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    Plan- und ziellos

    Hallo community,

    ich bin in den Vierzigern, lebe in einer leider kinderlosen Ehe und merke wie ich mit zunehmendem Alter immer plan- und zielloser werde. Auch antriebsloser. Ich habe einen guten und zeitintensiven Beruf, der ein einträgliches Gehalt abwirft, finanziell kommen wir insgesamt gut zurecht, stelle aber fest, dass mir der Angang zum Klimmen der Karriereleiter fehlt.
    Merine Ehe dümpelt so vor sich hin, wir haben wenige gemeinsame Interessen, meinen Mann empfinde ich immer häufiger als anstrengend und manchmal bestimmend, was nervt. Ich stelle fest, dass ich an sich gern allein bin, mache dann aus dieser Zeit aber nichts außer Lesen, TV und internetten. Von vielen Menschen im privaten Umfeld bin ich auch genervt, empfinde Treffen mit Familie und Freunden, vor allem von Seite meines Mannes als Last und Verpflichtung. Gleichzeitig fühle ich mich so leer und wünsche mir etwas, was diese Lücke ernsthaft auffüllen kann. An Hobbies, Interessen habe ich schon soviel ausprobiert und finde nichts, was mir langfristig Freude macht. Manchmal frage ich mich, ob das schon depressive Entwicklungen sind.
    Was kann ich tun? Was für Interessen habt ihr, wie füllt ihr eure Freizeit sinnvoll?
    Milla
    Geändert von Milla71 (12.05.2014 um 20:16 Uhr)

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    AW: Plan- und ziellos

    Liebe Milla, das hört sich in der Tat nach eine beginnenden Depression an. Sprich dringend mit dem Doc Deines Vertrauens darüber. Und sprich auch mit Deinem Mann, vielleicht findet Ihr doch was, woran Ihr beide Spass habt.

    Mein Mann und ich haben auch nicht die meisten gemeinsamen Interessen, aber trotzdem gibt es immer wieder gemeinsame Schnittpunkte, wir lieben z.B. beide Kabarett.

    Ansonsten schau doch mal in den Nachbarstrang "Was macht Ihr am Wochenende", da sind viele Tipps, was man unternehmen kann, allein oder zu zweit.
    Geändert von Woodstock62 (12.05.2014 um 18:20 Uhr)
    Normale Menschen machen mir Angst!!!

    **Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**

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    AW: Plan- und ziellos

    Hallo Woodstock,
    danke für die Antwort.
    Ja, mir erscheint es auch wie eine regelrechte Sinnkrise, vor allem auch mit soviel Niederschlagenheit, ich finde ich habe auch so wenig Selbstbewusstsein, traue mir wenig zu. Ich frage mich, was ich die nächsten 30, viell. 40 Jahre noch so Sinnstiftendes machen soll, wie ich was finden soll, was mir Freude gibt. Vielleicht gehe ich damit wirklich am besten zum Arzt.

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    AW: Plan- und ziellos

    Vielleicht, wenn "Gehirn und Geist" Dein Thema werden könnte, solltest Du Dich damit beschäftigen, wie wir Menschen so ticken. Ein derart selbst entwickeltes und erweitertes Selbst- und Weltbild hilft m. E. sehr beim Bewältigen von Sinnkrisen und von psychischen Instabilitäten. Vielleicht werden sie nicht besser, aber man versteht sie (und sich selbst) eher und kann leichter damit umgehen.

    Manche können das besser per Religion (absolut nicht mein Ding, mir zu eng), erklärter Nicht-Religion = Buddhismus (ich hab's versucht und konnte immerhin Teilaspekte nach meinem eigenen Verständnis "einbauen") oder Esoterik (m. E. nicht nur Spielzeug im Sinne von Ablenkung, sondern so eine Art Bilderbuch anstelle von Texten, leider oft Schischi). Jeder halt, wie er mag.

    Nur Vorsicht: Man lässt eventuell seinen Partner oder seine Freunde hinter sich und muss ein paar neue (Freunde) suchen.

