Ja, das unbestimmte Gefühl, dass da noch mehr sein muss.
Ich habe mal eine interessante Frage gelesen:
Was würdest du tun, wenn du keinen Beschränkungen unterliegen würdest, keinen Verpflichtungen, keinen gesellschaftlichen Regeln, keinem Zwang Geld zu verdienen, keinen familiären oder zwischenmenschlichen Einschränkungen ... also vollkommen frei wärst?
Zugegeben, kein sehr realistisches Szenario, aber als Denkansatz ganz interessant.
Nein, so einen wirklichen Traum oder Lebensplan hatte ich nie.
Aber du hast recht. In meinem etwas gleichaltrigen Umfeld hat es auch schon Todesfälle gegeben.
Das macht nachdenklich und es wird einem bewusst, dass es auch ganz schnell enden könnte. Da fragt man sich schon ob man nicht mehr aus seinem restlichen Leben machen sollte.
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Thema: Wer und wie bin ich??
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07.05.2014, 11:59Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
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07.05.2014, 17:54
AW: Wer und wie bin ich??
Hallo ....
möchte das Thema noch mal aufgreifen, auch wenn ich den Strang nicht eröffnet habe.
Traum oder Lebensplan .... hatte ich auch nicht wirklich. Bin auch so erzogen worden, dass Träume eh nicht wahr werden, dass es wichtig ist, im Leben klar zu kommen, finanziell gut da zu stehen, nicht "in der Gosse" zu landen ...
Darauf habe ich mein Leben lang viel Energie verwendet und es ja auch irgendwie geschafft und ich habe trotzdem gut gelebt, alles mitgenommen und richtig wild gelebt, bis ich knapp 40 war. Dann habe ich geheiratet und gedacht, dass es gut geht, weil ich mir ja so lange Zeit genommen habe. Ist es aber nicht und nur die ersten Jahre waren ok. Habe mich dann lange der Illusion hin gegeben, dass das nur vorübergehende schlechte Zeiten sind, aber es wurde und wurde nicht besser und führte letztendlich zur Trennung vor ca. 5 Jahren.
Und seitdem finde ich irgendwie keinen Halt mehr und weiß nicht, wo ich eigentlich hin gehöre.
Zwei kurzzeitige Beziehungen gingen relativ schnell wieder zu Bruch und ich weiß gar nicht genau, was ich eigentlich will.
Mir fehlt auch einfach das Leben von vor meiner Ehe, aber so wird es nie wieder sein, weil die Menschen so nicht mehr sind wie damals oder teilweise es sie auch nicht mehr gibt in meinem Leben.
Es ist jetzt alles so anders .... und ich finde mich darin nicht zurecht.
Immer 1000 Ideen und dann wird doch nichts (mein Empfinden) umgesetzt.
Wenn ich Freunden davon erzähle, dass ich oft teilweise traurig zu hause rum sitze, kann das kaum einer glauben, weil alle sagen, aber du machst doch dauernd was und ... kein Wunder, dass du davon müde bist ....
Wieso sehe ich das nicht so? Warum kann ich mit dem, was ich mache, nicht zufrieden sein?
Das ist die Frage, die ich mir stelle ....
Wollts einfach mal niederschreiben .....
LG, B-F
Belle-Femme
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07.05.2014, 18:25
AW: Wer und wie bin ich??
Interessantes Thema hier....
Ich bin auch gerade dabei zu überlegen, was ich mit dem Rest meines Lebens anfange, wenn erst die Kinder aus dem Haus sind (so in 6-8 Jahren evtl. - wenn ich ein wenig "nachhelfe" :-) ) oder eben dann, wenn sie sich selbst um alles kümmern können.
Kleinere "Wünsche/Träume" kann ich mir ja jetzt schon ab und an erfüllen, für die größeren ist allerdings mehr an Freiheit notwendig. Ich würde gerne noch einiges von der Welt sehen, vielleicht auch mal für ein paar Monate aussteigen oder einfach nur mal in verschiedenen anderen Städten oder Gegenden wohnen. Einfach nur für mich alleine sorgen und verantwortlich sein.
Und zur Zufriedenheit.....wer ist schon wirklich immer zufrieden? Meist erscheint einem doch das Gras auf der anderen Seite wesentlich grüner.
Ich versuche auch gerade zu ergründen, welche "Lebensformen" es denn noch gibt, außer dem Familien- oder dem Singleleben - vielleicht auch ein wenig im Hinblick auf den teilweisen Ausstieg aus der Konsumgesellschaft.
