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  1. User Info Menu

    AW: Nein sagen lernen

    Hallo Lack,

    die Idee mit dem "Ich überlege es mir!" ist sehr gut.
    Ich will morgen mal vor dem Spiegel trainieren, wie es sich anfühlt es laut zu sagen.
    Also sowohl "Nein ich möchte das nicht" und auch "Ich überlege es mir!". Ich bin gespannt,
    wie das klappt. Ich werde mich dann in die Situationen, in denen ich solche Probleme habe
    hineinfühlen und hoffe, dass ich es zu Hause vor dem Spiegel schaffe, beide Varianten zu sagen
    und es dann täglich zu üben.

    Rein rational weiß ich, dass eigentlich niemand ein "Nein" übel nimmt und es besser ist, dass
    jeder weiß, was der andere wirklich meint. Die Idee bei Verkäufern ist super, dass trainiere ich dann
    am besten auch vor dem Spiegel und später hoffentlich dann auch in "echt".

    Einen schönen Abend und einen lieben Gruß

    Sheila Lara

  2. User Info Menu

    AW: Nein sagen lernen

    Hallo Wildwusel,

    das stimmt genau, unter Zeitdruck wird das besonders deutlich, dass ist mir beim lesen aufgefallen.
    Ich habe mich dann auch oft "verpflichtet gefühlt" sofort zu entscheiden bzw. zu antworten. Ich werde mir das merken, mit dem "ich muß da drüber nachdenken", dann muss ich nicht sofort eine Entscheidung treffen und bin erst mal aus der Situation raus. Am besten schreibe ich mir die Möglichkeiten mal auf einen Zettel und gebe den in die Tasche, dann habe ich ihn immer dabei und bin gut gerüstet.


    Was kann schlimmes passieren? In meiner Gefühlswelt folgendes: Ich werde abgelehnt oder der andere ist böse. Mir ist es letztens beim Arzt aufgefallen. Es ging um Massagen, ich hatte schon welche, ist schon länger her, die haben nicht geholfen. Ich habe mich dann zwar getraut, zu sagen, dass ich keine mehr möchte. Aber der Arzt hat darauf garnicht richtig reagiert und nur wieder erklärt, wie gut die wären und dass er doch mal in der pysikalischen Praxis anrufen kann, ob die noch einen Termin hätten für heute. Ich habe dann einfach gesagt, dass ich heute keine Zeit habe und gehofft, dass er das das nächste mal nicht mehr anspricht. Meine Meinung wurde weder gehört, sondern einfach untergebügelt. Hier würde ich gerne souveräner reagieren. Denn mit dem Arzt bin ich zufrieden. Aber ich konnte nicht zu meiner Meinung stehen, aus Angst davor, dass der Arzt beleidigt ist, die Behandlung abbricht oder enttäuscht ist.

    Lieben Dank für die guten Tipps und einen schönen Abend.

    Liebe Grüße

    Sheila Lara

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    AW: Nein sagen lernen

    Hallo Capbreton,

    vielen Dank für Deine Erfahrungen.
    Ja genau, "nett sein" wollen, niemanden verletzen, allen alles recht machen, nicht auffallen usw.
    Ich denke auch immer, wenn jemand etwas von mir will, dass ich reagieren muss.
    Die Idee ist gut, erst mal in Ruhe darüber nachdenken, ich möchte jetzt daran arbeiten, es wirklich in den betreffenden Situationen auch so einzusetzen, dann fühle ich mich nämlich immer überrumpelt und in "Zugzwang". Das Boutiquebeispiel trifft es genau, erst hört sich etwas gut an, man war vielleicht öfters in der Boutique und war zufrieden, die Verkäuferin ist nett und hilfsbereit, dann fühle ich mich sofort "verpflichtet" es ihr recht machen zu wollen, damit sie nicht böse wird oder unfreundlich, da ich ja weiter gerne dort einkaufen würde. Wahrscheinlich könnte ich mich dann auch schlecht abgrenzen, wenn es dann darum ging, Bilder zu bezahlen, vor allem dann, wenn auf der emotionalen Schiene gearbeitet wird.

    Wenn ich das jetzt so schreibe fällt mir auf, dass es wie ein Muster ist, wenn ich an etwas hängt oder etwas mir wichtig ist (ich z.B. mit einem Arzt sehr zufrieden bin), habe ich Angst durch meine "eigene Meinung" das gute Verhältnis zu zerstören.

    Ich möchte das Muster auflösen, um einfach mehr ich selbst zu sein und meinen eigenen Weg gehen zu können.

    Vielen lieben Dank für Deine Erfahrungen.

    Einen schönen Abend und einen lieben Gruß

    Sheila Lara

  4. Inaktiver User

    AW: Nein sagen lernen

    Liebe Sheila Lara,
    das Neinsagen kannst du trainieren, nicht nur vorm Spiegel, auch in kleinen Alltagssituationen, wo es nicht wichtig ist, so kommt es dir auch leichter über die Lippen.

