Nochmal- wer das nie erlebt hat- kann nichts vermissen, denn er kennt es nicht!
Wer etwas als Mangel empfindet KENNT es- und da komme ich wieder auf meine obigen Zeilen zurück-- sehr oft ist sehr viel mehr übertragen worden auf das Kind als nur das zB ungeliebte Verhalten der Mutter.
Selbst in einem schlimmen Haushalt kann das Gefühl von Geborgenheit aufkommen.......denn es ist immer noch der geschützte Raum...wie auch immer der aussah.
Und wie man auch schon lesen konnte........dieses Gefühl hängt mit vielen Eindrücken zusammen- riechen, schmecken, fühlen........einmal mehr auch das Unterstreichen, das man etwas durchaus kennt!
Im übrigen- erst recht die Chance sich das Gefühl zu holen........denn alleine Geruch kann einen zurückversetzen.....kein Mensch muss dazu anwesend sein!
Es gibt hier Probleme mit dem Verständnis, weil die Nomenklatur nicht ganz klar ist.......wenn nicht alle genau dasselbe verstehen kann man sehr gut aneinander vorbei reden.
lg kenzia
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18.05.2014, 15:49Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
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18.05.2014, 17:48Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Ich denke ja, der Wunsch nach Geborgenheit und der Wunsch, Geborgenheit zu geben, sind Urinstinkte.
Bestimmt ist es so, dass sich die Vorstellungen von Geborgenheit unterscheiden und überschneiden.
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19.05.2014, 01:33Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Mir ist auch aufgefallen, dass unter dem Begriff "Geborgenheit" sehr unterschiedliche Gefühle subsummiert und auch individuell empfunden werden.
Auszug Wikipedia: "Mit dem Ausdruck Geborgenheit wird ein Zustand des Sicherheits- und Wohlgefühls beschrieben. Geborgenheit ist mehr als nur Sicherheit, Schutz und Unverletzbarkeit; Geborgenheit symbolisiert auch Nähe, Wärme, Ruhe und Frieden."
Interessant wäre es zu wissen wie sich diese unterschiedlichen Empfindungen bildeten. Ersehnt man das was man nicht hat(te), oder das was man kennt?Geändert von Inaktiver User (19.05.2014 um 01:39 Uhr)
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19.05.2014, 02:11Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Bei mir war es so, dass ich das Unbehaustsein und eine gewisse "Kälte" (nicht meine - aber immer das Gefühl, ein wenig innerlich zu frösteln) für normal hielt. Erst die Begegnung mit einem Freund - in meinen Endvierzigern - machte mir klar, was da fehlte, was Geborgenheit sein kann. Es war am Anfang sehr schwer für mich, von diesem Freund nicht emotional abhängig zu werden, da ich das, was ich da vorher nicht kannte, so toll fand und immer wieder erleben wollte - was mir, bisher, nur durch/mit ihm gelang. So bin ich dabei zu lernen, in dieser Freundschaft (keine! Liebesbeziehung) einerseits mein erwachsenes "Ich" zu behalten und mich andererseits fallen zu lassen in diese unverbrüchliche Freundschaft und ihre inhärente Geborgenheit. Ein Seiltanz manchmal, und manchmal ein emotionaler Ritt übern Bodensee.
Habe mir jetzt auch Profi-Hilfe organisiert, um meinen obigen offensichtlichen Irrglauben, das Leben "sei halt so" aufzuklären und auch die Ereignisse und Umstände, die dazu führten. Es ist spannend, beängstigend, nervositätsauslösend - alles gleichzeitig. Aber ich werde es wagen.
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19.05.2014, 08:15Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Ich würde es so sehen, dass das Gefühl der Geborgenheit in einer Umgebung aufgekommen ist, die nicht dem klassischen Geborgensein entspricht.
Also- das man sich auch in einer nicht sehr liebevollen Umgebung geborgen fühlen kann......wer nur eine Höhle als Schutz hat wird diese als geborgen empfinden.
Wie ich auch schon gemeint habe- es wird von vielen Faktoren gesteuert und nicht nur aus einem Verhalten.
Im übrigen ist der Mensch sehr durch seine Gewohnheiten in der Geborgenheit- wie hart die auch von außen aussehen mögen.
Wird dann Jahre später wieder das Gefühl der Geborgenheit ausgelöst-- und das dann in liebevollerere Umgebung- dann ist das ebenso das Gefühl "Geborgenheit", nur diesmal mit anderen Vorzeichen davor.
Es wird also sehr wahrscheinlich dann auch das erste Mal als solches Gefühl so richtig wahrgenommen und erlebt (wer könnte es als Kind schon so benennen??)- und wird doch eine Wiederholung eines schon vorhandenen Gefühles sein.
