Vielleicht kennt ihr das: Irgendetwas läuft nicht so, wie man es gerne hätte und plötzlich breitet sich ein Unmut aus, der auf andere Lebensbereiche übergreift, die damit eigentlich gar nichts zu tun haben. Ich frage mich - und nun auch euch-, was das ist.
(gekürzt)
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 42
Thema: Trotzreaktionen?
-
30.04.2014, 14:24Inaktiver User
Trotzreaktionen?
Geändert von Inaktiver User (11.12.2021 um 20:28 Uhr)
-
30.04.2014, 15:04
AW: Trotzreaktionen?
Hallo,
das Problem kenne ich auch. Bei mir sind es leichte Depressionen, die nach dem Winter auftreten. Ich habe plötzlich null Bock auf irgendetwas. Alles ist Trist und Öde.
Was ich jetzt immer mache, sowie es mir nicht so gut geht, ich gehe an die frische Luft, setze mich einfach irgendwo in den Park in die Sonne, höre den gezwitscher der Vögel zu und lasse meine Seele baumeln.
Hinterher geht es mir immer viel besser.
Was mir auch hilft, wenn ich in einer negativen Phase bin, ist, das ich mich einfach besonderst hübsch mache oder meine Wohnung gründlich putze. Es befreit mich. Versuche es auch mal.
Wenn es nicht besser wird, würde ich mal mit meinem Hausarzt sprechen, vielleicht ist es auch der Anfang einer Drepession.
-
30.04.2014, 15:10Inaktiver User
AW: Trotzreaktionen?
So ein Verhalten hat doch nichts mit einer Trotzreaktion zu tun!
Was Du beschreibst ist die Unfähigkeit zu trennen und angemessen zu reagieren.
Natürlich kann eine REaktion die ganze Stimmung senken.......aber es muss eine Verhältnismäßigkeit herrschen.
Vor allem muss ich mich den Problemen stellen und differenzieren, wo was hingehört- und wo nicht.
Wer seine Beziehung in Frage stellt, weil er Angst vor dem Test hat-- hat eben nciht nur Angst vor dem Test sondern auch um die Beziehung....nur wird die Angst sonst erfolgreich verdrängt
DA ist ein übergreifendes Gefühl nur der Schlüssel zu etwas, was immer da ist.
Wie instabil muss sich ein Mensch fühlen, wenn er durch eine Prüfung gleich sein ganzes Leben in Frage stellt??
Ich würde hier also von zwei Reaktionen sprechen.
1. zu wenig Reflektion und damit ein Vermischen von Situationen, Gefühlen und Verhaltensweisen-- etwas, was man durch Achtsamkeit und genauem Hinsehen durchaus schnell erkennen kann.
2. das fehlende Selbstbewusstsein, was bei leichten Fragestellungen gleich zu einem Zusammenbruch eines Konzeptes führt, was sonst -gerade so wohl- funktioniert.
Im übrigen erkennt man hoffentlich, dass diese negative Gefühl alles steuert-- und das damit auch ein Positives könnte! Somit verweise ich mal wieder auf das Buch "Der Gefühlsdschungel" bei dem man sehr viel über Stimmung und Denken lernen kann.
kenzia
-
30.04.2014, 15:11Inaktiver User
AW: Trotzreaktionen?
Ich überlege noch ob ich dich richtig verstehe...
du läßt dich durch äußere Umstände runterziehen? Und hast dann auch in anderen Bereichen keine Lust etwas zu machen? So in etwa?
Ich kenne das nicht. Ich trenne das aber auch. Ärger im Job hört bei mir auch, wenn das Büro verlasse. Dann blende ich das völlig aus bis zum nächsten Tag im Büro.
Und andersherum genauso - obwohl ich zu den Menschen gehöre die nicht lange schmoren lassen. Ärger mit dem Chef - wir sofort geklärt. Ärger mit dem Mann - sofort....usw.
Ich hab so eigentlich immer den Kopf frei und trage selten länger an Dingen herum...
Und wenn es doch mal für mich heftig kommt....egal was: vieles lohnt nicht er Aufregung, vieles erledigt sich von allein und vieles sieht am nächsten Tag schon ganz anders....
-
30.04.2014, 15:17
AW: Trotzreaktionen?
Hallo Fenimi,
interessantes Thema.
Ähnliche Beobachten mache ich auch an mir: wenn es in einem Bereich so richig holpert, taucht dieser Trotz an anderer Stelle um so stärker auf. Das geht dann bis zum Aufblasen eigentlich nebensächlicher Unerfreulichkeiten auf Katastrophengröße. So genau hab ich bisher gar nicht drüber nachgedacht, nur aufgepaßt, daß ich einigermaßen auf Kurs bleibe.
