Niemand unterstellt hier irgendwas.
Zum Erwachsensein gehört aber vielleicht auch mal die Einsicht, das die eigenen Handlungen und Reaktionen für andere Menschen und deren Gefühle Folgen haben können, auch wenn das NICHT DIE ABSICHT war.
Die absolute Ego-zentriertheit von "Gefühlsmenschen" geht mir auf die Nerven.
"Die Welt dreht sich um mich und meine Gefühle - wie's anderen dabei geht und was das auslöst, daran denke ich nicht"
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Ergebnis 21 bis 30 von 250
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28.02.2014, 21:43
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
* * Lottofee * *
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28.02.2014, 21:47Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Auch das seh ich anders. Wenn da jeder bei sich bleibt dann passt es doch. Ich kann wiederum nichts dafür, wenn mein spontanes Heulen bei anderen wunder was auslöst - das ist dann ihrs.
Nicht zu vergleichen damit, dass eine Gemeinheit oder ein Treffer unter der Gürtellinie das Heulen auslöst.
Dass sich "die Welt um mich zu drehen hat" ist schon wieder eine Unterstellung von dir. Das weißt du doch gar nicht, ob der andere so denkt.
Aber genau wie der andere sich und seine Empfindung ernst nehmen soll darf ich das ja wohl auch.
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28.02.2014, 21:48Inaktiver User
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28.02.2014, 21:54Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Das finde ich ja mal eine äusserst abenteuerliche Kombination.
"Gefühlsmenschen" mit Ego-Zentriertheit gleichzusetzen.
Kann ich absolut nicht unterstreichen.
Ich kenne Ego-zentrierte Menschen jeglicher Couleur.
Genau so in der Gruppe der ich schreibs mal vermeintlich "nüchtern-rationalen ".
Das, was du da beschreibst hat für mich nichts mit dem Grundcharakter z.B emotionaler versus rationaler zu tun.
Ich persönlich schätze rein Ego- zentrierte Menschen nämlich auch nicht sonders.
Ich habe sie aber ehrlich gesagt in jeglicher Couleur menschlichen Charakters bislang gefunden.
Grüsse Nina
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28.02.2014, 22:15
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Zustimmung.

