Hallo ihr Lieben,
mich beschäftigt es gerade, wie ich dickhäutiger werden kann.
Ich bin eigentlich ein durchaus lebensfroher Mensch , doch lasse ich mich von Unglück, Tod oder auch banalen Dingen meiner Mitmenschen so runterziehen, dass es mir dann richtig schlecht geht.
Es genügt, wenn Menschen, die ich nicht mal näher kenne, ein Unglück widerfährt und ich leide extrem mit.
Egal , ob ein alter Mensch seinen Partner verliert oder jemand schwer erkrankt, ich kann mich ganz schlecht davon distanzieren.
Das Ganze ist schlimmer geworden, seit ich über 50 bin.
Auch denke ich oft an Fehler, die ich früher gemacht habe (Menschen verletzt, also nat. nicht körperlich) und ich hadere mit mir, überlege, ob ich einen schlechten Charakter habe usw.
Und nein, ich habe nicht zuviel Zeit zum Denken, sondern einen Job, Hobby, Freunde.
Diese Gedanken rauben mir den Nachtschlaf.
Gibt es da Abhilfe?
LG
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
-
31.03.2014, 17:02
dickhäutiger und taffer werden
-
31.03.2014, 18:50
AW: dickhäutiger und taffer werden
Hallo sleepless,
ich habe für mich auch festgestellt, dass man ein dickes Fell nicht kaufen kann!
Mir hilft es, wenn ich bestimmte Reize minimiere. Wenn meine Mutter mir Schauergeschichten von irgendwelchen weitläufigen Bekannten von Bekannten erzählen will, lehne ich das ab. Ich will das nicht hören. Detaillierten Schilderungen von Krankheiten etc. im Kollegenkreis gehe ich nach Möglichkeit aus dem Weg. Ich schaue mir die Tagesschau nicht mehr an.
Ansonsten hilft es mir, gezielt positive Botschaften dagegen zu setzen.
Etwas anderes ist das Hadern mit eigenen Verhaltensweisen aus der Vergangenheit. Da hilft mir das Mantra "Ich bin gut so, wie ich bin" oder "Was ich früher mal gemacht habe, verzeihe ich mir und es ist ok so".
Vielleicht hörst du dir gezielt vor dem Einschlafen mal positive Gedanken als Hörbuch an? So müsstest du doch aus dem Kreislauf aussteigen können.
LG
Capbreton
-
31.03.2014, 19:53
AW: dickhäutiger und taffer werden
Mitfühlen -nicht mitleiden. Das macht für mich den Unterschied.
Mitleiden hilft niemandem. Den Menschen geht es ja keinen Deut besser, nur weil es dir dann auch schlecht geht. Mitfühlen kann nützen, wenn aktive Hilfe gefragt ist und folgt.
Vielleicht hilft es dir, mal deine Gedanken zu beobachten, die du hast, wenn du wegen anderer Leute Leid durchhängst. Und frage dich mal,ob die Gedanken stimmen oder ob sie dich vielleicht auf's Glatteis führen ...Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
-
31.03.2014, 21:37
-
01.04.2014, 04:49
-
01.04.2014, 07:47Inaktiver User
AW: dickhäutiger und taffer werden
Wenn es Dich so mitnimmt- dann hat es einfach auch sehr viel mit Dir zu tun........und Du könntest mit ganz genauem Hinsehen durchaus erkennen, wo jeweils der Anker in Dir liegt.
Was ist da noch unbeantwortet und nicht erkannt in Dir??
Dann- bedeuten Wege, die beendet sind kein Ende sondern immer wieder die Suche eines neuen Weges.
Natürlich gibt es schlimme Situationen, aber Du hast doch sicher auch schon erlebt wie man dann daraus wieder neu erwächst.
Mitfühlend sein ist eine schöne Gabe und vermittelt einem Leidenden durchaus Gemeinsamkeit und nicht alleine zu sein.
Mitleidend- hilft einem oft weniger, denn dann muss man nachher noch den anderen trösten!
Siehst Du nur das Leid oder begleitest Du auch den Weg danach?
Wie die Menschen dann damit umgehen und neue Wege finden?? -- vielleicht solltest Du diese Wege mal betrachten und den Focus vom "nur Leid" anders ausrichten.
Es hat viel mit Dir selber zu tun......bleibe mehr bei Dir und Dir wird es besser gehen
alles Gute
kenzia
-
01.04.2014, 08:13Inaktiver User
AW: dickhäutiger und taffer werden
Hallo sleepless

Ja Hörbücher sind wunderbar.
z.bsp. von Thich Nhat Hanh,
" Im Hier und Jetzt zuhase sein"
ist gerade mein Favorit und günstig.
Gruß melia
-
01.04.2014, 08:45Inaktiver User
AW: dickhäutiger und taffer werden
Ich würde auch mal hinterfragen, warum Dir das so nahe geht. Hast Du Ängste, dass Dir selbst etwas Schlimmes passiert?
-
01.04.2014, 08:58
AW: dickhäutiger und taffer werden
Sleepless,
ich kenne 2 Personen in meinem Umfeld, die genauso reagieren wie Du: Jegliches Unglück, jegliches Leid rührt sie zu Tränen und lässt sie kaum schlafen. Allerdings fällt mir dabei auf, dass sie genau das nutzen, um nichts zu tun. Sie schreiben keine Trauerkarten, sie besuchen niemanden im Krankenhaus, das überlassen sie anderen.
Dieses Mitleiden enthebt sie jeden Mitfühlens und jeden Handels. Es wird kein Gedanke daran verschwendet, ob man etwas tun könnte und muss. Oder einzusehen, dass man das nicht kann. Die beiden Verwandten zumindest jammern nur rum, sie gehen nicht auf Beerdigungen, denn dann müssten sie ja abschließend verabschieden - zusammen mit anderen. Und dabei respektieren, dass sie selbst nicht Betroffene sind.Geändert von Opelius (01.04.2014 um 09:05 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
03.04.2014, 09:52
AW: dickhäutiger und taffer werden
Vielen Dank an Euch Alle!
Leider habe ich gerade fast keine Zeit zum Schreiben, aber gelesen habe ich Eure Antworten.
Das Mitfühlen statt Mitleiden ist schon mal ein guter Gedankenansatz.
Auch den Tipp mit den Hörbüchern werde ich umsetzen.
Ich bin schon jemand, der auch wirklich hilft, wenn es jemand schlecht geht. Meist halt die Alltagsdinge, wie Wäsche, Einkäufe abnehmen, zuhören, oder ähnliches.
Ich weiß jetzt nicht genau wer, (sorry!!), aber jemand hat geschrieben, dass die Dinge , die mich so mitnehmen, sehr viel mit mir selbst zu tun haben. Stimmt. Ich muss erst darüber nachdenken, aber es sind oft nicht aufgearbeitete Situationen, bzw. eine Traurigkeit über gewisse Vorkommnisse die einfach latent da ist.
Um mich selbst habe ich wenig Angst, meine Gedanken kreisen eher darum, dass ich Menschen verlieren könnte.
euch allen einen schönen Tag noch, ich muss weiterarbeiten!!!
Liebe Grüße




Zitieren