Mit Kindern kann man (oder zumindest ich) das ja kaum bewerkstelligen, aber vielleicht im Alleingang?
Auch wenn es noch ein paar Jahre dauert, bis ich das wirklich umsetzen kann, ich finde das "Suchen" auch schon spannend und die Gedanken, wo und wie ich leben möchte und könnte.
Deshalb lebe ich im Augenblick nicht weniger im "Hier" und "Jetzt", aber so eine Veränderung in der Zukunft kann ich mir gut vorstellen. Bleibt natürlich noch die Frage, ob sich alles so verwirklichen lässt, aber wer weis das schon.
Ein Träumer hat vielleicht keinen Plan;
Aber ein Realist hat keine Visionen !!!
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07.05.2014, 19:16
AW: Wer und wie bin ich??
Hallo Abequa,
wenn ich das so überlege, habe ich doch auch Pläne für später, für die Zukunft, also so in 8-10 Jahren ...
Ich will hier noch so lange wohnen, meinen Job machen und wenn ich aufhören kann zu arbeiten und das finanziell klappt, möchte ich wohl mein Haus verkaufen und nach Spanien gehen.
Aber das ist noch so lang und ich möchte jetzt und hier mich die nächsten Jahre auch wohl fühlen und glücklich, zumindest zufrieden sein.
Man weiß ja, der Augenblick kommt nicht zurück, jede Sekunde gibt es nur einmal ....
Ich fühle mich halt oft "allein", nicht, dass ich keine Freunde hätte ....
Manchmal denke ich darüber nach, ob ich mich ehrenamtlich engagiere, etwas, was mit Menschen zu tun hat.
Dass ich die Jahre als Single lebe, ist für mich sehr wahrscheinlich und ich finde es oft sehr anstrengend, alles allein zu machen oder zu planen .... Obwohl auch das mache ich.
Fliege allein in den Urlaub ... zwar kenne ich da dann Leute vor Ort, aber im Endeffekt bin ich da allein. Finde das auch alles ganz spannend ... Aber irgendwie fehlt mir diese Unbeschwertheit, an die Dinge heran zu gehen.
So, wie es früher war ....
Ach, ich weiß auch nicht.
Ich geb auf jeden Fall auch nicht auf .... ;-)
Belle-Femme
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07.05.2014, 19:18Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Nun, zumindest bist du offensichtlich nicht die Einzige, die sich solche Fragen stellt.
Offenbar liegt es nicht allein am Beziehungsstatus (mir geht es da wie dir), denn auch Menschen mit Familie haben hier ja ähnliche Gedanken. Ich frage mich auch öfter wie man den Antrieb wieder etwas mehr aktivieren kann.
Ich habe eigentlich auch ein recht breit gefächertes Spektrum an Interessen, aber ich beneide Menschen, die wirklich für etwas brennen. Die sich mit vollem Engagement für etwas einsetzen, die mit Lust und Ehrgeiz auf etwas zusteuern.
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07.05.2014, 19:26Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
so ähnlich habe ich auch gedacht, als die Kinder klein waren ;-). Ich stelle aber gerade auch in anderen Bereichen fest, dass Traum und Wirklichkeit sich doch unterschiedlich anfühlen...
Was frühere Träume angeht, so habe ich nie ein "Gesamtkonzept" gehabt, es waren immer wieder einzelne Aspekte, die ich mir erträumt habe. Der Kern meiner Träume war aber ähnlich wie bei belle_femme. Ich kam aus einem Umfeld, in dem Frauen keine Eigenständigkeit zugestanden wurde, sie wurden in erster Linie als "Anhängsel" ihrer Männer (zuerst Vater und später Ehemann) angesehen. Ich wollte auf eigenen Beinen stehen, mein eigenes Geld verdienen, nie einen Mann "anbetteln" müssen, ob ich mir (womöglich noch von meinem Geld) dieses oder jenes kaufen dürfte, irgendwo hingehen dürfte etc. Ganz weit hinten kam aber trotzdem auch der Traum von einer Beziehung, der mir aber unter den gegebenen Umständen so sehr nach Traum vorkam, dass ich dachte, darauf kannst du eh nicht hoffen. Und dann gab es da so Träume wie die Welt erkunden, ein uralter Traum war z.B. mal nach Australien zu gehen.
