Es ist schon schwer mit jemandem auszugehen, der Gott und die Welt kennt und daneben zu stehen. Auf der anderen Seite wäre es ein Übungsfeld, dieses Gefühl auszuhalten und zu lernen damit umzugehen. Es wäre auch eine gute Gelegenheit das eigene Verhalten langsam zu ändern. Das sind auch die Situationen, in denen du dich selber abwertest.
Die Leute kommen dir selbstbewusst vor, aber weißt du wie es bei ihnen innen ausschaut? Viele überspielen ihre Unsicherheit mit "selbstbewusstem" Auftreten. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der immer selbstbewusst ist, jeder hat seine Unsicherheiten und für jeden gibt es Situationen, in denen er sich unsicher fühlt, das ist normal. Aber es kommt darauf an, was man daraus macht.
Manche Menschen verkriechen sich und meiden Kontakte, anderen macht es nichts aus und sie kommen mit ihren Gefühlen gut zurecht.
Du wirst immer jemanden finden, der etwas besser oder mehr hat als du. Vergleiche dich nicht mit anderen. Gefühle sind nicht einfach da, man fühlt was man denkt. Wichtig ist zu wissen, wie Gefühle entstehen und wie sie ändern kann.
Wenn du magst, schau mal hier rein Selbsthilfe bei seelischen Problemen - Psychologische Tipps.
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16.01.2014, 14:28
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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16.01.2014, 18:08
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
@ Filigrane: Mir geht es so wie dir. Ich sehe mich, wenn ich deine Texte lese.
Ja, er ist mein erster Freund und ich seine erste Freundin. Ich kenne das auch nicht, alleine sein, alleine klar kommen müssen. Wenn irgendetwas ist, ich kann ihn um Rat und Hilfe bitten (meine Eltern natürlich auch), aber andere? Undenkbar.
Ich habe überlegt, Landschaftsarchitektur zu studieren. Aber du hast das schon richtig erkannt. Sicher bin ich mir nicht. Ob dass das richtige ist. Ob ein Studium überhaupt das richitge ist. Ich möchte auch eine Familie, Kinder. So gerne möchte das. Wenn ich jetzt studieren gehe, Muss ich noch lange darauf verzichten... Natürlich habe ich auc etwas Angst, dass die Beziehung in die Brüche geht, wenn ich hier wegziehe. Aber manchmal ist die Angst davor gar nicht so groß. Da will ich diese Veränderung und Herausfordung und freue mich auch drauf. Und im nächsten Moment zweifle ich wieder so.
Aber auch ich möchte gerne herausfinden, wer ICH bin und was ICH will...
Das mit der Eifersucht kenne ich, und auch ich googledie alten Leute aus meiner Klasse. Manchmal würde ich schon gerne wissen, was aus allen geworden ist - und irgendwie auch nicht. Ich will auch nicht als Versager dastehen, der nichts auf die Reihe kriegt, denn so komme ich mir momentan vor. Ich weiß, dass ich unglücklich bin, aber ich weiß nicht, was ich will... Ich weiß auch nicht, was ich tun kann um diesen Zustand zu ändern.
Ich hab das noch nie so konkret jemandem gesagt, auch meinem Freund nicht. Ich weiß nicht, ob er mich verstehen würde, dabei wünsche ich mir so sehr, dass er mich in den Arm nimmt.... Stattdessen tu ich den ganzen Tag so, als wäre ich stark und alles wäre super, dabei sieht es in mir drinnen ganz anders aus.
Auch die Eifersucht kenne ich. Und ganz ehrlich: auch mein Freund gibt mir keinen Anlass dazu. Naja, wenigstens das habe ich schonmal verstanden. Dass er MICH will und keine andere. Nur manchmal hapert es noch an de Umsetzung. Wenn er von sener Arbeit erzählt. Und von seinen Kollegen und Kolleginnen, wie viel Spaß doch die doch immer zusammen haben... Dann denke ich mir auch sehr oft, dass ich lanweilig und ne Spaßbremse bin, dass ich nicht so locker bin, wie die anderen.
