Hallo,
in letzter Zeit wird mir immer mehr bewusst, dass ich ab und an tatsächlich große Verständigungsprobleme mit Anderen habe, sowohl privat als auch beruflich. Langjährige Freunde, Familienmitglieder, etc. und auch ein paar neuere Bekannte verstehen mich allerdings ganz gut.
An sich ist es nicht so schlimm, weil ich mich sowieso lieber versuche auf bestimmte Themen vorzubereiten, hab ich einen selbstverfassten Text vor Augen, kann ich mich daran orientieren. Geht das allerdings nicht, kommt es häufig zu Missverständnissen, obwohl doch eigentlich das Gleiche gemeint war.
Im Moment bin ich bei der Theorie angelangt, dass das Ganze evtl. an meiner Denkweise liegen könnte. Ich kann zwar durchaus verstehen, was andere mir erklären, allerdings kann ich es Dritten nicht wieder so detailliert darstellen, wie es mein Gegenüber mir gegenüber getan hat. Zum einen liegt es an der Zeit und daran, dass ich manchmal den Eindruck habe, dass ich Sachen automatisch aufnehme, ohne dass dies bewusst geschieht und ich dann nur noch das Ergebnis mitteilen kann, aber nicht mehr die einzelnen Schritte. Oder aber ich versuche etwas schrittweise darzustellen und rede dann zu schnell oder für andere zusammenhangslos, weil ich irgendwie vom Ganzen ausgehe und überhaupt nicht Schritt-für-Schritt erklären kann, das kommt dann auch nicht gut an, wird überhört und ist mitunter sehr frustrierend für mich. Man kommt sich mit der Zeit einfach sehr unfähig und manchmal auch richtig "dumm" vor.
Ich war übrigens auch schon in ein paar Rhetorik und Kommunikationskursen und hab mein Glück auch mal bei den Toastmasters probiert. Geholfen hat bisher nichts.![]()
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Thema: Verständigungsprobleme
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20.03.2014, 20:45Inaktiver User
Verständigungsprobleme
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20.03.2014, 22:12
AW: Verständigungsprobleme
Hallo gleise,
Vielleicht wäre es einfacher für dich, wenn du dir mal genau überlegst
Was will ich von wem?
Welche Information muss ich wie weitergeben?
Und dann möglichst kurz zusammenfasst:
Sachverhalt
mein Anliegen.
Du könntest auch nachfragen: War alles deutlich für dich? Was fehlt dir noch?
Im Grunde ein bisschen strukturierter vorgehen und möglichst einfache Sätze formulieren.
LG
Capbreton
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20.03.2014, 22:17Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Es gibt 2 Arten von Informationsaufnahme und wiedergabe: die detailgetreue und die des Gesamtbildes. Die letzteren sehen ein Bild und sagen: darauf ist eine Pferderennbahn, die ersteren sehen das gleiche bild und sagen: da sitzen Zuschauer auf bänken, 8 Pferde laufen auf einer Bahn, einige Frauen haben komische Hüte an usw.
Natürlich verstehst du deshalb was andere dir sagen, aber jemand der in Details erzählt, kann deiner Beschreibung schwerer folgen. Google mal nach Myers-Briggs typindikator:
N oder S – Intuition oder Sensing
Dies beschreibt die Verarbeitung der Sinneseindrücke, der sensorische Geist gewichtet die „Rohdaten“ bzw. unmittelbaren Eindrücke am höchsten, der intuitive Geist verlässt sich stärker auf seinen sechsten Sinn, also auf die Interpretation und den Gesamtzusammenhang. Der sensorische Geist ist detailorientiert und exakt im Verarbeiten von konkreter Information sowie im Begreifen des Hier und Jetzt. Der intuitive Geist achtet eher auf das Ganze als auf dessen Teile und ist eher zukunfts- und möglichkeitenorientiert.
Es wird davon ausgegangen, dass Sensoriker etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Bevölkerung ausmachen.
Sensoriker sind also in der Mehrheit und man kann lernen, sich dementsprechend auszudrücken - wenn man diesen Umstand vor Augen hat. viel Glück!
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20.03.2014, 22:49Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Danke für die Antworten.
@Capbreton: Da hast du natürlich Recht und vom Prinzip her, ist mir das klar. Mir hilft es tatsächlich, solche Dinge schriftlich zu fixieren, weil mir erst dann wieder "alles" bewusst wird und ich es für andere in eine Struktur übersetzen kann. Das ist allerdings recht mühsam und sehr zeitintensiv, so dass ich das ja nicht immer durchführen kann (z.B. wenn schnellere Antworten gefordert sind oder in direkter Kommunikation). Leider habe ich nicht den Eindruck, dass es durch Übung "besser" wird - eben nur bei Präsentationen oder sonstigen vorbereitbaren Kommunikationen.
@moncherie: Das klingt ja sehr interessant. Da find ich mich auch sehr wieder, allerdings bin ich manchmal auch sehr detailorientiert. Werd ich mal mehr dazu recherchieren. Danke!
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21.03.2014, 09:39
AW: Verständigungsprobleme
versteh dich nur zu gut...... auch wenn meine problematik eine etwas andere ist, denn ich verliere mich gerne in details, erzähle backgroundsachen, die eigentlich völlig irrelevant für den zuhörer sind, und überschütte somit an infos. und wenn ich dann nicht aufpasse und so richtig im rede/erzählfluss bin, dann kanns passieren, dass ich keinen grade satz mehr raus bringe, bzw. aus 2 worten, die ich im kopf habe und die das gleiche bedeuten, eins mache - sie also zusammenmixe - logischerweise ein vollkommen unverstehbares gestammel für den zuhörer.
ich hab dann das gefühl, dass meine gedanken schneller sind, als der mund und dann kommt ein murks dabei raus.
wenn ich mich zurück nehme (tempomäßig! vorallem gedanklich, weil ich sprech garnicht schnell) dann klappts wieder..... aber so gedanken sprints und sprünge mitten im satz sind einfach lästig
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21.03.2014, 16:57Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Ich kenne diese Probleme auch, weiß aber auch den Grund, ich habe eine dazu passende Erkrankung.
