Selbst wenn man "diesen Weg" für sich selbst finden kann, oder sich zumindest aufmacht....DAS dürfte wohl für jeden ein anderer Weg sein, je nach Lebensumständen.
Ich versuche momentan, mir einen Überblick zu verschaffen (durch Bücher, Gespräche und in mich hineinhören), was überhaupt machbar ist und was davon mich interessiert. Sind ja doch andere Dinge, als damals mit 20.
Ich habe zumindest damit angefangen, Dinge oder Menschen, die mir nicht gut tun, die mich belasten, gehen zu lassen.
Dann versuche ich es immer mal wieder mit einem anderen Hobby, um da das optimale zu finden - und die Sache mit einem Ehrenamt (wie belle_femme es auch schon erwähnt hat), gehe ich auch gerade an.
DEN großen Umbruch kann ich leider momentan wegen der Kinder nicht herbeiführen. Wenn sie auf eigenen Füßen stehen, dann will ich konkrete Pläne ausgearbeitet haben, um vieles neu zu gestalten.
Nach dann 20 oder 25 Jahren in der Pflicht als Mutter (wobei ich mich auch nicht unbedingt als geborenes "Muttertier" bezeichnen möchte), steht es mir meiner Meinung nach zu, mal wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
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Thema: Wer und wie bin ich??
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07.05.2014, 23:37
AW: Wer und wie bin ich??
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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08.05.2014, 00:18Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
bei mir sind die 40er geprägt von der einsicht, dass es DEN großen wurf oder DAS ding gar nicht gibt.
dass ich eine normaler mensch mit fehlern und durchschnittlichen leistungen bin und ohne besonderes schicksal.
dass ich, anstatt ständig nach der ominösen eigentlichen bestimmung zu suchen, einfach leben sollte, und zwar hier und jetzt mit den dingen, die ich hier und jetzt habe.
dass das leben halt jetzt und hier stattfindet. viel unspektakulärer und banaler, als ich lange dachte, aber so ist es eben.
ich bin in den letzten jahren vom sockel gestiegen und habe meinen frieden mit der banalität meines daseins gemacht.
nicht dass das immer einfach gewesen wäre! wer gibt schon gerne seine selbstüberschätzung auf...
aber das tolle daran ist, dass ich gelernt habe, die dinge, die mir geschenkt sind, zu schätzen. meine umgebung, die tolle kultur, in der wir leben, die paar fähigkeiten, die mir gegeben sind, die natur, meine gesundheit, mein körper, und vor allem die tollen, netten, lieben, phantastischen menschen, die mich umgeben.
ich glaube, dieses rumsuchen nach irgendwas großartigem verstellt total den blick auf das, was wirklich da ist und geht und wie toll das auch sein kann. und plötzlich lässt sich genau darin dann auch das eine oder andere großartige entdecken.
@daisymiller: ich schließe mich brausepaul an: du kannst nicht nur, sondern du musst auch loslassen. niemand erzieht seine kinder perfekt. es ist vielleicht auch an der zeit, dass du deinen frieden machst mit deinen fehlern und dir selber zugestehst, auch nur ein mensch zu sein!
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08.05.2014, 07:09Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Als Herdentier Mensch?
Du würdest du dich wahrscheinlich nicht frei, sondern nur verdammt einsam fühlen.
Mal ganz abgesehen von dieser Weisheit:
„Viele denken, sie wären frei, wenn sie machen könnten, was sie wollten, und merken gar nicht, dass sie ihre Diktatur in sich selbst tragen."
Ernesto Cardenal
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08.05.2014, 07:39
AW: Wer und wie bin ich??
Hi Ypsilona,
das ist wahrscheinlich der springende Punkt.
