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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Hallo Giftgruen, die Trauer über eine "was wäre wenn"-Variante des Lebens ist immer verschwendete Zeit. Und zwar von deiner kostbaren Lebenszeit als FRAU.

    Auch wenn du noch so sehr haderst, ein Mann wirst du dadurch nicht. Aber du beraubst dich der grandiosen Möglichkeiten zu Leben, glücklich zu sein und Dinge zu tun, die du nur deswegen tun kannst, weil du genau die bist, die du bist.

    Männer haben Streß, Angst, sind Problemen im Beruf und in Beziehungen ausgesetzt. Unter dem Strich werden Frauen und Männer gleichverteilt mit Chancen und Schwierigkeiten zu tun haben. Denn die sind nicht Resultat des Geschlechts sondern Resultat des Lebens.

    Wobei ich dir Recht geben muß ist, dass es in leider noch vielen Bereich sozialisierte Vorteile für Männchen gibt, in denen eine Frau kaum oder nur mit enormer Kraftaufwendung mithalten wird `dürfen`. Diese Bereiche können als Zusatzbenefit oft auch die Möglichkeit materiellen Wohlstand in größerer Zahl einzuheimsen haben. Es trifft leider da und dort immer noch zu, dass männliche Babys/Kinder anders geprägt werden. Gibt leider genug schauderhafte Untersuchungen über dieses Thema.

    Aber es gibt sehr viele Männer, die nicht erfolgreich werden können obwohl sie es wünschen und dran arbeiten (für die wiegt das doppelt schwer, vor allem gesellschaftlich und in ihrem Marktwert als Partner). Mehr als genug, die schlecht bezahlt werden und /oder schlecht ausgebildet sind.

    Wenn du dich mit männlichem Rollenverhalten und männlichen Gefahrenquellen/Problemfeldern auf deren Lebensweg beschäftigen willst, eingehender ...., wirst du wahrscheinlich keine Enttäuschung mehr drüber empfinden mit niedrigsten Testosteronwerten durchs Leben gehen zu dürfen und mit einem bunten vielfältigen Strauß an sozialen Fähigkeiten während deines Heranwachsens sozialisiert worden zu sein.

    In Summe ist eine Frau normalerweise lebenstüchtiger, mit mehr Equipment ausgestattet um alleine sehr gut, glücklich, mit sauberer Wäsche und schöner Wohnung, guten Freunden und mehr tieferen sozialen Kontakten über die Runden zu kommen. All dies verlängert das Leben und trägt zu Lebensqualität deutlich mehr bei, als bei ein paar wenigen der Spezies Mann, die am Jahresende ein paar Tausender mehr verdient haben als die anderen Männchen und dabei vergessen, dass der Bauch wächst, die Herzklappen dringend zum Service hätten müssen und die Frau mit den Kindern ihn nur mehr dem Namen nach kennen.

    Wobei, es gibt tolle Männer (nebst tollen Frauen).
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Zitat Zitat von giftgruen Beitrag anzeigen
    Ich wäre selbstbewusster. Ich wäre erfolgreich. Niemand würde von mir erwarten, dauernd sanft und verfügbar und nachgiebig zu sein. Wenn ich allein sein will, würde das akzeptiert, vielleicht sogar bewundert. Keiner würde mich dauernd betatschen oder blöde Kommentare machen.
    Alle würden mich mehr respektieren.

    Wie ist es bei euch? Ich freue mich auf eure Ansichten

    LG
    Ich bin selbstbewusst. Ich bin erfolgreich (nach meinem eigenen Massstab, unabhängig ob ich von anderen so eingestuft werde). Niemand erwartet von mir dauernd sanft und verfügbar und nachgiebig zu sein. Wenn ich allein sein will, wird das akzeptiert. Ob andere das bewundern, ist mir wurscht. Niemand betatscht mich und ich bekomme auch keine blöden Kommentare zu hören.

    Ich bin eine Frau und werde respektiere. Den Respekt habe ich mir verdient, der kommt nicht davon, dass man sich selbst bemitleidet und alles der Traumküche überlässt.