Eine mögliche Erklärung: Das sind dann sowas wie Übersprungshandlungen. Anstatt auf der Baustelle zu arbeiten, die das Unwohlsein auslöst (fordernder Chef z.B.) werden Nebenkriegsschauplätze aufgemacht, wo es evtl. weniger gefährlich ist oder weniger an die Substanz geht, sich aber immer noch genug Reibungspunkte bieten, um den inneren Druck abzubauen. Oder wo man sich reiben kann, ohne wirklich Konsequenzen ziehen und den Konflikt lösen zu müssen. Vielleicht, weil in dem Moment auch die Kraft zur Konfliktlösung fehlt oder es nicht der passende Moment ist, der innere Druck aber trotzdem nach einem Ventil sucht.
Oder man ist trotzig, weil man sich eigentlich wünscht, gehört zu werden. Daß jemand ehrlich interessiert fragt: “Was ist denn mit dir?“ und man seinen Kummer loswerden und getröstet werden kann. Kurz: Man will auf den Arm.
Das sind nur so erste Überlegungen.
-
30.04.2014, 15:20
-
30.04.2014, 15:59Inaktiver User
AW: Trotzreaktionen?
Vielen Dank für eure Antworten! An allen ist etwas dran.
Oder man weiß nicht wie. Das was Dharma beschreibt - trennen und direkt ansprechen - mir fallen oft überhaupt nicht die richtigen Worte dafür ein oder eich erkenne das Problem noch nicht einmal. Als hätte ich die falsche Brille auf.
Genau.
Interessant! was meinst du damit?
Das ist natürlich auch richtig.Geändert von Inaktiver User (11.12.2021 um 20:29 Uhr)
-
30.04.2014, 17:45Inaktiver User
AW: Trotzreaktionen?
Ich erinnere mich z.B. an Menschen, die nach bestandener Prüfung grundsätzliche Zweifel daran hatten, ob sie sich für den richtigen Beruf entschieden hatten und ob sie nicht überhaupt einiges in ihrem Leben ändern sollten. Dann bekamen sie eine Stelle und all diese Fragen verschwanden. Ich halte das in Umbruchsituation oder wenn die Zukunft ungewiss ist, für normal.
Ebenso erinnere ich mich an Frauen, die lautstark und vehement ihre beruflichen Pläne herleiteten - selbstverständlich sei da kein Platz für Kinder! Inzwischen würde ich sagen, kann das ein Indiz für einen Kinderwunsch sein.
Die drei Frauen, an die ich nun denke, waren kurze Zeit später schwanger und alles - das Berufliche wie das Private - fand sich ganz automatisch und undramatisch.
-
30.04.2014, 18:26Inaktiver User
AW: Trotzreaktionen?
Also verstehe ich das richtig- es geht um Folgendes:
Es gibt einen Konflikt, der nicht offen ausgetragen werden kann.
Dieser Konflikt verlagert sich nach innen- nach außen wird eine Fassade aufgebaut- und auf Dauer führt das zu einem Lebensgefühl, welches den Sinn des Lebens (im Extremfall) nach sich zieht??
Das bedeutet doch nur, dass es noch keinen Weg gibt wie man mit einem Konflikt für sich richtig umgeht.
Konfrontationstraining- sag ich mal....eine zeitlang mal genau hinspüren, was man wirklich will und das auch LAUT sagen!
Vielleicht nicht gerade beim Chef anfangen zu üben
aber bei Freunden oder in der FAmilie.
Bei den Zeilen wirkt alles dermassen unklar und undefiniert-- ein Tagebuch, in dem man mal absolut genau aufschreibt- was ist geschehen?, wie hab ich mich gefühlt?, warum hab ich mich so gefühlt? ist da sicher sehr hilfreich.
Es muss erst einmal klar werden, was gelaufen ist und auch, wo der eigene Anteil liegt.
Was hat man beigetragen, was nicht......wo könnte man etwas ändern, wo nicht....was habe ich überhaupt für Möglichkeiten?
Eine Trotzreaktion wäre, wenn die Mutter dem Kind verbietet zu spielen und es soll statt dessen in der Küche helfen- und das Kind weigert sich aufgrund der Umstände bei der Küchenarbeit.
Sowas ist Trotz!
Hilflos rumagieren auf anderen - verschobenen- Schauplätzen......hat nix mit Trotz zu tun.
kenzia
-
30.04.2014, 18:44Inaktiver User


Zitieren


