Hallo Motte,
auch ich denke, dass Du vielleicht mit der neuen Freiheit (weil Dein Kind nun groß ist) noch nicht so zurecht kommst. Dabei gibt es doch sicher Interessen, denen Du lange nicht nachgehen konntest, weil Du dafür nie Zeit hattest, oder? Was würde Dir denn Spaß machen? Vielleicht findest Du dann Freude daran und kannst Dich dabei etwas regenerieren und stärken?
Ich wüsste gern, wie Dein Verhältnis zu Deinem Kind ist - gibt es Anlass zur Sorge?
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Thema: und immer wieder...
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16.05.2014, 21:24
AW: und immer wieder...
Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)
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17.05.2014, 12:35
AW: und immer wieder...
Die "heile Welt" gibt es eher selten. Nur die wenigsten sind immer und überall glücklich und ab einem gewissen Alter trifft einen der ein oder andere Schicksalsschlag - selbst die Glücklichsten unter uns.
Wie es sich liest, hast du doch die schweren Zeiten nun hinter dir, hast sie gemeistert und das Beste daraus gemacht.
Sei einfach stolz auf dich!
Was solltest du denn verkackt haben? Dein Kind ist groß, du hast einen Job, dir geht es gesundheitlich hoffentlich wesentlich besser und du hast nun einige Freiheiten mehr, die du früher so nicht hattest. Alles gut!
Und nun kannst du dich umsehen und ein paar neue Ideen oder Ziele finden. Wer will denn schon wie alle anderen sein?
Doch höchstens Kinder und Teenager. Mir geht es jedenfalls mit zunehmendem Alter so, dass ich gerne ein wenig anders bin oder mich zumindest so fühle und benehme.
Überhaupt - hat dich denn jemand je als "anders" bezeichnet, oder fühlst du dich nur so? Vielleicht beneiden dich ja viele andere, ohne dass dir das bewusst ist. Die Situation eines anderen schlecht zu reden bedeutet oft genug, dass man ihn insgeheim beneidet.....
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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17.05.2014, 14:35
AW: und immer wieder...
Als allererstes mal die Augen richtig aufmachen ---> wenn man genau hinsieht, stellt man nämlich fest, dass es gar nicht unbedingt die Mehrheit ist, wie es bei den Leuten um die 30 so aussiehst: da haben gar nicht sooo viele Haus, tollen Job, Familie wie es einem manchmal erscheint. Oft ist das selektive Wahrnehmung, dass man plötzlich um sich herum nur noch Schwangere, Familien mit kleinen Kindern, glücklich verliebte Paare oder auch die von dir erwähnten Häuslebauer sieht. Aber ich denke, jeder geht da einfach seinen Weg und die Wege sind so unterschiedlich wie wir Menschen und ich würde nicht urteilen wollen mit "falsch/richtig".
Ich gehöre auch zu denen, deren Lebensweg oftmals anders verlief als der von Freunden/Bekannten - aber mein Leben ist eben mein Leben und manchmal erweisen sich die Schlenker oder gar Umwege viel später durchaus als "gut".
Ich selbst bin auch ohne selbstgekochten Bio-Brei groß geworden, kenne große Reisen in den Ferien mit den Eltern eher nicht, kam nicht in den Genuss von musikalischer Erziehung und so manches andere gab es bei mir nicht, was für Schulfreundinnen normal war ---> aber ich käme nie auf die Idee meinen Eltern deswegen Vorhaltungen zu machen! Es war nicht immer einfach, auch mal "anders" sein zu müssen, aber es war meine Kindheit/Jugendzeit und die hat mir durchaus viel Gutes mitgegeben fürs Leben!
Anders zu sein als andere, kann nämlich auch ein sehr kostbares Gut sein
Schau nicht so viel auf die anderen, schau auf dich und lebe gut für dich, so wie es im gegebenen Rahmen eben lebbar ist. Mach etwas aus dem, was da ist/was möglich ist und blase nicht Trübsal über das, was gerade nicht sein kann !LG WhiteTara
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17.05.2014, 14:53
AW: und immer wieder...
Hallo, ja das stimmt, anders muss nicht gleich schlecht sein.
Ich glaube aber, dass ich zum damaligen Zeitpunkt wirklich keine gute Mutter war.
Nun ja, ich kann es nur besser machen.
Manche Freundinnen fühlen sich jetzt umso mehr erhaben, dass sie es mit ü30 besser machen.
Vor allem die, die NUR Mutter sind, die eigentlich von meinem Leben keine Ahnung haben und die jetzt
sich anmaßen, zu urteilen. Selbst oft mit ü30 wenig gearbeitet weil Studium abgebrochen.
Ist ja auch ok, ist deren Weg aber ich finde es schon schlimm, wie sie mich jetzt teils aburteilen.
Keine abgeschlossene Ausbildung und jetzt eben einen angelernten Job, aber ein Kind und daher kann man ja....
Das hat mir letztens schon weh getan.
Motte
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17.05.2014, 14:57
AW: und immer wieder...
Und dabei sind sie dumme Hühner.

Was ist, wenn sich der Göttergatte in zehn Jahren verdünnisiert? Das Haus geht bei der Scheidung drauf und sie jammern über eine niedrige Rente.
Im Gegensatz zu ihnen hast du dein Kind bereits groß. Das sollen sie dir erst einmal nachmachen, bevor sie sich ein Urteil über deine mütterlichen Qualitäten erlauben. Und zwar unter deinen Bedingungen - ohne Mann, ohne viel Geld.
