Liebes Forum,
ich bin jetzt 32 und Single und habe im Dezember meine letzte Beziehung hinter mir. Ich kämpfe im Moment sehr damit, nicht zu verzweifeln. Ich habe einen Job, den ich mag und mit dem ich auch so viel verdiene, dass ich mir mein Leben und meine geliebten Reisen ohne Probleme leisten kann. Ich habe Freunde und Hobbys, eine Mietwohnung, die mir gefällt, viele Interessen und auch eine Familie ohne "größere" Probleme :-). Ich "sollte" die schönste Zeit meines Lebens haben, aber...
...ich mich von meiner Umgebung gerade furchtbar gestresst...kennt Ihr das? Es bekommen alle Babys und führen ein Beziehungsleben, kaufen Wohnungen oder bauen Häuser, treffen sich nur mehr als Pärchen und man verliert manche Freunde, weil es keine Anknüpfungspunkte mehr gibt. Ich schlafe ein mit der Angst, allein zu bleiben, ein Sonderling zu werden, damit zurechtkommen zu müssen, eben "anders" oder "sensibler" zu sein. Wenn ich mir viele Beziehungen ansehe, denke ich, dass ich das nicht könnte...ich will ehrlich sein können, ich will nicht "kompliziert" sein müssen, nur um für einen Mann interessant zu werden. Ich bin jahrelang der Liebe nachgelaufen und habe dadurch Beziehungen geführt, die mir nicht gut getan haben und mir mehr Energie genommen als gegeben haben. Dieses Gefühl macht mich innerlich gerade einsam und macht auch Angst, vielleicht ein Leben leben zu "müssen", das ich mir so nie vorgestellt habe (Kinder und Partnerschaft waren immer in der "Planung" mit eingeschlossen). Ich bin seit 9 Jahren im gleichen Job und habe auch dort gerade das Gefühl, dass "nichts weitergeht" und ich mich dort doch wenigstens entwickeln müsste, wenn schon nicht privat so quasi...
Habt Ihr ein paar Tipps, wie Ihr positiv bleibt, wenn Ihr (noch) nicht diesem "Schema" der klassischen 30er entsprecht? (Eigentumswohnung, Kind, glückliche Beziehung ODER voller Karriere?)
Wie verliert Ihr die Hoffnung nicht, dass das für euch auch noch mal kommen wird?
Wie schafft Ihr es, im "jetzt" zu bleiben, ohne Euch von der Umgebung stressen zu lassen?
Wie habt Ihr euch selbst vergeben für Dinge, die vielleicht nicht so toll in eurer Vergangenheit gelaufen sind?
Wie seht Ihr die Jahre zwischen 30 und 40? (Ein Freund meinte gestern "Das ist die schwierigste Zeit seit der Pubtertät! :-))
Wie findet Ihr euren eigenen Weg bei all den Veränderungen rundherum?
Wie schafft Ihr mit Freunden unterschiedliche Lebensstile/Entwicklungsstufen zu vereinen?
Ich freu mich auf Eure Gedanken zum Thema (das vermutlich nicht neu ist, aber gerade deshalb erhoffe ich mir einen Gedankenaustausch :-)).
Viel Liebes,
M
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06.04.2014, 09:59
Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
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06.04.2014, 10:26
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Hallo spatz,
ich finde, du solltest dich von dem Gedanken lösen, dass es die "30er Jahre" sind. Es ist das Leben insgesamt. Ich bin 50 und habe seit Mitte 40 eine wahre Talfahrt hinter mir. Rückblickend betrachtet waren auch meine Jugend und meine frühen Zwanziger sehr schwierig.
Es gibt vermutlich einen eigenen "Idealplan", den wir im Kopf haben. Wenn es denn anders kommt bzw. läuft, muss man Alternativen entwickeln und für sich einen Weg finden, das Beste draus zu machen.
Hast du schon einmal überlegt, dir therapeutische Unterstützung zu suchen? Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Es ist wichtig, für sich selbst zu akzeptieren, was in der Vergangenheit gelaufen ist und sei es noch so sehr durch vermeintliche eigene Blödheit verursacht. Wir können nur im Jetzt agieren und maximal die Weichen für die Zukunft stellen.
Vielleicht solltest du dich nicht so sehr unter Druck setzen, dass du entweder jetzt Familie oder Karriere forcieren musst?
Was wäre dein eigentlicher Wunsch?
Wie kann es dir gelingen, mehr das zu genießen, was du hast?
Hast du andere Singles in deinem Umfeld? Wenn nein, warum nicht?
