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  1. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von GoldenGate Beitrag anzeigen

    Allerdings lehne ich auch ein gezielt eingesetztes, manipulierendes Weinen total ab. Aber das sollte das Gegenüber auch einschätzen können.
    von meinem lebensgefährten und meinem familiären und freundschaftlichen umfeld- kann ich es abschätzen.

    bei kolleginnen manchmal nicht- und ja, da war ich schon mehr als einmal in der situation wo ich mich unter druck gesetzt fühlte.

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    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Den anderen zum Weinen zu bringen ist ein Zeichen, dass man vielleicht zu weit geht im Streit. Wenn man dann den Eindruck hat, der andere weint vollkommen unberechtigt, weil quasi zu früh, dann macht das einfach wütend, weil der Weinende den Streitprozess stört.

    Dass das Weinen nicht mit Absicht passiert, sondern unbewusst, ändert recht wenig daran.

    Die Fähigkeit, streiten zu können, halte ich für essentiell in jeder Beziehung. Bei mir ist es z. B. so, dass ich durchaus rausblaffe und mir argumentative Wortgefechte mit dem Kontrahenten liefere, aber es mit dem Ende des Streites dann auch ok ist.

    Es gibt ja noch die Gestalten, die Streit nicht aushalten und die reine Harmonie als Lebensziel habe. Die nehmen einem dann einen Streit übel und sind ewig nachtragend. Das ist ein absolutes Nogo!

    Nellifers Vorgehen ist ein praktikabler Vorschlag, wenn man denn schon weinen muss in einem Streit.

  3. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Passieren kann das schon MAL.

    Aber wenn es ständig so ist, schließe ich daraus, dass
    - die Argumente ausgehen
    - frau sich in die Ecke gedrückt fühlt (weil keine Argumente mehr, weil kein Beharren mehr auf die vorgebrachten Argumente, weil sie ihren Standpunkt nicht artikulieren kann)
    - weil sie merkt, dass ihre Argumente nicht standhalten
    - weil ihr Ärger/ihre Wut verraucht sind (und sie wieder "lieb" sein will)
    - weil sie plötzlich meint, doch Unrecht zu haben
    - weil es eine gute Taktik ist (unbewusster Rückgriff auf früheres hilfreiches Verhalten)
    - weil sie es nicht gewohnt ist, dass ihr Widerstand entgegengesetzt wird

    Es ist jedoch niemals ein erwachsenengerechtes, aufrechtes Verhalten.
    Erwachsene sind überzeugt, ein berechtigtes Anliegen zu vertreten und sind auch in der Lage, dies zu äußern,
    lassen sich aber überzeugen, wenn sie etwas falsch beurteilt und die andere Seite dies logisch begründet,
    können zugeben, wenn sie sich geirrt haben und jetzt nach dem Streit die Sache anders sehen.

    Kurz: Es nervt ! Es führt zu keiner Lösung des Konfliktes. Entweder wird die Klärung "vertagt" = unter den Teppich gekehrt, bis der Streitpunkt wieder hochkommt oder der andere hat so ein schlechtes Gewissen, dass er des lieben Friedens willen faule Kompromisse eingeht.

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    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Passieren kann das schon MAL.

    Es ist jedoch niemals ein erwachsenengerechtes, aufrechtes Verhalten.
    Erwachsene sind überzeugt, ein berechtigtes Anliegen zu vertreten und sind auch in der Lage, dies zu äußern,
    lassen sich aber überzeugen, wenn sie etwas falsch beurteilt und die andere Seite dies logisch begründet,
    können zugeben, wenn sie sich geirrt haben und jetzt nach dem Streit die Sache anders sehen.
    Das sehe ich nicht so. Im Job mag das sein aber privat, sprich mit meinem Mann, möchte ich so nicht sein. Ich finde es überhaupt nicht kindisch in einem Streit oder einer Meinungsverschiedenheit Gefühle zu zeigen. Und dazu gehört für mich auch das Weinen! Der andere darf ruhig sehen, wie es mir geht. Natürlich führt das Weinen zu keiner Lösung des Konfliktes, muss es auch nicht, es ist Ausdruck dessen, wie es in mir aussieht. Wenn ich über eine lustige Bemerkung lache führt das auch zu nichts…. Ist aber einfach menschlich.

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    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    In einem Streit zu sagen "du, das hat mich aber gerade verletzt" ioder "ich bin so wütend darüber, das du mich nicht verstehen kannst/willst" ist sicher erwachsener.

