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  1. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von schlumpsi Beitrag anzeigen
    Kommt darauf an. Wenn mich jemand aus meiner Warte ungerechtfertigt anbrüllt, erwarte ich schon eine Entschuldigung. Andersherum, wenn ich jemanden vielleicht aus Versehen provoziert habe (weil wunden Punkt getroffen etc.) tue ich das auch. Ich denke, man kann sich auch für sein Verhalten entschuldigen, in der Sache aber trotzdem bei seiner Meinung bleiben.
    Es wird aber leider oft zusammen gewürfelt, wie ich es jetzt schon öfter festgestellt habe. Ich entschuldige mich für meinen Ton, und es wird als Entschuldigung für das Gesagte verstanden. Ist ja auch fürs Gegenüber bequemer.

  2. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Guten Morgen!

    Also, ich entschuldige mich schon, wenn ich mal wieder überreagiert habe. Mir tut es nämlich wirklich leid, wenn ich jemanden mit meiner Art verletzt habe und dies im Nachhinein bemerke.

    Wenn ich aber einige Beiträge hier lese, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich der richtige Weg ist.

    1. Kann man mit einer Entschuldigung nichts rückgängig machen. Und wenn es dann trotzdem immer wieder passiert, wird das Gegenüber auch irgendwann die Entschuldigung nicht mehr annehmen können.

    2. Und das ist wohl mal ein ganz wichtiger Aspekt: Das Gegenüber denkt sich: "Ach, die rastet wieder aus. Morgen entschuldigt sie sich und alles ist wieder gut." Und schon wird man nicht mehr ernst genommen. Und das hat sich aktuell zu einem Teufelskreis bei mir entwickelt. Ich raste aus, werde nicht ernst genommen, was genau den wunden Punkt berührt, und raste weiter/wieder aus. Und mein Gegenüber reduziert den Streit nur auf meine Ausbrüche und setzt sich nicht mehr damit auseinander, was es möglicherweise dazu beigetragen hat.

    Mit (zu vielen) Entschuldigungen macht man sich also selbst klein und begibt sich in die schwächere Position. Man zeigt den anderen, dass man sich selbst nicht ernst nimmt... wie sollen es dann die anderen tun?

    Mal die Sicht von der anderen Seite:

    Ich habe in einer gelassenen Freizeitsituation einen normalen Alltagssatz gesagt, der von mir weder verletzend, aufziehend oder irgendwas in dieser Richtung war. Leider hat dieser Satz bei meiner Begleitung einen plötzlichen Gefühlsausbruch vor anderen Leuten ausgelöst, mit Trotz und allem drum und dran. Ich stand da wie vom Donner gerührt, weil ich das überhaupt nicht kommen gesehen hatte. Ich habe deshalb auch einige Momente gebraucht, um die Situation zu begreifen. Ich habe dann gute Miene zum bösen Spiel gemacht, einen deseskalierenden Satz gesagt, ich bin mir vorgekommen wie die Mutter deren kleines Kind einen öffentlichen Trotzanfall zelebriert.

    Danach angesprochen sagte die Begleitung: ich bin halt so. Es war nicht zu erkennen, dass ihr bewusst war, dass da gerade etwas schwer aus dem Ruder gelaufen ist. Auch als geklärt werden konnte, dass sie da wohl etwas in den falschen Hals bekommen hatte, kam von ihr nur: ich bin halt aufbrausend.

    Meine Gedanken dazu:
    Das nächste Mal werde ich hoffentlich nicht so überrascht sein und einfach aus der Situation gehen. Ich werde das nicht mittragen.

    Wenn mir zugemutet wird, das Ausrasten als normale Reaktion hinzunehmen, dann möchte ich diesen Kontakt nicht.
    Wenn aber klar ist, dass das Ausrasten auch von dem Impulsiven als Problem gesehen wird und er daran arbeitet (und da gehört auch das Eingeständnis dazu, dass etwas schief gelaufen ist, im beruflichen Umfeld auch eine Entschuldigung), dann kann ich (besser) damit umgehen.

    Ob wiederholte Entschuldigungen von anderen noch ernst genommen werden, hängt davon ab, ob man es wirklich ernst meint. Wenn die Entschuldigung einfach nur dazu dienen würde, dem anderen die eigenen Gefühlsausbrüche immer wieder zumuten zu können, dann wird das wahrscheinlich bald durchschaut. Aber das lese ich hier nicht.

    Noch eine Frage:
    So plötzlich wie der Gefühlsausbruch kam, war die Stimmung danach auch wieder gut. Mich hat das nochmal irritiert, weil ich noch so damit beschäftigt war zu begreifen, was da gerade abgelaufen ist und schon sollte es ganz normal weitergehen.
    Gehört das schnelle Abkühlen auch zum Ausbruch? Geht ihr dann auch schnell wieder zur Tagesordnung über?