Die elektronische Kommunikation hatte dies noch verstärkt.
Mir hilft meine "Schreibhygiene". Irgendwann dachte ich mir folgenden Zusammenhang:
Ich habe von Kindheit an die deutsche Rechtschreibung gelernt.
Dies hatte einen Sinn, Absätze, Interpunktion, Groß- und Kleinschreibung...
Durchs schnelle Tippen, alles nur noch klein schreiben, Absätze und Interpunktion einsparen, ging die Struktur verloren.
Diese Struktur ist aber für mein Hirn wichtig, weil sich das Gelesene/Geschriebene im verbalen Ausdruck wiederfindet.
Wie ich schreibe, so spreche ich.
Ich habe also angefangen, wieder "richtig" zu schreiben. Klar dauert es länger, aber ich habe dadurch einen aufgeräumteren Kopf und das tut mir gut.
Die verbale Kommunikation hat sich verbessert.
Ich mag unsere Sprache sehr und bin froh über die viele Möglichkeiten des Ausdrucks.
Der menschliche Geist möchte Logik und ich habe auch manchmal Probleme, da mein Geist konfabuliert.
Umso wichtiger sind im Alltag meine "Strategien" mit mir selbst umzugehen.
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21.03.2014, 17:17Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Man kann nicht jedem alles erklären.
Nicht jeder mag dich verstehen,
(auch wenn sie es behaupten.)
Zudem ich schließe mich Capbreton an.
Ich denke wenn du taktischer vorgehst, wieso erzähle ich wem was, und wem nicht!! wird es besser.
Du kommuniziert auf der Faktenebene, und lässt die Beziehungsebene ausser acht. Meiner Erfahrung nach gibt es Grunde, wieso man die Beziehungsebene ausblendet. Dies gilt es zu ergründen.
Lass dich nicht einfach so von anderen Menschen ausspielen, sie benutzen deine Schwäche "dumm" fühlen.
Zudem kannst du ergründen, warum das deine Angst ist, dein schlechtes Selbstbewusstsein... Andere würden denken, das der andere zu doof ist, abgelenkt ist oder nicht verstehen will.
Lesetipp: Dale Carnegie, "Wie man Freunde findet..."
(Ich wünschte ich hatte dieses Wissen schon vor 20 Jahren gehabt, und könnte es immer anwenden...)Geändert von Inaktiver User (21.03.2014 um 17:38 Uhr)
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21.03.2014, 17:49Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Sorry, aber deine Antwort ist wirklich ein gutes Beispiel für meine Verständigungsprobleme. Du hast das alles vollkommen falsch verstanden. So wars leider nicht gemeint :)
Ich kann sehr gut taktisch vorgehen, weil ich sehr genau überlege, wem ich was erzähle und wem nicht, weil ich grundsätzlich lieber nichts erzähle. Dass mich jemand mal nicht verstehen "möchte", bekomm ich nach der Zeit auch schnell raus. Ich hab da lustigerweise ein gutes Gespür. :) Freunde such ich auch nicht.
Es geht nicht darum, ob und wie mich andere Menschen halten, das ist mir grundsätzlich egal, außer bei guten Freunden und die kann ich an einer Hand abzählen. Es geht um mich. Und es ist auch keine Angst, es geht um das Gefühl, das sich in mir entwickelt, weil ich etwas erklären will und entweder es nicht in Worte fassen kann, weil ich die alle schon vereint habe oder in zuviele, schnelle Worte fasse und merke, dass das Gegenüber nicht das versteht, was ich ihn vermitteln möchte, so dass ich mich entweder wiederholen muss oder langsamer sprechen muss oder tatsächlich jeden kleinsten Schritt erläutern muss.
Es ist ein Gefühl der Frustration, keine Angst. Ich kann mich zwar trainieren langsamer zu sprechen und auch versuchen bewusster alle Schritte aufzuführen, aber ich merke einfach, dass meine Denkstruktur irgendwie anders funktioniert.
Aufschreiben, wie HPumpernikel meinte, find ich ne gute Idee. Allerdings klappt das bei mir nur am PC, da ich erstmal alles aufschreibe was ich denke und das wiederum keine Struktur hat, ich aber durch Strg + x, c und v und die Löschtasten sehr wohl eine Struktur herstellen kann. Da hab ich wirklich gemerkt "das hilft", ist aber nur bedingt einsetzbar, da nicht jede Kommunikation planbar ist.Geändert von Inaktiver User (21.03.2014 um 17:56 Uhr)
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21.03.2014, 17:50Inaktiver User
AW: Verständigungsprobleme
Zusatz:
die meisten Menschen lösen das Verständigungsproblem indem sie sich mit sehr ähnlichen Menschen mit ahnlichen Meinungen und Interessen umgeben.
" da versteht man sich"
Je heterogener die Menschen in deinem Umfeld, desto größer die Herausforderung.
" er kann vom Kellner bis zum Vorstand mit jedem reden.."
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21.03.2014, 17:52
AW: Verständigungsprobleme
Vielleicht kannst du das mal an einem unkomplizierten Beispiel erklären, was und wie das bei dir abläuft?
Damit wir uns hier verstehen!


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