Dem gesunden Menschenverstand widerspricht es, sich auf so ein Verhalten überhaupt einzulassen.
Hier gilt das selbe wie bei anderen Problem auch: es gibt Menschen, die haben diesen Sumpf hinter sich gebracht und allermeist sind es gerade die Menschen, die einen gut verstehen, die sehr deutlich und direkt, und damit aber auch unbequem sind. Weil sie eben wissen, wovon sie reden und weil sie selbst Betroffene waren.
Menschen, die sich explizit nur mit sog. Gleichgesinnten austauschen wollen, sind noch nicht bereit, einen Blick über den Sumpfrand hinaus zu heben. Sie wollen in ihrem Sumpf lediglich eine Nestwärme aufbauen, indem sie zusammen mit anderen sog. Betroffenen sumpfen.
Das ist jetzt richtig hart, was ich geschrieben habe, ich weiss. Aber auch ich komme aus dem Sumpf (zwar nicht aus dem Narzisstensumpf, aber die Dynamik der Sumpflöcher ist immer die selbe). und als ich aus dem Sumpf heraus wollte, hab ich nicht "Gleichgesinnte" gesucht, sondern Leute, die außerhalb des Sumpfes stehen - weil ich genau da HIN wollte
.
Es ist alles gut und legitim, was hier geschrieben und gemacht wird, nicht falsch verstehen. Aber um auf den Threadtitel zurück zu kommen: Die Trennung beginnt bei der Selbstehrlichkeit. Ich kann mich trennen WOLLEN, aber es NOCH nicht können. Aber den Weg werde ich dann finden. Außer es gibt Dinge IN MIR, die mich daran hindern, z.B. Angst vor dem schwarzen Loch dahinter, fehlende Lebensaufgabe, fehlende Bestätigung in meiner mir bekannten Rolle (z.B. die der Leidenden), Wegfall von Pseudofreundschaften. Pseudo deshalb, weil es eigentlich Komplizenschaften sind, diese Freundschaften im Sumpfloch. Verlässt man den Sumpf, bleibt davon nämlich i.d.R. nix mehr verbindendes übrig.
d.h. für Menschen, die sehr lange in ihrem Leid verharren und/oder immer wieder das selbe Muster abspulen, kann der Ausstieg tatsächlich bedrohlich sein, da damit auch viel altbekanntes wegbricht, vieles, dass lebenswichtig ist, wie soziale Kontakte, und eine gewisse Sinnhaftigkeit im Tun und Sein. Aber hier kann Therapie eine gute Wegbegleiterin sein.
Muss "man" so aber auch nicht. ich mache es nicht, ich hab so was nicht in einer so starken Ausprägung in meinem Umfeld, dass ich deshalb meine eigene Souveräntität einbüßen würde. Daher nix Kopf zerbrechen. Ich kenne meine Grenzen und mache die deutlich. Und solche Gestalten riechen das, daher bin ich von vornherein schon unattraktiv für die bzw. du würdest staunen, wie beweglich viele von denen durchaus noch sind (also noch nicht im kranken Zustand) und sich anpassen können - wenn sie müssen (z.B. im Job)Es wäre schön, wenn es eine Pille gegen Narzissmus gäbe, denn dann müsste man sich über solche Menschen nicht mehr den Kopf zerbrechen.
ok, die Frage kann ich verstehen. Wenn du sie auf dich und deine persönliche Situation beziehst. Denn letztlich ist die Frage nur direkt in jeder einzelnen Beziehung bzw sonstigen sozialen Interaktion mit solchen und anderen schwierigen Menschen zu beantworten. Es gibt keine gesellschaftliche Lösung an sich.Mich hat das Thema in letzter Zeit u.a. deshalb so beschäftigt, weil ich mich gefragt habe, ob es nicht (für beide Seiten) die Möglichkeit gibt, mit einem Narzissten glücklich zu werden.
Es sind leider immer wieder die selben nervigen, unbequemen und schwierigen Dinge, die es dafür braucht:
Gute Selbstwahrnehmung
klare Kommunikation
klare Grenzen
Selbstliebe und die damit verbundende Selbstverständlichkeit, für sich selbst gut zu sorgen
Grenzziehung ganz klar da, wo es in die krankhaften Anteile geht, um diese nicht durch "coabhängiges" Verhalten zu stärken.
Es ist eben genauso unsexy und nervig, wie die Tatsache, dass man beim Abnehmen eben nicht um ne Ernährungsumstellung herumkommt. Du kannst es im Umgang mit psychischen Auffälligkeiten als Umstellung der Lebensgewohnheiten sehen.
