine Bar vorsieht, sondern weil jemand eine Idee hatte von einer fantastischen Bar. Jede Bühne in Deutschland, selbst die größte Oper, fußt auf dem Einsatz und dem Interesse von engagierten Bürgern (und Politikern). Viele Museen basieren auf privaten Sammlungen.
Das heißt, wenn es in Z an einem Kulturangebot fehlt, dann musst Du das eben machen ;)
Ich komme sehr viel rum in Deutschland. Die ödesten Veranstaltungen habe ich in Berlin durchlitten. Die abgefahrendsten Abende habe ich komischerweise in Aalen erlebt. Vielleicht weil es in Aalen tagsüber so übel ist, dass die wenigen Freaks sich dort so richtig rein hängen für ihre kostbaren, wenigen Abende.
Es kommt nie auf die Größe der Stadt an, sondern immer auf die Leute, die diesen Sozialraum gestalten.
Gibt es nicht die Möglichkeit das langweilige Z ein wenig zu gentrifizieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dort nicht ein paar offene, schräge Vögel gibt. Vielleicht nicht grade unter den Muttis in der Schule?
...In den entlegensten Winkeln findet man bisweilen die urigsten Off-Kultur-Spots und jedes ordentliche Dorf hat doch seine kleine Künstler-Clique, oder?
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06.06.2014, 23:42Inaktiver User
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
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07.06.2014, 00:18Inaktiver User
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
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07.06.2014, 01:21
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
Ich finde, um andere Frauen darüber kennen zu lernen, ist dein Kind schon viel zu alt. In dem Alter sind die Kinder doch schon alleine unterwegs und man hat längst nicht mehr soviel oder kaum Kontakt zu anderen Müttern.
Wenn man sich dann mal trifft, z.B. nach einem Elternabend oder auf einem Schulfest, ist es doch auch völlig logisch, dass über die Kinder und die Schule geredet wird.
Über was soll man sich denn sonst unterhalten, wenn man sich dort mit fremden Menschen trifft? Dann ist es doch naheliegend, sich über das einzig verbindende zu reden?
Ich denke, man muss sich auch nicht mit den anderen Frauen verstehen, nur weil die zufälligerweise auch Mütter sind und ein Kind in der gleichen Klasse, wie man selber haben.
Du bist auch noch sehr jung und hast dafür aber schon eine große Tochter. Mir selbst (ich habe mein Kind kurz vor meinem 21. Geburtstag bekommen) ging es oft so, dass es mir sehr schwer fiel Kontakt zu anderen Mütter im Kindergarten oder der Schule zu bekommen, weil diese immer um einiges äter waren, wie ich selbst.
Daher würde ich dir eher dazu raten, neue Kontakte auch in einem anderen Umfeld zu suchen und nicht nur über Kind und Schule.
Über einen Umzug würde ich aufgrund der Tochter nicht ernsthaft nachdenken. Wie blöd ist es denn für das Kind, wenn sie jetzt schon wieder umziehen muss?
Ist eigentlich wenigstens das Kind angekommen und hat dort Freunde gefunden?
Mmh, ich wohne in einer kleinen Großstadt und finde das hier auch nicht leichter, als früher auf dem Land (Ich habe früher auf dem Land gelebt).
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07.06.2014, 09:01
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
Sajuz, deinen Beitrag finde ich sehr interessant!
The original Karla
est. 2006











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07.06.2014, 09:40Inaktiver User
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
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Geändert von Inaktiver User (10.06.2014 um 13:59 Uhr)
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07.06.2014, 11:30
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
Nein, hat es nicht. Leider ist es so, daß in den meisten Dörfern Bewohner mit ... sagen wir mal, recht engem geistigem Horizont leben. Die Intelligenzia lebte immer schon in der Stadt, weil sie aus ihr die geistige Nahrung, die Inspiration und auch die Subversion bezieht.
Eine coole Bar könnte man auch in einem Dorf eröffnen, klar. Aber da gehen dann die Dorfbewohner rein, und dann ist sie alles mögliche, nur nicht cool.
In dem Dorf, wo ich mal eine Zeitlang lebte, gab es z.B. schreckliche Discopartys, Bierzeltfeste... ich fand die einfach grauenhaft, angefangen bei der Musik bis zum Publikum, und bin nach zwei, drei Versuchen nie mehr hingegangen.
Die meisten Dorbewohner lebten auf eine sehr traditionelle Weise, sprich: eher jung heiraten, Haus bauen, Kinder .... es gab dort keinen einzigen schrägen Vogel. Keine schwulen oder lesbischen Paare (jedenfalls nicht offen). Keine Künstler. Nichts dergleichen. Wenn es sie jemals gegeben hatte, waren sie in die Stadt abgewandert.
Ich habe hier in der Großstadt auch Freundinnen, die ursprünglich aus Dörfern und Kleinstädten stammen. Keine einzige will dorthin zurück.
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07.06.2014, 12:24
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
Komisch, ist bei uns anders. Hier gibt es genug schräge Vögel. Man muss sie nur entdecken. Da sie sich nicht verstecken, ist das möglich. Was bin ich schon über die Dörfer gejuckelt um zu einer Künstlerin zu fahren, oder zu einem Workshop.
Peonies du könntest ja eine Annonce aufgeben "Wer hat Lust mit mir zu malen, immer freitags...oder was weiß ich" und Künstler gibt es vielleicht wenn nicht bei euch, im Nachbarort? Oder "Wer ist auch zugezogen im Umfeld von X-Stadt, gründe Stammtisch!".The original Karla
est. 2006











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07.06.2014, 12:34
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
mh…bei uns auf den Dörfern, gibt es Heteros, Lesben, Schwule, Künstler, schräge Vögel, weniger schräge Vögel, Professoren, Handwerker, Konservative, weniger Konservative….eigentlich durchweg eine bunte Mischung…man muss nur hinschauen.
Das liegt aber vielleicht daran dass ich in einem dicht besiedelten Großraum lebe.Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
Rene Descartes
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07.06.2014, 13:32
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07.06.2014, 13:38
AW: Großstadt-Kleinstadt-Mann-Dilemma
Da hast Du recht Ligeia ich hab´s verdrängt. Ich habe vor Jahren auch in einem hessischen 500 Einwohner-Dorf gelebt.
Mir ging es wie Dir und ich musste da wieder weg. Ich würde da oder in ähnlichem Umfeld nie nie nie wieder hinziehen.
Aber der TE ist damit leider auch nicht geholfenNichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
Rene Descartes


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