Niemand ist normal, und du hörst dich an, als wärst du auf einem guten Weg -- nicht in zu einem "normal" aber zu "kommt klar und es geht ihr nicht unnötig schlecht". Früher hätte man "einzelgängerisch und melancholisch" gesagt, oder vielleicht, in den richtigen Gesellschaftsschichten, "ein empfindsamer Geist", heute sagt man "introvertiert und depressiv". Das sind alles nur Aufkleber auf Schubladen.
Ich finde, Lesen ist ein tolles Hobby und hervorragend geeignet, um darüber zu reden.![]()
Laß ruhig angehen. Leute, die dich mögen und dir wohlwollen freuen sich für dich, wenn du sagst, daß du etwas erreicht hast, was für dich wichtig war. Und wenn es ist, morgens aus dem Bett gekommen zu sein! Und wenn dich jemand "nicht normal" nennt, dann hoffentlich in einem Tonfall von Respekt und Bewunderung. Ansonsten sagt er mehr über seinen eigenen begrenzten Horizont als über dich. (Meine sehr liebe Großtante fragte immer besorgt, ob ich denn gar keine normalen Leute kennen würde. Ich sagte damals "Normale Leute langweilen mich." Heute würde ich sagen, "Jeder, den ich kenne, ist etwas besonderes!")
Übe erst mal, du selbst zu sein. Mach, womit du dich gut und sicher fühlst, und dann einen ganz kleinen Schritt weiter in eine Richtung, wo du denkst, da könnte es auch gut sein.
Wie problematisch ist das mit dem "keine Arbeit" für dich?
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Ergebnis 41 bis 50 von 89
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24.04.2014, 14:46
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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24.04.2014, 15:02
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Zuerst war ich heilfroh, nicht arbeiten zu müssen. Ich hatte so viel aufzuarbeiten und brauchte sehr viel Ruhe.
Nun fühle ich mich stabiler und möchte arbeiten. Langweile mich teilweise schon und brauche auch die Struktur wieder. Und eine Arbeit würde mich in meinem Selbstwert stärken.
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24.04.2014, 15:08
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
kerstin,
jeder von uns will wohl gerne mal aus dem hamsterrad "arbeit" raus . . das muss man sich aber leisten können.
meinst du, ich sitze gerne jeden tag gerne im Büro meiner ein-frau-GmbH? (noch dazu mit vollem Risiko, wenn die Konjunktur einbricht und die kunden an allem sparen . .)
nochmal die frage nach deinem beruf: hast du einen und willst du ihn weiterhin ausüben?
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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24.04.2014, 15:08
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Liebe Kerstin32, also ich haette deine psychische Verfassung aus Deinem post nicht erkannt. Und was waere denn "normal?" fuer dich?
Ich finde es bemerkenswert, dass du den Kontakt zu deinen Eltern eingeschraenkt hast weil du merkst, dass es dir nicht gut tut - alle Achtung, du bist dir anscheinend gar nicht bewusst was fuer ein schwieriger Schritt das ist?
Und sich mit dem "Innen" zu befassen ist auch nicht leicht - ich behaupte sehr aktive Menschen sind deshalb so aktiv weil sie vor Ihrem "Innen" davon laufen.
Und da schliesse ich mich auch gar nicht aus.Mein Leben, bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir!
(Opernplakat in Berlin)
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24.04.2014, 15:16Inaktiver User
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Ich bewundere ehrlich gesagt Menschen, die sich ewig in Bücher vertiefen können. Ich schaffe das nie und ich hab auch keine beeindruckende Bibliothek im Haus. Lediglich ein paar Sachbücher, Reisebücher und lustige Taschenbücher.
Genieß doch die Entschleunigung in Deinem Leben.
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24.04.2014, 15:44
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Hallo Kerstin,
da empfehle ich dir Robert Betz "Willst du normal sein oder glücklich?"
Was ist schon normal?
Normal .... die Norm .... = das, was alle (anderen) machen oder tun? Und nur, weil das vielleicht nicht dein Ding ist, fühlst du dich als unnormal und nicht akzeptiert?
Es kann sein, dass dich die Dinge, die du zurzeit machst nicht erfüllen, sprich, dich nicht glücklich machen, aber womöglich sind es auch nicht die Dinge, die andere tun und die du als "normal" dahin stellst.
zu schauen, was will ich denn überhaupt, was tut mir gut, egal, was die anderen davon halten, ich glaube das ist der Schlüssel und ehrlich, ich find zu "normal" eigentlich langweilig .... ;-)
Ich habe das Gefühl, du bist schon auf dem richtigen Weg, weiter so ....
LG
Belle-Femme
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24.04.2014, 15:54
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Robert Betz ist super! Ich wollte Ihn auch schon empfehlen, war mir aber nicht sicher ob das unter Werbung fallen wuerde.
Mein Leben, bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir!
(Opernplakat in Berlin)
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24.04.2014, 16:11
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24.04.2014, 16:50Inaktiver User
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
Warum bezeichnest du dich als unnormal? Normal ist keine definierte Norm. Und krank sein hat nichts mit Unnormalität zu tun.
Du schreibst doch selbst, dass du jahrelang depressiv warst, also ist doch der Rückschluß auf eine psychische Problematik nicht von der Hand zu weisen.
Ich habe das geschrieben, weil ich aufgrund meiner Arbeit viel mit dem Thema Psyche zu tun habe. Das heißt jetzt aber nicht, dass jeder deine Problematik erkennt.
Du bist gerade auf einer schlechten Schiene und redest dir etwas ein, was so nicht ist. Du bist nicht unnormal. Es ist durchaus normal introvertiert zu sein und psychische Problematiken haben auch nichts mit unnormal zu tun. Du hast deine Probleme erkannt und arbeitest daran. Da kannst du stolz darauf sein. Schaffe dir doch nicht neue Probleme indem du dich als unnormal ansiehst.
Wichtig ist, dass du dich langsam "nach vorne" arbeitest, etwas offener wirst anderen gegenüber. Aber das braucht sehr viel Zeit. Erzwingen kann man nichts. Du mußt mit dir selbst Geduld haben.
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24.04.2014, 17:03Inaktiver User
AW: Hilfe, ich weiß nichts mit mir anzufangen...
das ist auf jeden fall völlig normal!!
alle menschen, die ich kenne, geraten in identitätskrisen, wenn sie sich nicht spüren, sei es in der liebe oder eben in bezug auf leistung/arbeit.
und die reaktion, sich ins schneckenhaus zurückzuziehen, ist weit verbreitet!
ich kann mich noch erinnern, wie ich in einer berufsfindungsphase gehasst haben, wenn mich leute fragten, was ich mache und nicht genau wusste, was ich antworten sollte. damals hatte ich auch schwierigkeiten mit neuen kontakten.
eine möglichkeit, mit dem problem umzugehen, ist, den fokus auf die anderen zu lenken. also mehr zu fragen, was die machen und eben nicht so viel von sich zu erzählen.
die meisten leute freuen sich, wenn man sich für sie interessiert und erzählen gerne - fragen und zuhören ist auch eine möglichkeit, sich in einen kontakt einzubringen.



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