Ich denke schon ziemlich lange, dass ich weniger arbeiten will, um einfach mehr Zeit zu haben für mich, für andere Dinge, für das, was mich zufrieden macht. Aber irgendwie habe ich auch Angst, dass ich diese Zeit gar nicht richtig nutzen kann und dass es mir dann auch nicht besser geht, denn eigentlich ist gerade mein Arbeitsplatz der Ort, wo ich mich am wohlsten fühle, weil ich da "meinen Mann" stehen kann, weil ich da Akzeptanz und Lob finde für das, was ich tue.
Nur merke ich, dass das auch nicht die Erfüllung ist und auch, dass mein Körper eigentlich schon lange streikt und mir ansagt, dass es zuviel ist. Aber ich ignoriere das und sage mir immer, wenn dieses Projekt gelaufen ist, kümmerst du dich mehr um dich und deine Gesundheit, aber dann kommt schon das nächste Projekt. Und so bleibe ich in dem Trott drin.
Irgendwie weiß ich, dass ich in mich hinein schauen muss, in mir selbst mich finden, die Antworten finden, was ich will, was überhaupt meine Bedürfnisse sind.
Aber wenn ich anfange, darüber überhaupt nachzudenken, heule ich schon Rotz und Wasser und dann geht das Ablenkungsmanöver einfach weiter ....
Mein Arzt hat mir jetzt ein leichtes Antidepressiva verschrieben, ich habs aber noch nicht genommen, hatte ich schon mal und habe Angst davor, davon wieder los kommen zu müssen, irgendwann, auch wenn er sagt, es sei nur eine kleine Dosierung für besseren Schlaf ...
Ach, ist das alles kompliziert ....
Und ... dann gehe ich mal wieder zur Arbeit ...
Wünsche euch einen schönen Tag.
LG
Belle-Femme
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08.05.2014, 10:36Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Nein, das versteht du falsch.
Es geht nicht darum keine zwischenmenschlichen Kontakte mehr zu haben, sondern keine Verpflichtungen, wie z.B. kranke Eltern zu pflegen oder ähnliches.
Es ist ja auch nur ein fiktives Szenario. Niemand sollte deswegen alle Brücken abbrechen, aber vielleicht erlangt man dadurch Erkenntnisse, die sich in abgemilderter Form in den Alltag integrieren lassen.
Diese Weisheit hat was für sich, Freiheit fängt zuerst im Kopf an. So gesehen ist der Spruch völlid korrekt und man sollte zunächst in sich gehen und die Beschränkungen, Glaubenssätze und Muster einfach mal einreissen und unvoreingenommen seine eigenen Bedürfnisse fiktiv ausleben
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08.05.2014, 15:23
AW: Wer und wie bin ich??
Da ist schon durchaus was dran. Freiheit, Freude und Glück muss man teilen, damit sie einem wirklich etwas bedeuten können.
Oder minimal: mitteilen können.
Für mich geht es momentan eher um die kleinen Freiheiten - nicht immer Gewehr bei Fuß stehen zu müssen und zu funktionieren. Auch mal eine Auszeit von mehreren Tagen zu haben (was alleinerziehend mit 3 Kindern ohne sonstige Familie fast unmöglich umzusetzen ist). Einfach mal wegfahren zu können, ohne dass daheim die Bude "brennt".
Natürlich muss man auch die kleinen Dinge genießen und somit das Hier und Jetzt leben - aber ich brauche immer ein gewisses Ziel, das Wissen um eine Veränderung, die ich herbeiführen kann, wenn ich denn will.
Ich habe in den letzten paar Jahren so einiges verändert (was auch gut war), dennoch fühle ich, dass ich noch keineswegs da angekommen bin, wo ich hinmöchte oder hingehöre.
Wobei eigentlich der Weg das Ziel ist - jedenfalls für mich.
Angeregt von der Diskussion hier, gehe ich jetzt los, mit die Wirkungsstätte meines zukünftigen Ehrenamtes anzusehen (was ich sowieso schon lange vor hatte).