    Aber ehrlicher? Seh ich auuch nicht so. Ich bin eigentlich ein rationaler Mensch, wenn ich mich aber mit meinem Partner streite, dann kann ich sehr emotional sein. Ja, kommt dann tatsächlich mal vor, das ich weine ( passiert mir manchmal sogar, wenn mich Geschichten anrühren )
    Wenn mein Partner denken würde ich täte das aus Berechnung, würde er mich kein bisschen kennen und wäre nicht mein Partner.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  6. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Wenn mein Partner denken würde ich täte das aus Berechnung, würde er mich kein bisschen kennen und wäre nicht mein Partner.
    Ich geh jetzt mal davon aus, dass jemand nicht immer sofort losflennt wenn er seinen Willen nicht kriegt.

    Also nicht: du kommst am Sonntag nicht mit zu meinen Eltern?

    Also wenn ich dann in einem Streit mal in Tränen ausbreche würd ich ja von meinem Partner erwarten dass er sich fragt was mich da so getroffen hat - und nicht dass er mir Erpressung vorwirft. Da wär dann für mich noch mehr im Argen, wenn so eine Reaktion käme.

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    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wenn es ständig so ist, schließe ich daraus, dass
    - die Argumente ausgehen
    - frau sich in die Ecke gedrückt fühlt (weil keine Argumente mehr, weil kein Beharren mehr auf die vorgebrachten Argumente, weil sie ihren Standpunkt nicht artikulieren kann)
    - weil sie merkt, dass ihre Argumente nicht standhalten
    - weil ihr Ärger/ihre Wut verraucht sind (und sie wieder "lieb" sein will)
    - weil sie plötzlich meint, doch Unrecht zu haben
    - weil es eine gute Taktik ist (unbewusster Rückgriff auf früheres hilfreiches Verhalten)
    - weil sie es nicht gewohnt ist, dass ihr Widerstand entgegengesetzt wird

    Es ist jedoch niemals ein erwachsenengerechtes, aufrechtes Verhalten.
    Erwachsene sind überzeugt, ein berechtigtes Anliegen zu vertreten und sind auch in der Lage, dies zu äußern,
    lassen sich aber überzeugen, wenn sie etwas falsch beurteilt und die andere Seite dies logisch begründet,
    können zugeben, wenn sie sich geirrt haben und jetzt nach dem Streit die Sache anders sehen.

    Kurz: Es nervt ! Es führt zu keiner Lösung des Konfliktes. Entweder wird die Klärung "vertagt" = unter den Teppich gekehrt, bis der Streitpunkt wieder hochkommt oder der andere hat so ein schlechtes Gewissen, dass er des lieben Friedens willen faule Kompromisse eingeht.
    So sehe ich das auch.

    Ich bin in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind, da ich so eine Dynamik mit meiner alleinerziehenden Mutter hatte.
    Die Gute hat's nicht so mit argumentieren und diskutieren und hat überdies einen absoluten Harmoniefimmel.

    Bei jedem Streit/Argument flennte sie sofort los. Damit war dann die Diskussion beendet.
    Und ich stand da wie das böse Kind, das seiner armen Mutter soviel Kummer macht und sie zum weinen bringt.
    Egal wie recht ich hatte mit meinen Punkten, aber darum gings dann nicht mehr.

    Seitdem bin ich ziemlich allergisch auf heulende Weiber ("wie ICH mich fühle ist allein wichtig" - heul) und auf bequem eingenommene Opferrrollen.

    Heulen im Streit IST manipulativ, auch wenns nicht bewusst so geplant wird.

    Der Heulende bestimmt/lenkt/manipuliert den Streitverlauf, beendet die Diskussion, killt die Sachebene, erzeugt Schuldgefühle beim anderen und stellt gleichzeitig die eigenen Gefühle ins Zentrum.
    Und darauf angesprochen sagt man dann nur "Hey, das sind halt meine Gefühle, die kann ich doch nicht kontrollieren..."

    Ganz toll.
    * * Lottofee * *

  8. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist jedoch niemals ein erwachsenengerechtes, aufrechtes Verhalten.
    Erwachsene sind überzeugt, ein berechtigtes Anliegen zu vertreten und sind auch in der Lage, dies zu äußern,
    lassen sich aber überzeugen, wenn sie etwas falsch beurteilt und die andere Seite dies logisch begründet,
    können zugeben, wenn sie sich geirrt haben und jetzt nach dem Streit die Sache anders sehen.

    Kurz: Es nervt ! Es führt zu keiner Lösung des Konfliktes. Entweder wird die Klärung "vertagt" = unter den Teppich gekehrt, bis der Streitpunkt wieder hochkommt oder der andere hat so ein schlechtes Gewissen, dass er des lieben Friedens willen faule Kompromisse eingeht.
    An der Stelle möchte ich ausdrücklich widersprechen.

    Warum sollte Weinen kein erwachsenes, aufrechtes Verhalten sein ?

    Du begründest das aus einer ganz bestimmten Ecke heraus, für dich, mein Gefühl.
    Ich kann das teils sogar nachvollziehen.Besser gesagt deine in dem Zusammenhang erstellten Argumente.

