urgs, liebestoll, das ist aber gerade der Fallstrick, den dich dann an den anderen bindet und in den du dich verheddern kannst bist zur absoluten Selbstaufgabe
Du wirst ihn nie verstehen können, es sei denn, du bist genauso gestrickt und dann gäbe es die ganzen Probleme gar nicht mehr. Ihr würdet euch entweder blendend verstehen, oder, was wahrscheinlicher ist, euch gar nicht anziehend finden.
Der Versuch, den Anderen zu verstehen, ist genau der Uhu, der dich an dem anderen kleben lässt. Da dieses Ansinnen nie erfüllt werden wird. Letztlich ist dies genau die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die nach euren Narzisstenbeschreibungen dieser für sich will und braucht. Du bedienst damit nur sein Krankheitsbild und damit das, was du an ihm kritisierst.
Aber auch wenn wir mal ganz weg von irgendwelchen Persönlichkeitsstörunen gehen: sich von etwas lösen heisst, es loslassen. d.h. ich versuche nicht mehr, ihn zu verstehen. Der Prozess ist dann abgeschlossen. Der sollte dann abgeschlossen werden, wenn man merkt, dass die Kommunikation zu nichts führt und man, weder selbst noch als Paar weiterkommt, und zwar ganz klar hin zu einer leichteren und schöneren Umgangsweise miteinander.
Du wirst dich nicht lösen, indem du weiter dem Energie gibst, von dem du dich lösen willst. Und Energie, das gibst du mit den Versuchen, ihn zu verstehen. Etwas anderes ist es, wenn du versuchst, die Dynamik zu verstehen, die dich in einer unglücklichen Beziehung mit einem solchen Menschen gehalten hat. Denn darüber kommst du zu dem, was du selbst dazu beigetragen hast und worauf folglich auch Einfluss darauf hast und verändern kannst. Diese Erkenntnisse kommen aber meist erst nach der Trennung, wenn wieder Ruhe, Abstand und ein Gefühl der Sicherheit eingekehrt sind.
Falls du es jetzt so meintest, dass es hilft, das Krankheitsbild als solches zu verstehen:
Auch da habe ich meine Zweifel. Denn die Gefahr ist groß, dass man seine Eigenanteile verdrängt, indem man den Anderen diagnostiziert und entsprechend sich nur mit seiner vermeintlichen Störung auseinandersetzt. Das kann auch genauso gut ein Vermeidungsverhalten sein, um nicht vor der eigenen Türe kehren zu müssen. So gesehen eigentlich auch eine Störung. Das gibt vielleicht eine Art Genugtuung, aber es schützt eben nicht vor Wiederholungen, weil die eigenen Anteile, die dazu geführt haben, in einer solchen Beziehung zu verharren, eben nicht erkannt und gelöst werden.
Ich rate eher davon ab, gerade dann, wenn man noch drin steckt und es sehr weh tut, ständig danach zu gucken, was ER denn für einer ist und warum er das macht und was das für eine Störung ist. Sondern lieber drauf schauen, was macht das mit MIR, warum mache ich das mit, was brauche ich, um das nicht mehr mitzumachen?. Gut möglich, dass ich deshalb noch nicht gleich rauskomme. Aber es ist der Anfang zum Ausstieg. Und vor allem bringt mich das, im Gegensatz zu dieser Rumhirnerei über IHN, zu mir zurück. Denn das ist doch das, was uns in solch unglücklichen Beziehungen verloren ging: der Draht zu uns selbst, die Selbstsorge, die Selbstliebe.
Wenn ich aussteigen will, dann muss ich genau dahin wieder zurückkehren. Und das tue ich nicht, indem ich über ihn rumhirne. Und schon gar nicht über irgendwelche Diagnoseseiten in der Literatur. Die Gefahr, aus der eigenen Verletzung heraus den Anderen zu pathologisieren ist nunmal auch da. Und das hilft einfach niemanden, sondern hält nur alle Beteiligten dauerhaft im Destruktiven fest.
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18.09.2014, 16:45
AW: Trennung von einem Narzissten
Geändert von Amelie63 (18.09.2014 um 16:59 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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19.09.2014, 00:10Inaktiver User
AW: Trennung von einem Narzissten
Guten Abend lawomen.
