Hallo zusammen!
Vor fast einem Jahr hatte ich ein ganz ähnliches Thema; nämlich dass mich andere Menschen verunsichern. Bin tendenziell eher introvertiert, aber trotzdem recht gesellig; problematisch, wer mag, kann das noch mal in dem anderen Beitrag nachlesen.
Nun habe ich mir viel von dem zu Herzen genommen, was da geschrieben stand und heute - ein Jahr später - stelle ich fest, dass mich die beschriebenen Bekannten nicht nur (oder auch: nicht mehr nur) verunsichern, sondern auch verärgern!
Was ich leider immer noch nicht so raus habe ist das Grenzen setzen, freundlich und rechtzeitig. Vielleicht rührt mein Ärger daher.
Deswegen möchte ich heute mal in die Runde fragen:
Bei welchen Reaktionen setzt ihr wie Grenzen? Damit meine ich vor allem die zwischenmenschlichen Nuancen, also wenn ihr das Gefühl habt, dass sich eure Freunde/Bekannte irgendwie "daneben benehmen".
Oder noch anders: bestimmte Reaktionen rühren ja daher, dass Menschen evtl mit sich selbst nicht zufrieden oder neidisch oder missmutig oder wie auch immer sind. Sie nutzen dann den Kontakt um das rauszulassen. Ist das für euch okay?
Würd mich mal interessieren!
Antworten
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11.04.2014, 00:14Inaktiver User
Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
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11.04.2014, 08:44
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Guten Morgen:-)
subtiles Thema, bzw Verhalten
Menschen, die grundsätzlich "so" sind, meide ich - zumindest privat!
Menschen, die mir nahe stehen und nur situativ oder ansatzweise "so" sind-da wird es schwierig für mich
Und ehrlich gesagt, sehe ich es als Herausforderung für mich, da ich ich sowohl sehr tolerant und verständnisvoll bin, als auch plötzlich und unerwartet, kompromisslos und konsequent.
Ich kann auch gut Beziehungen beenden, habe aber mit zunehmenderem Alter etwas Sorge, dass das ev zu Einsamkeit führen könnte
Andrerseits immer wieder neue Menschen in meinem Leben aufnehme
Von daher glaube ich, es ist ein "ewiger" Prozess und es gilt situativ in sich zu spüren
Es wird Zeit für eine neue Signatur
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11.04.2014, 10:21
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Hallo Selina,
Freundlich ist leichter, wenn man's rechtzeitig tut, und um es rechtzeitig zu tun, hilft's, seine eigenen Reaktionen im Auge zu behalten, damit man nicht selber erst in dem Moment merkt, daß etwas nicht stimmt, wenn das Faß überläuft.
Deswegen, wenn einem eine Laus über die Leber läuft: Innehalten und das Tier identifizieren. Und dann überlegen, ob und wie man das dieses oder spätestens nächstes Mal besser handhaben kann.
Es wäre natürlich eine tolle Lösung, wenn am Ende alle glücklich sind und einander liebhaben, aber man hat ja keine Kontrolle über das (Gefühls-)Leben anderer Leute. Meine Faustregel ist immer, jeder sollte Feedback bekommen, und fast jeder kriegt eine zweite Chance. Mit dritten Chancen bin ich allerdings zurückhaltend, da sag ich mir dann, "der ist auf dem Gebiet nun mal so drauf."
Sich zu sagen, "Menschen sind (blah)" und "nutzen Kontakte um (blah)" empfinde ich als zu allgemein, um brauchbar zu sein. Jeder hat seine Empfindlichkeiten und Erwartungen, jeder ist mal angenagt und reagiert schlecht. Man kann das in dem Maße tolerieren, wie man die Leute mag oder man Distanz von ihnen hat, aber es bilden sich auch Gewohnheiten. Wenn die Toleranz nicht mehr leichtfällt, ist der Moment, auf eine wie höfliche Art auch immer zu sagen, "du nervst, bitte laß' das."
Je nachdem, welche Reaktion darauf kommt, macht man dann weiter. Einfachheit, Gelassenheit und Konsistenz helfen, Beziehungen so zu gestalten, daß sie einen nicht unnötig anfressen.Geändert von wildwusel (12.04.2014 um 21:12 Uhr) Grund: tippfuhler.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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11.04.2014, 11:15
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Mir ist das zu theoretisch, um mitdiskutieren zu können. Wie wäre es mit ein paar Beispielen?
The original Karla
est. 2006











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11.04.2014, 21:39
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13.04.2014, 10:48Inaktiver User
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Im allgemeinen darüber zu diskutieren ist schwierig. Ich finde es wichtig auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Das irrt sich nicht.
Wenn jemand ständig meine Grenzen übertritt rede ich mit dem jenigen und wenn das nicht hilft, trenne ich mich von diesem Menschen. Es gibt aber viele Nuancen und es kommt auch darauf an ob ich mit der Person dienstlich oder privat zu tun habe.
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13.04.2014, 19:02Inaktiver User
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Hallo! Danke für eure Antworten! Ja, stimmt, ein wenig theoretisch war es schon, ich werde gleich Beispiele nachlegen.