Es gibt keine Gewähr, dass ein Leben so oder so verläuft und die Erfahrung zeigt, dass es auch bei scheinbar völlig "guten" Verläufen schnell mal ganz anders kommen kann.
Viele Grüße
Capbreton
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06.04.2014, 19:22
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Ich bin auch 32 und kann Deine Gedanken verstehen. Auch in meinem Umfeld sind viele mit der Familiengründung beschäftigt, mit dem Hauskauf und ich vergleiche mich damit.
Bei mir ist es aber anders: ich habe seit 11 Jahren einen festen Partner und könnte sowohl eine Familie gründen als auch ein Haus kaufen, allerdings ist mir nicht danach. Keine Ahnung, warum es so ist. Mein Freund hat an beidem allerdings auch kein Interesse, insofern ist das bei uns kein Thema.
Die Angst, keinen Partner zu finden, kann ich sehr gut nachvollziehen. Man kann ja in die Zukunft nicht reinschauen, das ist ja immer das, was Einem Angst macht. Mir hilft da manchmal so eine gewisse Schicksalsgläubigkeit.
Außerdem habe ich auch Bekannte, die jenseits der 30 sind - 40 oder 50 -, und wenn man dann sieht, wie viele "glückliche" Familien dort aus verschiedenen Gründen unglücklich werden - Scheidung, Krankheit, wirtschaftliche Schwierigkeiten, manchmal alles auf einmal -, kann ich echt nur sagen:
carpe diem! Genieß Dein Leben so, wie es ist! Du hast nur das eine Leben, also leb es bestmöglich!
Wenn Du in Deinem Job stagnierst, unglücklich bist, pack doch diese Baustelle einmal an! Vielleicht kannst Du Dich ja dort weiterentwickeln? Manchmal gibt einem das einen positiven Schub, der dann andere Dinge im Leben einfach mit sich zieht.
Bei mir war das ganz ähnlich: Beziehung seit 11 Jahren, in derselben Stadt seit 9 Jahren, im selben Job seit 4,5 Jahren und auf derselben Stelle seit 3 Jahren. Zumal ich dort unkündbar und unversetzbar ist. Die Vorstellung, dort dann bis zur Rente zu bleiben, hat mich irgendwie gelähmt.
Jetzt habe ich mich auf eine Beförderungsstelle in einer ganz anderen Stadt beworben, habe dort quasi eine Zusage (die Frage ist nur noch, wann), und das hat mir einen ziemlichen Schub gegeben. Seitdem habe ich wieder ein Ziel, einen Grund, die Dinge anzugehen und seitdem laufen auch andere Dinge in meinem Leben wieder besser!Avatar made by Betsi!
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07.04.2014, 09:57
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Ich glaube, Du solltest Dich von falschen Glaubenssätzen lösen.
Wer sagt denn, dass es "richtig" ist, mit 30 Haus, Kind und Ehe zu haben? Fühl mal tief in Dich hinein... ich denke, die Antwort wird sein "weil es alle tun" und "weil es eben so ist". Vielleicht auch "weil ich das auch denke/möchte".
Es ist eine Gedankenschleife, die sich aus der eigenen Wahrnehmung nährt.
Letztendlich wissen wir aber nicht, was richtig ist, was gut ist. Ich versuche deswegen, dem Leben - und was da kommt - zu vertrauen. Es hat schon alles seine Berechtigung, gibt mir neue Impulse, lenkt meinen Weg. Jeder Weg ist individuell.
Es ist nicht so, dass man mit "soundsoviel Jahren" dies und das erreicht haben muss.
Gibt es da nicht die Freundin sowieso, die gerade ein Kunststudium angefangen hat? Den Bekannten xyz, der von Frau und Kindern urplötzlich verlassen wurde? Die Nachbarin, die auswandern will?
Glücklicherweise leben wir auch in einer Zeit, in der man zumindest theoretisch nach seiner Fasson leben kann.
Man denkt leider zu oft, dass das, was die anderen tun "gut" oder "besser" ist, als das, was man selbst hat. Siehe oben, Glaubenssätze. Das liegt sicherlich auch daran, dass die meisten Menschen sich darum bemühen, ihr eigenes Ding als "positiv" darzustellen (auch wenn es vielleicht nicht so ist); denn wenn man ehrlich ist, Klagegeister sind nicht gerade sympathisch.
Wir können nicht alles haben, das geht einfach nicht. Beruhigend zu wissen ist, dass niemand alles haben kann. Und ob das, was andere machen/haben/tun wirklich "besser" ist, sollte jeder selbst kritisch hinterfragen und sich dann wieder auf sich selbst besinnen. Die eigene Mitte finden.