Vorab. Auch ich habe eine destruktive Beziehung vor langen Jahren verlassen, war eine Zeit bei re-empowerment.de (geschlossenes Forum für betroffene Frauen), hatte Angst, in der Öffentlichkeit darüber zu schreiben.
In der Bri habe ich schon zuvor den "Mr. Mc Münchhausen Strang" gefunden, unter Treue und Liebe. Den hatte ich, obwohl hier schon viel lesend, ignoriert, so nach dem Motto "geht mich nichts an, bin ich nicht, ist meine Beziehung nicht". Irgendwann machte ich mich auf, ihn doch zu lesen. Das dauerte gute zwei Tage, er war damals schon recht kompakt, ich weiß, ich habe die TE angeschrieben, geheult geheult und wusste endlich: es gibt "so etwas".
Die TE hat mir hinter den Kulissen unglaublich lieb geantwortet.
Nach meiner re-empowerment.de-Zeit bin ich zurückgekommen. Mein Ex hatte parallel zur Trennung (ich ließ ihn glauben, er trifft die Entscheidung), bereits die neue Frau im Visier, während er nach Außen um mich kämpfte. Mit allen Mitteln der Kunst. Hach herrje.
Wie auch immer, ich schrieb von da an öffentlich, wurde ein halbes Jahr von meinem Ex wieder kontaktiert (hatte noch keinen Spam-Filter eingebaut), der mich in der Bri "fand" und mich dazu bewegen wollte, aufzuhören, über diese Erlebnisse zu schreiben. Ich hatte mich an alle Regeln der Anonymität gehalten, wäre doch fast gekippt. Meine Selbstwahrnehmung war allerdings immer noch so angegriffen
, dass ich die Mods besorgt fragte, ob ich irgendwie die Regeln missachtet hätte. Nein, hatte ich nicht.
Habe mich dann entschlossen, weiter und weiter öffentlich zu schreiben.
Was ich Dir heute und jetzt sagen möchte, ist das. Es IST wichtig, zu wissen, dass es diese Störungen gibt und es ist ebenso wichtig, dass Du anerkennst, dass Dir Unrecht getan wurde und Du in eine Beziehungsstruktur gegangen bist, die das Resultat hatte, das Du beschreibst mit dem Text.
Lass Dir Zeit. Dafür, dass Du das annehmen kannst. Dafür, dass Du Dir verzeihen kannst. Und dann, wenn Du wieder atmen kannst und zurück in ein anderes (viel besseres, versprochen) Leben gehst, dass Du dann damit beginnst, Dir Deine eigenen Anteile anzusehen.
Nach so einer langen Beziehungserfahrung würde ich Dir persönlich prof. Unterstützung raten.
Weiterhin: solltet Ihr keine Kinder haben, unbedingt Kontaktsperre einhalten, Mails/Telefon etc., bei Stalking, nicht löschen, aber aufzeichnen, dokumentieren.
Und. Auch, wenn es jetzt unglaublich erscheint. Es kommt eine Zeit der Verklärung. Solche Beziehungen haben große Abhängigkeitsstrukturen, Co-Abhängigkeit etc., und es ist schlicht wie ein Entzug, der durchaus auch körperlich empfunden werden kann.
Sei nur, im Falle eines Falles, gewappnet.
Sollte Dich die Verklärung einholen, hier oder im Münchi Strang schreiben, da ist immer wer, der hilft.
Die erste Zeit der Trennung kann eine Achterbahn der Emotionen ohne gleichen sein.
Viel Kraft dafür.
Ein lieber Gruß,
narrare.Geändert von Inaktiver User (19.09.2014 um 00:56 Uhr)
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19.09.2014, 11:18
AW: Trennung von einem Narzissten
Danke für Eurer wertvollen Feedbacks.
Ja natürlich, muss ich auch über mein Verhalten in der Beziehung und die Gründe warum ich mir das so lange habe gefallen lassen grübeln und hoffentlich daraus lernen. Gibt mir etwas Zeit bin erst seit 12 Wochen aus dem Inferno draussen.... :-) aber ich muss auch verstehen, warum ich das Ganze nicht retten konnte.
