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  1. Inaktiver User

    sich zu viele Gedanken machen

    Ich hab immer den Worst-Case vor Augen und überlege mir immer mehrere Optionen, falls Plan A nicht klappt. Ich überlege sie mir nicht nur bis ins Detail, ich führe sie auch parallel aus.

    Wenn ich dann mal nicht so viel Zeit habe, es doch anders läuft und ich improvisieren muss, wie im Alltag so üblich, dann fühle ich mich danach oft unwohl, weil ich Angst habe, was wichtiges übersehen zu haben.

    Manchmal bewunder ich die Leute, die in den Tag hinein leben, ohne sich Sorgen zu machen.

    Meine Grundsorgen sind auch irgendwie begründet: Ich hab Angst, nicht genügend Rente zu bekommen, da ich beruflich mehrgleisig fahre, meine Branche auch schlecht bezahlt wird und ich damit zwar jetzt gut leben kann, aber wer weiß, wie das dann später mal aussieht. Also hab ich nen Bausparvertrag, ne private Rentenversicherung, Riesterrente, spare auf ein Tagesgeldkonto, zusätzlich noch nach Sparplan, hab ne Berufsunfähigkeitsversicherung, und trotzdem ist da die Zukunftsangst später mal mit 80 Katzenfutter kaufen zu müssen, weils fürs normale Essen nicht mehr reicht.


    Gut das mag sicher auch nicht schlecht sein, weil man sich ja grundsätzlich Gedanken macht und dafür auch was tut.

    Aber neulich, als ich im Urlaub morgens am Hotel auschecken wollte und ich danach noch dort gemütlich meine Sachen rausgetragen habe, hab ich mitbekommen, wie der Auscheckprozess bei dem Pärchen hinter mir viel länger gedauert hat, mir haben sie den Schlüssel nur entgegen genommen und die wurden nach Zimmer Nummer etc. gefragt und mussten was unterschreiben. Da ich los musste, hab ich mich gezwungen los zu gehen, trotzdem hats mich am Flughafen nicht losgelassen, also hab ich mein Tablet ausgepackt und denen noch ne Mail geschrieben, weil ich Angst hatte, ich wurde nicht richtig ausgecheckt und muss einen Tag weiter zahlen. Natürlich waren alle Sorgen umsonst.

    Und vor meinem Urlaub, musste ich relativ kurzfristig einen Bericht anfertigen, ich war beim abgeben ganz stolz, dass der doch einiges enthielt und froh, dass ich schon so rechtzeitig angefangen habe und somit mit meiner verkürzten Arbeitswoche kompatibel ist. Und jetzt kommen mir plötzlich Zweifel, ob man das alles so versteht, wie es gemeint war oder ob ich alles richtig verstanden habe. Ich würd mich jetzt gern am nächsten Arbeitstag hinsetzen und das Teil komplett überarbeiten. Es wurde aber schon vor Tagen verschickt.

    Das Problem ist, dass ich ja nicht nur zu detailhaften Grübeln neige, sondern dann auch gerne alles gleich in die Tat umsetzen möchte. Ich schubs mich dann selbst immer dazu, jetzt XY zu machen oder eben auch mal nichts (fällt mir aber sehr schwer) oder nur einmal nachzufragen.

    Daher hab ich aufgehört mich mit manchen, bestimmten Dingen auseinanderzusetzen, weil ich gemerkt habe, dass da das Grübeln nichts bringt. Seitdem komm ich auch mit den Bereichen besser klar. Auch wenn ich mich manchmal wie ein Verdränger fühle.

    Kennt das wer und wie geht ihr damit um?

  2. Inaktiver User

    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Haha! Meine Therapeutin gab mir postwendend in die Hand: das Buch 'Die Kunst nicht ganz perfekt zu sein' von Ulrike Zöllner.
    Sehr bissig geschrieben, aber viel wahres dran.

    Ein Thema würde ich dabei trotzdem ausklammern. Das Thema Geld und Rente. Es stimmt schon. Da kann man einfach nicht vorsichtig genug sein. Bei allem anderen... na, lies selbst.

  3. gesperrt

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    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Liebe Standartgoods

    das ganze klingt nach Generalisierter Angststörung.
    Findest Du dein Leben mit diesen Sorgen anstrengend? Möchtest Du das ändern?

    Wenn Ja, würdest Du Professionelle Hilfe annehmen?

    Grüße
    Luftpost

  4. Inaktiver User

    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Danke für Euere Antworten. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit es mit Perfektionismus zu tun hat, da laut diesen Antreiber-Test "sei perfekt" nicht wirklich einer meiner Antreiber ist und ich auch persönlich nicht den Eindruck habe, ich sei zu perfektionistisch.

    Ich empfinde es nicht als anstrengend oder einschränkend, da ich trotzalldem immer alles tue, worauf ich Lust habe. Das empfinde ich schon auch als normal.