Glücklich kann man mit einem psychisch gestörten Menschen da werden, wo er noch Zugang zu seinen gesunden Anteilen hat. Ein Mensch ist niemals nur das eine oder andere (gesund oder krank). Es kommt vielmehr darauf an, was dominiert und ob wir nun mit seinen gesunden oder kranken Anteilen in Kontakt sind. Entsprechend kann darauf locker-ungezwungen oder eben abgrenzend reagiert werden. Und natürlich hängts von der psychischen Beweglichkeit der Partner noch ab. Denn diese gibt letztlich Auskunft darüber, ob jemand noch in dem großen Feld zwischen Gesundheit und Krankheit ist oder schon in der Krankheit.
Keinesfalls braucht sich aber irgendwer der Narzisstenpartnerinnen hier einbilden, dass nur er krank ist und sie selbst gesund. Nein liebe Leute, Krankheit bzw Gesundheit ist ein Prozess und kein zementierter Status im schönen einfachen schwarz-weiss-Lebensschema. Auch wenn das jetzt auch vielen nicht gefallen wird.
Für die krankhaften Anteile gilt: Partner sind nicht die Therapeuten (auch nicht, wenn sie eine Thera-Ausbildung haben, einfach weil sie zu nah dran sin). Und ohne Krankheitseinsicht - sry, da sehe ich keine Sonne.
Ich habe das ganze Thema in der "Depri-Abteilung", aber letztlich lassen sich bestimmte Muster und Dynamiken auf alles übertragen. Das ist wie bei der Sucht. Auch hier gibts generelle Muster.
Liebestoll, dass du bei deinem persönlichen Interesse dann natürlich mehr oder weniger überall Narzissten siehst, ist mir jetzt auch klar. Das ist wie bei der Beschäftigung mit dem Kinderkriegen, da sehen die meisten dann auch plötzlich nur noch lauter Schwangere um sich rum. Subjektive Wahrnehmung eben. So lange dir das klar ist, kein Problem.
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13.09.2014, 11:44
AW: Trennung von einem Narzissten
Geändert von Amelie63 (13.09.2014 um 11:57 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.09.2014, 11:51
AW: Trennung von einem Narzissten
Falls du mich damit meinst, ich bin kein Mensch, der so wenig Selbstbewusstsein hat, dass er einen Partner braucht, mit dem er angeben kann. Mein Prof kann mich mit seinem glitzernden Schein nicht beeindrucken. Das Gegenteil ist der Fall. Ich halte ihn für einen Menschen, der zwar fachlich sehr kompetent ist, aber menschlich viele Defizite aufweist (Persönlichkeit/ Identität, Empathie etc.). In dieser Hinsicht fühle ich mich ihm überlegen. Was mich ständig um ihn kreisen lässt, ist der Eindruck, dass wir uns doch in gewisser Weise sehr ähnlich sind (Interessen, etc.).
Geändert von liebestoll (14.09.2014 um 11:24 Uhr)
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13.09.2014, 12:01
AW: Trennung von einem Narzissten
vielleicht wohl ähnlich eher in der Hinsicht: sich überlegen fühlen müssen, Machtkampf, Konkurrenz usw?
Vielleicht aber auch eine Übereinstimmung im, zwar gefühlt guten, aber im grunde doch sehr brüchigen Selbstbewusstsein? Das ist ja schließlich das klassische Narzisstenthema. Kann es sein, dass es eigentlich deine eigenen narzisstischen Anteile sind, die dir da in der Nase kitzeln?
Ich glaube nicht, dass die Anziehungskraft der Narzissten vor allem daraus besteht, dass sich wenig selbstbewusste Menschen mit denen schmücken wollen. Dafür gäbs andere, das müssen keine Narzissten sein.
Nein, ich glaube viel mehr, das Seil, das zur Verstrickung führt, heisst Ambivalenz.
Und ich könnte mir vorstellen, dass es ganz oft was damit zu tun hat, dass diese Frauen solche Männer "knacken" wollen und damit ihr eigenes Muster bedienen, dass sie um eine Anerkennung buhlen, die sie nie bekommen können, was sie i.d.R. von klein auf schon intus haben.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.09.2014, 12:04
AW: Trennung von einem Narzissten
@Amelie
In weiten Teilen kann ich deiner Meinung viel stimmiges für mich entnehmen. Du argumentierst gut. Jedoch kann man die Menschen nur dort abholen, wo sie stehen. Das vermisse ich an deinen letzten Posts. Aber möglicherweise geht es dir auch nicht darum, sondern lediglich darum darzustellen, wie du deine Beziehung mit einem depressiven Mann für dich aufgelöst hast.
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13.09.2014, 12:09
AW: Trennung von einem Narzissten
Betroffene, die den Sumpf schon hinter sich gelassen haben, wie z. B. viele User im Münchhausenstrang, können einem sicher bessere Tipps geben als jemand, der sich noch in dem Sumpf befindet.
Diese schreiben aber auch, dass man sich zuerst einmal seine Wunden lecken muss. Das kann man auch im Austausch mit Betroffenen, die noch in dem Sumpf stecken.
