Ich kann aus dem, was gezeitenfrau geschrieben hat, nicht entnehmen, dass sie durch ihre Eltern Traumatisierungen erfahren hat. Darum meine Frage, ob es notwendig war den Kontakt völlig abzubrechen. Es könnte ja sein, dass eine Auseinandersetzng sie in diesem Konflikt weiter bringt, möglicherweise zusammen mit einem Therapeuten.
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02.03.2014, 11:18Inaktiver User
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
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02.03.2014, 16:07
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Meine Vermutung beruht auf diesem Text der TE:
Zudem schreibt sie, das sie die Erinnerungen/Flashbacks belasten und sie diese gerne los werden würde.Auch das Thema "Eltern", mit denen ich seit Mai 2013 keinerlei Kontakt mehr habe( ich brach
ihn aus guten Gründen endlich ab) und Kindheit kommt immer wieder hoch,auch wenn ich
mit niemandem aus meinem Umfeld mehr darüber sprechen mag und abblocke.
Nur mein Bruder weiß was damals war, alle anderen würden das alles nicht nachvollziehen
können.
Neulich grübelte ich über eine bestimmte, extrem belastende Situation aus meiner frühen
Kindheit nach ( war etwa 4 J.)
Da liegt es sehr nahe an Traumatsierungen (Prügel, verlassen worden, verbaler und/oder körperlicher Mißbrauch u.a.) zu denken.
Denn Kinder lieben ihre Eltern. Wenn sie den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen, hat das
schwerwiegende Gründe.
Grüße
LuftpostGeändert von Luftpost (02.03.2014 um 16:23 Uhr)
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02.03.2014, 18:57Inaktiver User
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Mich macht in dem Zusammenhang allerdings stutzig, dass gezeitenfrau sagt, dass nur ihr Bruder von dem weiß, was damals war, alle anderen würden es nicht nachvollziehen können. Bei traumatischen Erlebnissen, Geschichten ist es meiner Erfahrung nach aber doch so, dass der Zuhörende den Schrecken, die Grausamkeiten, das Furchtbare gut nachvollziehen können. Aber am besten ist, wenn sich gezeitenfrau jetzt dazu äußern würde, wenn sie mag.
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02.03.2014, 20:02
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Herzlichen Dank an euch alle !

Die Gedankenanstöße sind sehr wertvoll, man sieht mal aus seiner eigenen ,zementierten
Perspektive "das Leben der anderen"- und merkt, wie "normal" Vieles ist !
Nur der Umgang damit ist sehr unterschiedlich.Ich habe meinen, mit fast Ende 40,
noch immer nicht gefunden.Es ist nicht die Vergangenheit ansich,es ist das "wie kann ich
damit zurecht kommen!?" -was mich immer wieder belastet.
Mein "Schicksal" ist nichts besonderes,aber warum schaffe ich nicht a) das, was gut war
und b)das ,was eben nicht gut war zu trennen?!Eben das a) abhaken und b) als schöne,
bereichernde, herzerwärmende Bestärkung des jetzigen Lebens zu begreifen ?!
Andere schaffen das doch auch....
Ein Versuch das Arbeitszimmer meines Mannes(alles noch so wie es vor 10 Jahren war)endgültig
weg zu räumen- um Platz für anderes zu schaffen ist, mal wieder- kläglich gescheitert.
Und das hat mich extrem runter gezogen.
Mein 5jähriger fragte meinen LG :"weint sie wegen ihrem ersten Mann!?"
Mein LG: "Lass' es doch endlich, wem nutzt es wenn das Zimmer leer ist- kein Mensch
braucht das !!!"
So kann man doch kein zukunftsorientiertes, "positives" Leben aufbauen !Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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02.03.2014, 20:11
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Smirna, ich habe lange versucht den Kontakt auf das Nötigste zu beschränken,
um das,was ich meinen Eltern als Tochter schuldig zu sein glaubte, zu erledigen.
Aber es ging nicht mehr,definitiv.Sonst hätte ich meine Tätigkeit in der Pflege nicht mehr ausüben
können,ich war im Mai l.J. drauf und dran meinen Vater zu ohrfeigen- nach dem mal wieder die Situation
ausuferte.Meine Eltern sind übrigens für ihr Alter relativ fit und keineswegs dement.
Dieses Gefühl "Jetzt zahle ich es dir heim...", geht nicht-ist nicht entschuldbar.Ich habe gerade
noch die Reißleine gezogen......
Mein Bruder und meine Schwägerin gehen souverän mit der Situation um, wohnen allerdings
weiter weg.Mein Bruder hat sich schon lange eine ironisch-distanzierte Sichtweise im Umgang
mit unseren Eltern angewöhnt,ich kann das leider nicht.ER hat zudem genau so leiden müssen
und kommt heute damit klar.Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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02.03.2014, 20:20
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Liebe Pumpernickel,danke für deine Erfahrungen die du hier mitteilst.

