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  1. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Hallo!

    ich habe eine Frage an die Impulsiven: entschuldigt ihr euch? Übernehmt ihr Verantwortung für den Ausraster?

    Ich hatte am Wochenende ein Erlebnis, bei dem für mich völlig unvorbereitet und unverständlich jemand ausgerastet ist. Danach darauf angesprochen, meinte diese, sie sei eben so.

    Mich hat nicht nur der plötzliche Ausraster verletzt, sondern auch, dass danach keine Entschuldigung kam und durch die Bemerkung "sie sei eben so", von mir quasi erwartet wurde, dass ich ihre Ausraster hinnehme oder akzeptiere.

    Danke!
    Drahtseilakt

  2. Moderation

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    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich habe eine Frage an die Impulsiven: entschuldigt ihr euch? Übernehmt ihr Verantwortung für den Ausraster?
    Schwierig. Wie gesagt, ich entschuldige mich oft *während* des Ausrasters, das hilft natürlich keinem. Und ich kenne Leute, die sich nach jedem Treffen per e-mail für irgendwelche Fehltritte entschuldigen, die niemandem aufgefallen sind -- das nervt! Außerdem, Entschuldigungen sind nur Worte.

    Was ich tue: Ich spreche anschließend die Leute an und sage, daß es mir sehr leid tut, daß sie das sehen mußten, daß die Ausraster ein Fehler bei mir im Kopf sind, gegen den ich angehe, aber leider nicht immer mit Erfolg, und daß sie, wenn es ihnen möglich ist, mich einfach zetern lassen sollen, bis es mir selber zu doof wird. Die meisten Leute um mich rum merken schon, wann ich ein echtes Problem habe und wann nur meine fünf Minuten, und verzichten darauf, Öl ins Feuer zu gießen (und ich bin ihnen sehr dankbar dafür und drücke das auch aus).

    In der Arbeit ist das schwieriger, vor allem, da "laut werden" da auch realen taktischen Nutzen haben kann, und der Unterschied zwischen laut werden und Ausraster nur das Maß an Kontrolle ist, das man darüber hat.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Wildwusel, danke für deine offene Antwort.

  4. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Niemand sollte zwanghaft versuchen, seine Persönlichkeit dem gewünschten Einheitsbild anzupassen.
    Du bist eben Du und kannst nichts anderes machen, als mit Dir selber zu leben.
    Ist es denn wirklich immer so wichtig, wie andere über einen denken?
    Du bist impulsiv und temperamentvoll, das hat doch einen Wert an sich.
    Nicht jeder Mensch muss dem anderen gleichen. Lerne Dich selbst wertzuschätzen, Dein Aufbrausen hat einen Grund, vielleicht, weil Du Dich nicht nur angegriffen fühlst, sondern, weil Du es auch bist.
    Das geht in die Richtung der Erfahrung, die ich auch mit einer Aufbrausender gemacht habe. Die Erwartung, dass der andere den Ausbruch einfach toleriert und hinnimmt.

    Dabei wird aber übersehen, dass so ein Ausbruch bei dem anderen Schreck und Verletzungen anrichten kann. Wenn das so nicht gewollt und intendiert war, sollte man das auch irgendwie zum Ausdruck bringen und nicht erwarten, dass andere das einfach aushalten müssen.


    Ich lese, wie schwer es den Impuls-Geplagten fällt, Impulse zu steuern und in den Griff zu kriegen, viel Kraft auf eurem Weg!

  5. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Komischerweise glaube auch ich, dass ein sich-annehmen das Beste ist.

    Wie wärs denn mal mit Humor?
    Sich selber als einen weiblichen Louis de Funes sehen?
    Ich komme aus einer hochgradig cholerischen Familie.

    Diskutiert wird grundsätzlich laut, man orientiert sich auch nicht nur an Fakten.

    Das kann man als menschliche Entgleisung empfinden oder aber auch anders.
    Nämlich als temperamentvoll, spontan und auch interessiert.

    Mein Problem sind die Coolen, die mit freundlichem Lächeln dir den Dolch von hinten hinein stossen.
    Und mir scheint, diese Verhaltensart wird eben heute viel eher toleriert.

    Wie oft hab ich mir schon gewünscht eher so zu sein oder so zu werden.
    Es klappt nicht.

    Gott sei Dank.

    Lieber mal aufbrausend sein als: Ne Petze, Intrigantin oder sonst welche coole politisch correcte innerlich tote Person.
    Wie angepasst so viele Menschen sind, ich finde das zum Kotzen.

    Ich konnte und könnte nie in solchen Strukturen leben.
    Ja, ich glaube, es kommt auch immer auf das Umfeld an in dem lebt oder meint leben zu müssen.

    Bei mir reichen schon gewisse Vorstellungen um einen Anfall zu bekommen.
    Öffentlicher Dienst: keiner ist zuständig, keiner will es sein - und keinen stört es.....

    Kurzum, ich glaube, man muss da leben wo man hin passt.
    Sonst staut sich nämlich die Energie.

    PS: eine meiner Tanten hatte einen für eine Frau seltsamen Beruf - fand ich als Kind.
    Und befragte meine Oma warum: sie bei Wind und Wetter mit nur einer Niere beim Gartenbauamt arbeitet und dort offensichtlich glücklich ist.
    Mein Oma antwortet darauf, dass sie so ist. Sie kann nicht in geschlossenen Räumen arbeiten.
    Diese Tante war ansonsten weder auffällig noch komisch.

