Um seinen "Geiz" oder unangebrachte Sparsamkeit zu überwinden muss man/frau sich m.M.n fragen welchen Stellenwert Geld und Besitz in der Herkunftsfamilie hatten und wofür durch Erziehung und eigene Lebenerfahrung das "Abstraktum-Geld" heute (noch) steht.
Welche Beziehung wir zu Geld entwickeln und welche imateriellen Werte wie Zuverlässigkeit, Sicherheit, Freiheit wir ihm zuordnen hat m.E immer mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun.
Nicht umsonst gibt es Klischees einzelner sozialer Gruppen über den Umgang mit Geld wie z.B.:
Die sparsame, aber qualitäts- und statusbewusste Kriegs- und Nachkriegsgeneration, die Geld mit Tüchtigkeit und Erfolg gleichsetzte.
Die 68er Generation, die Geld vorwiegend mit Macht gleichsetzte. In der Wettbewerbs- und Konsumgesellschaft in der wir heute leben, bedeutet Geld für die meisten Menschen Sicherheit, weil es der Schlüssel zum unbegrenzten Zugang zu fast alllen Ressourcen und Dienstleistungen ist.
Du leidest offenbar darunter, dass Du Dich nicht von Deinem Geld "trennen" kannst, und zwar auch dann nicht, wenn es für Deine vitalen Interessen notwendig wäre. Die Sache mit Deiner Brille zeigt, dass Dein Umgang mit Geld tatsächlich schon ein wenig zwanghaft ist. Um Dich ei freier zu machen könntest Du hinterfragen, ob Geld für sich tatsächlich so viel Sicherheit und Freiheit bietet wie angenommen, oder ob es nicht eher so ist, dass Geld nur in Verbindung mit dem "richtigen" Bezugsrahmen und wenn es in Bewegung ist, also fließt, Sicherheit und Freiheit bietet. Geld schafft Sicherheit vor Armut und Krankheit indem man/frau es einerseits anlegt und spart ABER auch dadurch, dass man/frau es nützt um ausreichend warme
gefällige, das Wohlbefinden steigernde Kleidung zu kaufen und sich gesund zu ernähren. Geld schafft auch Sicherheit indem man/frau in Prophylaxe und Heilmittel investiert (Brille).
Persönliche Ängste und Sorgen, ebenso wie Unsicherheitsgefühle lassen sich langfristig nicht durch das Horten von Geld kurieren. Ein Grundzug des Lebens ist seine Unberechenbarkeit, weshalb fast jeder Mensch hin und wieder von irgendwelchen Ängsten geplagt wird, auch die Angst vor Verarmung begleitet viele von uns. Ich finde es wichtig zumindest einmal täglich darüber nachzudenken worüber ich mich HEUTE freuen kann und ,wenn mir überhaupt nichts einfällt MACHE ich etwas DAMIT ich mich freuen kann, das kann Geld kosten, muss es aber nicht. Ab und zu gönne ich mir dann auch etwas, was für meine Verhältnisse Luxus ist und freue mich. Ich versuche maßvoll und mit Blick auf die Zukunft zu leben und habe mir den Bibelvers : "Lass jeden Tag seine Sorge genügen" zum Lebensmotto gemacht.
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Ergebnis 31 bis 40 von 77
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25.02.2014, 18:38
AW: Was kann man gegen geiz machen?
Geändert von walkabout (25.02.2014 um 18:45 Uhr)
"Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"
J.P Proudhon
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25.02.2014, 21:03Inaktiver User
AW: Was kann man gegen geiz machen?
Toller Beitrag walkabout!
Ich würde hinzufügen:
Geht es um Geiz oder um ein "sich der Gesellschaft" entziehen?"
Ich denke um zweiteres, dann sind die Beweggründe andere.
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26.02.2014, 00:02
AW: Was kann man gegen geiz machen?
Ich tendiere zu Maßlosigkeit in allen Richtungen und habe jahrelang immer viel zu viel oder viel zu wenig ausgegeben, oder zu viel für manche Sachen (Bücher!) und zu wenig für andere (Klamotten).