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    ich bin ein Mann:

    Mich beschäftigt das Ganze aus persönlichen Gründen gerade sehr. Ich habe lange darüber nachgedacht und komme immer wieder zu dem Schluss, dass mein Leben einfacher/besser wäre, wenn ich nur als Junge auf die Welt gekommen wäre.
    Ich würde mich weniger gestresst fühlen. Ich hätte weniger Angst. Und wahrscheinlich mehr Geld.
    Ich wäre selbstbewusster. Ich wäre erfolgreich. Niemand würde von mir erwarten, dauernd sanft und verfügbar und nachgiebig zu sein. Wenn ich allein sein will, würde das akzeptiert, vielleicht sogar bewundert. Keiner würde mich dauernd betatschen oder blöde Kommentare machen.
    Alle würden mich mehr respektieren.
    das, was Du zur Zeit erlebst, war mein Alltag bis etwa zum 35. Lebensjahr. In zwei Berufen gescheitert, eher durch äußere Umstände denn durch mein Unvermögen. Ich war bis dahin überall der Benjamin, süß, aber nicht recht ernst zu nehmen. Ich habe alles getan, um meinen Mitmenschen zu gefallen. Kolleginnen haben mich betätschelt und ausgelacht.

    Dann beschloss ich grantig zu werden und Nein zusagen. "Was ist denn bloß mit dem los?", meinten sie nur. Aber es half.

    Beruflich erfolgreich wurde ich auch nicht und schon gar nicht reich.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Diesen kurzen Film finde ich interessant für so einen Perspektivenwechsel:
    MAJORITE OPPRIMEE, un film d'Eléonore Pourriat (2010) - YouTube

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Erst einmal danke für die vielen Antworten.

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Ich meine nicht, dass diese Eigenschaften geschlechtsspezifisch sind. Auch Männer haben Angst, wenig Selbstbewusstsein und sind teilweise gar nicht erfolgreich.

    Ich bin als Frau weder sanft, verfügbar noch nachgiebig - oder nur bis zu einem gewissen Grad. Für mich sind das Eigenschaften, die individuell den Menschen unabhängig vom Geschlecht ausmachen. Und nein, ich möchte nicht tauschen.
    Ja, diesen Tenor verfolgen ja alle Antworten hier in diesem Strang...hmm. Ich weiß nicht, aber irgendwie haben mir meine gelebten Erfahrungen etwas anderes beigebracht. Vielleicht ist aber auch meine Wahrnehmung die falsche.

    Was ich ändern müsste, um glücklicher und zufriedener zu sein? Also...ich wünsche mir ein anderes Leben. Ich wünsche mir aufrichtig, jemand anderes zu sein, jemand mit einer in sich geschlossenen Persönlichkeit, denn manchmal kommt es mir vor, als hätte ich die gar nicht und alles ist nur ein diffuser Mischmasch. Ich müsste mich schneller und effizienter entscheiden können.
    Ich zeige dir die Angst in einer Handvoll Staub.

  6. Inaktiver User

    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Zitat Zitat von giftgruen Beitrag anzeigen
    Ich wünsche mir aufrichtig, jemand anderes zu sein, jemand mit einer in sich geschlossenen Persönlichkeit, denn manchmal kommt es mir vor, als hätte ich die gar nicht und alles ist nur ein diffuser Mischmasch.
    Na und? Ich bin auch so ein Mischmasch (wie oben beschrieben). Das ist doch (für mich) gerade toll, interessant und abwechslungsreich. Ich habe mir bei "beiden Seiten" intuitiv die Sachen rausgepickt, die zu mir passen. Und das ergibt sehr wohl ein rundes, für mich passendes Bild.

    Vielleicht kannst du deinen Mischmach ja mal mit anderen Augen sehen? Lernen, dich so anzunehmen, wie du bist?

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Zitat Zitat von giftgruen Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich möchte mal eine ziemlich hypothetische Frage in den Raum stellen. Wie, glaubt ihr, würde euer Leben aussehen, wenn ihr ein Mann wärt? (Bzw. an die Männer, wenn ihr eine Frau wärt)
    Schrecklicher Gedanke.

    Ich könnte keine hohen Absätze mehr tragen.
    Ich würde mit langen Haaren und gestylten Locken wahrscheinlich doof aussehen.
    Röcke, ach Gottchen, Röcke....
    Strümpfe würden wohl auch nicht gern gesehen sein...
    Und ich würde mich ohne Taillengürtel richtig nackig fühlen.