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    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Naja, für mich ist "Berechenbarkeit" wichtig. Nicht im Sinne, dass jemand wie eine Maschine reagiert - tu A und bekomme B als Reaktion, sondern im Sinne von "wo hat der andere ungefähr seine Grenzen und wo reagiert er über". Wenn jemand scheinbar grundlos beleidigt und aufbrausend reagiert und sich auch nicht erklärt, weiß ich beim nächsten Mal ja auch nicht, wie ich ihm gegenüber handeln soll. Ich kann ja nicht immer in den Menschen reingucken und erkennen, was ihn jetzt so in Rage versetzt hat.

  4. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Schlumpsi, das ist es! Die Willkür, die Unberechnbarkeit hat mich erschreckt und ich will mich nicht dem anderen ausgeliefert fühlen.

  5. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wenn mir zugemutet wird, das Ausrasten als normale Reaktion hinzunehmen, dann möchte ich diesen Kontakt nicht.
    Wenn aber klar ist, dass das Ausrasten auch von dem Impulsiven als Problem gesehen wird und er daran arbeitet (und da gehört auch das Eingeständnis dazu, dass etwas schief gelaufen ist, im beruflichen Umfeld auch eine Entschuldigung), dann kann ich (besser) damit umgehen.

    Ob wiederholte Entschuldigungen von anderen noch ernst genommen werden, hängt davon ab, ob man es wirklich ernst meint. Wenn die Entschuldigung einfach nur dazu dienen würde, dem anderen die eigenen Gefühlsausbrüche immer wieder zumuten zu können, dann wird das wahrscheinlich bald durchschaut

  6. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    @Drahtseilakt: Ich verstehe, was Du meinst, und sehe es wie Du. Bei mir sind es aber meist keine belanglosen Sätze, die mich aufbrausen lassen. Und in der von Dir beschriebenen Situation hätte ich mich sicherlich entschuldigt, wäre es mir passiert. Allerdings wäre es dafür auch interessant zu wissen, was Du gesagt hast. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Satz wirklich belanglos war, auch wenn es für Dich so gewesen sein mag.

    Ich versuche auch meinem Gegenüber zu erklären, warum ich so hoch gegangen bin. Das läuft bei mir mit Sicherheit nicht lapidar ab. Nur ändert das nichts daran, dass ich das nächste Mal vielleicht wieder aufbrause. Und dann? Wieder entschuldigen? Wie oft kann man sich entschuldigen, bis es seine Wirkung verliert, selbst wenn man es in dem Moment ernst meint? Ich nutze die Entschuldigung nicht als Persilschein, sondern mir tut es dann auch wirklich leid. Es passiert mir auch meist bei den selben Menschen in ähnlichen Situationen. Es ist in so fern schon eine Berechenbarkeit da. Mittlerweile merke ich ja auch, wenn es in mir brodelt und zeige das auch. Und wer mich kennt, sollte dann wissen, dass man mich am besten jetzt nicht anspricht. Wer es dennoch tut, muss eben auch mal mit meinem Ausbruch rechnen.

    Der Grund, warum ich diesen Strang eröffnet habe, war meine Freundin, mit der ich zum wiederholten Male aus ähnlichem Anlass aneinander geraten bin. Sie provoziert mich eben, und ich möchte da eigentlich mal gelassener und vor allem souveräner reagieren. Wenn jemand unbekanntes einen belanglosen Satz zu mir sagt - selbst wenn er einen wunden Punkt berührt - kann der mich eigentlich gar nicht so treffen, dass ich so abgehe, einfach weil ich an jemanden, den ich nicht kenne, keine Erwartungen habe. Und bei mir ist es so, dass ich meist hochgehe, wenn ich mich vom Gegenüber unverstanden und nicht ernst genommen fühle.

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    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Wenn jemand deine Grenzen kennt oder kennen müsste und trotzdem weiter provoziert, dann ist er in dem Moment entweder gedankenlos, dann kannst du darauf hinweisen und sie müsste es eigentlich kapieren. Oder sie nutzt deine Impulsivität bewusst aus, indem er immer weiter bohrt. Gerade bei zweiterem wäre es vielleicht wichtig, das auch als Manipulation zu sehen und gerade nicht darauf einzusteigen, tief durchzuatmen und sie einfach quatschen zu lassen oder weggehen.

    Fall drei wäre in meinen Augen, sie weiß es zwar, kann in dem Moment aber auch nicht aus ihrer Haut. Es gibt Leute, die können dann einfach nicht aufhören. Auch in dem Fall ist es eher ihr Problem. Also tief durchatmen, Gespräch abbrechen, weggehen. Das würde ich machen, wenn möglich.

  8. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Drahtseilakt: Ich verstehe, was Du meinst, und sehe es wie Du. Bei mir sind es aber meist keine belanglosen Sätze, die mich aufbrausen lassen. Und in der von Dir beschriebenen Situation hätte ich mich sicherlich entschuldigt, wäre es mir passiert. Allerdings wäre es dafür auch interessant zu wissen, was Du gesagt hast. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Satz wirklich belanglos war, auch wenn es für Dich so gewesen sein mag.