Seit ich ein Budget habe, in dem klipp und klar steht, "So viel Geld hast du für (blah) zur Verfügung, und so viel kannst und mußt du ausgeben" ist das viel besser geworden. "Einkaufsunlust" ist keine Ausrede, das Budget muß raus! (Eine Weile hab ich die überzähligen Summen im Klamottenbudget am Jahresende einem Zweck gespendet, der mir nicht am Herzen lag. Als erzieherische Maßnahme!)
Es sind immer noch ein paar "kann"-Posten im Budget. Wenn ich die nicht verbrate, werden die gespart. Aber das, was das Leben zum reibungslosen Funktionieren braucht, ist schon am 1. Januar für das Jahr eingeplant und wird übers Jahr in einem Haushaltsbuch verfolgt.
Außerdem, solange man niemandem schadet mit dem Geiz würde ich das alles nicht so kritisch sehen. Geh zum nächstbesten Billigheimer und geh nicht wieder raus, bis zu nicht zwei Hosen gekauft hast. Macht keinen Spaß, gefällt nicht, aber muß halt sein. Schlimmstenfalls nimm dir eine Freundin mit, die dich an der Flucht hindert.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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26.02.2014, 00:29
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26.02.2014, 05:49
AW: Was kann man gegen geiz machen?
Hier könntest Du tatsächlich aufschlussreiche Antworten
finden, liebe TE.
Oftmals übernimmt man, völlig unbewusst, die inneren Einstellungen
und auch die praktische Umsetzung. Es ist sehr hilfreich, wenn man
vorgelebte Wertigkeiten überprüft, denn das, was für die Eltern richtig
war, muss für einen selbst nicht stimmig sein.
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26.02.2014, 08:05Inaktiver User
AW: Was kann man gegen geiz machen?
geht es hier wirklich um geld und besitz?
ich lese eher eine große feindseligkeit und misstrauen gegen andere menschen als eigentliches problem heraus.
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26.02.2014, 14:07Inaktiver User
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26.02.2014, 15:40Inaktiver User
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26.02.2014, 18:02
AW: Was kann man gegen geiz machen?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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27.02.2014, 10:23
AW: Was kann man gegen geiz machen?
ich klinke mich hier mal ein, denn mit dem geldAusgeben habe ich auch "meine" schwierigkeiten:
bei mir sind es die kleinen dinge des alltags,
wie ein cafe, ein bier, ein snack zwischendurch, kino, ... - wo ich mir sage "das muss doch nicht sein"
wenn ich essen gehe, dann schaue ich immer nach einer günstigen auswahl (und schaue etwas neidisch drein, ob der anderen, die sich "etwas besseres" leisten)
bei anderen dingen des alltags wie z.b. kleidung, bin ich einfach nur sparsam, kaufe nicht so oft und nicht immer das neuste, aber gern reduzierte markenartikel...
bei größeren anschaffungen wie cafeautomat, fernseher, urlaub überlege ich nicht so lange, ob das sein muss oder nicht - denn da habe ich langfristig etwas davon.
warum bin ich nicht zufrieden: eigentlich könnte ich mir die "kleinen dinge" zwischendurch auch "leisten" und bin etwas neidisch, wenn ich 'andere' in cafes, kneipen, restaurants sehe bzw. wenn ich gemeinschaftlich ausgehe, halte ich an einem bier fest während andere sorgloser ausgeben und verzehren, worunter vielleicht auch ein wenig die "sozialisation" leidet.
bisher haben leider keine tipps wie "dann bestelle Dir doch einffach was Du magst, Du kannst ess Dir leisten" geholfen und damit 'anfreunden' dass es so ist wie es ist, kann ich mich auch nicht...
vielleicht habt Ihr den ultimativen tipp für mich?!
w.Das Glück besteht nicht darin, das Du tun kannst, was Du willst, sondern darin, dass Du auch immer willst, was Du tust.


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