Ein Kind zu verlieren,ich habe 2 erwachsene und einen knapp 6jährigen (im Mai), ist das Allerschrecklichste was einem widerfahren kann.Ich bete jeden Tag das mir (und anderen) das erspart bleibt.
Ich habe auch schon überlegt, die Therapie von R.Franke zu versuchen-bin dabei ein skeptischer Mensch und habe bei solchen Methoden leider meine Bedenken und bestimmt auch Vorurteile.
Eine Kollegin hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht (sie hat extrem geraucht),ich werde dahingehend weitere Infos einholen.Danke.Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
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03.03.2014, 00:06
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Aber nicht, wenn sie zur eigenen Familie oder engeren Umfeld gehören. Die wollen oft nicht sehen/glauben was geschieht/geschehen ist.Bei traumatischen Erlebnissen, Geschichten ist es meiner Erfahrung nach aber doch so, dass der Zuhörende den Schrecken, die Grausamkeiten, das Furchtbare gut nachvollziehen können.
Und die Täter selber halten ihre eigenen Verbrechen sowieso für normal.
Grüße
Luftpost
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03.03.2014, 00:51
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Ich vermute das diese Klopftechnik eine gute zusätzliche Unterstützung sein kann.Ich habe auch schon überlegt, die Therapie von R.Franke zu versuchen-bin dabei ein skeptischer Mensch und habe bei solchen Methoden leider meine Bedenken und bestimmt auch Vorurteile.
Aber Traumatische Erlebnisse wirst Du damit nicht wegklopfen können und auch nicht die Erinnerung daran.
Wenn du wirklich die Vergangenheit los lassen willst, kommst Du um eine Psychotherapeutische Bearbeitung nicht herum.
Grüße
Luftpost
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03.03.2014, 08:18Inaktiver User
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
ich hoffe, ich schreibe jetzt nichts falsches, aber ich finde dein leben keineswegs normal und weiß nicht, was es "abzuhaken" gibt, wenn einem mit ende 30 und zwei kindern der mann wegstirbt??
und ich frage mich beim lesen, wann du dir eigentlich zeit zum verarbeiten genommen hast? du hattest ja relativ schnell eine neue beziehung, oder hab ich da was falsch verstanden? kann es sein, dass du jetzt überhaupt erst richtig damit anfängst?
was die eltern und die kindheit betrifft, da kenne ich viele leute, die das in der lebensmitte nochmal so richtig einholt. auch, weil die eltern dann älter sind und eigentlich jetzt mehr zuwendung bräuchten und man da nochmal stärker konfrontiert ist.
ich weiß nicht, ob sich das therapieren lässt, oder eben einfach so ist und zum leben dazu gehört?
p.s. hat dein sohn wirklich gefragt, ob du wegen deinem "ersten mann" weinst? kennt er nicht den namen, oder hast du das hier bloß anonymisiert?
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03.03.2014, 11:05
AW: Wie viel Vergangenheit tut gut !?
Ich denke auch, dass MET ein Unterstützung sein kann und würde auf jeden Fall damit anfangen. Es ist schon allein ein gutes Gefühl etwas zu tun, aktiv zu sein.
Aber wie Luftpost schon schrieb, professionelle Unterstützung würde ich auch suchen an Deiner Stelle. Hast Du das noch nie in Anspruch genommen?
Zu Deine Eröffnungspost:
Ich weiß auch nicht, ob das so funktioniert und glaube eher nicht, dass man noch mal erlebt und abarbeitet. Bin allerdings erst ganz am Anfang mich einzulesen.und dachte dann allen Ernstes daran einen Hypnose-
therapeuten aufzusuchen, um die Situation noch mal zu "erleben und abzuarbeiten".
Keine Ahnung ob sowas überhaupt funktionieren kann.
Ich empfehle Dir allerdings eine Sendung aus dem SWR-Fernsehen, aus der Reihe "betrifft". Dort kam Anfang Februar ein Bericht "Heilen mit Hypnose". Schau ihn Dir mal an, läuft noch in der Mediathek.



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