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22.04.2014, 11:39Inaktiver User
AW: Menschen, die völlig allein stehen
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22.04.2014, 11:48
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Gerade weil es Situationen im Leben gibt, bei denen das soziale Umfeld wegbrechen kann, ist es umso wichtiger aktiv Kontakte zu haben. Vereine und Organisationen bieten hierzu die Möglichkeit verschiedenste Menschen kennenzulernen. Das ist keine Garantie für zukünftige Freundschaften, aber ein Schritt in diese Richtung, der zumindest nicht falsch ist.
Volle Zutimmung, kann ich nur unterstreichen.
Aber vor solchen Phasen im Leben bleibt doch kaum jemand verschont. Das gehört (leider) dazu und benötigt seine Zeit. Die gilt es auszuhalten und peu à peu wieder in die Gesellschaft einzutauchen. Das ist nie einfach und mit Wunden und Narben aus vergangenen Zeiten muss man dann vorsichtig, aber beherzt und zuversichtlich Neues wagen. Sonst erstarrt man in seinem Schneckenhaus.
Das ist auch meine Erfahrung. In dem Fall war es keine Freundschaft und lässt einen leicht bitteren Geschmack zurück.
Und gerade weil es schwierig ist, neu eine Freundin, einen Freund zu finden, muss man schauen, welche Freundschaften über die Jahrzehnte hinweg es gilt zu pflegen. Gegenseitige Pflege macht es leichter, ist aber sicher auch rar gesäht.
Die Pflege von bettlägerigen oder intensiv zu betreuenden Menschen isoliert leider. Das lässt die Gesamtlage meist nicht anders zu.
Es geht nicht darum, dass man sich schnell ein soziales nahes Umfeld schaffen kann. Aber nach 50 und mehr Jahren nicht einen einzigen Schulfreund, lieben Nachbarn, ehemaligen Arbeitskollegen oder sonstjemand zu haben, mit dem man sich austauschen kann und ihn als Freund zu bezeichnen, das finde ich schon etwas seltsam.
Ich habe in den Jahrzehnten lernen müssen, dass leider sehr viele Menschen sich im Nachhinein als jemand entpuppt haben, der einzig daran interessiert war, sein gegenüber als Bespasser seiner Freizeit zu nutzen.
Darauf kann ich verzichten und widme meine Zeit und Energie lieber den langjährigen, lieben Weggefährten.
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22.04.2014, 13:19
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Ich kenne tatsächlich nicht wenige Männer, die keinen eigenen Freundeskreis haben, keinen Vetrauten, mit dem sie sich austauschen können. Das ist tendenziell doch eher ein Frauending. Männer haben häufig Bekanntschaften über Vereine, wo sich die Gemeinsamkeit dann auf das gemeinsam Tun beschränkt. Und wenn sie wegziehen oder das Hobby nicht mehr ausüben können, enden diese Kontakte. Der andere Teil sind dann Paar-Freundschaften, die meist von den Frauen gepflegt werden und nach einer Trennung ebenfalls enden.
Ich wüsste auf Anhieb einige Männer, bei denen ich ziemlich sicher wäre, dass sie im Fall einer Trennung oder Tod der Partnerin ziemlich alleine dastaänden. Und das sind allesamt weder Soziopathen noch verklemmte Eigenbrötler
Es ist ja auch die Frage, wen ich zu meinen Freunden zähle. Die Nachbarn, zu denen ich ein herzliches Verhältnis habe und mit denen ich von Zeit zu Zeit sogar mal bei einem Glas Wein quatsche, würde ich spontan nicht dazuzählen. Das ist eher die Kategorie gute Bekannte oder eben Nachbarn. Man unterhält sich, man hilft sich aus, wenn Not am Mann ist, aber würde einer von uns ausziehen, wäre der Kontakt schnell zu Ende, weil das verbindende Element fehlt.
Die letzte gute stabile Freundschaft, die ich geschlossen habe, ist jetzt auch schon fast zehn Jahre halt. In einer jüngeren Freundschaft würde ich auch noch Potenzial sehen. Ansonsten sind meine Freundschaften gut 20 Jahre und älter. Was mir auch zeigt, dass es mit zunehmendem Alter nicht leichter wird, neue Freunde zu finden. Und die alten sind mittlerweile weit verstreut. Etliche Freundschafsanbahnungen in den letzten Jahren sind eben auch wieder in die Brüche gegangen wegen diverser Unvereinbarkeiten. Und ich glaue nicht mal, dass ich selbst nun so schwierig geworden bin.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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22.04.2014, 14:27
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Da gebe ich dir absolut recht.
Die Freundschaften, bei denen man sich "zuhause" und verstanden fühlt, ohne viel erklären zu müssen, sind meit Jahrzehnte her.
Die meisten und besten stammen aus der Kindheit, Schule oder der Ausbildung. Da lernte man sich noch inclusive Eltern und Umfeld kennen und vieles ist daher einfach miterlebt, be´kannt. Sowas ist unbezahlbar und lässt sich nicht in späteren Jahren derart vertrauensvoll aufbauen und inhaltlich füllen.
Diese Dinge sollten schon in der Schule (Ethikunterricht?, Sozialkunde?) angesprochen werden. Besonders bei Klassentreffen merkt man die Verbundenheit, wenn auch nicht unbedingt Freundschaft allenthalben, so ist jedoch das Wohlsein garantiert.