Dabei ist es aber nicht immer das "Außen", was uns in der Mitte sein lässt, sondern wir müssen manchmal auch unsere Mitte dem "Außen" anpassen.
Geändert von Susisa (07.04.2014 um 10:05 Uhr)
Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.
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07.04.2014, 12:36
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Liebe spatz81,
Die Angst, allein zu bleiben, hatte ich auch, bevor ich Isa kennen lernte. Ich bin selbst nicht so der grosse Lover und habe das Patentrezept nicht, möchte aber einige Denkanstösse zum Besten geben:
Orientiere Dich in erster Linie an Deinen Herzenswünschen, nicht an der Normalität!
Wenn sich das deckt, umso besser.
Der Wunsch, Kinder zu haben, ist so tief in den meisten Leuten drin, dass man/frau kaum dagegen an kommt. Wenn er schwächer ist oder fehlt, kann man auch ohne Kinder glücklich werden. Je nachdem hat man dann die Stolpersteine wie gänzlich verplante Zeit, die Armutsfalle, Reibereien zwischen den Generationen zu überwinden oder eben nicht.
Je nach Deinen Zielen brauchst Du passende Partner. Wenn Dir etwas wichtig ist, schränkt das ein, wenn nicht hast Du zusätzliche Möglichkeiten. Das kann die Gruppe der in Frage kommenden PartnerInnen drastisch verändern.
Die Wahrscheinlichkeit des gegenseitigen Gefallens ist pro Begegnung recht gering. Ich vermute, dass man es nur dadurch etwas verbessern kann, wenn man in einer Umgebung verkehrt, die im Bezug auf die wesentlichen Eigenschaften vor sortiert. So lernten sich früher öfters Leute an der Arbeit oder in der Clique kennen. Nicht wahllos, aber doch öfters mal jemanden kennen lernen scheint mir auch verführerisch.
Die Idee von Hans Jürgen Eysenck, das eigentliche Ziel an zu streben und nicht ein „Fahrzeug“, hat mir sehr eingeleuchtet:
- Wenn ich glücklich sein will, versuche ich meine Fähigkeiten, die dahin führen zu verbessern, anstatt ein breites Auto oder eine neue Stereoanlage zu kaufen.
- Ich habe Geld verdient, um davon zu leben, nicht um es an zu häufen. Wirtschaftlich bin ich ein Loser, aber es ist mir dabei sehr gut gegangen.
- Das Haus oder die Eigentumswohnung lösen gewisse Probleme, aber zu einem hohen Preis. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, im Guten wie im Schlechten. An der Finanzierung oder an der Arbeitsbelastung kann eine Beziehung zerbrechen. Ob man sich einen solchen Klotz ans Bein ketten will, müsste man sich auch genau überlegen. Mit Gewinn zu verkaufen ist für Laien schwierig und mit Eigentumswohnungen fast unmöglich.
NB.: In der Schweiz werden diese oft überteuert angeboten. Die Banken haben zudem ihre eigenen Ansichten über die Vergabe oder die ungeplante Rückforderung von Krediten.
„Der Liebe nach laufen“ scheint mir an sich problematisch zu sein. Wie oft habe ich gelesen, dass man jemanden nicht will, der/die „bedürftig“ herüber kommt. Du hast noch Zeit, aber nicht mehr so viel, wie auch schon. Schlechte Beziehungen verbrauchen viel von diesem kostbaren Gut. Keine Hektik und nicht Ex-und-hopp, aber schon zielgerichtet!
Ich finde es gut, auf die Leute zu zu gehen und Ihnen mit Mass entgegen zu kommen, aber ohne sich zu verbiegen.
Grüsse und viel Glück Isambard
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07.04.2014, 13:16
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Hey spatz,
ich bin zwar noch nicht in den 30ern, aber trotzdem schonmal der Rat: Vergleiche machen nicht glücklich!
Finde heraus, was du willst und was dich glücklich macht. Such dir einen neuen Job, frag nach Beförderungsmöglichkeiten, neuen Perspektiven in deinem jetzigen Job. Oder bist du in Wahrheit zufrieden damit, was du jetzt tust, aber denkst, dass du mehr erreicht haben müsstest, weil "jeder" das tut. Wie wäre es dann z.B. mit einem neunem Hobbie, einer Sportart o.ä., was dir neue Erfahrungen einbringt und bei denen du evtl. auch einen neuen Partner kennenlernen kannst.
Aber vorher solltest du auf jeden Fall auch ohne Partner ein glückliches und zufriedenes Leben führen, sonst läufst du am Ende nämlich wahrscheinlich wieder nur der Liebe hinterher.