Ich finde es toll und mutig von dir, dass du dich deinen Ängsten stellst. Was für eine Behandlung machst du denn genau? Ich habe auch schonmal dran gedacht. Aber ein richtiger Therapeut ist ja teuer, und dass kann ich mir mit meinem Minigehalt leider nicht leisten. Ja, ich habe einen Beruf erlernt, in dem man leider nicht viel verdient. Aufgrund dessen, konnten wir noch nicht mal zusammen ziehen, was die Situation auch nicht besser macht.
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16.01.2014, 20:43Inaktiver User
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Es stimmt, das habe ich ja eigentlich gelernt inzwischen, sich zu vergleichen ist nicht förderlich um Selbstbewusstsein aufzubauen. Ach ja, und ab jetzt mache ich Leute-Google-Stop!!! Ich besinne mich lieber auf mich anstatt mich sosehr nach aussen zu orientieren. Ja, Klecksfisch, du hast natürlich Recht, die andern haben auch Unsicherheiten. Ich verstehe sogar, dass ich mir so viele meiner Sorgen selbst erbaue, in meinem Kopf. Ich hab da wohl zu viel Fantasie. Ich glaube vom Verständnis über die Entstehung meiner Sorgen und Ängste weiss ich inzwischen gut Bescheid, aber es sind einfach Gedankenmuster, die ganz automatisch ablaufen. Und mal ist tagelang die Eifersucht mein Thema, dann wieder Sorgen wegen dem Studium, andere Male beschäftigt mich wieder mein Äusserer. Ich denke im Alltag sieht man mir das auch nicht an, ich in zwar eher schüchtern und vielleicht wirke ich manchmal etwas unsicher, aber dass es mir manchmal so scheisse geht, das denkt niemand. Meinem Freund kann ich mich zum Glück anvertrauen. Aber in letzter Zeit habe ich auch das Bedürfnis, die Sorgen ausserhalb unserer Beziehung zu lassen.
Ich bin zwar verunsichert wenn mein Freund erzählt, wie gut es ist in der Arbeit. Tendenziell etwas eifersüchtiger vielleicht. Aber ich muss auch sagen, dass diese Distanz auch eine gute Seite hat Wie Sandfloh erwähnte, dass es dadurch eine neue Dynamik erhält. Ich habe grössere Sehnsucht nach ihm, also neue Leidenschaft. Und bin sehr sehr verliebt
Aber im nächsten Moment dann wieder ängstlich.
@Mia:
Wir scheinen ja wirklich viel gemeinsam zu haben.
Ich denke, Teil mangelnden Selbstbewusstseins ist es auch, sich der eigenen Wünsche unsicher zu sein. So als trautest du dir und deinem Urteil selbst nicht. Ich gehe zum Psychotherapeuten, das wird von der Kasse bezahlt. Ich ging da hin, weil ich mich im Studium so unsicher fühlte und dachte, ich hätte eine soziale Phobie. Jetzt ist das Kernthema eigentlich, Selbstbewusstsein aufzubauen, denn davon mangelt es mir erheblich. Mir hat es bis jetzt sehr viel geholfen, obwohl ich immernoch unsicher bin. Aber ich verstehe jetzt besser, wieso und kann jetzt anfangen, an mir zu arbeiten. Hast du dir schonmal Gedanken gemacht, woher das kommt bei dir? Ein schlechtes Selbstbild ist ja auch angelernt. Wenn du schon so lange mit deinem Freund glücklich zusammen bist, wird er dich sicher gerne unterstützen. Ist natürlich schwer, wenn man sich noch nie geöffnet hat. Aber nur schon dadurch dass du einmal zu dir und deinen Gefühlen stehst, wird dir gleich Selbstvertrauen geben!
Ah, noch was kleines: Da sagt mein Thera letzte Stunde zu mir: Wer sich selbst gefällt, gefällt auch andern.
Heute morgen hab ich meine neue Hose angezogen und mich ganz gut gefühlt in meiner Haut. Da hat mir doch glatt ein Typ zugelächelt auf der Strasse! (Ist vielleicht etwas lächerlich für manche, aber mir hat das irgendwie ganz gut getan.)