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13.09.2014, 12:12
AW: Trennung von einem Narzissten
weder noch Skyturtel.
ich habe nicht den Anspruch bei solch teils schwerwiegenden Verstrickungen, wie sie hier bei einigen Geschichten vermutet werden können, irgendwen irgendwo abzuholen. Das ist eine Sache, die muss im RL angegangen werden. Im VL wirds dafür keine Lösung geben. Hier können bestenfalls Anregungen geholt werden. Oder man dreht sich eben weiter im Kreis, also das, was ich mit dem Sumpfbild meinte.
Die Leute, die wirklich den Ausgang suchen, also den Threadtitel tatsächlich im Sinn haben, können sich aus meinen Posts ja was abholen, wenn sie wollen. Die Gleichgesinnten holen sich hier ohnehin gegenseitig ab, wohin sie dann zusammen gehen, darüber werde ich mir nicht anhand von kleinen Fensterchen ein Urteil bilden.
von dem her - kein Problem.
Meine Beziehung ist übrigens prima, weil wir beide in Bereichen sind, in denen wir noch selbstverantwortlich damit umgehen können (nicht nur er, ich bin auch betroffen) und weil wir u.a. auch mit Therapie schon vor der Beziehung uns dies erarbeitet haben.
Daher: psychische Störungen sind kein Hindernis für ein glückliches, oder zumindest zufriedenes Leben. Allerdings: dafür muss man aktiv was tun. Beide! Und dazu kann durchaus auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.09.2014, 12:16
AW: Trennung von einem Narzissten
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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13.09.2014, 12:19
AW: Trennung von einem Narzissten
Vielen Dank, Amelie, für die Beantwortung, dies macht einiges klarer. Wir haben jedoch unterschiedliche Interpretationen der Begriflichkeit "jemanden dort abholen, wo er steht".
Es ist schön zu lesen, das deine Beziehung prima ist und wünsche dir und deinem Partner weiterhin eine für beide bereichernde Beziehung.
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13.09.2014, 12:25
AW: Trennung von einem Narzissten
Ich will keinen Machtkampf, das ist im Gegenteil eher etwas, das mich belastet. Ich schrecke allerdings auch nicht vor Auseinandersetzungen zurück. Ich bin nicht harmoniesüchtig, aber das raubt einem doch Energie für andere wichtige Dinge und macht einen auf Dauer vielleicht auch krank.
Ich bin zwar relativ selbstbezogen, aber eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann ich definitiv ausschließen. Vielleicht habe ich leichte Empathiedefizite und kann mich deshalb besser in einen Narzissten hineinversetzen.Vielleicht aber auch eine Übereinstimmung im, zwar gefühlt guten, aber im grunde doch sehr brüchigen Selbstbewusstsein? Das ist ja schließlich das klassische Narzisstenthema. Kann es sein, dass es eigentlich deine eigenen narzisstischen Anteile sind, die dir da in der Nase kitzeln?
Ich denke, es gibt viele verschiedene Gründe, wieso man einen Narzissten als Partner erträgt. Die einen haben vielleicht ein geringes Selbstwertgefühl, die anderen empfinden die Aufmerksamkeit, die einem ein Narzisst schenken kann, als das Nonplusultra etc. Bei mir ist keines dieser beiden Aspekte der Fall.Ich glaube nicht, dass die Anziehungskraft der Narzissten vor allem daraus besteht, dass sich wenig selbstbewusste Menschen mit denen schmücken wollen. Dafür gäbs andere, das müssen keine Narzissten sein.
Nein, ich glaube viel mehr, das Seil, das zur Verstrickung führt, heisst Ambivalenz.
Ich habe von meinen Eltern genug Aufmerksamkeit bekommen. Ich suche mir auch nicht schwierige Aufgaben, die ich bewältigen will. Mir liegt einfach nur sehr viel an diesem Menschen.Und ich könnte mir vorstellen, dass es ganz oft was damit zu tun hat, dass diese Frauen solche Männer "knacken" wollen und damit ihr eigenes Muster bedienen, dass sie um eine Anerkennung buhlen, die sie nie bekommen können, was sie i.d.R. von klein auf schon intus haben.
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13.09.2014, 12:28
AW: Trennung von einem Narzissten
das mag sein. Da mache ich aber sehr große Unterschiede zwischen VL und RL.
Forumschreiben hat seine Stärken, aber auch Schwächen. Es gibt aber bestimmte Dinge, da fange im im VL erst gar nicht damit an. Weil da meine Stärken eher im RL im direkten Kontakt liegen. Und manches sehe ich beim Forumschreiben auch eher als problematisch an, weil die Schreiberei bzw das Inet generell, sich natürlich auch als prima Verdrängungs- und Vermeidungsmittel anbietet.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.



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