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07.04.2014, 16:40
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Hallo spatz,
ich kann dich gut verstehen. Ich bin vor einigen Monaten 30 geworden und ich denke, dass gerade in diesem Lebensjahrzehnt so wahnsinnig viel passiert. Generell ist es für viele ein Ankommen, eine Festigung. Wie du schon sagtest, der Großteil der Leute in der eigenen Umgebung geht Sachen wie Familienplanung, Hausbau oder ähnliches an, im Job verfestigt man die eigene Stellung etc.
Das sind, wie meine Vorredner auch schon gesagt haben, individuelle Leben. Jeder ist seines Glückes Schmied und jeder entdscheidet für sich, wie das eigene Leben zu einem guten wird.
Lass dich nicht von den Plänen anderer Leute beeinflussen, einschüchtern oder ablenken. Wichtig ist das, was du wirklich willst!
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07.04.2014, 18:47Inaktiver User
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Eine Freundin von mir hatte in ihrem Kopf von Jugend an die "Gewissheit", mit 30 sei sie verheiratet, spätestens mit Mitte 30 hat sie mindestens zwei Kinder, Haus und Zweitwagen.
Ausbildung und Beruf waren nur zur Überbrückung bis dahin gedacht.
Alles ließ sich zunächst "plangerecht" an; mit Mitte 20 lernte sie einen vielversprechenden jungen Mann mit Karrierechancen kennen, nach kurer Zeit verlobten sie sich.
Nur die Heirat ließ dann auf sich warten. Irgendwie wollte ihr Freund trotz allen Drängens nicht so recht.
Als sie 29 wurde, löste ihr Freund die Verlobung, weil er eine andere Frau kennengelernt hatte, die er wohl lieber mochte - denn diese hat er innerhalb weniger Monate dann geheiratet.
Meine Freundin war am Boden zerstört.
Alle Pläne mit einem Mal über den Haufen geworfen, nichts von dem, was ihr unumstößlich wichtig war, und was alle anderen sich nun langsam verwirklichten, schien in Reichweite.
Also einen neuen Plan gefasst: Ein neuer Mann musste her.
Wenn man Ende 20 ist, nett ausschaut und sich nicht allzu blöd anstellt, klappt das mit dem Kennenlernen ja auch ganz gut.
Das genauer Hinschauen leider nicht immer.
Sie hat tatsächlich einen Mann kennengelernt, der ihr brauchbar schien, zog nach vier Wochen bei ihm ein, schaffte es, ihn ohne Verlobungszeit innerhalb kürzester Zeit vor den Altar zu schleppen - Traumhochzeit mit Mordsaufwand, über 150 Gästen und allem möglichen Brimborium inklusive - und ... war mit 32 wieder geschieden.
Der Gatte hatte nach etwas über einem Jahr die Segel gestrichen und war geflohen.
Da sie sich nie um ihr berufliches Fortkommen geschert hat, stand sie auch beruflich immer noch da, wo sie mit 20 angefangen hatte.
Nach der Scheidung hat sie zähneknirschend zugegeben, dass sie diesen Mann nie hätte heiraten dürfen, da sie gar nicht zusammen gepasst hätten (was der Freundeskreis von Anfang an bemerkt zu haben behauptete), aber ihr Drang, endlich das zu bekommen, was in ihren Augen zum Zeitpunkt "30" unabdingbar sein musste, hat alles andere aussgeschaltet.
Deshalb: Horch in Dich hinein!
Willst Du etwas, weil Du es willst - oder weil man es vermeintlich haben muss?
Weil es in ein "Schema" passt?
Weil es alle anderen so machen? (Was Quatsch ist, es finden sich immer welche, die alles anders machen.)
Weil Du eine bestimmte Ansicht oder Meinung hast und es als Schwäche ansiehst, diese eventuell zu revidieren?
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08.04.2014, 21:19
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Hallo Spatz81!
(Ich schreibe hier das allererste Mal, daher hoffe ich, dass alles klappt
)
Dein Thread hätte wortwörtlich von mir stammen können... ich bin 33 Jahre alt, meine letzte Beziehung ist im November letzten Jahres "gescheitert", ansonsten ist im meinem Leben eigentlich alles prima - mein Beruf macht mir Spaß, ich habe erfüllende Hobbies, liebe Freunde, eine tolle Familie...
nur der "Eine" fehlt eben noch - und das setzt mich manchmal auch ganz schön unter Druck. Schließlich hatte auch ich schon als Kind die VOrstellung, mit 30 verheiratet zu sein und Kinder zu haben... nun ist es eben ganz anders und - wie susila es so schön geschrieben hat - es ist schwer, sich von diesen "Glaubenssätzen" Abschied zu lösen.