Allen einen schönen Abend,
Filigrane
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16.01.2014, 21:21
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26.01.2014, 12:32Inaktiver User
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Liebe Filigrane, du hast es ja selber schon bemerkt, deswegen hast du den Strang eröffnet. Aber über diesen Satz bin ich wirklich gestolpert. Das ist gar nicht gut! Ihr seid glücklich miteinander, das ist schön
und ich denke, gelingende Beziehungen sind auch dazu da, dass der andere einem Halt gibt und einen ergänzt - und ein Partner kann einem auch Freund sein. Aber stell dir vor, was würde passieren, wenn ihr euch trennt (warum auch immer, steht ja auch grad gar nicht im Raum - aber das Leben dreht seltsame Wege...
). Ich will damit dir keine Angst machen, sondern nur sagen: Es ist ein ganz ganz wichtiger Weg, den du gehen möchtest: und tu es!! Wenn du für dich im Leben mehr Halt gefunden hast, wirst du selbstsicherer und dann lebst du auch Beziehung anders. Dann denkst du auch nicht mehr:
in Bezug auf seinen Beruf, sondern dann habt ihr beide Dinge, die ihr jeweils für euch lebt und genießt und das dann wiederum in die Zweierbeziehung einbringen könnt.Einen Teil seines Lebens, den er nicht mir mir teilt.
Du machst doch gute Schritte. An der Uni gibt es auch 1000 Sportmöglichkeiten, wie schon jemand schrieb,die allermeisten umsonst.
Und, weil jemand hier nach den Finanzen einer Therapie fragte: an der Uni gibt es auch eine psychologische Beratungsstelle, die ist kostenlos. Und bei der Stadt bzw. bei der Diakonie oder Caritas ebenfalls. Da muss man halt oft lang auf ein Erstgesprächstermin warten, aber wenn es nichts ganz akut Brennendes ist, geht das ja vielleicht.
Alles Gute dir!!!
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31.01.2014, 10:47Inaktiver User
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Liebe Adventskerze, und liebe nundenn
Danke fürs Mutmachen!! Ich weiss, dass es noch ein echtes Stück Weg ist, aber es ich fühl mich in letzter Zeit optimistischer und nur schon dadurch besser. Ich habs in der nächsten Zeit sehr streng im Studium, geh aber weiterhin ins Yoga und versuche, im Alltag aus mir herauszugehen, positiver zu sein...
Einen wunderschönen Tag wünscht euch,
Filigrane
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08.02.2014, 12:56
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Hallo liebe Filigrane!
Ich bin ungefähr so alt wie du und auch recht früh mit meinem Freund zusammengekommen - das, was dich hier beschäftigt ist mir durchaus nicht fremd!
Es wurden schon viele tolle Sachen geschrieben, ich möchte gerne zwei Gedanken hinzufügen:
1) Als Tipp: Kraftsport! Ich meine nicht jeden Tag 50kg-Hanteln in der Muckibude stemmen, sondern einfach ganz klassische Gymnastik mit Eigengewichtsübungen, also Kniebeugen, Liegestütz etc. Ich finde es toll, dass du Yoga machst, vielleicht möchtest du dein Training ergänzen? Meine Erfahrung ist: Sich stark fühlen - Stark werden - Stark sein, auch und gerade auf mentaler Ebene.
2) Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Kann es sein, dass du deinen Freund etwas idealisierst?
Dich selbst hingegen siehst du so:
Und wer muss was ändern? Deiner Meinung nach du:
Versteh mich nicht falsch, ich will deinem Freund, keine "Schuld" in die Schuhe schieben, und natürlich musst du Verantwortung für deine Persönlichkeit übernehmen, aber meinst du nicht auch, dass sich, wenn du tatsächlich dein Selbstvertrauen stärkst und soziale Kontake ausbaust, eure Beziehung inklusive seiner Rolle massiv ändert?
Seit drei Jahren wohnt dein Freund mit einer Frau zusammen, die (in deinen Worten):
- Schon zu Beginn der Beziehung sehr schutzbedürftig war (du schreibst "ich weiss nicht, was ich da ohne ihn gemacht hätte")
- Kein soziales Umfeld hat außer ihn
- Sich immer nur in ihm reflektiert
- Deren Universum sich für sie selbst sehr klein anfühlt
- Die fürchtet, ihn an eine andere Frau zu verlieren
- Deren Grundgefühl ist, selbst nicht gut genug und wertvoll zu sein
Schmeichelt ihm das, eventuell auch ohne ihm bewusst zu sein, dass du dich um ihn drehst wie die Erde um die Sonne?
