Auch wenn es nicht ganz mein Genre ist, so muss ich ihr zugestehen, dass sie einiges auf dem Kasten hat. Und vom reinen Aussehen mal abgesehen, sind es nicht zuletzt ihre Intelligenz und Schlagfertigkeit, die sie juenger erscheinen lassen.
Ich meinte das sich mit der Zukunft beschaeftigen eher als ein Planen, Traeumen und Hoffen, im Gegensatz zu einer Verklaerung der Vergangenheit und einer Tendenz zur Nostalgie. Wenn ich z.B. Kerle in ihrer Midlife-Crisis darueber reden hoere, was sie fuer tolle Hechte an der Uni waren, dann wirken sie auf einmal aelter als sie eigentlich sind. Sorgen um die Zukunft macht sich fast eigentlich jeder.
Es ist toll, dass du in deiner Jugend dazu faehig warst, im hier und jetzt zu leben. Das koennen m.E. gar nicht mal so viele Menschen, oder lernen dies erst wesentlich spaeter. Bei mir ist es gottlob bisher nur der Blick in den Spiegel, der mich auf den Boden der Tatsachen zurueckholt. Die 5000 Meter laufe ich immer noch in respektabler Zeit. Aber auch hier mache ich mir keine Illusionen: Die Abstriche werden schon frueh genug kommen. Und ich glaube hier denken irgendwann dann auch viele Menschen sehnsuechtig an die Vergangenheit zurueck, d.h. der Zeit, in der sie all diese Dinge noch konnten.
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Thema: älter werden
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04.01.2014, 20:29Inaktiver User
AW: älter werden
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04.01.2014, 20:34Inaktiver User
AW: älter werden
Das hat für mich z.B. eher ne Auswirkung aufs Unzufrieden wirken. Es mag ja sein, dass vor 10, 20,30, 40 Jahren alles toll war, aber wenn man dem immer hinterhertrauert und das hier und jetzt vergisst, dann bringt das auch nichts. Zeit kann man ja nicht zurückdrehen, und das ist doch auch gut so. Man erkennt doch auch oft erst im Nachhinein nen Zusammenhang zwischen vergangenen und jetzigen Dingen und das ist doch eigentlich was Tolles.Wenn ich z.B. Kerle in ihrer Midlife-Crisis darueber reden hoere, was sie fuer tolle Hechte an der Uni waren, dann wirken sie auf einmal aelter als sie eigentlich sind. Sorgen um die Zukunft macht sich fast eigentlich jeder.
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04.01.2014, 20:48
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Das kommt aber auch noch auf die Gesprächspartner drauf an. Wenn ich mit Kindern oder Jugendlichen spreche, kommt es viel eher vor, dass ich mal eine Anekdote aus meiner Vergangenheit erzähle, als mit den Kollegen vom Verein, wo es darum geht, die Zukunft zu gestalten.
Mit zunehmendem Alter stelle ich allerdings fest, es gibt immer wieder mal Situationen, wo Leute mich fragen, was ich denn alles so tat in meinem Leben, und ich feststelle, die Liste ist inzwischen reichlich lang. Wo ich mich dann daran erinnere, wie ich mit knapp zwanzig meine erste Stellenbewerbung schrieb (ah, eine Anekdote! Vergangneheit!) und mich verzweifelt fragte, wie ich es hinkriegen sollte, das A4-Blatt nicht so leer ausschauen zu lassen, da ich noch nix getan hab ausser Schule.
Sie kommen wenn sie kommen, und das ist dann auch der Moment, wo ich mich um sie kümmern werde. Alles zu seiner Zeit.Aber auch hier mache ich mir keine Illusionen: Die Abstriche werden schon frueh genug kommen.
gruss, barbara
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04.01.2014, 22:56Inaktiver User
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Jedoch ertappe ich mich auch in solchen Situationen dabei, wie mich die Jugendlichen etwas unglaeubig anschauen. ("Was, kein Mobiltelefon?") Und dann merke ich, wie alt ich auf diese Generation wirken muss. Worauf ich aber eher hinauswollte, ist das ich merke, wie Menschen aber einem gewissen Alter mehr und mehr ihren Blick auf die Vergangenheit richten. Sie erhoffen sich von der Zukunft nicht mehr so viel, sind an ihre Grenzen gestossen, und erinnern sich deshalb an ihre Jugend. (Muss in diesem Zusammenhang irgendwie an Springsteens "Glory Days" denken.)
Das ist eigentlich ein relativ angenehmes Gefuehl. Wenn ich so zurueckschaue und mich frage, was ich mir mit 19 Jahren so erhoffte, so habe ich meine Erwartungen doch deutlich uebertroffe. Allein, wie schon oben beschrieben, laesst mich dieses gelebte Leben im Vergleich alt erscheinen. Besonders im Vergleich mit den oftmals sehr stromlinienfoermigen Lebenslaeufen der Gen Y.Mit zunehmendem Alter stelle ich allerdings fest, es gibt immer wieder mal Situationen, wo Leute mich fragen, was ich denn alles so tat in meinem Leben, und ich feststelle, die Liste ist inzwischen reichlich lang. Wo ich mich dann daran erinnere, wie ich mit knapp zwanzig meine erste Stellenbewerbung schrieb (ah, eine Anekdote! Vergangneheit!) und mich verzweifelt fragte, wie ich es hinkriegen sollte, das A4-Blatt nicht so leer ausschauen zu lassen, da ich noch nix getan hab ausser Schule.