    Liebe giftgrün - es gibt NICHTS, was Du nicht auch er-leben kannst, wenn Du es möchtest. Ganz egal, ob Du Männlein oder Weiblein bist.

    Du kannst Dich verlieben, Du kannst das Leben genießen, Du kannst lachen, weinen...wo ist der Unterschied?

    Wenn Du meinst, zuwenig Selbstbewusstsein zu haben, erkunde, warum das so ist.

    Liebe Grüße
    Zio

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen

    Und wie schon gesagt - es stimmt ja nun von Ferne nicht, dass Männer grundsätzlich selbstbewusst, erfolgreich und glücklich sind.

    Nur begrapscht und missbraucht werden sie seltener (aber auch nicht "nie"!) - aber ist das tatsächlich dein Hauptproblem?
    Diese Problematik zieht sich tatsächlich wie ein roter Faden durch mein Leben. Wobei völlig egal war, ob ich mit Kurzhaarfrisur und Schlabberklamotten daherkam oder wie jetzt mit anderem, wie viele es bezeichnen würden, "weiblicherem" Aussehen. Jedes Mal, wenn ich denke, ich habe meine Ruhe, kommt irgendein notgeiler Idiot daher und versucht sich an mir schadlos zu halten...es ist so, als könnten sie mich riechen. Und wenn es kein notgeiler Idiot ist, sind es Männer, die in einem Tonfall mit mir reden, als wäre ich minderbemittelt und meinen, sie müssten mir die Welt und das Leben erklären.

    @Cariad

    Gedankenspiele sind ja erlaubt. Wie wäre dieser Mann, der genauso aufgewachsen wäre wie du? Wie würde er sich kleiden, was wäre sein Beruf, wie sähe sein Tag aus? Vielleicht probierst du einfach mal, einen Tag lang dieser Mann zu sein, just for fun, inklusive Sockenknäuel unter dem Hosenschlitz?
    Das tu ich tatsächlich des öfteren, d.h. ich verkleide mich und sehe dann tatsächlich ziemlich "echt" aus. Irgendwie baut das für eine gewisse Zeit Druck ab. Allerdings habe ich mich noch nicht getraut, in diesem Aufzug tatsächlich unter Leute zu gehen...und ansonsten wissen davon nicht viele. Mein letzter (jetzt Ex-) Freund, der sich als ach so unkonventionell und aufgeschlossen darstellte, war absolut entgeistert und gar nicht amused, als ich mich zum Mann herrichtete und dabei SEIN Hemd anzog, das er bei mir liegen gelassen hatte. Er hielt mir vor, so weiblich sei er nun auch wieder nicht, dass ich das tun müsse.

    Hmm, was für ein Mann wäre ich...tja...souverän, aber nicht auf die harte Art. Eine Art belesener Gentleman, der höflich, aber distanziert zu den Frauen ist und über den Dingen steht.

    Was mich daran hindert? Wenn ich mich als Frau so benehme, glotzen mich Männer wie Frauen entgeistert an. Und Männer fühlen sich auf den Schlips getreten. Denn, laut ihrer Aussage passt so ein Benehmen nicht mit meinem Aussehen zusammen.


    @Brausepaul:

    Täusche dich da nicht. Warum sollten wir weniger Stress haben?
    Weniger Angst ... hmm, wovor genau? Körperlicher Gewalt?
    Ich denke auch das ist ein Trugschluß. Ok, unser Geschlecht ist im Durchschnitt mit mehr Körperkraft ausgestattet. Das nutzt dir aber nur begrenzt, da dir bei körperlichen Auseinandersetzungen eher ein kühler Kopf und erlernbare Techniken helfen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass man in eine körperliche Auseinandersetzung gerät, für einen Mann in der Regel größer. Die Dunkelziffer von männlichen Opfern häuslicher Gewalt ist übriges ziemlich hoch, da nur wenige Männer zugeben würden, dass sie sich von einer Frau körperlich traktieren lassen.
    Geld ... hmm, auch wenn es da tatsächlich noch Ungerechtigkeiten gibt, würde ich nicht davon ausgehen.
    Dass Männer selbstverständlich auch Stress HABEN, ist mir völlig klar. Sorry, da habe ich mich einfach blöd ausgedrückt, weil das für mich nicht so leicht zu erklären ist. Es ist nicht der tägliche Stress, den ich meine. Der Stress, den ich empfinde, kommt von einer Art Zerissenheit darüber, dass ich einfach mich selber nicht in Einklang bringen kann mit all den unterschiedlichen Erwartungen, die an mich gestellt werden...mehr oder weniger subtil.