Wenn ich mit dir in einer Beziehung wäre, würde mir das Herz bluten, weil ich das Gefühl hätte, dir nicht gut zu tun und dich nicht glücklich zu machen. Was sagt denn dein Freund zu all deinen Gedanken? Scheust du vielleicht unbewusst vor einer Verhaltensänderung zurück, weil du Angst hast, damit euer Beziehungsgefüge in Gefahr zu bringen? Du hast ja mehrfach geschrieben, wie sehr du dich fürchtest, deinen Partner zu verlieren.
3) Mir ist eben noch ein dritter Gedanke gekommen hierzu:
Hast du schon mal überlegt, dich für ein paar Tage/Wochen/Monate aus deinem gewohnten Umfeld auszuklinken? Ein Kurztrip, eine Reise, ein Praktikum, eine Konferenz, ein Auslandssemester, Biohimbeeren in Polen pflücken etc etc...es gibt so viele Möglichkeiten!
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08.02.2014, 14:11Inaktiver User
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Ich habe jetzt nicht alle Beiträge in diesem Thread gelesen. Konnte aber dem gelesenen entnehmen, was du für Probleme hast und das du etwas dagegen unternimmst.
Das du von dir aus etwas unternimmst ist schonmal ein wichtiger Schritt. Du sagst du hast keine soziale Phobie. Das kann natürlich nur ein Psychiater wirklich beurteilen.
Etwas stutzig macht mich der Stellenwert deines Freundes, deiner großen Liebe. Mich erinnert das sehr an eine abhängige Persönlichkeitsstörung. Durch deinen Freund hast du deine Probleme bisher einigermaßen kompensieren können. Aber wie sieht es ohne deinen Freund aus? Andererseits kann natürlich auch dein Freund mit seinem Verhalten dich derart beeinflussen, dass du so bist wie du dich beschreibst.
Ich will hier auch keine Diagnosen stellen, verwende den Begriff nur, damit du dich mal in dieser Richtung informieren kannst. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du selbst erkannt hast, dass du an dir arbeiten mußt.
tandaradai hat einen guten Vorschlag gemacht:
Würdest du das schaffen? Wenn du diesen Vorschlag vom Ansatz her schon für nicht ausführbar hältst, solltest du dich auf jeden Fall an einen Psychiater wenden, damit du möglichst viel Unterstützung bekommst um an dir arbeiten zu können.Hast du schon mal überlegt, dich für ein paar Tage/Wochen/Monate aus deinem gewohnten Umfeld auszuklinken? Ein Kurztrip, eine Reise, ein Praktikum, eine Konferenz, ein Auslandssemester, Biohimbeeren in Polen pflücken etc etc...es gibt so viele Möglichkeiten!
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09.02.2014, 22:06
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Das macht aber nur Sinn wenn der Psychiater regelmäßige/wöchentliche Gespräche, welche deutlich länger sind als 15 Min., anbietet.Würdest du das schaffen? Wenn du diesen Vorschlag vom Ansatz her schon für nicht ausführbar hältst, solltest du dich auf jeden Fall an einen Psychiater wenden, damit du möglichst viel Unterstützung bekommst um an dir arbeiten zu können.
Ansonsten würde ich an deiner Stelle doch eher einen tiefenpsychogisch arbeitenden psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.
Grüße
Luftpost
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10.02.2014, 08:50
AW: Sich selbst finden in Langzeitbeziehung
Tandaradai, dein Beitrag war sehr gut!

Alle deine Überlegungen bezüglich Filigrane´s Freund halte ich ebenfalls für überlegenswert und würde Filigrane auch raten einen Blick in diese Richtung zu tun. Da der Freund eine derartige Rolle einnimmt, scheint es so, als würde er möglicherweise Filigranes kleinsein mitunterstützen. Das könnte genauer sagen, wer die beiden und deren Lebens persönlich kennt.
Ein Ausklinken aus dem Alltag, so lang als möglich, ist ein super Tipp!
Filigrane, kannst du dir das vorstellen, kannst du das organisieren?Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."


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