Nichts desto trotz, hätte ich "diese Liste" vor ein paar Jahren gekannt, hätte ich wohl früher aufgegeben und wäre gegangen. Ich bin erst kürzlich darauf gekommen als ein guter Freund ihn als Narzisst betitelte, vorher war ich mir das gar nicht so richtig bewusst...seit ich weiss was das ist, ist mir einiges klar.
Ich dachte wirklich, ich könnte ihn ändern...naiv..schon klar aber ich weiss ich habe ihn geliebt und wir hatten auch gute Zeiten. Nur die genügen mir halt nicht mehr, denn es gibt auch Beziehungen ohne "verbale gewalt, Demütigungen, Lügen, Egoismus und Betrug" tagtäglich auskommen...Wenn man zuhause auf "Eierschalen" rumläuft und nie weiss wann man sich ducken muss, fängt wohl jeder mal in einem klaren Moment es zu hinterfragen.
Es braucht immer 2 - aber bei einem Narzissten muss der andere gehen...denn er wird sich nie ändern!
liegru la
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19.09.2014, 11:52
AW: Trennung von einem Narzissten
lawomen, du kannst auch Nicht-Narzissten nicht ändern. Denn Menschen können sich nur selbst ändern.Ich dachte wirklich, ich könnte ihn ändern..
Du hättest daher auch bei einem Nicht-Narzissten früher gehen dürfen.
Interessant ist die Überlegung, warum du 8 Jahre lang versuchst, jemanden ändern zu wollen. Aber das muss wirklich nicht jetzt sein, wenn das alles noch so frisch ist. Viel Kraft noch bei der weiteren Ablösung.
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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20.09.2014, 07:21Inaktiver User
AW: Trennung von einem Narzissten
Zum Ende meiner Beziehung, einer destruktiven, sprach mich ebenso ein (Fach)freund an. Ob es nicht sein könnte, dass mein Freund eine Borderline-geprägte Störung hätte.
Weißt Du, was ich tat. Meine Wahrnehmung, meine eigene, war derart verschoben, durch "nur" 1,5 Jahre Zusammenleben, dass ich googelte, auf I-Net-Diagnose Kriterien traf (weder bei sich selbst, noch für andere zu empfehlen). Aber Fakt war, dass ich erstmal selber nachsah, ob nicht diese Defizite bei mir vorlagen. So weit war ich gekommen...
Meine Therapeutin, die ich dann später, etwa 3 Monate nach Beziehungsende, fand, attestierte mir: keine Persönlichkeitsstörung, aber Gründe in der Kindheit, die mich veranlassten, in solche Beziehungen (aktiv) zu gehen.
Selbst eine Co-Abhängigkeit sah sie nicht, ich sehe sie dennoch unter dem, was damals passierte.
Wie auch immer, pass gut auf Dich auf,
Es ist ein hartes Stück Arbeit, sich aus solchen Beziehungen zu lösen und für die Zukunft, sich diesen zu entziehen. Sehr wahrscheinlich wirst Du ein paar "Übungspartner" an die Hand bekommen. Und, wenn das so ist. Du wirst sie viel schneller "sehen".
Mein Gästebuch, falls Du Interesse hast, schreib' mich an per PN.
Ansonsten meine besten Wünsche für die nächste Zeit, und vor allen Dingen: viel viel Kraft,
narrare.
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20.09.2014, 09:04
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20.09.2014, 09:05
AW: Trennung von einem Narzissten
gut, dass du es ansprichst.
Ich denke mir schon die ganze Zeit: bei den vielen hier und anderswo fremd- und laiendiagnostizierten "Narzissten" könnten auch einige BLer drunter sein, so wie die Beziehungen beschrieben wurden. Oder sonst irgendwas. Es gibt manche Parallelen, es gibt Überschneidungen, und es ist ja auch eher selten nur dies oder das, sondern ein ganzes Bündel an Symptomen, Auffälligkeiten oder Störungen. Deshalb halte ich von dieser Diagnosewut auch nix. Die wird den Menschen nicht gerecht und sie hilft letztlich nicht den Ausstieg zu finden, wenn es um ein Muster geht, in dem man steckt.
Natürlich war es ziemlich schräg, dass du die Defizite erstmal in dir selbst gesucht hast (um das auszulösen brauchts aber nicht mal zwangsläufig einen Persönlichkeitsgestörten, wenn man zu dieser Art von Selbstzweifeln schon eine Tendenz hat).
