Hallo,
Ich arbeite schon seit einiger Zeit, u.a. oder sogar hauptsächlich kann man sagen, freiberuflich.
Vieles kann ich von zu Hause aus machen, manches erfordert meine Anwesenheit z.B. die Leitung von Seminaren und Workshops.
So - vorher hab ich in einer Firma gearbeitet, in der Verwaltung, war da auch nicht erfolgreich, ich war sogar ziemlich schlecht. Dann hatte ich auch noch Panikattacken, psychische Probleme usw. und war damit wohl die Lachnummer dieser Firma.
Jetzt ist es so, dass diese Firma mir noch manchmal Aufträge zukommen lässt, die ich - so denke ich - da ich die Aufträge wiederkehrend bekam, auch gut ausgeführt habe.
Dennoch, denken die MitarbeiterInnen dort, das kommt immer so durch, ich wäre immer noch die Voll-Null die ich damals war. Sie haben mir ja auch nicht zugetraut, dass ich JEMALS ein Studium abschließen würde, da ich doch so dumm wäre.
Und jetzt trauen sie mir nicht zu, dass ich AUFTRÄGE erledigen könne, und das sogar noch zur Zufriedenheit anderer.
Normalerweise könnte mir das egal sein. Aber es nagt an mir! Ich weiß, dass ich es als Sekretärin vergeigt habe. Obwohl ich denke, manche Dinge hab ich durchaus gut gemacht. Aber der allgemeine Tenor war eben "die ist zu dumm für alles"...
So, und nun komm dieser dumme Mensch und will jemandem weiß machen, dass er etwas kann.
Sogar ein Studium bewältigt hat.
Ich werde sogar manchmal Dinge gefragt, die eindeutig darauf abzielen, mich zu "prüfen"..und zu sehen, ob ich wirklich von etwas Ahnung habe...
Ich finde es eher lächerlich.
Aber ich habe das Gefühl, ich werde dieses "die ist zu dumm für alles "-Image nicht los...
Weder bei anderen, noch vor mir selbst.
Es hieß sogar, was ich jetzt tun würde, beruflich, ob ich arbeitslos sei oder...? (impliziert: oder erhält deine bessere Hälfte dich..) ...sagt man dann, man arbeitet von zu Hause..."ach so, ja klar....und du bekommst Geld dafür??...
Motte
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
-
15.01.2014, 12:03
Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
-
15.01.2014, 12:10
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Liebe Motte,
Mach Dich doch nicht von der Meinung anderer abhängig.
Du bist freiberuflich, das ist doch toll, und nenn doch einfach Deine Berufsbezeichnung, ob Du von zu Hause arbeitest ist doch Wurst.
Bau Dein Selbstbewusstsein auf und frag keck zurück: Und Du, immer noch im selben Job von damals?
Und lass Dir davon nicht Kraft nehmen, entwickle Dich weiter in Deinem Feld und lass Deine Arbeit fuer Dich sprechen.
-
15.01.2014, 18:31
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Hast du schon mal in Erwägung gezogen, dass die Anderen schlicht neidisch sind? Von zuhause aus in freier Zeiteinteilung arbeiten und dabei sogar noch in der Gewinnzone zu sein, ist definitiv etwas was Neid erwecken könnte.
Auf das Gerede, dass dich dein Mann unterstützt würde ich schon zweimal nichts geben, das klingt mir ebenfalls verdächtig nach Missgunst und überhaupt, was geht das den Rest der Menschheit an?
Es mag sein, dass du in deinem Erstjob nicht gut warst, umso höher bewerte ich deine Leistung, dass du dich da ganz allein rausgezogen hast und erfolgreich einen anderen Weg eingeschlagen bist. Nur erfolgreiche Menschen erfahren Neid. Ich würde lächeln und meinen Kopf hoch tragen.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
15.01.2014, 18:42Inaktiver User
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Sorry, aber was für eine merkwürdige Idee, ausgerechnet von diesem Unternehmen Aufträge haben zu wollen und immer wieder den Kontakt zu suchen?
Was hast Du denn erwartet? Dass die so abgeklärt sind, Ihre Erfahrungen mittlerweile gelöscht haben (egal ob berechtigt oder nicht, sie haben diese Erfahrungen abgespeichert), und dass sie auch ihre Vorurteile Dir gegenüber einfach vergessen haben?
Du musst an Dir arbeiten, souveräner werden, wenn Du als Selbständige Erfolg haben willst .... wenn nicht,
wirst Du diesen Leute noch ihre Meinung umso mehr bestätigen.
Ist die Selbständigkeit wirklich Dein erklärtes Ziel, von dem Du 120%ig überzeugt und begeistert bist, dass dort Deine Zukunft liegt?
-
15.01.2014, 18:48
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Wenn Leute mal eine Meinung haben, dann haben sie diese und lassen sie nicht so schnell wieder los. Auch dann nicht, wenn sich die Tatsachen inzwischen verändert haben.
Da gibt's nichts zu machen ausser: cool bleiben und deinen Job tun.
gruss, barbara
-
15.01.2014, 19:04Inaktiver User
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Ganz ehrlich: M.E. neiden vielen Menschen den Freiberuflern ihre Form der Tätigkeit. Vor allem die Flixiblität und Freiheit, die mit dieser Tätigkeit verbunden ist!
Deine Bedenken ggü. der Freiberuflichkeit ist meines Erachtens nach deinen schlechten Erfahrungen innerhalb deiner vorherigen Tätigkeit geschuldet. Versuche dich davon frei zu machen!
