Hallo,
ich möchte mal Eure Meinungen und vielleicht Erfahrungen zu folgendem Sachverhalt:
Je älter ich werde, um so mehr habe ich den Wunsch nach einem zweiten Vornamen (bin bis jetzt Einzelnamensträgerin).
Es soll der Vorname meiner Großmutter väterlicherseits sein, sie ist mir in so liebevoller, weicher, warmer, runder, fürsorglicher, ach und überhaupt schöner Erinnerung, dass ich einfach das Gefühl habe, dass es passen würde.
Ursprünglich wollte ich mich beruflich mal selbstständig machen und für mein Geschäft und eines meiner Produkte ihren Namen nehmen, als Ehrung, da ihr Sein unmittelbar etwas mit meiner Geschäftsidee zu tun gehabt hätte.
Aus gesundheitlichen Gründen ist irgendeine Berufstätigkeit in weite Ferne gerückt...
Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
a) Ich benutze "einfach" den Namen und stell mich so vor, wenn ich neue Menschen kennen lerne und thematisierte das im Familien- und Freundeskreis.
b) Ich gehe den offiziellen Weg und beantrage beim Standesamt eine Namensänderung (heißt so, auch wenn "nur" ein Name hinzukommt). Dieser Weg wird wohl bürokratisch aufwändig, Erfolg ist nicht garantiert, aber auch nicht aussichtslos. Und daran anschließend a)
Hat jemand der Lesenden sich mal offiziell oder nicht offiziell einen anderen/zweiten Vornamen zugelegt?
Ich bin gespannt und Danke für Meinungen und Gedanken zum Thema
Kieselmurmel
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12.02.2014, 15:30Inaktiver User
Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
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12.02.2014, 16:03Inaktiver User
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Möchtest Du dann zukünftig mit beiden Vornamen angesprochen werden oder nur den zweiten Namen selbst verwenden, wenn Du Dich vorstellst?
Solange Du die Namensergänzung nicht in juristisch-relevanten Dingen benutzt, also z.B. keine Verträge darunter schließt, ist alles möglich. Du könntest Dich auch Pumuckel nennen. Das Geld und den Aufwand könntest Du Dir also sparen.
Fürs Selbständigmachen hast Du freie Wahl, wie Du Dein Unternehmen nennst. Bei Einzelunternehmen müsste lediglich Dein offizieller Name hinzugefügt sein (bei Kapitalgesellschaften nicht).
z.B. "Henriette Tüchtig -Inh. Lotte Meier-"
Also tu es, wenn es Dir stimmiger für Dich erscheint, Dir Lebensauftrieb gibt.
Aber analysiere, ob sich hinter dem Wunsch, so zu heißen wie die vermisste Großmutter, nicht anderes verbirgt.
Um nur einige der möglichen Gründe zu nennen: Flucht aus dem eigenen Leben, hinein in eine Traumwelt, eine unerkannte Depression, eine unnatürliche Verehrung der Großmutter, Sehnsucht nach dem, was man mit dem Namen und der Person verknüpft, unbewältigte Trauer über den Verlust u.v.a.m..
Dann wäre Dir mit der Namensänderung nicht geholfen und Du solltest Dich dem Grund für den Wunsch zuwenden, um Dich selbst wieder zu finden.
Ein Name macht einen nicht zu diesem Menschen, bringt einen auch nicht näher zu ihm.
(ich kann mich durchaus demnächst "Heidi" nennen, die Modellfigur der Klum bekomme ich nicht automatisch mitgeliefert
)
Anders ausgedrückt: wenn der neue Vorname das zum Ausdruck bringt, was Du jetzt schon bist und Dich deutlicher charakterisiert als der bisherige: dann ist es richtig.
Wenn Du jedoch durch Annahme des neuen Namens erst etwas erreichen willst und für die Zukunft sicherstellen möchtest, dann kläre erst Dein Motiv.
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12.02.2014, 16:14Inaktiver User
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Ja ich will auch.... den Namen meiner Uroma - der ist Emma gewesen und damals fand ich ihn komisch, heute isser ja wieder richtig schick....
Aber ich trage meinen Vornamen nun schon 50 Jahre mit mir rum... ich glaub ich gewöhne mich nicht mehr um - ich bin Bremerin, bekanntlich sind wir ja nicht so für Veränderungen *g*
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12.02.2014, 16:34
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Ich schliesse mich Jagenau an, klaere (fuer Dich) noetigenfalls, ob es einen "tieferen" Grund fuer die erwuenschte Namensaenderung gibt. Ansonsten wuerde ich auf die Buerokratie pfeifen und den Namen halt inoffiziell fuehren. Den Leuten, die Dich schon kennen, musst Du die Aenderung sowieso erklaeren und dann auch einblaeuen (stell Dir das mal nicht zu leicht vor
). Und Fremde glauben Dir auch ohne Personalausweiskontrolle, dass Du "Helena" heisst, oder wie immer Dein Wunschname lautet.