Vorher noch: es ist also ein ndividuelles Abwägen, was man "mit sich machen" lässt und was nicht... jaja... so ist das wohl. Mhm. Ich finde es aber sehr schwierig. Leider.
Ich mag viele Menschen in meinem Umfeld eigentlich recht gerne, aber ich merke auch, dass ich einige von ihnen nicht um mich haben kann, wenn es mir z.B. nicht 100% gut geht, ich Stress habe o.ä.
Treffen mit diesen Leuten sind halt neutral bis interessant (meistens dann, wenn wir irgendwas unternehmen oder uns schon sehr lange nicht mehr gesehen haben). Ansonsten könnte ich aber, abgesehen von der Geselligkeit und dass ich es auch immer nett finde, mich auszutauschen, eigentlich auf sie verzichten, weil mir die Begegnungen oft mehr Energie nehmen als geben. (Siehe oben, das hat aber auch mit meinem Charakter /introvertiert/ zu tun.)
Nun denn, ein paar Beispiele...
Allgemein gesagt handelt es sich, glaube ich, um so eine gewisse Lieblosigkeit, die mir bei den Freundinnen auffällt. Sowohl sich selber gegenüber (ich kann nichts, mein Beruf ist schwierig und doof, ich kriege niemals einen Mann usw.) als auch mir gegenüber - allerdings sehr subtil (da wird z.B. meine Wohnung/ Kleidung/ ein Foto von mir irgendwie "kritisiert" oder abgewertet). Das geschieht, wie gesagt, sehr subtil und sehr selten, aber wenn es passiert bin ich immer ganz baff und zweifle die Beziehung an.
Auch gut: es wird über andere Menschen negativ gesprochen, nicht so offensichtlich, teils in Sorge verhüllt (z.B. Bei xyz ist die Altersarmut doch schon vorprogramiert. // Handelt sich um eine wie ich finde sehr inspirierende Person, die gerade dabei ist, "ihren Weg" zu gehen und noch mal studiert. Das sage ich dann auch, woraufhin meistens auch nichts negatives mehr kommt. Ich meine, ehrlich, das weiß doch keiner, wie es in 30/40 Jahren bei uns aussieht.)
Auf der anderen Seite bekomme ich öfter mal zu hören, dass bei mir ja alles toll läuft (wenn ich mich mal über irgendwas beklage) und dass mir alles in den Schoß fällt. So richtig ernst genommen fühle ich mich dann nicht.
Tja. Das waren jetzt viele negative Beispiele und ich möchte noch mal betonen, dass ich auch viel Freude und Spaß mit den oben genannten Menschen haben kann. Mich ärgert dann teilweise, dass ich oft recht dünnhäutig bin und mir jede noch so kleine Missbilligung der anderen auffällt. Das würde ich gerne abstellen, bzw. einfach adäuat darauf reagieren, damit es mich im Nachhinein nicht mehr so wurmt.
Hoffe, ich konnte das Problem etwas plastischer beschreiben!
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13.04.2014, 23:16
AW: Wie dem Missmut anderer entgegentreten?!
Man könnte sagen, daß man das eine bedauernswerte und unbrauchbare Einstellung hält, die es einem im Leben unnötig schwer macht und zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung werden kann. Oder sie bitten, in meiner Gegenwart nicht schlecht über meine Freundinnen, Anwesende eingeschlossen, zu reden. Und/oder man könnte das Gespräch vom allgemeinen aufs spezielle lenken und reale Situationen besprechen statt verallgemeinernde Ängste und Befindlichkeiten.
Bei gegen mich gerichteter Kritik sind Sätze wie "weiß ich, aber macht mir nichts aus" und eine heitere Gelassenheit aus Granit als erste Verteidigungslinie hilfreich. Wenn es sich anbietet, mehr darauf einzugehen, kann man das Verhalten auch mal thematisieren und fragen, was das der Person jetzt gibt, sich so zu äußern. Mein Verdacht wäre allerdings, daß sie kritisieren/wiedersprechen, um überhaupt etwas zu sagen zu haben -- das muß man in gewisser Weise respektieren und vielleicht Themen suchen, wo der andere mehr zu sagen kann als "ja, toll", oder "ja, aber".
Manchmal muß man einfach bereit sein, anderer Meinung zu sein und das auszusprechen. Es wird so viel gemeckert, ich empfinde das als Feigheit, eine Art vorauseilenden Gehorsams gegenüber Murphy's Gesetz. Es hilft, zu wissen, wo man selber steht, und daß man den Mut hat, hoffnungsvoll zu sein und zu bleiben. Wichtig ist mMn sich weder runterziehen zu lassen noch sich den Lamentierenden als Sparring-Partner zur Verfügung zu stellen, an denen sie ihren Mißmut trainieren können. (Das passiert nämlich: Je öfter man etwas sagt, desto mehr macht man es sich zu eigen.) Aber wenn man weiß, wo man steht, kann man solche Gespräche auch mit einen Ausdruck des Bedauerns beenden.
Generell: Wenn man introvertiert ist, sind Menschen anstrengend. Das ist die Definition von Introversion. Deswegen sollte man zusehen, genug Energie für sie mitzubringen, damit man was von ihren guten Seiten hat, und sich genügend Regenerationszeit gönnen.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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