Aber andererseits hat dich das wahrscheinlich ja auch in die Therapie gebracht, die dir dann half. Und letztlich war es ja so, dass du deine Andockpunkte aus der Kindheit hattest, die so eine Beziehung ermöglichten. Und das ist das, was ich die ganze Zeit versuche zu vermitteln. Die (Los-)lösung liegt nunmal in uns und in unserer Lebensgeschichte. Und nicht im (Ex-)Partner. Der ist nur das Symptom sozusagen, aber nicht die Ursache.
Es gibt schließlich auch genug Frauen, die lassen solche Männer links liegen und springen nicht auf sie an.
Narrare, ich versteh dich jetzt, glaube ich, wesentlich besser als anhand deiner Posts im Nachbarstrang. Und wahrscheinlich sind wir gar nicht so weit auseinander.
Geändert von Amelie63 (20.09.2014 um 09:11 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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25.09.2014, 23:26Inaktiver User
AW: Trennung von einem Narzissten
Oh sorry, sehe Deinen Beitrag, Milk, und Deinen Amelie, erst jetzt.
Gerne.
Bei mir lag ein traumatische Erlebnis in meiner Kindheit vor, ich wurde not-operiert mit 1,5 Jahren, kurz vor dem Erstickungstod, also ganz knapp vor Exitus, eine Schwester riss mich meiner Mutter aus dem Arm und ab in den Op (Pseudo-Krupp, wobei mir just ein Arzt sagte, das sei ein "richtiger" gewesen, das aber nur am Rande) und damals, in den 60iger Jahren war man der Meinung, es sei nicht gut, dass die Kinder ihre Eltern sehen, sie würden sich nur unnötig aufregen.
Sprich: Not-OP, 2wöchiger Krankenhaushalt, Aufwachen, keine Eltern. Als sie mich endlich abholen durfte, habe ich sie nicht mehr erkannt und bin nur über meine ältere Schwester "zurück in die Familie" gekommen.
Daraus resultierte eine große Verlustangst, und, im Rückblick auf meine Beziehungshistorie hatte ich nicht nur den einen Mann dabei, der genau das wieder auslöste, das ich gut kannte: größte Verlustängste, Distanz-Nähe-Spiele.
Meine Eltern sind schwer traumatisierte Kriegskinder. Meine Kindheit war nicht immer schön, bei allem Bemühen meiner Eltern, "andere" Eltern zu sein, als ihre eigenen Vorbilder. Darauf möchte ich hier nicht so detailliert eingehen.
Was daraus u.a. erwuchs, ist ein sehr ausgeprägtes Helfersyndrom, das ich in solchen Beziehungen "ausgelebt" habe, auch das Gefühl, nur über Leistung Liebe zu erfahren, ebenso eine sehr gute Voraussetzung, von solchen Beziehungspartner angezogen zu werden, sie selber zu begehren.
Das sind so die gewichtigen Dinge, die mir jetzt einfallen.
@Amelie.
Freue mich über Dein Posting, denn, ehrlich, ich sah uns auch nie weit auseinander und war halt etwas irritiert. Danke für Dein Feedback
!
Wie gesagt, ich stehe völlig zu Deinen Aussagen, vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass ich es anfänglich wichtig finde, dass die Betroffenen wissen, dass es Persönlichkeitsstörungen gibt und dass auch verbale und psychische Gewalt verheerende Auswirkungen haben kann. Auf Partner und Kinder.
Weil die eigene Wahrnehmung, so wie in meinem Fall, schon derart verschwurbelt ist, dass man eben an seiner eigenen seelischen Gesundheit zweifelt, oder noch schlimmer: den Part übernimmt, der Verantwortliche für das unglaubliche Verhalten des Partners zu sein.
Dass BL viel eher bei Frauen als bei Männern diagnostiziert wird, scheint eine Art Trend zu sein, die ich oftmals hinterfrage (bei Männern wird prozentual mehr die NPS und/oder die dissoziale PS diagnostiziert).
Auf weitere spannende Diskussionen mit Euch,
narrare.