    Heute moderner als Depression wäre eigentlich die "Diagnose" Burn-Out. Auch wenn es den nach Ansicht einiger Spezialisten angeblich garnicht gibt, halte ich sehr viel davon, darüber weitläufig nachzudenken. Ständig das Selbe erhöht den (geistigen und emotionalen) Verschleiß und reduziert das persönliche Spektrum.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

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    AW: Plan- und ziellos

    Hallo Gygnus,
    danke für die Rückmeldung.
    Ich bin so gar nicht esoterisch-spirituell veranlagt, sondern eher pragmatisch-nüchtern, erziehungsbedingt - wenn überhaupt in irgendeinem Glauben - dann noch am meisten im christlichen verankert.
    Ich bin sehr leistungsorientiert erzogen worden, Schule, Studium, immer viel gearbeitet, weniger Platz für anderes, bin auch immer so erzogen worden, dass man Pflichten nachzukommen hat. Mein Beruf ist mir derzeit eine einzige Verpflichtung, meine Partnerschaft und alles, was da dran hängt, auch, rein sozial-kommunikativ macht es mir momentan höchstens Spaß alte Freundinnen zu treffen, die ich eben so lange kennen und mit denen ich vertraut bin. Für neue Kontakte habe ich kaum Angang.

    Nur Vorsicht: Man lässt eventuell seinen Partner oder seine Freunde hinter sich und muss ein paar neue (Freunde) suchen.
    Das möchte ich nach Möglichkeit vermeiden, da unsere paar Sozialkontakte, die wir gemeinsam haben, für meinen Mann und mich ein verbindendes Element sind.

  6. Inaktiver User

    AW: Plan- und ziellos

    Zitat Zitat von Milla71 Beitrag anzeigen
    Ich bin so gar nicht esoterisch-spirituell veranlagt, sondern eher pragmatisch-nüchtern, .
    Ich bin sehr leistungsorientiert erzogen worden, Schule, Studium, immer viel gearbeitet, weniger Platz für anderes, bin auch immer so erzogen worden, dass man Pflichten nachzukommen hat. Mein Beruf ist mir derzeit eine einzige Verpflichtung, meine Partnerschaft und alles, was da dran hängt, auch, rein sozial-kommunikativ macht es mir momentan höchstens Spaß alte Freundinnen zu treffen, die ich eben so lange kennen und mit denen ich vertraut bin. Für neue Kontakte habe ich kaum Angang
    Dann wird es höchste Zeit, all das anzugehen - all das, was Du oben schreibst.
    Dafür sind Krisen im Leben schließlich da: das Alte betrachten und überdenken und NEUES suchen und NEUE WEGE gehen.
    Es tut "weh" weil das alte einfach nicht mehr passt. Dein Strampelanzug und Deine übergestülpten Jungmädchenkleider wollen endlich abgelegt und durch eigene Kleider und zwar durch zum heutigen passende Kleider ersetzt werden.

    Du bereitest Dich auf Deinen dritten Lebensabschnitt vor. Wie jeder Übergang (Geburt, später dann von der ersten in die zweite Lebensphase) ist auch dieser nicht einfach.

    Neues kommt in die Welt immer nur durch Krisen.
    Stecken wir mitten drin, mögen wir das gar nicht - später sind wir dann sehr zufrieden, dass es "so" gekommen ist.

    Also Mut - oder besser: Neugierde- auf das, was jetzt ansteht. Du hattest oben schon Deine "Checkliste" aufgestellt, da ist anzusetezn.

    Raus ins Leben! Du hast viel zu viel Krusten angesetzt und bist träge geworden. Häute Dich.
    Und Du weißt: Appetit kommt beim Essen. Meint: es ist egal, wo und womit Du anfängst. Das Anfangen ist das Wichtige.

    Das heißt nicht, gleich alles neu zu machen, sondern zu prüfen, was (wer) ist wertvoll, was (wen) will ich behalten, wo sind Lücken und nicht mehr Brauchbares.

    Und lass Dich überraschen, wie Dein Mann, Deine (wirklichen!) Freunde darauf reagieren, wenn Du Dich und Dein Leben laaangsam runderneuerst.
    Meistens (eigentlich immer) ist es so, dass Probleme die man mit sich, mit anderen hat, auch die anderen mit einem haben.
    Geändert von Inaktiver User (12.05.2014 um 20:26 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Plan- und ziellos

    Mit hinter sich lassen meinte ich nicht, dass man sie verliert, sondern dass man Gedankensphären entwickelt, die sie nicht interessieren oder wo sie nicht mehr mitkommen (wollen oder können). Man geht ihnen dann leicht auf den Zwirn. Ich habe Freunde, die Fussball- oder F1-begeistert sind. Die lassen mich dann eben völlig hinter sich.