    Solange du freundlich bleibst, kann du der Verkäuferin sagen, beim nächsten Mal findest du sicher wieder etwas, heute war leider nicht das passende dabei. Dem Arzt musst du auch kein Nein entgegenbringen, frag ihn, was du außerdem noch tun kannst und dann kannst du auswählen und ihm sagen, ja die andere Möglichkeit gefällt dir gut.
    Wenn ich etwas nicht diskutieren möchte, dann nehme ich auch das Rezept und löse es nicht ein. Das bleibt dir doch auch als Möglichkeit.
    Ein Rhetorikkurs würde dir sicher gut tun, da lernst du, wie du ein Nein anders, charmant ausdrücken kannst. Das würde dir sicher entgegen kommen.

  5. Moderation

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    AW: Nein sagen lernen

    Zitat Zitat von sheilalara Beitrag anzeigen
    Mir ist es letztens beim Arzt aufgefallen.
    Der war ja nicht böse, der war nur gleichgültig gegenüber dem, was du wolltest. (Was auch ziemlich doof ist.) Ist das ein Arzt, den du dir nicht leisten kannst, zu vergraulen? Dann gelten natürlich andere Regeln. Aber ansonsten: Du bezahlst den, nicht er dich. Manchmal hilft es, da klarer zu werden. "Ich möchte keine Massagen. Mir wurden (dann und dann) schon welche verschrieben und sie haben mir nicht geholfen. Welche anderen Möglichkeiten gibt es?"

    Ärzte sind aber auch am schwierigsten, finde ich.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Nein sagen lernen

    Hallo Lack,

    das ist eine gute Idee mit dem Rhetorikkurs. Ich schaue mal, ob es soetwas bei uns gibt, vielleicht bei der VHS oder so. Ich werde auf jeden Fall in Alltagssituationen auch üben. Vor dem Spiegel habe ich gespürt, wenn ich mir die Situationen so vorstelle, dass es viel mit innerer Anspannung und Nervosität zu tun hat, mir also in diesem Moment nichts einfällt oder ich wie programmiert mit dem alten Muster reagiere.

    Ich werde auf jeden Fall weiter daran arbeiten und schauen, warum sich solche Muster so festgesetzt haben.

    Liebe Grüße

    Sheila Lara

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    AW: Nein sagen lernen

    Hallo Wildwusel,

    vielen Dank für Deine Tipps und Erklärungen. Die Ärzte sind wirklich sehr schwer, ich habe darüber nachgedacht, dass ich häufig dort das Problem habe. Die Ärzte gehen garnicht erst auf meine Erklärungen ein, man wird einfach untergebügelt, ohne das die Ärzte das böse meinen. Das habe ich vor dem Spiegel ermittelt. Die Ärzte denken, sie haben recht und ich als Patient können das doch garnicht beurteilen und schon ist die Spannungssituation da, vor allem dann, wenn es eine längere Behandlung ist. Bei dieser Ärztin ist es so, dass ich schon über 13 Jahre in Behandlung bin und es mir hier besonders schwerfällt meine Meinung zu sagen, um das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht zu belasten, damit alles positiv und gut bleibt. Gibt es da vielleicht einen Mittelweg bzw. eine sympathische Möglichkeit meine eigene Meinung zu sagen und auch daran festzuhalten, ohne das die Beziehungsebene "zerstört oder in Mitleidenschaft" gezogen wird. Ohje, das ist jetzt sehr lang geworden, ich hoffe, aber, dass ein bisschen klar geworden ist, was ich meine.

    Einen schönen Abend und nochmals vielen Dank für die guten Hinweise.

    Liebe Grüße

    Sheila Lara

  8. Moderation

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    AW: Nein sagen lernen

    Zitat Zitat von sheilalara Beitrag anzeigen
    das ist eine gute Idee mit dem Rhetorikkurs.
    Guck vielleicht nicht nur unter Rhetorik (und ja, VHS ist eine gute Idee, private Anbieter lassen sich das gerne in Gold aufwiegen), sondern auch unter Selbstbehauptung, und einfach "nein sagen lernen". In gut ausgestatteten Städten gibt es das oft auch speziell für Frauen, wo die spezifisch weiblichen destruktiven Konfliktvermeidungsstrategien Thema sind, und "nicht nein sagen können aus Angst, abgelehnt zu werden" gehört dazu.

    Vielleicht kannst du mit deiner Ärztin das mal explizit thematisieren? Am Besten wenn nichts akutes anliegt und das Wartezimmer nicht aus den Nähten platzt.