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01.10.2014, 08:23
AW: Trennung von einem Narzissten
Was daraus u.a. erwuchs, ist ein sehr ausgeprägtes Helfersyndrom, das ich in solchen Beziehungen "ausgelebt" habe, auch das Gefühl, nur über Leistung Liebe zu erfahren, ebenso eine sehr gute Voraussetzung, von solchen Beziehungspartner angezogen zu werden, sie selber zu begehren.
Daraus resultierte eine große Verlustangst, und, im Rückblick auf meine Beziehungshistorie hatte ich nicht nur den einen Mann dabei, der genau das wieder auslöste, das ich gut kannte: größte Verlustängste, Distanz-Nähe-Spiele.
Hallo narrare,
vieles was du in deinem Statement beschreibst hätte auch aus meinem Leben stammen können.
Meine Eltern waren auch kriegstraumatisiert. Als mein Vater verstorben ist, war ich (24J) im achten Monat schwanger mit dem 2. Kind. Er hatte eine lange Leidenszeit und ist an Krebs verstorben. Schlimm war, dass er die ganzen Kriegserlebnisse
noch einmal durchleben mußte, bevor er starb. Niemand kann sich wirklich vorstellen, was unsere Eltern damals mitgemacht haben.
Meine Schwester hatte 2 Jahre zuvor ihren sechsjährigen Sohn durch einen Autounfall verloren, da war ich auch im 8. Monat mit dem 1. Kind schwanger. Meine Schwester wurde dann nach dem Tod unseres Vaters von ihrem Mann verlassen. Er hatte schon eine neue Beziehung. Heimlich natürlich. Das hat meine Schwester nicht verkraftet. Sie hat nie wieder richtig Fuß gefasst.
Auch bei mir lagen einige traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit vor.
Vor meiner Geburt sind zwei Geschwister kurz nach der Geburt vorstorben. Ich denke, meine Mutter war dadurch auch noch mal schwer traumatisiert. Ich war 2 1/2 Jahre da wurde meine Mutter zum 6. Mal schwanger (die Fehlgeburten nicht mitgezählt). Meine Mutter lag bei der Geburt meiner Schwester auf Leben und Tod - eigentlich beide. Ich wurde für ein halbes Jahr bei meiner Tante abgegeben, die keine eigenen Kinder hatte und die sehr sehr streng war.
Auch ich mußte dann anschließend mit 3 Jahren ins Krankenhaus. Blinddarmentzündung. Meine Eltern durften auch nicht zu mir. Wieder eine Trennung. Meine jüngere Schwester war eine Frühgeburt. Meine Mutter konnte nur noch für meine Schwester da sein. Als 3jährige kann man das nicht verstehen. Meine 7 Jahre alte Schwester konnte auch nicht damit umgehen und "quälte" mich seit dem.
Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Ich habe mit einer Art "Affenliebe" an meiner Mutter aber auch an meine Geschwister gehangen, die für mein eigenes Leben total "ungesund" war. Daher denke ich resultiert auch mein Helfersyndrom.
Passend dazu lerne ich dann mit 16 Jahren meinen Mann kennen. Der es so schwer Zuhause hat (seine Mitleidsmasche, auf die heute noch alle - besonders Frauen - fliegen). Das ist mir aber erst seit meiner eigenen Erkrankung bewußt.
Jetzt muß ich wirklich schlucken. Ich hatte seinerzeit noch einen anderen Freund. Aber er hat mit seinen Geschichten "mein Herz" berührt und mich so eingewickelt. Heute denke ich er wollte nur wieder "Sieger" sein. In der Hochzeitsnacht sagte er zu mir: "Jetzt habe ich dich" - nicht - "ich liebe dich"!
Wenn ich das jetzt so reflektiere laufen mir kalte Schauer den Rücken hinunter.
Allen Betroffenen wünsche ich viel Kraft wo immer ihr in eurem Leben steht!
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01.10.2014, 14:41Inaktiver User
AW: Trennung von einem Narzissten
Hallo Mia.
Es macht mich sehr betroffen, Deine Geschichte und die Deiner Familie zu lesen. Puh.
Hast Du denn für Dich Wege gefunden, aus den alten Mustern/Glaubenssätzen auszusteigen, bis Du noch mit Deinem Mann zusammen?
Nur, wenn Du magst,
mitfühlende Grüße,
narrare.




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