Das man sich "so" am liebsten immer fühlen möchte ist klar........so eine Oase ist doch DER Halt in einem Leben!
Und das die Gefahr von einer emotionalen Abhängigkeit dann aufkommt- ist auch verständlich.
Allerdings muss man sich klar machen, das es immer um bestimmte Konstellationen geht, die erfüllt werden müssen und unter Umständen diese eine Person diese gar nicht immer abdeckt.......also kann es durchaus sein, das dieses GEfühl nicht für immer bei dieser Person zu finden ist.
Was einerseits traurig klingt- andererseits klar macht, dass man es immer und überall finden KANN......man muss sich nicht abhängig machen!
kenzia
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19.05.2014, 10:15Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Ich habe mal ein Portrait über einen bekannten Schriftsteller gesehen, wo er beschrieb, was für ihn das Wort "zu Hause" bedeutet. Zu Hause ist für ihn dort, wo er seine Mitte empfindet. Er beschrieb es so, dass seine Mitte nicht alleine vom geografischen Ort oder von bestimmten Personen abhängt, sondern vom Gefühl, dass ihm nichts Elementares fehlt, was sein Gleichgewicht ins Wanken bringen könnte. Also das Gefühl, mit sich und seinem Leben im Reinen zu sein.
Es gibt den schönen Ausdruck "mitten im Leben stehen". Für mich bedeutet das, sich im eigenen Leben wohl zu fühlen und dort geborgen zu sein. Ich empfinde das nicht als einen Dauerzustand und habe es nicht so empfunden, weil man die Mitte häufiger und der Phase entsprechend neu justieren muss. Geborgen in seinem eigenen Leben zu sein, finde ich schon sehr erstrebenswert.
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19.05.2014, 18:22Inaktiver User
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Zuhause sein, Heimat, ist etwas anderes als Geborgenheit.
Es kann parallel laufen, muss aber nicht.
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19.05.2014, 19:30Inaktiver User
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19.05.2014, 20:37
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Von gläubigen Freunden höre ich oft, dass sie in ihrem Glauben Geborgenheit finden.
Früher habe ich sie darum immer beneidet, bis ich entdeckt habe, dass ich in mir ein ganz philosophisches Äquivalent gefunden habe.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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19.05.2014, 23:04
AW: Geborgenheit - wie erreichen bzw. vergessen wie sie sich anfühlt
Das fiel mir beim "Durchbrowsen" auf:
Eine ziemlich belastende, aber leider recht "normale" Erfahrung für Sozialarbeiter ist es jedesmal, wenn selbst ein schwer misshandeltes Kind lieber wieder zu seiner von häuslicher Gewalt geprägten Familie zurück will, als zum Beispiel in einer Wohngruppe zu bleiben, in der es so schnell noch keine Akzeptanz gefunden hat oder z. B. wegen seiner noch ausgeprägten Übergriffigkeit abgelehnt wird bzw. sich, ihm unerklärlich, abgelehnt findet (sehr vereinfacht dargestellt).
Selbst Gewalt durch die Eltern kann so etwas wie Geborgenheit vermitteln! Es ist ja immerhin eine Zuwendung, ein Wahrgenommen-Werden. Die psychologischen "Mechanismen" sind da sehr komplex, aber in bestimmten Umfeldern auch stereotyp.
Selbstverstärkend kann dabei wirken, dass ein Kind, dass keine Aufmerksamkeit erfährt, möglicherweise herumpunkt, was wieder Aggressionen auslöst - aber immerhin löst es irgendwann etwas aus, so etwas wie "Zuwendung"... Auch dieser "Auslöse-Mechanismus" schleift sich ein.
Manchmal spielen dabei auch noch Schuldgefühle eine Rolle und so kann auch "Schuld" eine Art Geborgenheit vermitteln. Es ist schon erschreckend, wie schwer und nachhaltig unser Phänomenales Selbstmodell in seiner Entwicklung gestört werden kann.
Spannend, beängstigend, nervositätsauslösend ist es auch, wenn man sich über all diese Dinge Gedanken macht bzw. immer mehr davon erfährt, auch ohne sich selbst betroffen zu wähnen. Aber ab einem gewissen Punkt kommt halt die Erkenntnis dazu, wie wir alle "programmiert" worden sind bzw. werden und wie das Programm dann abläuft. Dann hilft noch mehr Vertiefung zu einer gewissen (ich nenne sie "neue") Gelassenheit. Insofern kann ich mit
viel anfangen (mit dem philosophischen Äquivalent, absolut nicht mit einer Religion).Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia



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