    Wie das im Detail klingen soll, hängt natürlich von der Situation und eurem üblichen Umgangston und Hintergrund ab, aber so in die Richtung: "Ich habe da noch einen offenen Punkt. Ich komme seit 13 Jahren zu ihnen und bin mit (blah blah blah) sehr zufrieden und habe mich auch gut aufgehoben gefühlt. Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr den Eindruck, das Sie meine Aussagen oder meine Wünsche nicht berücksichtigen oder ich für Entscheidungen keine Erklärung erhalte, die ich nachvollziehen kann. Zum Beispiel (blah). Wir müssen diese Beispiele/alten Geschichten jetzt nicht klären, aber ich würde mir wünschen, daß wir uns da entgegenkommen könnten."

    Laß im weitern Gespräch deine Erfahrungen nicht invalidieren ("das ist gar nicht so, Sie täuschen sich, ich habe gar nicht"). Das ist bei dir so angekommen, das ist ein Fakt und unbestreitbar, und das sind deine Gefühle zum Thema, die bildest du dir nicht ein (sich Gefühle einzubilden ist praktisch unmöglich!). Wem etwas vorgeworfen wird, egal wie milde, der will sich erst mal rechtfertigen oder die Vorwürfe abschmettern, das brauchst du nicht mitzuspielen. (Kein "Ja, ja, Sie haben ja recht, tut mir leid" (verbotener Satz!!)). Erinnere dich auch daran, daß das klären von "Altlasten" nicht produktiv ist -- es geht darum, wie es in Zukunft sein soll. Du kannst sagen, "Es tut mir leid, aber das ist mein Eindruck" und darauf beharren, daß ein "weiter wie bisher" diesen Eindruck nicht ändern wird.

    Auch bei Ärzten schleicht sich Routine ein. Sie kennt dich seit 13 Jahren, sie denkt vielleicht über viele Sachen nicht mehr so nach, weil vieles schon bedacht wurde. Vielleicht hat sie auch den Eindruck, daß du ungerne Entscheidungen triffst oder Termine arrangierst und hat deswegen mental auf der Rolle, daß sie das macht, weil es sonst nicht gemacht wird. Alles relativ harmlos, aber wenn du dich damit nicht wohl fühlst, etwas, das mal auf den Tisch gehört.

    Vielleicht denkst du dir auch "das ist es nicht wert, es ist mir lieber, es läuft weiter, wie es ist". Das ist auch völlig legitim, aber dann ist es eine Entscheidung, die du getroffen hast, nicht etwas, das mit dir passiert. Das hilft oft auch schon.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    Ausruf AW: Nein sagen lernen

    Hi !
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    Ich werde darauf eingehen wie man über den Körper lernen kann mit der Angst umzugehen
    die uns scheinbar im Weg steht frei zu sagen was wir wollen.
    Über den Körper kann man lernen die Angst sogar so zu nutzen, dass man aufmerksamer wird und mehr
    Energie für den eigenen Willen hat.
    Ich freu mich auf euch!

    Hier gibt es noch mehr Infos:
    https://www.facebook.com/GrinbergZentrumKoertestr8

  10. gesperrt

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    AW: Nein sagen lernen

    Ja mit Ärzten ist das schwierig.

    Ich habe den Einruck, das sehr viele Menschen und auch Ärzte nach einem bestimmten Schema arbeiten und von diesem nicht abweichen. Zudem ordnen sie Pat. in bestimmte "Schubladen" ein. Und dann kann man 50 Mal hintereinander den Arzt darauf hinweisen, das diese "Schublade" nicht passt. Das hält von hier bis Mittag, sagt man in Volksmund und beim nächsten Termin ist alles wie gehabt.

    Mensch könne sich und ihre Einstellung ändern, aber nur wenn sie es wollen und darüber reflektieren. Und das tut keiner, auch kein Arzt, auf Bestellung.

    Ich hatte mal eine Hausarzt, der dachte ich bin strohdoof, so hat der mit mir gesprochen. Meinen Antworten konnte er entnehmen, das ich nicht strohdoof bin und das Gespräch bekam auch von seiner Seite sofort mehr Niveau. Beim nächsten Termin das selbe, so ging das ca. 1,5 Jahre, dann hatte ich genug und suchte mir eine anderen Hausarzt.

    Ich hatte auch mal einen Gyn. Ich weis nicht warum, aber er hielt mich für eine Dame des horizontalen Gewerbes. Er war durchaus freundlich zu mir und war jedesmal sehr verwundert, als sich im Gespräch herraus stellte das ich ein altes treues Eheweib bin. Aber behalten oder sich notiert hat er das nie.
    Auch da hatte ich ihrgewand wann keine Lust mehr hinzugehen und habe den Gyn. gewechselt.

    Meiner Meinung nach, wenn es mit dem Arzt nicht passt, wechsel ihn, denn der Arzt wird sich nicht ändern.

    Grüße
    Luftpost

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