    Ich versuche auch meinem Gegenüber zu erklären, warum ich so hoch gegangen bin. Das läuft bei mir mit Sicherheit nicht lapidar ab. Nur ändert das nichts daran, dass ich das nächste Mal vielleicht wieder aufbrause. Und dann? Wieder entschuldigen? Wie oft kann man sich entschuldigen, bis es seine Wirkung verliert, selbst wenn man es in dem Moment ernst meint? Ich nutze die Entschuldigung nicht als Persilschein, sondern mir tut es dann auch wirklich leid. Es passiert mir auch meist bei den selben Menschen in ähnlichen Situationen. Es ist in so fern schon eine Berechenbarkeit da. Mittlerweile merke ich ja auch, wenn es in mir brodelt und zeige das auch. Und wer mich kennt, sollte dann wissen, dass man mich am besten jetzt nicht anspricht. Wer es dennoch tut, muss eben auch mal mit meinem Ausbruch rechnen.

    ...
    Ich habe danach erklärt wie meine Bemerkung gemeint war, nämlich ohne jegliche verletzende Intention. Ich habe auch gesagt, dass ich sehe, dass es sie verletzt haben muss (war ja offentsichtlich) und das mir das leid tut, dass ich das nicht gewollt habe. Ich habe also für meinen Teil die Verantwortung übernommen.

    Sie konnte das nicht annehmen, war trotzdem aufgebracht und konnte nicht eingestehen, dass ihr Auftritt an sich schon für alle Beteiligten sehr unangenehm war und auch für den Anlass völlig überzogen. Sie hat keine Verantwortung übernommen, nur gesagt, sie ist halt so.

    Ich kenne sie sehr gut und weiß, dass das an sich kein wunder Punkt war, den konnte sie auch nicht erklären. Vielleicht kriege ich in nächster Zeit noch raus, was da wirklich dahintersteckt.

    Wenn du erklären kannst, was los war und man die Situation wenigstens im Nachhinein nachvollziehen kann, würde mir das schon helfen. Mit Willkür kann ich nicht umgehen und will es auch nicht.

    Trotzdem bleibt es eine heikle Sache: auch wenn ich den wunden Punkt oder die Trigger kenne, kann ich nicht ausschließen, dass ich sie in einem unbedachten Moment bedienen. Die Verantwortung für die überzogene Reaktion bleibt dann aber beim Impulsiven, eine normale Abgrenzung wäre ja okay.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...

    Der Grund, warum ich diesen Strang eröffnet habe, war meine Freundin, mit der ich zum wiederholten Male aus ähnlichem Anlass aneinander geraten bin. Sie provoziert mich eben, und ich möchte da eigentlich mal gelassener und vor allem souveräner reagieren. Wenn jemand unbekanntes einen belanglosen Satz zu mir sagt - selbst wenn er einen wunden Punkt berührt - kann der mich eigentlich gar nicht so treffen, dass ich so abgehe, einfach weil ich an jemanden, den ich nicht kenne, keine Erwartungen habe. Und bei mir ist es so, dass ich meist hochgehe, wenn ich mich vom Gegenüber unverstanden und nicht ernst genommen fühle.
    Wenn es eine Freundin ist, die dich und die wunden Punkte kennt und du dich trotzdem immer wieder von ihr provoziert fühlst, ist das natürlich schlimm. Aber ich würde nicht unbedint davon ausgehen, dass sie es absichtlich oder in böser Absicht tut. Vielleicht ist dein wunder Punkt auch ihr ein Dorn, so dass sie auch nicht anders kann. Könnt ihr nicht bestimmte Themen ausschließen, wenn sie euch nicht guttun und ihr beide nicht gut damit umgehen könnt?

  9. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schlumpsi, das ist es! Die Willkür, die Unberechnbarkeit hat mich erschreckt und ich will mich nicht dem anderen ausgeliefert fühlen.
    Das ist möglicherweise das Grundproblem.
    Der Impulsive fühlt sich seinen Gefühlen ausgeliefert und sein erschrockenes Gegenüber dem Aufbrausenden.
    Wenn mir so ein Choleriker begegnet, dann habe ich kein Problem damit dagegen zuhalten. Entweder mir den Ton zu verbitten oder (wenn es die Gegebenheit erlaubt) auch laut zu werden. Ich lasse mich nicht einschüchtern.
    Entweder es kommt zum Streit oder der Angreifer besinnt sich. Auf jeden Fall sind die Fronten dann geklärt.
    Mit dem "ich bin einfach so" lasse ich mich nicht abspeisen, denn "ich bin auch so, wie ich bin".

  10. User Info Menu

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Ja, wenn es sich um gelegentliche Aussetzer handelt, ist das ja kein Problem. Passiert das aber immer wieder und vollkommen unberechenbar, ziehe ich mich persönlich von der Person zurück, sofern irgend möglich. Es ist mir nämlich schlicht und ergreifend zu anstrengend, erstens auf irgendwelche seltsamen möglichen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen oder mich zweitens herum zu streiten.

    Ich bin nämlich ehrlich gesagt oftmals zu faul, mich zu streiten, vor allem, wenn ich dazu gar keinen wirklichen Grund sehe.

    Das ist ganz allgemein gehalten, nicht auf butterfly gemünzt.

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