Ich bin da allerdings auch flexibel, ich kenne diverse Leute (auch Maenner, vielleicht sogar mehr Maenner), die seit Jahren "der Jo" oder sonstwer sind, ohne dass da die geringste Aehnlichkeit zum offiziellen Namen bestuende. Ich selbst habe auch schon mehrere Menschen kurzerhand "umgetauft". Sei es auf ausdruecklichen Wunsch ("Ich wuerde sooo gerne Ilse heissen" - "Ja, dann sagen wir doch jetzt einfach 'Ilse'"), sei es ohne diesen. (Aber nie gegen ausdruecklichen Wunsch!) Vielleicht bin ich ja komisch.
Hast Du eine/n verrueckte/n Freund/in wie mich, die den neuen Namen dann gnadenlos durchsetzen?
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12.02.2014, 16:37Inaktiver User
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12.02.2014, 21:52
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
dafür kann die Zeitschrift ja nix und ich find sie nach wie vor nicht schlecht

ich finde Emma schön
ich hab zwar nicht direkt mit dem Thema zu tun, aber mir war es irgendwann mal wichtig, mit meinem vollen Vornamen angesprochen zu werden anstatt mit der verkürzten Form. Das war gut und wichtig. Aber diese Zeit ging auch irgendwann vorüber. Es kommt nämlich auch auf die Umstände drauf an, unter denen ich gerufen werde. In meinem derzeitigen beruflichen Umfeld passt der verkürzte Namen besser. Das, was aber hinter der "Namensänderung" stand, das habe ich mitgenommen. Die Form des Namens ist jetzt nicht mehr wichtig.
Nenne dich einfach mal ne zeitlang mit dem Namen deiner Wahl. Und dann siehst du weiter.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.02.2014, 09:06Inaktiver User
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Ich danke Euch allen für Eure Gedanken.
Gestern habe ich alles gelesen und wollte das Geschriebene erst mal arbeiten lassen. Und ja, ich kann von mir behaupten, dass mein "tieferer Grund" keine Flucht, keine übertriebene Verherrlichung der Oma etc. ist.
Der Name selbst, ist einfach ein richtig schöner Name = dies ist meine natürlich absolut objektive Meinung ;) Die weiteren Gründe schrieb ich ja schon im ersten Post.
Ich war schon immer mit meinem Vornamen zufrieden. Meine Eltern haben mir einen einfachen Namen gegeben, der trotzdem kein Sammelbegriff ist. Je mehr ich in der Vergangenheit darüber nachdachte, ist mir aufgefallen, dass mich privat fast niemand mit meinem vollen Vornamen anspricht. Fast jeder benutzt eine von ihm kreierte Abkürzung.
Ich selbst mag keine Spitznamen, Abkürzungen etc., am Telefon und im Schriftwechsel melde/schreibe ich immer meinen kompletten Vornamen.
Nun werde ich das Thema bei mir noch ein bisschen arbeiten lassen. Derzeit favorisiere ich den Weg, den Namen erst einmal im Umfeld zu benutzen.
Wenn es sich im täglichen Leben gut anfühlt, kann ich immer noch den Weg der offiziellen Eintragung nehmen.
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13.02.2014, 09:52
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Ein zusätzlicher Vorname müsste "einfach so" ohne offizielle Namensänderung machbar sein. Ich kenne mehrere, die das so gemacht haben. Gleich drei der Sammelbezeichnung Sabine kenne ich, die schon seit Jahren sich ganz anders nennen, ebenso kenne ich einen Sachbuchautor, der seine Bücher, seine Firma unter seinem Spitznamen laufen lässt. Seinen langweiligen richtigen Vornamen kennt kaum einer
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13.02.2014, 10:00Inaktiver User
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Aus Neugier: wie möchtest du den Namen denn nutzen? Ich hab einen Zweitnamen und benutze ihn nie, daher die Frage. Sagen wir, du heißt Ute und möchtest künftig von deinen Freunden "Ute Maria" genannt werden?
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13.02.2014, 10:10
AW: Bisher nicht vorhandenen zweiten Vornamen "zulegen"
Eine Freundin von mir hat sich einen neuen Vornamen zugelegt und diesen als Künstlernamen in ihren Pass eintragen lassen. Das ging damals (in den 90ern), wenn man unter dem Namen etwas veröffentlicht hatte. In ihrem Fall war es eine Handarbeit mit einem Schildchen mit ihrem neuen Namen drauf. Sie hat diesen Weg gewählt, weil eine offizielle Umbenennung schwierig und teuer gewesen wäre.


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