In der Zeit nach der Trennung hatte ich das Gefühl, ich dürfte keine Zeit mehr verlieren und müsste mich ganz schnell auf die "Suche" nach dem nächsten Mann begeben - seit ein paar Wochen ist mir das aber einfach zu anstrengend und ich habe keine Lust mehr auf Männer, die eh nicht wissen was sie wollen... und so habe ich mir vorgenommen, mich erstmal auf mich selbst zu konzentrieren und versuche, mit mir selber glücklich und zufrieden zu werden.
Einen Tipp habe ich da für dich wohl auch nicht - im Moment geht es mir ganz gut damit und es war fast eine Erleichterung, mich erstmal für "mich" zu entscheiden. Ich versuche einfach, jeden Tag bewusst schöne Momente wahrzunehmen und viele Dinge zu unternehmen, die mir Spaß machen - auch alleine.
Aber die Angst, den richtigen Partner nicht mehr zu finden, schwingt immer mit. Ich denke auch, dass die Gesellschaft es uns so vorgibt, dass es das "Normale" ist, in einem gewissen Alter Familie, Haus etc. zu haben. Man hat immer das Gefühl, man wird etwas mitleidig angeschaut, wenn man als Single auftaucht... Von diesen scheinbaren "Gesellschaftszwängen" muss man sich wahrscheinlich frei machen, auch wenn es schwer fällt.
Ich wünsche dir alles Liebe und dass wir (und da sind wir ja nicht alleine mit) einen guten Weg und unser Glück finden!
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08.04.2014, 21:53
AW: Die 30er Jahre...wie positiv bleiben? Wie seinen eigenen Weg finden?
Was mich betrifft, so bin ich anders, ein Sonderling und sensibel.
Das Leben begann schön zu werden an jenem Punkt, wo ich nicht mehr versuchte, einem Bild von "normal" hinterherzurennen, das eh nie meins sein wird. Einsam oder unglücklich bin ich nicht, ganz im Gegenteil.
Kompliziert zu sein ist nicht nötig - anspruchsvoll und geduldig sein, aber durchaus. Zu lernen, in Beziehungen nicht Energie zu verlieren, ist gar nicht so leicht - aber es lohnt sich, sich hierüber grosse Klarheit zu verschaffen und konsequent zu handeln.ich will nicht "kompliziert" sein müssen, nur um für einen Mann interessant zu werden. Ich bin jahrelang der Liebe nachgelaufen und habe dadurch Beziehungen geführt, die mir nicht gut getan haben und mir mehr Energie genommen als gegeben haben.
Es bringt auch positive Resultate, also Respekt von andern Menschen und auch eventuellen Beziehungspartnern.
Vorstellungen sind meist reichlich konventionell und passen nicht notwendigerweise zu dem, was du tatsächlich bist. Die Frage "Was macht mich glücklich und zufrieden?" dürfte fruchtbarer sein als der Anspruch, Vorstellungen zu genügen, die ziemlich sicher nicht alle eigene und selbst erarbeitete Vorstellungen sind, sondern halt das, was man von Eltern, Gesellschaft etc mitbekommen hat.Dieses Gefühl macht mich innerlich gerade einsam und macht auch Angst, vielleicht ein Leben leben zu "müssen", das ich mir so nie vorgestellt habe (Kinder und Partnerschaft waren immer in der "Planung" mit eingeschlossen).
Ich geniesse, was ich habe, und kümmere mich nicht darum, was "man" angeblich zu tun hat.Habt Ihr ein paar Tipps, wie Ihr positiv bleibt, wenn Ihr (noch) nicht diesem "Schema" der klassischen 30er entsprecht? (Eigentumswohnung, Kind, glückliche Beziehung ODER voller Karriere?)
Das sind alles wertvolle Erfahrungen geworden, die mich sehr bereichern. :-)Wie habt Ihr euch selbst vergeben für Dinge, die vielleicht nicht so toll in eurer Vergangenheit gelaufen sind?
nein, fand ich nicht. Ab 30 wurde das Leben endlich richtig gut.Wie seht Ihr die Jahre zwischen 30 und 40? (Ein Freund meinte gestern "Das ist die schwierigste Zeit seit der Pubtertät! :-))
Schritt für Schritt sich vortasten. keine Eile.Wie findet Ihr euren eigenen Weg bei all den Veränderungen rundherum?
Durch verschiedene Kontexte, verschiedene Gruppen, verschiedene Anlässe zu denen unterschiedliche Leute gehen.Wie schafft Ihr mit Freunden unterschiedliche Lebensstile/Entwicklungsstufen zu vereinen?
gruss, barbara


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