  6. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Dabei wird aber übersehen, dass so ein Ausbruch bei dem anderen Schreck und Verletzungen anrichten kann.
    Das kann ich mir unter Erwachsenen und ohne Hierarchie (z.B. weil es der Chef oder die Vermieterin ist) schwer vorstellen.

    Und annehmen muss man das ja auch nicht, man kann ja seine Konsequenzen ziehen.

  7. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lieber mal aufbrausend sein als: Ne Petze, Intrigantin oder sonst welche coole politisch correcte innerlich tote Person.
    Wie angepasst so viele Menschen sind, ich finde das zum Kotzen.
    Eben. Nur immer schön in der Spur bleiben, damit sich keiner auf den Schlips getreten fühlt? Nein, danke.

  8. Inaktiver User

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Guten Morgen!

    Also, ich entschuldige mich schon, wenn ich mal wieder überreagiert habe. Mir tut es nämlich wirklich leid, wenn ich jemanden mit meiner Art verletzt habe und dies im Nachhinein bemerke.

    Wenn ich aber einige Beiträge hier lese, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das wirklich der richtige Weg ist.

    1. Kann man mit einer Entschuldigung nichts rückgängig machen. Und wenn es dann trotzdem immer wieder passiert, wird das Gegenüber auch irgendwann die Entschuldigung nicht mehr annehmen können.

    2. Und das ist wohl mal ein ganz wichtiger Aspekt: Das Gegenüber denkt sich: "Ach, die rastet wieder aus. Morgen entschuldigt sie sich und alles ist wieder gut." Und schon wird man nicht mehr ernst genommen. Und das hat sich aktuell zu einem Teufelskreis bei mir entwickelt. Ich raste aus, werde nicht ernst genommen, was genau den wunden Punkt berührt, und raste weiter/wieder aus. Und mein Gegenüber reduziert den Streit nur auf meine Ausbrüche und setzt sich nicht mehr damit auseinander, was es möglicherweise dazu beigetragen hat.

    Mit (zu vielen) Entschuldigungen macht man sich also selbst klein und begibt sich in die schwächere Position. Man zeigt den anderen, dass man sich selbst nicht ernst nimmt... wie sollen es dann die anderen tun?

  9. Moderation

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    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Lucia,

    sich annehmen hilft bestimmt, weil einen Kritik dann nicht mehr in "Hulk smash!"-Modus bringt, und Humor gibt Perspektive: auch die verhilft zu innerer Ruhe.

    Aber Ausraster sind nur dann eine Komödie, wenn man in sicherer Entfernung sitzt und keinerlei Empathie für die handelnden Personen entwickelt. (Komödien erlauben uns, zu lachen, wenn jemand in einen Kanaldeckel fällt und sich den Hals bricht.)

    Wenn man generell witzig ist und sprachlich kompetent ist man das auch bei Ausrastern. Es hilft den Freunden nicht, wenn man seine verbale Kompetenz einsetzt, um so niedermachend wie möglich zu sein und dabei noch die Lacher auf seine Seite bringt. Es hilft dem dreijährigen Kind nicht, wenn die Mutter das Amt in farbigsten Metaphern von kabarettistischem Wert verwünscht, während sie das Frühstück gegen die Wand wirft. Im Gegenteil, die Inkonsistenz trägt zur Bedrohlickeit des Aussetzers bei. Genau wie die Aussage, "Sei doch froh, daß ich dich anschreie und verbal niedermache, ich könnte auch hinter deinem Rücken schlecht über dich reden, das wäre doch viel schlimmer." Es ist nicht binär: Man ist nicht entweder Tasmanischer Teufel oder Mackie Messer. Manipulatoren und Angstbeißer tun meist beides.

    Was du beschreibst, kann ein eher lauter und temperatmentvoller Umgangston sein, der für alle Beteiligten völlig natürlich und normal ist -- auch wenn Außenstehende hinter Tischen in Deckung gehen, Gäste einen Grund finden, eilig aufzubrechen, und Schulkameraden der Kinder sich nicht trauen, zu Besuch zu kommen: Viele Leute nehmen ein kulturell untypisches Lautwerden als bedrohlich wahr, oder zumindest, als träte man ihnen ohne Hose gegenüber. (Das ist auch im Film witziger als im wirklichen Leben.) Der mentale Raum bei einem temperamentvollen Umgangston ist ein ganz anderer. Man hält sich an die Regeln. Ein Aussetzer bricht sie.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. User Info Menu

    AW: Sich schnell angegriffen fühlen und aufbrausend sein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit (zu vielen) Entschuldigungen macht man sich also selbst klein und begibt sich in die schwächere Position. Man zeigt den anderen, dass man sich selbst nicht ernst nimmt... wie sollen es dann die anderen tun?
    Kommt darauf an. Wenn mich jemand aus meiner Warte ungerechtfertigt anbrüllt, erwarte ich schon eine Entschuldigung. Andersherum, wenn ich jemanden vielleicht aus Versehen provoziert habe (weil wunden Punkt getroffen etc.) tue ich das auch. Ich denke, man kann sich auch für sein Verhalten entschuldigen, in der Sache aber trotzdem bei seiner Meinung bleiben.

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