    Angst...ja, vor körperlichen Übergriffen teilweise. Die kenne ich auch. Aber auch Angst vor Blicken. Ich weiß nicht wieso, aber manchmal, wenn ich durch die Stadt gehe, will ich mich einfach auflösen, wenn jemand mich anschaut. Es kommt mir so vor, als ob alle mich so wissend ansehen und denken "Tu nicht so, das bist gar nicht du. ich hab dich ertappt."

    Nein, nicht automatisch. Selbstbewusstsein ist nicht geschlechtsspezifosch.
    Ich würde es sogar anders herum sehen. Als Frau kannst du es dir ggf. leisten etwas weniger selbstbewusst, sanft und nachgiebig zu sein. Das ist kein Makel.
    Von einem Mann wird es aber in der Regel erwartet selbstbewusst, zielstrebig, durchsetzungsfähig etc. zu sein. Da das aber nun mal nicht automatisch jedem gegeben ist, muss man sich das erarbeiten.
    Ja, das stimmt auch irgendwo. Meistens wird es aber bei Jungs gefördert, diese Eigenschaften zu entwickeln. So habe ich es jedenfalls erfahren.

    @ Sprachlos:

    Wie kommst du drauf, dir deine Probleme in diese Richtung erklären zu wollen? Warum versuchst du nicht stattdessen, dich ehrlich - vlt. auch selbstkritisch - damit auseinanderzusetzen?
    Weil ich es schon die ganze Zeit über so erfahren habe. Als ich so ungefähr zehn war, erzählte mir meine Mutter, dass sie damals bitter enttäuscht war, als sie erfahren hatte, dass ihr zweites Kind (ich) ein Mädchen würde. Sie hatte sich noch einen Jungen gewünscht, weil Jungen, wie sie sagte "einfacher gestrickt" sind und irgendwie einfacher zu bewältigen. Mädchen seien überhaupt komplizierter und launischer.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass je an meinem Bruder so herumgenölt und herumgekrittelt wurde wie an mir. Mal war ich zu jungenhaft, dann wieder zu zickig und stur oder wahlweise eine blöde Kuh.

    Und im Erwachsenenleben...ich weiß nicht, wenn zum Beispiel jemand über mich redet und dabei eben sagt "Sie ist...sit tut", dann kommt mir das Wort "sie" in Verbindung mit mir so...skurril vor, als wäre das gar nicht ich und es würde über jemand anderen geredet. Oder wenn jemand sagt "Die Frauen" kommt mir erst gar nicht der Gedanke, dass ich damit auch gemeint bin. Ich wüsste aber nicht, ob ich mich angesprochen fühlen würde, wenn jemand über mich als "er" spricht.
    Ich zeige dir die Angst in einer Handvoll Staub.

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Zitat Zitat von giftgruen Beitrag anzeigen
    ls ich so ungefähr zehn war, erzählte mir meine Mutter, dass sie damals bitter enttäuscht war, als sie erfahren hatte, dass ihr zweites Kind (ich) ein Mädchen würde. Sie hatte sich noch einen Jungen gewünscht, weil Jungen, wie sie sagte "einfacher gestrickt" sind und irgendwie einfacher zu bewältigen. Mädchen seien überhaupt komplizierter und launischer.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass je an meinem Bruder so herumgenölt und herumgekrittelt wurde wie an mir. Mal war ich zu jungenhaft, dann wieder zu zickig und stur oder wahlweise eine blöde Kuh.
    Und Du duckst Dich?

    Wie wäre es mit dem Gedanken: JETZT erst recht...?

    Meine Mutter hatte geweint, als ich geboren wurde, denn sie wollte unbedingt einen Jungen. Wenn schon noch ein Kind, dann wenigstens ein männliches....

    Sie verpassten mir immer einen Bubenhaarschnitt, würde "besser zu mir" (oder zu ihnen?) passen....

    Ich bin eine Frau geworden - allen Wünschen zum Trotz.

    Liebe Grüße
    Zio

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    AW: Wenn ich ein Mann wäre...

    Was sind das für Mütter? :-(
    Traurig echt.

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