Ich pflege bewusst die "alten" Freundschaften. Aber da gehört halt wirklich auch Pflege dazu. Hier heisst es Zeit einräumen für Begegnungen und Briefwechsel oder Telefonate in Regelmäßigkeit. nicht immer leicht, aber ohne geht zuviel verloren.
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22.04.2014, 14:46Inaktiver User
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Einen Kontakt habe ich auch mit dem Mann vom Kiosk nebenan.
Bekannte oder sogar Freunde zu finden ist etwas ganz anderes.
Sehe ich auch so Malina.
Es nun mal Leute die weniger kontaktfreudig sind und eben nicht so einfach auf andere zugehen. Wenn diesen dann durch irgendwelche Umstände ihr jahrelang gewachsenes soziales Umfeld wegbricht, können sie sich nicht mal eben mit verstärkten Aktivitäten einen neuen Freundeskreis basteln.
Und in dem Zusammenhang von "selber schuld" zu reden ist ziemlich unsinnig.
Da könnte man auch pauschal jeden Single sagen ... Was beschwerst du dich, selbst schuld, such dir einfach jemanden
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22.04.2014, 15:04Inaktiver User
AW: Menschen, die völlig allein stehen
dann stellt sich wohl die frage, wenn man selbst nicht schuld ist, wessen schuld ist es dann?
schicksal?
das umfeld?
die anderen?
und man selbst hat keinen anteil?
das ist ja die einfachste lösung.
nur hilft sie keinem.
allein ist allein.
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22.04.2014, 15:05
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Naja, aber ich kenne z.B. auch Leute, die in der Schule Außenseiter waren und keine echten Freunde hatten. Mir ging es im Studium aus verschiedenen Gründen so. Am Ende ist mir aus der Zeit eine Freundschaft geblieben, die dann aber auch irgendwann auseinander gegangen ist. Aus der Schulzeit hab ich noch meine beste Freundin. Zwei andere gute Freundinnen aus der Zeit im Ausland. Beide wohnen in verschiedenen Ländern ziemlich weit weg. Trotzdem versuchen wir uns regelmäßig zu sehen.
Aus dem beruflichen Umfeld sind zwei Freundschaften hervorgegangen, wo ich sagen würde, die würden auch einen Jobwechsel überleben.
Das ist dann mit ein paar anderen, die ich hier nicht aufgezählt habe, eine gute Handvoll Freunde aus über 40 Jahren Leben. So überragend viel ist nicht. Auf der anderen Seite stehen mindestens zwei- bis dreimal so viele Menschen, die nur sporadisch für mehr oder weniger lange Zeit Teil meines Lebens waren, wobei die Tendenz abnehmend ist. D.h. die abgebrochenen Kontakte werden nicht mehr so schnell ersetzt wie vielleicht noch vor 10 oder 20 Jahren.
Langjährige Freundschaften sind in meinen Augen ein Geschenk. Ich kann selbst noch so viel dafür tun, sie zu erhalten, wenn von der Gegenseite nichts mehr kommt, war es das.
Ich bin vor zwei Jahren in meine alte Heimatstadt zurückgezogen, wo ich keine Kontakte mehr hatte. In den zwei Jahren hab ich eine gute Freundschaft geschlossen und diverse Bekanntschaften, die aber nicht über den Bekanntenstatus hinauswachsen. Und es ist nicht so, als hätte ich nix dafür getan, wobei ich aber von meinem Naturell her auch etwas zurückhaltend bin.
Alles in allem hab ich Freunde, aber ich fühl mich innerlich von den ganz Einsamen nicht sooo weit weg wie einige hier.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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22.04.2014, 15:06
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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22.04.2014, 15:14Inaktiver User
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Freundschaften zu schließen find ich nun weitaus einfach als eine Lebenspartnerschaft. Ich bin mit einigen Leuten befreundet, die völlig anders leben als ich, das macht die Freundschaft interessant, in einer Beziehung wären das permanente Zerreissproben.
Und andererseits zieh ich mir den Schuh schon an: wenn ich was nicht so hinbekomme wie andere, dann kann ich mir von denen schon was abschauen. Oder ich will das nicht, dann bleibt alles so wie es ist. Das ist aber meine Entscheidung und mein Handlungsspielraum.
Zu meinen, anderen wäre das alles zugeflogen und nur ich würde ungerechterweise von aller Welt verkannt wär mir nun wieder zu simpel.
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22.04.2014, 15:33Inaktiver User
AW: Menschen, die völlig allein stehen
Ich denke es hat nicht immer mit Schuld zu tun.
Sicher, jemand, der sich z.B. aus Bequemlichkeit nicht um seine sozialen Kontake kümmern ist selber schuld.
Aber sind auch die "schuld", die kontaktscheu, schüchtern oder introvertiert sind ? Die, denen durch äußere Umstände ihr soziales Netz weggebrochen ist?
Ich denke es ist immer leicht für jemanden, der eher extrovertiert und gesellig ist zu sagen ... dann geh doch unter Leute. Für manche ist das aber nicht so einfach, jedenfalls nicht einen wirklichen Freundeskreis aufzubauen, der nicht nur ein oberflächlicher Zeitvertreib ist.



: ich habe Zeit (ich bin ja Single), aber andere haben keine Zeit, weil sie Familie etc. haben.
denn die Famile hat immer Vorrang (oder das Hobby etc.)
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