    Einer ist nahezu schon professioneller Skipper - der geht mit anderen Freunden auf Törn, die er zum größeren Teil auch nur dabei und dazu trifft. Für seine (private) Navigationselektronik bin jedoch ich zuständig und finde das sehr interessant. Aber so ein Männer-Segeltörn mit richtig Arbeit, Riten und Kommandostrukturen - never.

    Für mein neurowissenschaftliches und -philosophisches Interesse musste ich mir einen neuen Freund suchen, der zwar nicht dasselbe, aber genau so quer und gerne ausschweifend denkt wie ich und ähnliche Grundüberzeugungen hat (glücklicherweise aber auf anderer Erkenntnisbasis, sonst wär's ja irgendwann wieder langweilig). Und der im Gegensatz zu den anderen noch genauso staunen kann wie ein Kind und das nicht etwa über das neueste Smartphone oder sonstigen hohlen Hype.

    Du schreibst mehrfach von Deiner Erziehung, irgendwie geradezu fatalistisch. Das Leben wird aber in gewisser Hinsicht immer reicher, je genauer man die Einseitigkeit, die aufgenötigten Hemmnisse und die Fehler seiner Sozialisation durchblickt (und der anderer). Aber ohne das Kennenlernen neuer Menschen (auch für nur kurze Zeit) bleibt das doch allein zu Ich-bezogen und theoretisch, also zum großen Teil lebensleer. "Neue Menschen" können natürlich auch eigene Kinder sein. Aber nicht alleine - sonst gibt man nachher auch die alten Macken weiter, unhinterfragt. Und nicht alleine andere mit Kindern. Aber das ist ja auch nicht Dein Thema.

    Ich treffe ab und an mal "verlorengegangene" Menschen aus meiner Vergangenheit. Oft finde ich das echt anstrengend, da sie sich in eine so berechenbare Enge entwickelt haben, aus der ich aber immer weiter heraus will. (Mein eigenes Elend reicht mir sozusagen.) Die machen mir dann immer Angst, dass ich das womöglich garnicht schaffe, es mir nur einbilde. Andererseits merke ich, wenn ich mich an die gehängt hätte, dann bestimmt nicht. Für kurze Zeit oder manche Themen kann es aber durchaus auch mal sehr interessant sein, sich jahrelang nicht gesehen zu haben und sich die unterschiedlichen Sichten auf das Gewesene zu verdeutlichen.

    Ich sag's mal als Fazit stark provozierend (was zumindest die "sogenannten" Freunde angeht): Wer sich da immer im selben Umfeld bewegt, stumpft ähnlich ab wie jemand, der ständig Soaps guckt. Ja, ok, insofern sind Soaps wohl oft so richtig aus dem Leben gegriffen und auch so beliebt...

    Irgendwie habe ich das Gefühl, ein Teil davon könnten auch Deine Themen sein...
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  8. Inaktiver User

    AW: Plan- und ziellos

    Cygnus, genau so ist es.


    Veränderung beginnt, wenn man beginnt zu verändern.

  9. User Info Menu

    AW: Plan- und ziellos

    Liebe Milla,

    als ich dein Posting gerade gelesen habe, dachte ich mir spontan - wie wär's mit einem Chor?

    Ich weiß nicht, ob du das schon mal ausprobiert hast, aber singen in einem Chor bringt dir wieder ein paar neue soziale Kontakte, sich mit seiner eigenen Stimme zu beschäftigen ist gut fürs Selbstvertrauen und singen kann sich erwiesenermaßen positiv bei Depressionen auswirken.

    Alles Liebe für dich
    LD

  10. Inaktiver User

    AW: Plan- und ziellos

    Naja........eine Sinnkrise ist nicht gleich eine Depression!

    Und eine Sinnkrise bekommt fast jeder irgendwann einmal.........sehr gerne in/ um die 40 er

    Es ist die Zeit, in der es wie einen Rückblick in sich gibt und der fragende Blick nach vorne....was kommt noch?
    Zu all dem kommt, das man mit zunehmendem Alter durchaus weniger Energie zur Verfügung hat- also mehr haushalten muss.
    Umso wichtiger die Energie so einzusetzen, das es einem gut tut und geht.

    Bedeutet- herausfinden, was Du willst.
    Was macht Dir Spaß?
    Ein Traum, was Du immer wolltest aber nicht gemacht hast?? Tanzen, Malen, Wandern, eine Segeltour??

    Nimm Dir die Zeit und verreise doch mal für eine Woche alleine!
    Wo möchtest Du hin?
    Wo gäbe es das im Außen, was Du im Innen fühlst??

    kenzia

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