Naja. Das klingt für mich nicht weniger egozentrisch: "die/der schert sich nicht um die gefühle, die er bei mir auslöst, wenn er/sie weint..."
Ich bin ein recht kontrollierter Mensch. Wer mich nicht näher kennt, beschreibt mich als "distanziert".
Wenn ich mit meinem Mann streite, kann es auch passieren, dass mir vor Wut die Tränen kommen. Nicht laut und jammernd, sondern still und verbissen fließend. Habe ich keinen Einfluss drauf. Vielmehr steigt meine Wut noch, weil ich das nicht will.
Ja, es beeinflusst die Gefühle meines Mannes. Es setzt ein Stop-Zeichen. Obwohl ich das gar nicht will - ich will genauso laut und wütend weiter diskutieren. Und ja, wir diskutieren dann auch weiter. In einer offeneren zugewandteren Weise.
Jede Handlung hat Folgen. Trotzdem ist sie nicht manipulativ, wenn keine Absicht dahinter steckt.
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28.02.2014, 23:19
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
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01.03.2014, 07:14
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Ich weine auch gelegentlich im Streit mit meinem Mann, und zwar aus Wut. "Es fliesst" dann, und wir streiten weiter (ist nicht destruktiv), und interessanterweise ist es oft etwa zeitgleich mit dem Weinen, daß ich meine Haltung/die Quelle meiner Wut z.B. genauer und besser benennen kann. Insofern scheint sich da was zu lösen, das auch meinen Zugang zu mir selbst mehr öffnet.
Manipulativ sehe ich da gar nichts, die Tränen verschieben keine "Macht", und mein Mann kennt das. Ich will ja dann auch nicht getröstet werden, sondern der Sache auf den Grund gehen.
Aber mir macht der Strang noch mal deutlich, daß Tränen aus den eigenen Vorerfahrungen heraus unterschiedlich erlebt werden und auch aus ganz unterschiedlichen Gefühlen heraus fließen.
Im Beruf gestatte ich mir nicht, zu weinen. Da breche ich lieber ab und mache die Wut mit mir selbst aus, und kläre das hinterher neutral.Geändert von maryquitecontrary (01.03.2014 um 07:16 Uhr) Grund: Buchstabensalat entwirrt
that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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01.03.2014, 07:42Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Mir tun heute eher meine nicht geweinten Tränen leid.
Dieses zu-kontrolliert-sein.
Nicht nur im Streit sondern auch in der Freude.
Und wenn ich erst so weit bin Menschen wegen Tränen Manipulation zu erstellen, also grundsätzlich - dann bin ich hart wie Stein.
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01.03.2014, 08:39
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
ich denke das kommt immer auf die intention des gegenüber an u. ja, es gibt frauen die weinen als mittel zum zweck einsetzen. sie weint, er beendet die diskussion, weil er "mitleid" hat. das wird dann zum problemvermeidungsschema, als funktionierendes system erkannt u. wieder eingesetzt.
das muß nicht zwingend bewußt sein, es ist aber als "lösung" abgespeichert.
ich finde da den spruch "man tritt keinen hund der schon am boden liegt" passend. man(n) "quält" keine frau die schon am weinen ist, denn es liegt ihm ja an ihr. also tut sie ihm in dem moment leid.
ziel errreicht, problem bleibt leider.Männer haben für jede Lösung ein Problem!
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01.03.2014, 09:51
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Perfekt ausgedrückt, punto30.
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01.03.2014, 10:11Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
es gibt Menschen die eben schauspielern.
und die schauspielern auch jedem das vor was passt.
darum verallgemeinern?
mein Vater ist auch so eine Drama-queen.
das sind Menschen die aber auch sonst gern dramatisch sind und übertreiben.
ist jedenfalls meine Erfahrung
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01.03.2014, 13:00
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Es geht ja nicht um die bewusste Handlung alleine, das kann ja auch eine unbewusste Handlung sein, beim Weinen wird es sogar meist eine unbewusste Handlung sein, was aber nichts am Prinzip ändert. Weinen ist ein Signal an den anderen, und wenn das zu früh kommt, dann ist es eine Methode zur Beendigung eines Streites um der Beendigung willens. Und das ist eben nicht konstruktiv.
Es ist ja auch keine Wertung des Weinenden, sondern eine Erkenntnis über die Vorgänge. Als zu früh weinender sollte man sich damit auseinandersetzen, und einige hier haben das ja auch gemacht und Wege gefunden.
Das Problem ist ja, dass wenn man jeden Streit mit seinen Tränen unterdrückt, dann fliegt einem irgendwann mal die Menge der ungelösten Problem um die Ohren, und irgendwann wird der betränte die Tränen einfach ignorieren, weil sie eben immer zu früh kommen. Das Warnsignal verliert an Funktion, und wenn der Partner dann wirklich mal eine Grenze überschreitet, weil ein verlässliches Signal nicht mehr zur Verfügung steht, dann ist die Kacke am Dampfen.
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01.03.2014, 21:03
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Heul wenn du musst und sag du gehst mal um den Block.
Überleg dir ob du mit jemandem der aggro auf Weinen reagiert zusammen sein kannst…
ich habe den Satz "du willst mich erpressen mit Tränen" nur zweimal gehört, das war in destruktiven Beziehungen, einmal mit jemandem der keinerlei zugang zu irgendeinem Gefühl hatte und einemal bei einer Freundin bei der ich später herausgefunden habe, dass sie allerlei Unsinn verbreitet hat.
Es sind deine Tränen. Sonst nichts.
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01.03.2014, 21:07
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Das merkt man relativ schnell, da kann man eigentlich seinem Menschenverstand vertrauen, ob man vor sich so eine Person sitzen hat, oder nicht. Vergeneralisieren kann man das kaum.
Woher kennst du die Ziele anderer Menschen…ziel errreicht, problem bleibt leider.
Niemand zwingt dich in Situationen zu bleiben, in denen du scheinbar deinem Gegenüber nicht über den Weg traust. Geh einfach und gut ist. Eine solche Nichteindeutigkeit, Nichtvertrauen in das Gegenüber oder die eigene Reaktion wäre für mich ein Grund auf Abstand zu der Person zu gehen.Geändert von _Farmelli (01.03.2014 um 21:22 Uhr)
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02.03.2014, 00:50Inaktiver User



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