-
15.01.2014, 19:36Inaktiver User
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Darf ich Deinem Satz ein Wort hinzufügen?
".....neiden vielen Menschen den erfolgreichen Freiberuflern ihre Form der Tätigkeit"
Der Erfolg stellt sich jedoch mit finanziell-tödlicher Sicher nicht ein, wenn man selber Bedenken hat ...und sich dann auch noch mit Bedenken der anderen auseinandersetzen muss. ....und auch noch förmlich nach solchen sucht
Das "Dumme" an der Selbständigkeit ist, dass der Erfolg sich nur einstellt, wenn man Spaß daran hat.
Aber leider hat man jedoch nur dann Spaß daran, wenn man auch Erfolg damit hat.
-
16.01.2014, 17:04
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Kann es sein dass Du (Motte) in diesem Betrieb extrem gemobbt wurdest und deswegen so unsicher geworden bist? Das kann naemlich ganz schoen unterschwellige sein, so dass man denkt, man ist selber dran Schuld. So ist es mir bei ein paar ersten Jobs gegangen. Es hat eine Weile (ein paar Jahre) gedauert, bis ich einigermassen Selbstbewusstsein bekommen habe. Vorallem weil man als Neuanfaenger immer so kleine Zipfel als Arbeit bekommt, also selten den grossen Zusammenhang sieht.
Und, weil sich in manchen Berufen oder in manchen Bueros alle gegenseitig das Wasser abgraben kann man am Anfang schon denken, man blickt es nicht. Und es kann einem immer wieder passieren! Ich arbeite gerade in einem Buero, da bin ich schon 14 Jahre und ich finde, ich arbeite ausgesprochen gut und mag meine Taetigkeit auch. Aber seit ein paar Jahren ist da ein neuer Mann, auf der gleichen Stufe wie ich, der versucht mir an's Bein zu pinkeln wann er nur kann. Ich bin jetzt dabei, eine neue Arbeit zu suchen. Obwohl ich mit meiner Chefin davor befreundet war (noch laenger als der Job) steht sie voll hinter ihm und ich glaube, will auch dass ich gehe. Sagt es mir nur nicht. Das Beste waere fuer mich, freiberuflich zu sein, ich trau' mich nur nicht! Ich lass' mich leicht ueber den Tisch ziehen. Dafuer bewundere ich Dich. Ich finde Freierufler sind gesellschaftlich sogar mehr anerkannt als Angestellte. Du hast quasi Deine eigene Firma.
Die in Deiner alten Firma mobben dich wohl immer noch. Ich wuerde schon Auftraege fuer sie machen, wenn sie Dir Einkommen bringen aber Du musst Dich davor staerken und sagen, die sind halt immer noch so, wie sie auch damals waren. Wie ehemaligen Mitschueler, die einen gequaelt haben. Unangenehm aber vielleicht kommst Du ja bald ohne die als Kunden aus!
-
20.01.2014, 19:53
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Hallo,
Nun ja, erstens, bin ich mal nicht von besagter Firma abhängig und versuche auch nicht Aufträge von denen zu bekommen. Sie rufen MICH an und geben mir die Aufträge. Sonst haben wir nichts miteinander zu tun. Sie waren auch immer zufrieden, denke ich.
Und ja, ich war schon immer ein Mensch mit schlechtem Selbstvertrauen. Weil ich eben keinen "geraden" Lebenslauf habe, den ich mir so wünschen würde. Aber diese Chance ist vertan und aus.
Ich vergleiche mich zuviel und schneide meistens schlecht ab. Zu wenig Geld, zu wenig hübsch, zu wenig erfolgreich....nix davon. Ich komm aber nicht von diesem Vergleichen weg. Ich sehe überall nur Menschen die besser sind als ich oder normaler.
Ich komme teils zwar selbstbewusst rüber, bzw. spiele ich die Selbstbewusste aber tief in mir drin, schauts anders aus.
Ob ich so Erfolg habe, langfristig, glaube ich ehrlich gesagt nicht mal selber. Motte
-
20.01.2014, 20:09Inaktiver User
AW: Freiberuflich - und ich - gesellschaftlich kaum anerkannt?
Einer gerade Lebenslauf hat grad gar nichts mit Selbstvertrauen zu tun. Wenn überhaupt, gibt ein krummer Lebenslauf mehr Selbstvertrauen. Deine unsinniges Bild von dir selbst ist härter als der härteste Stein.
Deine ganzen STränge sind voll von diesen vergleichen - hauptsächlich mit dem Vergleich deines Partners und seines Lebens. Du verturteilst dich aufs schlimmste. Hast du dich mal wirklich gefragt, wo das herkommt? Ganz bestimmt nicht weil du ein Kind alleine grossziehst. Brauchst du deinen Partner damit er dir tagtäglich bestätigt, wie wenig du doch wert bist?Ich vergleiche mich zuviel und schneide meistens schlecht ab. Zu wenig Geld, zu wenig hübsch, zu wenig erfolgreich....nix davon. Ich komm aber nicht von diesem Vergleichen weg. Ich sehe überall nur Menschen die besser sind als ich oder normaler.
Du hast was geschafft, was viele nicht schaffen, du bist sogar selbständig. Wie um Himmels Willen hast du den Mut aufgebracht, das zu tun und gleichzeitig dich so in den Tiefe zu ziehen?


Zitieren

