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    Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    Liebes Forum,
    ich habe gerade ein Telefonat mit meiner Mutter hinter mir...
    Ich bin vor fünf Jahren in eine Großstadt gezogen (ca. 2 h mit dem Auto von meinem Heimatort) und habe noch immer das Gefühl, mich von zu Hause noch nicht gelöst zu haben. Ich bin mittlerweile 32, habe Job und bin unabhängig (kein Mann, keine Kinder). Kann es deshalb sein - weil ich noch keine eigene Familie habe - dass ich mich noch immer so von zu Hause beeinflussen lasse? Dass ich mir manchmal wünsche, wieder "zuhause" zu wohnen, obwohl ich gleichzeitig nicht weiß, ob ich da noch reinpassen würde, sondern mir einfach nur die "Geborgenheit" der kleineren Stadt und meiner Familie wieder wünschen würde? Weil ich eigentlich gerne schon "angekommen" wäre, aber aus den unterschiedlichsten Gründen noch immer alleine bin und mir ein "Heimathafen" fehlt?
    Meine Großmutter wird alt, ich habe das Gefühl, meine Mutter nicht unterstützen zu können. Wie wird man diese Schuldgefühle den Eltern gegenüber los, die Heimat verlassen zu haben und ihnen nicht helfen zu können? Bin immer wieder hin- und hergerissen, ob ich bleiben oder wieder zurückgehen soll, und frage mich - wann habt ihr gemerkt, dass Ihr erwachsen seid und kein "Kind" mehr? Behandeln euch eure Eltern noch als "Kinder", nur weil ihr ungebunden seid? Wie geht ihr als "Kinder" mit dem Älterwerden der Eltern/Großeltern um?Bin im Moment mit meiner Situation generell etwas unzufrieden, aber mag nicht dauernd all diese Überlegungen im Kopf haben :-) Habt ihr da Tricks/Tipps/Erfahrungen?
    Eure Gedanken zum Thema würden mich mal interessieren :-) Geht es jemandem ähnlich?
    LG, Spatz81

  2. Inaktiver User

    AW: Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    "Die Heimat verlassen" - wenn Du nur zwei Autostunden entfernt wohnst....? Bisschen dicke aufgetragen, oder?
    Das klingt ja, als wenn Du ausgewandert wärst.

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    AW: Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Die Heimat verlassen" - wenn Du nur zwei Autostunden entfernt wohnst....? Bisschen dicke aufgetragen, oder?
    Das klingt ja, als wenn Du ausgewandert wärst.
    Haha - Danke für den Hinweis! ;-) Du hast Recht, aber so fühlt es sich eben manchmal an...sagt vielleicht eh schon einiges aus :-D

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    AW: Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    Naja, aber um "mal eben so" vorbeizufahren ist es aber auch zu weit. Ich kann Dich, spatz, schon verstehen.

    Hast Du denn gute Freunde gefunden in Deiner neuen Heimat? Hast Du Hobbies? Wie oft fährst Du zu Deiner Mutter zum Besuch?

    Ich habe auch immer noch Probleme, mich meinen Eltern gegenüber komplett "erwachsen" zu verhalten bzw so behandelt zu werden, weil sie beide in vielen Dingen, die mich im Moment beschäftigen (Hauskauf und -verkauf, Renovierung) viel Erfahrung haben und ich selbst eben nicht.
    Sich um Deine Oma zu kümmern, ist meiner Meinung nach aber in erster Linie die Aufgabe Deiner Mutter, Du wirst später sicher bei Deiner Mutter dann diese Aufgabe übernehmen. Ich fahre auch einmal die Woche mit zu meinem Großvater und schaue nach ihm, aber den Papierkram mit Pflege- und Krankenversichung und Heim usw klären meine Eltern selbst.

    Es ist wichtig, dass Ihr Euch über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht informiert, falls Ihr das noch nicht getan habt. Da kannst Du Deiner Mutter sicher zur Seite stehen, es kommt ja auch ein bisschen drauf an, wie fit Deine Ma mit solchen Sachen ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    Wolkentier,eine ca.Distanz von 200km können viel sein und nix mehr mit dem Herkunftsort zu tun haben.
    Dass du,Spatz, deiner Mutter bei der Betreuung der Grosseltern nicht bis wenig helfen kannst,ist nicht verwunderlich,denn du arbeitest doch wohl ganztägig.Selbst wenn du am Heimatort wohnen würdest,wär nicht viel Hilfe möglich.Bei Lichte besehen sind in erster Linie auch die Mutter und deren eventuelle Geschwister zuständig.

  6. Inaktiver User

    AW: Irgendwie Schuldgefühle, weil aus dem Heimatort weggezogen...

    Zitat Zitat von spatz81 Beitrag anzeigen
    Wie wird man diese Schuldgefühle den Eltern gegenüber los, die Heimat verlassen zu haben und ihnen nicht helfen zu können? Bin immer wieder hin- und hergerissen, ob ich bleiben oder wieder zurückgehen soll, und frage mich - wann habt ihr gemerkt, dass Ihr erwachsen seid und kein "Kind" mehr? Behandeln euch eure Eltern noch als "Kinder", nur weil ihr ungebunden seid? Wie geht ihr als "Kinder" mit dem Älterwerden der Eltern/Großeltern um?Bin im Moment mit meiner Situation generell etwas unzufrieden, aber mag nicht dauernd all diese Überlegungen im Kopf haben :-) Habt ihr da Tricks/Tipps/Erfahrungen?
    Eure Gedanken zum Thema würden mich mal interessieren :-) Geht es jemandem ähnlich?
    LG, Spatz81
    Hallo Spatz81,
    Bei mir war es so, dass ich mich erst mit Anfang 30 final von meinem Heimatort löste -vorher kreiste ich trotz unterschiedlicher Wohnorte doch immer wieder darum herum, meist bedingt durch meinen Freund, der noch eine ganze Weile dort wohnte.

    Als wir dann "entgültig" 400 km weg zogen, war das für meine Mutter einerseits sehr schlimm; andererseits merkte ich aber schnell, dass sie primär wollte, dass ich "zu ihr" kommen sollte, sie aber kaum beteit war, mal selbst in den Zug zu steigen. Irgendwann musste ich für mich feststellen, dass es dabei weniger um mich als Person ging (sonst wäre sie öfters gekommen), sondern mehr um das Ausfüllen des "leeren Nests". Daher wollte ich mich vor diesen Karren nicht mehr spannen lassen und habe nun den persönlichen Kontakt auf maximal 1x pro Quartal beschränkt. Ich nehme mir auch heraus, mal nicht ans Telefon zu gehen, wenn meine Eltern dran sind -so viel Freiraum muss sein. Dann war ich eben gerade einkaufen oder im Keller.

    Zum Älterwerden habe ich ganz klar die Position, dass man sich frühzeitig damit befassen sollte, wo und wie man seinen Lebensabend verbringen will. Wenn meine Eltern sich darüber keine Gedanken machen, bin ich nicht verpflichtet, das gerade zu rücken. Ich helfe gern, wenn das sinnvoll zu realisieren ist, bin aber kein Goliath, der alles stemmen kann und muss.

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