    Nur- ich bin auch ein recht emotionaler Mensch und neige auch eher dazu mal in Tränen auszubrechen.
    Das muss gar nicht nur in der Auseinandersetzung mit einem anderem Menschen sein.
    Sondern ich kann das auch bei einem mich sehr bewegendem Film, Buch, Reportage, einer Musik, einem Kunstwerk.
    Ich Bin so.
    Und dabei geht es Null um die von dir genannten Gründe.

    Ich Bin einfach so berührbar und das äussert sich gegebenfalls in Tränen.Ein anderes Mal in herzhaftem Lachen.
    Ein nächstes Mal in deutlicher Wut.Leidenschaft usw.

    Diese Koexistenz, welche du mit Weinen verknüpfst existiert meiner Meinung nach nicht.
    Sie kann es mal sein- aber muss es gar nicht.

    Es hat auch gar nichts mit Konfliktbereitschaft oder -lösung zu tun.
    Das kann ich nämlich ganz ab von dem oder sehe einen ganz nüchternen Sinn darin.

    Habe ich mich auch in einer zwischenmenschlichen Beziehung mal kurz *ausgeheult*, sozusagen,sollte es mal so sein,
    kann ich im nächstem Schritt ganz ohne weitere Tränen agieren.

    Ich komme ab davon aus einem Umfeld, wo ich persönlich, auch in zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen niemals wirklich einen Benefit aus meinen Tränen-
    also zu all dem, was da letztlich negativ unterstellt wird,
    gezogen habe oder hätte.
    Als Kind nicht, als Erwachsene nicht.
    Es war auch nicht mein Ansinnen.Dennoch gehört es zu mir.Und heute achte ich diesen Zug an mir.

    Hätte ich auf meine Umwelt sozusagen von Kindstagen an reagiert, dann hätte ich versucht in meinem Leben nie mehr zu Weinen.Fände ich falsch.Es muss auch solche Menschen wie mich geben, welche einfach diese Neigung haben und denen damit nicht gleichgesetzt emotionale Erpressung oder anderes unterstellt wird.

    Emotionale Erpressungen ansich zeigen sich übrigens in vielfältiger Form.Wenn man das denn schon thematisieren will.


    Grüsse Nina

    P.S.

    Wenn ich hier so lese, denke ich mir aber auch, das da teils womöglich sehr unterschiedliche Bilder zum *weinen* existieren zu scheinen.
    Diejenigen, welche damit ein Bild eines drei, vier jährigem bockigem Kindes geichsetzen, geschenkt.
    Das würde ich auch nicht meinen.
    Ab davon, das meiner Meinung nach Menschen, welche das als *Mittel* womöglich von Kindstagen an erlernt haben, als ein Mittel zum Zweck sozusagen,
    als Erwachsene da diesbezüglich eh in einer noch anderen Bandbreite agieren.
    Und die hat nicht unbedingt primär mit *Weinen* zu tun.
    Geändert von Inaktiver User (28.02.2014 um 21:35 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Lottofee Beitrag anzeigen
    Heulen im Streit IST manipulativ, auch wenns nicht bewusst so geplant wird.
    "Die Manipulation von Menschen verfolgt Ziele und dient dazu, andere Menschen hinsichtlich ihres Verhaltens zu beeinflussen." (und zwar natürlich zu meinen Gunsten. )
    sagt Wiki, ich denke, das ist eine gängige Definition.

    Wenn mir spontan die Tränen kommen ist das daher für mich eben nicht manipulativ, weil ich das ja nicht einsetze um beim anderen etwas zu erreichen, sondern es ist ausschließlich ein Ausdruck meiner Emotionen. Damit ist doch nicht automatisch die Absicht verknüpft den anderen zu einem mir erwünschten Verhalten zu bewegen, das kann man doch nicht so pauschal unterstellen!

  10. Inaktiver User

    AW: Weinen im Streit... kindisch? erpresserisch? Unterdrückbar?

    Zitat Zitat von Lottofee Beitrag anzeigen
    Heulen im Streit IST manipulativ, auch wenns nicht bewusst so geplant wird.

    :
    Das kann so sein.
    Aber da auch so unendlich viele anderen Arten im zwischenmenschlichem Sein manipulativ sein können oder gar sind,
    oder welche Art aus einem bestimmten Grund für einen Selbst sehr manipulativ wirken mag,
    halte ich das ganze eben wenn nur für einen Aspekt von vielen.

    Und wenn es für jemanden per se manipulativ Ist, er es nur so und nicht anders deuten kann , dann ist das in meinen Augen im übrigem auch so.
    Den Gedanken würde ich heute keinem mehr nehmen wollen.
    Mich aber auch nicht mehr dafür rechtfertigen, das ich womöglich als Mensch da anders ticke.



    Grüsse Nina

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