Das sehe ich allerdings aehnlich.Sie kommen wenn sie kommen, und das ist dann auch der Moment, wo ich mich um sie kümmern werde. Alles zu seiner Zeit.
gruss, barbara
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04.01.2014, 23:00Inaktiver User
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Dem stimme ich prinzipiell zu. Nur gehen doch recht viele Menschen dies mit einer anderen Einstellung an. Sie sind nicht einmal unzufrieden, jedoch vermissen sie die Moeglichkeiten, die sie frueher vielleicht haetten wahrnehmen koennen. Besonders deutlich wird es m.E. bei Personen, die sowohl im persoenlichen als auch beruflichen Bereichen ihr Limit irgendwo erreichen. Mit 40 weiss man i.d.R. wohin die Reise geht, ob man das Zeug zu Chef hat, oder ob man prinzipiell nur die Jahre bis zur Rente zaehlt. Das Hoffnung auf eine bessere Zukunft schwindet, und der Blick wendet sich zurueck, selbst wenn man im Leben eigentlich viel erreicht hat.
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05.01.2014, 00:08
AW: älter werden
Mit 42 bin ich beruflich noch mal komplett durchgestartet.
Aber jetzt gut 6 Jahre später kommen die Abstriche massiv und bringen mich auch an mein berufliches Limit.
Dabei würde ich so gerne aus dem vollen schöpfen.
Ich vermisse die Zuversicht welche noch vor Jahren selbstverständlich war.
Meine Kraft schwindet, das spüre ich zum ersten mal.
Das macht wehmütig.
Grüße
Luftpost
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05.01.2014, 00:23Inaktiver User
AW: älter werden
Ich habe für mich auch ein anderes Gefühl entwickelt. Jetzt mit fast 60 Jahren will ich mich auch nicht mehr in Steßfallen begeben sondern lieber in meiner eigenen Geschwindigkeit und auf meine Weise meine Dinge erledigen. Wünschen würde ich mir schon noch sinnvolle Aufgaben, aber Hektik darf damit nicht mehr verbunden sein.
Mir ist jetzt auch das Familienleben wieder viel wichtiger geworden. Es war mir nie unwichtig, aber es gab schon Zeiten, in denen ich die Familie nicht viel um mich haben mußte, weil es so viel anderes interessantes gab mit dem ich mich beschäftigen wollte. Aber jetzt erwarten wir unser erstes Enkelkind und alles ist auf einmal wieder ganz verzaubert.
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05.01.2014, 00:34
AW: älter werden
Wie bitte? GERADE da ist auch ein Stück Gelassenheit angebracht.
WENN ich mich (und ich kenne die Situation sehr genau !!!) noch mal verlieben will, möchte ich nicht mit Teenie-Ambitionen und Phantasien blind darauf losgehen und entsprechend reinfallen, sondern etwas sachlicher, genauer und altersgerechter hinschauen.
Wie fatal, die Gelassenheit schon beim Kennenlernen beiseite zu schieben und in einen rosa Rausch zu verfallen.
Es gibt deutlich mehr Frösche als Prinzen. Ja älter, um so mehr Frösche.
Ich kenne meine Situation, ich kenne mich, ich weiß, was ich will und was ich keinesfalls mehr will. Ich kenne auch meine Macken - und wer da nicht reinpasst, der passt eben nicht für mich, auch wenn es sonst ein scheinbar toller Mann ist.
Es sei denn, ich plane eh lediglich einen One-Night-Stand. Da ist es egal.
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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05.01.2014, 05:35Inaktiver User
AW: älter werden
Liebe Rotfuchs,
sich gelassen verlieben sind zwei Gegensätze.
Das weißt du auch.
Die gute Botschaft ist aber: die Verliebtheit fühlt sich im Alter genau so.
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05.01.2014, 08:06
AW: älter werden
Das ist ein sehr schöner Ansatz, finde ich. Danke für diesen Gedanken.

Wenn ich zurückdenke, welche "Startposition" ich mit 19 gehabt hatte, welche Hoffnungen ich aus dieser Position ableiten durfte...so breitet sich in mir eine große Zufriedenheit und Dankbarkeit aus für das Leben, das ich letztendlich führen konnte.
Es war bis jetzt weit schöner und reicher, als ich es mir damals erträumen hätte können.
Wenn ich diese Erkenntnis nun umlege auf die Zukunft, mach ich mir keine Sorgen mehr.
Liebe Grüße
Zio






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