    Ich hab manchmal das Gefühl es ist eher so ein Misstrauen, das ich habe, dass mein gutes Gefühl manchmal täuscht und da muss ich einfach nochmal sicher gehen und alles durchgehen. Nicht bei jedem Event, sondern manchmal, und ich werd so oft in neue Situationen geworfen, oder werfe mich selbst, mir bleibt da gar nicht so viel Zeit etwas deshalb nicht zu tun. Ich hab evtl. allgemein einen zu straffen Zeitplan, wo für mich zu wenig Zeit zum denken bleibt.

    Aber ich bin eigentlich jemand, der gerne mal denkt, bevor er handelt.

    Wenn ich dann endlich Ruhe hab, dann mach ich mir die Gedanken, da fällt mir eben auf: Ups, das kann man auch falsch verstehen, oder naja wenn mans sichs durchrechnet, wird's schon knapp mit Rente...

    So richtig ohne Anlass ist es ja auch nicht, im Arbeitsbeispiel z.B. verstehen mich manchmal Leute nicht, wenn ich mich konkret mit einem Thema auseinander gesetzt habe, weil ich dann oft auch abkürze und es versuche vereinfacht runterzubrechen, es aber trotzdem aufgrund der fehlenden Hintergrundinfos dann zu Missverständnissen kommen kann. Da können wir durchaus das gleiche meinen, aber es wird nicht so verstanden.

    Das ist doch eher ein Denk- als ein Angstproblem?


    Ab dem Zeitpunkt, ab dem es mir einschränkend vorkommt, würde ich mir Hilfe suchen.
    Geändert von Inaktiver User (01.01.2014 um 16:35 Uhr)

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    AW: sich zu viele Gedanken machen

    oje, mir wird ganz schwindelig, wenn ich deine posts lese. aber ich kenne das von mir. ich war auch mal so. und ich habe heute noch perfektionistische züge an mir. das allerdings nur noch in kleinigkeiten wie haushalt oder garten. dinge, die nur ich sehe, aber sonst niemand.

    aber wenn ich in 2013 eines gelernt habe, dann das, dass das leben in keinster weise planbar ist. und daher muss man sich auch nicht ganz so viele gedanken machen. denn das, was man sich den lieben langen tag so zusammendenkt, kommt anderen meist gar nicht in den sinn. wenn man das mal verinnerlicht hat, lebt es sich entspannter.

    ich musste leider krank werden um zu lernen, dass loslassen und nichts tun, meist die beste sache ist, wenn auch nicht unbedingt die einfachste. das projekt im job musste jemand anders übernehmen. die finanzen werden nicht besser, wenn man ins krankengeld rutscht. und auch die fenster werden nicht geputzt, wenn du dich nicht rühren kannst.
    aber so ist es nunmal. und aus entwicklungstechnischer sicht war die lange krankheitszeit eine bereicherung für mich.

    aber soweit muss es ja nicht kommen. und ich kann nur jedem raten, der beginnt zu merken, dass er zu schwimmen beginnt und immer vom schlimmsten ausgeht und alles geregelt haben will und sich so am leben vorbei regelt und sorgt, sich frühstmöglich hilfe zu holen oder bewusst etwas zu ändern. nur ist es ja leider oft so, dass der leidensdruck erst seinen höhepunkt erreichen muss, bevor man selbst tätig wird.

    von daher möchte ich dir gar nichts raten. aber du hast ja schon selbst erkannt, dass es leichter wird, wenn man den focus von den sehr belastenden baustellen nimmt. das solltest du vielleicht weiterhin üben. und dich bewußt ablenken, wenn dich die sorgen überrollen.

    um es mal esoterisch auszudrücken: lass es fließen. überall da, wo du selbst aktiv in dem moment nichts ausrichten kannst, versuchen laufen zu lassen. anderes thema suchen und sich möglichst immer weniger auf die sorgen konzentrieren.
    Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach

  6. Inaktiver User

    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wenn ich dann endlich Ruhe hab, dann mach ich mir die Gedanken, da fällt mir eben auf: Ups, das kann man auch falsch verstehen, oder naja wenn mans sichs durchrechnet, wird's schon knapp mit Rente...

    ...

    Das ist doch eher ein Denk- als ein Angstproblem?
    @Standardgoods: In einigen Aspekten deiner Schilderung erkenne ich mich auch wieder, da ich eine lange Zeit meines Lebens recht "verhirnt" zugebracht habe. Bei mir ist der Knoten erst dann geplatzt, als ich einen sehr verantwortungsvollen Job mit langen Arbeits- und Fahrtzeiten angenommen habe. Ab da hatte ich nämlich schlicht und einfach keine Zeit mehr, mir über alles und jedes Gedanken zu machen, und musste schnell lernen, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, da für 100% selten Zeit ist und die Welt mit 80% meist auch zufrieden ist (= Pareto-Prinzip hoch und runter). Meine Anregung daher: Vielleicht hast du "zu viel" Ruhe und brauchst mehr Ablenkung - d. h. ein weiteres Hobby oder eine berufliche Veränderung?

  7. Moderation

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    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Liebe Standartgoods

    das ganze klingt nach Generalisierter Angststörung.