Ich habe mich jetzt gute 20 Jahre dem "Kern" gewidmet, habe meinen Job, der mir die gewünschte Unabhängigkeit verschafft (inklusive genug Zeit ;-) ... das jetzt so aufzuschreiben tut richtig gut, da ich manchmal das Gefühl habe, vor lauter "Nörgeln" das Gute, was ich habe, aus den Augen zu verlieren), habe mich mit Familie versucht... ich muss gestehen, dass ich mich in diesem Bereich nie wirklich kompetent gefühlt habe und vor diesem Hintergrund heilfroh bin, dass meine Kinder trotzdem ganz gut geraten sind... ich habe das Gefühl, dass ich mich mit meiner Entscheidung für Familie und Kinder von mir, meinen Fähigkeiten/Interessen so weit entfernt habe, dass ich meine ganze Energie dafür aufbringen musste, etwas hinzubekommen, für das mir vielleicht die "Voraussetzungen" gefehlt haben (oder für das ich einfach zu jung war), dass kaum noch etwas von "mir" übrig geblieben ist. Ich stelle gerade fest, dass mir das ganz schön zu schaffen macht, dass ich normalerweise da gar nicht hinschauen kann, es sofort wahnsinnige Schuldgefühle in mir auslöst. Ich habe drei wunderbare Kinder, die ich als Menschen sehr schätze und niemals missen möchte. Aber ich habe gleichzeitig das Gefühl, für die Mutterrolle nicht "getaugt" zu haben, habe selber zu viele "Defizite" aus der eigenen Kindheit gehabt und habe es wahrscheinlich auch daher unbewusst "richtig" machen wollen. Aber für dieses "richtig" hatte ich keinen Maßstab, habe wohl auch sehr unrealistische Erwartungen an mich selber gestellt und damit mich selbst überfordert und meinen Kindern in mancherlei Hinsicht nichts Gutes getan, da ich ihnen einerseits zu gluckenhaft und zu besorgt hinterhergetrödelt bin, aber gleichzeitig mit mir und der Situation gehadert habe, weil mir die Zeit für mich gefehlt hat, von der ich angenommen hatte, als Mutter dürfte ich die nicht für mich in Anspruch nehmen.
Und jetzt stehe ich da und frage mich, darf ich loslassen? Darf ich mich anderen Dingen widmen? Ich habe gerade den Eindruck, dass mir das Hadern und das schlechte Gewissen einen Teil meiner Energie rauben und ich mich daher momentan nicht auf etwas Neues einlassen kann
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07.05.2014, 19:32Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Nein, der Beziehungsstatus alleine ist es nicht. Aber vielleicht ist es so, dass man irgendwann im Leben vor lauter vermeintlichen Pflichten das aus den Augen verliert, das einen begeistern könnte. Womöglich ist es eine Frage des... Selbstbewusstseins? Ich meine, kein Mensch in meinem Umfeld käme im ersten Augenblick auf die Idee, dass ich damit Schwierigkeiten habe
, aber trotzdem habe ich immer das Gefühl gehabt, da gäbe es einen "Plan" eine "Rolle", die ich erfüllen müsste und alles, was nicht da hineingehört hat, habe ich als Luxus angesehen, den ich mir erst dann "gönnen" durfte, wenn ich die Pflicht erfüllt hatte (ein bisschen so, wie früher, als Frauen nur außer Haus arbeiten durften, wenn sie ihre Pflichten als Ehefrau und Hausfrau nicht vernachlässigten). Dass vor lauter Pflicht irgendwann kaum noch Energie übrig ist, ist kein Wunder.
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07.05.2014, 20:27Inaktiver User
AW: Wer und wie bin ich??
Du darfst, ich würde sogar soweit gehen zu sagen, du musst.
Zum einen in deinem eigenen Interesse, zum andern auch im Interesse deiner Familie.
Sie haben sicher mehr von einer ausgeglichenen Mutter und Partnerin.
Ein gesundes Egoismus ist kein Grund sich zu schämen.
Ich war nie verheiratet und habe - soweit ich weiß - auch keine Kinder.
Aber trotzdem ... das was du beschreibst fühle ich auch häufig, allerdings habe ich ich irgendwie immer das Gefühl es noch nicht gefunden zu haben. Wie irgendetwas das raus will, das gelebt werden will, mir aber nicht bewusst ist.
Manchmal denke ich die
liegt mir direkt vor der Nase, ich sehe sie nur nicht.
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07.05.2014, 20:49Inaktiver User
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07.05.2014, 20:53Inaktiver User



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