Mir geht es genauso wie Dir, Marylinchen, ich kann's manchmal auch nicht verhindern. Ich bin allerdings der Meinung - wie auch andere hier - dass es vor allem darauf ankommt, wie man dann damit umgeht. Mit meinem Partner, den meine Traenen auch extrem hilflos und einfach sehr ungluecklich gemacht haben, war an dem Punkt keine fruchtbare Diskussion mehr moeglich. Witzigerweise bin ich noch in der Lage, logisch zu argumentieren und Argumente anzunehmen, auch wenn mir die Traenen aus den Augen stuerzen, waehrend Herr Flau sich in der Situation als richtiggehend "gelaehmt" beschreibt, obwohl man es ihm nicht ansieht. Wir haben in einem traenen- und streitfreien Moment darueber gesprochen - also darueber, was mich zum Weinen bringt und wie ich mich dann fuehle, und darueber, was es bei ihm ausloest. Das hat unsere Streitkultur verbessert und wenn ich doch mal weine, bringt es ihn auch nicht mehr so aus der Fassung.
Im beruflichen oder sonst nicht-intimen Umfeld habe ich zu dem Thema eine etwas zwiespaeltige Meinung. Einerseits finde ich es schade und nicht unbedingt einen erhaltenswerten "Wert" immer eiskalt und gefasst zu sein, weil Andere eventuell, vielleicht mit Emotionen nicht klarkommen. Ich faende es schon wuenschenswert, wenn unsere Gesellschaft da insgesamt souveraener wuerde, Emotionen und deren Aeusserungen einfach akzeptieren wuerde, so dass gelegentliche Traenen einfach nicht so eine Riiiiesensache sind. (Das wuerde im uebrigen auch den "Waffeneinsatz" des Weinens reduzieren, wenn dabei nicht alle im Dreieck springen wuerden.) Bisher funktioniert ja gerade die Geschaeftswelt sehr nach dem Rationalismus des 19. Jahrhunderts, in dem Emotionen einfach ausgeklammert oder geradezu geleugnet werden. Wie gesagt, da faende ich ein gewisses Umdenken durchaus wuenschenswert.
Andererseits sind die Konventionen im Moment nun einmal so und sie werden sich nicht dadurch aendern, dass man in Konfliktsituationen in Traenen ausbricht (das von mir erwuenschte Umdenken muesste schon anderweitig vorangetrieben werden).
Ich wuerde also sagen, dass ich es - im Gegensatz zu vielen (hier) - nicht moralisch verwerflich finde, wenn einem auch ganz unprofessionell die Traenen kommen, aber durchaus unpraktisch. Das heisst, wir Heulsusen brauchen hier Strategien.
Das ist eine sehr reife Art, damit umzugehen, erfordert allerdings vom Gespraechspartner ebenfalls sehr viel Reife, die ich leider nicht immer gegeben sehe. Natuerlich waere das die von mir favorisierte Loesung.
Eine aeltere Bekannte erzaehlte mir einmal, sie denke an etwas, was sie wuetend mache, wenn sie unerwuenscht Traenen aufsteigen fuehlt. Konkret sagte sie (Britin), sie denke an Margaret Thatchers Entscheidungen zum Falklandkrieg und stelle sich vor, sie zu treffen "und ihr so richtig eine zu scheuern".
(Ok, das war vor Thatchers Tod.)
Ich habe so etwas Aehnliches schon versucht, war aber noch nicht recht erfolgreich, vielleicht kenne ich niemanden, gegen den ich eine so starke Abneigung habe, wie meine Bekannte gegen Thatcher. (Oh, Erdogan koennte ich mal probieren, das versuche ich naechstes Mal
)
Geändert von Flau (28.02.2014 um 22:24 Uhr)
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28.02.2014, 22:22Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Und das noch zum Abschluss.
Man kann, wenn man will, mit so vielem "im Streit"
erpresserisch oder auch manipulativ sein.
Oder einem Gegenüber so erscheinen.
Durch Tränen.
Durch einen Wutanfall.
Durch Schweigen.
Durch Entziehen.
Durch sich selbst nicht positionieren.
Durch ignorieren.
Durch einem sich vermeintlich *rationalem Sein* bei Gefühlen verstecken.
To be continued.
Dadurch, jemand anderen in seiner aus eigener Sicht gefühlten wenigen Emotionalität-
eben solche zu unterstellen.
Dadurch, jemand anderem mit mehr Emotionalität diese eben vorzuwerfen.
Das alles ist kein festes Gefüge, sondern ergibt sich wenn aus der Gesamtkonstellation.
Genau so, wie sich einer durch die Tränen des einen in z.B. Streit eher hilflos fühlt, eher manipuliert oder gar unterdrückt,
der nächste die Tränen des anderen als Zeichen womöglich seiner eigenen Stärke, der starken emotionalen Bindung an sich selbst, oder sie zumindest so interpretieren möchte.
Und eine dritter das womöglich einfach als eine Facette von einem anderem,
stehen lassen kann.
Ohne sich selbst (!) davon so sehr betroffen zu fühlen.
Grüsse NinaGeändert von Inaktiver User (28.02.2014 um 22:29 Uhr)
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28.02.2014, 22:24Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
@ Nina:
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28.02.2014, 22:29
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Von mir auch noch schnell je ein Bluemchen fuer Nina und schnellschnell:

Ich finde mich da sehr stark wieder.
Natuerlich muss nicht jeder so empfinden oder werten. Aber das eigene Empfinden so als die objektive Wahrheit hinzustellen, gerade wenn es um Emotionen geht, finde ich, hmmmm, unbedacht.
Was sind denn Genervtheit, Ungeduld und Empoerung angesichts weinender Streitender anderes als Emotionen? So ganz rational, wie sich manche hier gefaellt, ist das nicht wenn wir ehrlich sind, oder?
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28.02.2014, 23:03
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Ich wüsste gar nicht, in welche Richtung die Manipulation gehen sollte. Ich mag es dann nämlich überhaupt nicht, das mein Partner mich in den Arm nimmt. Meine Merinung wird er deswegen auch nicht annehmen und worum es in dem Streit geht, will ich auch nicht unter den Teppich kehren.
Also was sollte es mir bringen?Geändert von Lilith10 (28.02.2014 um 23:13 Uhr)
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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28.02.2014, 23:04Inaktiver User
AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?
Danke dir /euch.
Ich persönlich glaube heute, das gibt es einfach nicht.Per se.
Es gibt Emotionen.Die sind so, wie sie sind.
Schön, wundervoll, erschreckend ,nicht einordbar.Nicht im eigenem rationalem/emotionalem- nachvolllziehbar.
Nicht gewünscht oder doch erwünscht- sie sind, was sie sind.
Ich glaube aber auch nicht an eine Rationalität ohne Emotionen,
vice versa Emotionalität ohne Ratio.
Zumindest- im Gesamtgefüge.
Letztlich, unterm Strich.
Grüsse Nina



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