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20.05.2014, 08:31
AW: und immer wieder...
Hallo - danke für die vielen Antworten. Es ist halt nicht so leicht, sich umzuprogrammieren. Ich habe niemand in meinem Umkreis, der ähnliches mitgemacht hat. Die sind ja alle erst etwas ü30 und fangen erst an - vielleicht ist es in 10 Jahren anders und die anderen haben ihre Probleme. Wünsch ich keinem, aber ist oft so.
Manchmal meide ich auch größere Ansammlungen von Menschen, weil ich mich schlecht fühle. Wenn es zB ein Fest gibt hier bei uns. Dann fühle ich mich automatisch schlecht, weil ich eben denke, dass ich soviel falsch gemacht hab.
Dabei hab ich wirklich für eine Familie gekämpft - mit meinem Partner mit den Patchwork, da hab ich halt auch viele Fehler gemacht, weil ich eben auch noch so jung war - aber halt auch dumm in gewissen Bereichen, bin sicher in einige Fettnäpfchen getreten.
So hat das dann auch nicht funktioniert - da war dann halt auch Eifersucht, keine gemeinsamen Vorstellungen, wie es funktionieren kann, da er es mehr laufen lies, etc. Naja.
Und dann schau ich die anderen an - die da oft so vernünftig sind, andere Kinder so einfach akzeptieren, gar lieben können und ich wo ich es so oft versucht hab, es richtig zu machen und dann wieder nicht hinbekommen hab.
Auf den ersten Blick hat es ja nicht schlecht funktioniert - ich hab mich auch mit den "Stief"Kindern gut vertragen - aber die ganze Struktur war so komplex. Was da alles mit reinspielt hat ja niemand gesehen - die sagten alle, sei doch froh, die Kinder deines Partners mögen dich - aber was dahinter lag, was das Arbeit bedeutete, was es Nerven, Tränen, Nachdenken, erforderte, das haben diese (eine Kernfamilie lebend) nicht gesehen - und so war ich wieder die Dumme.
Motte
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20.05.2014, 09:23
AW: und immer wieder...
Hallo Motte,
wer Dich am strengsten aburteilt - das bist Du selbst.
Und den Grund dafür erkenne ich nach wie vor nicht.
Ich erinnere mich jetzt auch an Deine vorherigen Stränge,
und es scheint sich in Deiner Beurteilung Deiner Situation rein
gar nichts geändert zu haben. Auch in den anderen Threads
gab es hauptsächlich Beiträge, die Dir dabei helfen sollten, Deine
Sichtweise zu überdenken.
Mir scheint, Du hast Dich wirklich verrannt in Deinem Blick.
Und Du hängst fest in Deiner "fehlerbehafteten" Vergangenheit
mit dieser Familie.
Das finde ich sehr schade, auch im Hinblick auf Deine Tochter
(die inzwischen 12 Jahre alt sein müsste?). Ihr vermittelst Du mit
Deiner Einstellung wahrscheinlich ebenfalls das Gefühl, nicht
"gut genug" zu sein.
Hast Du schon einmal daran gedacht, Unterstützung in Form einer
Psychotherapie zu suchen?
Bist Du noch (oder wieder) mit dem Freund zusammen?
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20.05.2014, 09:39
AW: und immer wieder...
Hallo Schafwolle - mit dem damaligen Freund? Nein.
Ich weiß schon, ich versuche es ja, und manchmal gelingt es mir auch, vieles zu relativieren und das ganze im rechten Licht zu betrachten.
Aber wenn eben dann wieder verschiedene Aussagen von Leuten kommen, bin ich sofort verunsichert und fange wieder an, gleich zu denken. Vor allem, wenn ich dann wieder mehr oder weniger als falsch gesehen werde.
Motte
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20.05.2014, 09:52
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20.05.2014, 11:24
AW: und immer wieder...
Hallo, ich denke, ich habe generell ein Riesenproblem mit meinem Selbstwert. Ich habe nämlich nicht viel davon.
Mir geht es manchmal so, dass ich denke, gewisse Gesprächsthemen nicht auszuhalten. Ich muss dann rausgehen, etwas machen usw.
Früher war das oft so, wenn es um meinen Partner oder seine Kinder ging. Denn die waren immer nur so toll und jeder schwärmte und wenn mein Partner mal zu reden begann, drehte sich der Scheinwerfer auf ihn und alles andere war schwarz.
Wenn ich mit Bekannten - jetzt nur mal als Beispiel sprach - und ich sagte, dass ich mit der Patchworkgeschichte nicht so gut zurecht käme und die lernten dann aber die Beteiligten kennen, hieß es sofort, ach, was hast du denn, die sind doch so nett, sei zufrieden, dass sie dich leiden können.
Auch heute, geht es mir in ähnlichen Situationen so. Es wird von außen eine Situation beurteilt und ich steige als Depp aus, der doch froh sein muss, das alles so läuft.
Ich hab es nicht geschafft mich zu verändern....teilweise sind nun wieder die Situationen so, die für mich ähnlich sind. Ich hab mich aus dem Grund schon zurückgezogen. Früher hab ich mich auch aus diesen Situationen gezogen, bin nicht mehr zu gewissen Ereignissen hingegangen, hab mich rausgezogen. Weil es dann sowieso nur um meinen Freund und seine Family ging.
Ich weiß nicht was ich tun sol - bin ich so "ich-bezogen", will ich ständig im Mittelpunkt stehen? Ist es subjektiv, dass ich bei solchen Gesprächen etc. "untergehe" ? Motte


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