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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08.05.2014, 15:53Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Das ist eine Illusion, Brausepaul. Vor 30 Jahren habe ich knapp 2 Jahre so gelebt, wie du es in deinem Versuchsszenario beschrieben hast. Ohne Verpflichtungen, ohne Sorgen, mit normalen Kontakten und umherreisend komplett mein Ding durchgezogen. Nur für mich und nach meinen eigenen Regeln.
Du glaubst gar nicht, wie eindimensional so ein Leben ist, wie auf Dauer ungeheuer langweilig, nahezu dekadent. Genau das Gegenteil von Freiheit, weil die sich ja nur daran bemessen lässt, wenn sie in der Auseinandersetzung mit dem Leben auf Grenzen stößt. Ohne Grenzen keine Freiheit.
Ich war froh, danach wieder in das stinknormale Leben mit Verpflichtungen etc. einzutauchen.
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08.05.2014, 16:18
AW: Wer und wie bin ich??
Ich glaube, ihr missversteht Brausepaul da. Ich verstehe ihn so: es geht nur um ein gedankliches Experiment, um sich von den ewigen "aber" zu befreien, mit denen wir uns selbst schnell einschränken - "Aber mein Geld reicht eh nicht dafür ..." / "Aber ich finde eh nicht die Zeit dafür ..." / "Aber ich muss mich doch um xyz kümmern" etc.
In einer Gruppentherapie hatten wir mal das Thema: Was würdest du tun, wenn du auf einmal 250.000 Euro hättest? Es geht doch letztendlich darum zu ergründen: was wäre mir wirklich wichtig, wo steckt meine Sehnsucht, was würde ich im Grunde meines Herzens gerne tun? Und dann zu schauen, ob ich nicht ein kleines Stückchen davon in meinem Alltag realisieren könnte, vielleicht auf Umwegen, vielleicht erst in ein paar Jahren, vielleicht mit Alternativen ...
Ich kenne es selbst von mir, wie sehr einen die ständige Einschränkung (z. B.durch geringes Einkommen) gedanklich behindert beim Träumen - insofern wäre es gut, wenn man sich immer mal wieder die Frage stellen würde, was man ohne Einschränkungen (wodurch auch immer) eigentlich gern tun würde.
samtweich
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08.05.2014, 16:41Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Genau so ist es, danke @ samtweich

Es ist im Prinzip die Brainstorming-Methode.
Zunächst einfach alles auf den Tisch bringen was einem einfällt, völlig losgelöst von Regeln, Beschränkungen, finanziellen Möglichkeiten, familiären Pflichten, etc. ... einfach mal spinnen ohne die Möglichkeit der Realisierung miteinzubeziehen. Eine schöne lange Liste.
Sicher, bei genauerer Betrachtung wird man einiges streichen können, bzw. müssen.
Aber manches ist vielleicht nicht so abwegig oder in etwas abgewandelter Form doch umsetzbar. Vielleicht ergibt sich bei dem einen oder anderen Punkt ein neuer Gedanke. Etwas, das man bisher noch nicht in Betracht gezogen hat. Das Problem ist doch häufig, dass man sich mit seinen Ideen immer nur im Kreis dreht, weil der innere Kritiker sofort dazwischengrätscht und Gegenargumente bringt.
Warum nicht mal die gedanklichen Grenzen einreißen und der Phantasie ihren Lauf lassen?
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08.05.2014, 17:54Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
OK, jetzt hab ich's. Die Vorstufe also, das Rantasten an Veränderungsmöglichkeiten. Interessant an dieser Methode wären für mich mehr die Argumentationsgrätschen des eigenen inneren Kritikers. Denn diese sind ja die Auslöser für die Statik. Das heisst, genau hinzuhören und überprüfen, aus welchen Quellen die Gegenargumente kommen: Moral, Angst, Statusdenken, Bequemlichkeit etc. Gedankliche Mauern einzureißen macht ja nur Sinn, wenn man das Fundament der Mauer kennt.



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