    Das kann ich bislang nicht finden.
    Geändert von maryquitecontrary (01.01.2014 um 19:08 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Standardgoods: In einigen Aspekten deiner Schilderung erkenne ich mich auch wieder, da ich eine lange Zeit meines Lebens recht "verhirnt" zugebracht habe. Bei mir ist der Knoten erst dann geplatzt, als ich einen sehr verantwortungsvollen Job mit langen Arbeits- und Fahrtzeiten angenommen habe. Ab da hatte ich nämlich schlicht und einfach keine Zeit mehr, mir über alles und jedes Gedanken zu machen, und musste schnell lernen, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, da für 100% selten Zeit ist und die Welt mit 80% meist auch zufrieden ist (= Pareto-Prinzip hoch und runter). Meine Anregung daher: Vielleicht hast du "zu viel" Ruhe und brauchst mehr Ablenkung - d. h. ein weiteres Hobby oder eine berufliche Veränderung?
    Ich befürchte ich bin einfach sehr sehr verhirnt. Denn ich habe im Moment auch einen verantwortungsvollen Job, bzw. sogar an zwei verschiedenen Standorten, mit langen Fahrtwegen und hin und her und das jeden Tag, manchmal auch an drei Standorten und jedesmal muss ich da voll da sein. Daher muss ich auch recht viel organiseren, Zeit im Blick haben, dass ich z.B. es noch schaffe so banale Dinge, wie zur Post, zum Arzt oder in den Supermarkt zu kommen.

    Zusätzlich hab ich auch noch viele Hobbies, manche allerdings auch zu gehirnlastig, da ich noch zwei Sprachkurse belege, ich hab dann noch einen Entspannungskurs belegt und üb es auch außerhalb des Kurses und ich verbessere meine Kochkünste. Bei einem hab ich jetzt beschlossen Pause zu machen, bis ich etwas mehr Luft habe.

    Ich hab objektiv gesehen ja kaum Zeit zum nachdenken, aber das passiert bei mir fast automatisch z.B. auf den Fahrtweg oder weil ich ja auch irgendwann die Gedanken kommen lassen muss...Das sind dann natürlich eben Momente, dann geh ich ins Bett und steh am nächsten Tag auch wieder auf und mache weiter. Es ist nicht so, dass dadurch nichts mehr weiter geht. Weiter geht es immer. Eigentlich kann ich mich dann auch wieder gut rausholen, weil ja der Alltag dazwischen kommt.

    Anfangs war das auch so, dass ich da ein wenig "weniger" nachgedacht habe, aber inzwischen ist dieses so viel zu tun, schon Gewohnheit, so dass da trotzdem noch Zeit bleibt.
    Geändert von Inaktiver User (01.01.2014 um 20:20 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Zitat Zitat von delusion Beitrag anzeigen

    aber wenn ich in 2013 eines gelernt habe, dann das, dass das leben in keinster weise planbar ist. und daher muss man sich auch nicht ganz so viele gedanken machen. denn das, was man sich den lieben langen tag so zusammendenkt, kommt anderen meist gar nicht in den sinn. wenn man das mal verinnerlicht hat, lebt es sich entspannter.

    von daher möchte ich dir gar nichts raten. aber du hast ja schon selbst erkannt, dass es leichter wird, wenn man den focus von den sehr belastenden baustellen nimmt. das solltest du vielleicht weiterhin üben. und dich bewußt ablenken, wenn dich die sorgen überrollen.

    um es mal esoterisch auszudrücken: lass es fließen. überall da, wo du selbst aktiv in dem moment nichts ausrichten kannst, versuchen laufen zu lassen. anderes thema suchen und sich möglichst immer weniger auf die sorgen konzentrieren.
    Ich mach ja schon so nen esoterischen Entspannungskurs, da lernt man fließen lassen ganz gut.

    Mir ist ganz klar, dass das Leben nicht planbar ist, dazu sind schon trotz aller tollen Planungen XY schlimme Sachen passiert und ohne aller Planungen XY gute. Daher neige ich dazu mich auch ein wenig zu schubsen, sobald ich merke, ich denk jetzt aber ganz schön viel, dann schubs ich mich da auch raus.

    Ich will da auch gar nicht perfekt sein, das ist jetzt nicht der Hintergrund, ich kann mir aber vorstellen, dass das von außen ähnlich aussieht. Ich hab vielleicht frühers zu oft gehört, dass vieles an mir liegt (Freundeskreis, Schule, Arbeit), dass was mit mir nicht stimmt. Daher hab ich wahrscheinlich auch die Neigung mich manchmal verstärkt zu hinterfragen.

  10. gesperrt

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    AW: sich zu viele Gedanken machen

    Das ist doch eher ein Denk- als ein Angstproblem?
    Liebe Standardgoods, sich ständig um alles und jedes Sorgen zu machen, ist nur dann eine generalisierte Angststörung, wenn man zusätzlich körperliche Angstsymptome die überweigende Zeit des Tages hat.


    Ansonsten, belastet dich das ganze? Oder kannst Du damit gut leben?
    Wenn Du dir gerne weniger Sorgen machen würdest, könntest Du dir professionelle Hilfe suchen.

    Alles Gute Dir
    Luftpost

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