Wow, so viele andere mit Telefonphobie. Ich dachte lange Zeit, ich sei die einzige… Dann hab ich das Thema mal im Freundeskreis angesprochen und rausgefunden, dass es doch viele gibt, die nicht gerne telefonieren. Ich habe die Vermutung, dass auch viel damit zusammenhängt, wie lange die Eltern einem das Telefonieren abgenommen haben. Meine Mutter hat das sehr lange für mich gemacht, bestimmt bis ich etwa 16 war. Vielleicht muss man einfach schon früh ins kalte Wasser geworfen werden.
Anrufen beim Arzt o.ä. finde ich inzwischen nicht mehr schlimm, weil man da ja einen Standardspruch a la „Guten Tag hier spricht XY, ich möchte gern einen Termin ausmachen“ runterrattern kann. Was mich aber nervös macht, sind Anrufe, bei denen man erst groß erklären muss, wer man ist und was man will. Wenn also das Gegenüber überhaupt nicht mit dem Anruf rechnet und erst verstehen muss, was Sache ist. Als ich solche Dinge zum ersten Mal im Studentenjob machen musste, war das schon eine richtige Angstsituation für mich. Inzwischen kann ich besser damit umgehen, aber gerne mache ich sowas immer noch nicht.
Zusätzlich spielt es bei mir auch eine große Rolle, ob andere Personen mit mir im Raum sind oder nicht. Muss ich ein Büro teilen warte ich mit Telefonaten am liebsten, bis der Kollege selbst am Telefon ist oder mal eben aus dem Zimmer geht. Selbst unter Freunden wenn man z.B. zusammen Pizza bestellt und ich anrufe, gehe ich lieber in ein anderes Zimmer. Ich mag nicht, dass andere eventuell raushören, dass ich nervös bin oder ich mich verhasple. Geht es da anderen genauso?
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Ergebnis 21 bis 30 von 53
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29.12.2013, 23:51
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
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29.12.2013, 23:59Inaktiver User
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Könntest du mit ihm auch skypen, chatten? Finde ich angenehmer, da der andere die Geschwindigkeit "mitbestimmen" kann.
Ich arbeite selbst viel mit dem Telefon - sogar auf den entfernesten Kontinenten. So toll es ist, mit Menschen so in Kontakt treten zu können - mir fehlt schon im Beruflichen das "Gegenüber".
Meist hängt es selbst auch daran, dass man sich selbst nicht genügend Zeit gibt - den anderen zu fragen, ob man gerade stört, das Anliegen ruhig rüberzubringen (immer dran denken, der andere hört das zum 1. Mal), deutlich zu sprechen, zu lächeln (jip, macht tatsächlich einen Unterscheid).
Im Studium hatten wir sogar ein kurzes Training, was Sprech- und Atemtechniken angeht bei Nervosität. Hat sehr geholfen.
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30.12.2013, 09:55Inaktiver User
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Also ein bisschen hab ich das auch.
Ich mag grundsätzlich telefonieren nicht, vor allem, wenn man sich nichts zu sagen hat und der andere einfach nur reden will oder wenn was wichtiges ansteht. Wenn mir andere zusehen, ich mich beobachtet fühle, dann fühl ich mich auch erstmal unwohl. Nicht grundsätzlich, aber ich telefoniere lieber alleine oder vor vertrauten oder in ner Menschenmasse, die anderweitig beschäftigt ist, als vor jemanden, der dabei sein will.
Inzwischen bin ich dazu übergegangen den Gedankensumpf zu durchbrechen und den Hörer zu nehmen und anzurufen, selbst wenn ich mir nichts vorher notiert habe. Meistens find ich das doch hilfreich.
Was ich sehr hilfreich fand, bei meiner Einarbeitungszeit im Job, wurde mir auch einfach der Hörer in die Hand gedrückt und ich hatte da wirklich nur Halbwissen, trotzdem hat das Gegenüber immer verstanden, was ich wollte. Hat mich selbst total verwundert.
Ich denk dann zwar oft, bitte geh nicht ran oder bitte Mailbox (obwohl ich nicht gerne auf Mailboxen spreche), aber wenn die Person dann dran ist, gibts eh kein zurück mehr.
Bei meinen Ärzten, Behördengängen, Versicherungsangelegenheiten, selbst beim Reifenwechseln hab ich Glück, das meiste kann man dort online ausmachen. Ist mir lieber. Und Treffen mit Freunden mach ich irgendwie auch eher per SMS, What's app, Skype, Email aus, als mit ihnen zu telefonieren.
Beim Telefonieren bin ich aber trotzdem dazu übergegangen meine Angst da zu lassen, aber das Zeug trotzdem zu machen. Ich glaub auch, dass es ne Illusion ist, dass die Angst vollständig weggeht, oder dass man nur im entspannten Zustand alles machen kann. Also schubs ich mich ein wenig selbst.Geändert von Inaktiver User (30.12.2013 um 10:01 Uhr)
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01.01.2014, 00:36
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Ich telefoniere auch nicht gerne. Noch nie! Ich verhaspel mich immer, wenn ich jemand unbekanntes anrufe und muss dann oft "von Anfan an" Neustarten.
Eine Weile lang war ich arbeitslos und habe eine Job vermittelt bekommen, der erst so aussah, als muesste ich nur Ordnung in ein Buero bringen aber dann sollte ich auch immer an's Telefon gehen. Schliesslich wollten sie, dass ich fast nur noch die Rezeptionistin mache weil ich das so gut kann (haha).
Ich habe eigentlich eine schoene, angenehme Telefonstimme und da konnte ich dann Telefonieren so richtig ueben. Wenn immer ich jetzt ein wichtiges Telefonat habe, dann tu' ich so als waere ich wieder die junge Rezeptionistin die fuer jemand anderes anruft. Ob das immer so toll ist weiss ich nicht aber besser als garnicht anrufen.
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01.01.2014, 18:37
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Genauso ist das. Jetzt wollte ich ihn heute anrufen - was er nebenjobmäßig jetzt vorhat und ihm natürlich ein gutes Neues Jahr wünschen - und getraue mich schon wieder nicht!!! Sooo blöd.
Echt super. Erkenne mich da wieder. Dann grübel ich jetzt mindestens zwei Stunden, dann rufe ich ihn an und pflaume ihn an "Damit du Bescheid weißt, ich rufe dich NICHT an, und dass du bloß nicht glaubst, ich will was von dir!" und lege auf. Dann denkt er garantiert, die Alte ist noch komplett besoffen.
Wenn jemand anders das gleiche Problem hätte, würde ich ihm raten, einfach anzurufen, denn der andere kann dich ja durchs Telefon nicht fressen.
Ist halt eine Phobie, nicht ganz rational.
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01.01.2014, 19:28
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Ich telefoniere auch nicht gerne, nur wenn es unbedingt sein muss oder wenn man mit jemanden spricht, der wirklich nur selten im Jahr mal anruft (in dem Fall kann es bewusst länger gehen am Telefon).
Beruflich finde ich es sehr anstrengend, da andere mithören und ich die Anrufer aus aller Welt oft sehr schlecht verstehe (meist in Englisch). Ich lege besondere Geschäftsgespräche so, dass andere nicht in der Nähe sind, da bin ich dann entspannter. Oft merke ich, dass die Telefonpartner ähnliche Probleme haben. Beide Seiten spüren das und die Lage entspannt sich. Unterhalten sich welche, wenn ich gerade ein Telefonat führe, geht das gar nicht oder wenn gerade der Wasserkocher, Drucker Geräusche macht. Ich verstehe fast nichts, kann mich nicht konzentrieren und ich verliere den Faden.
Ich erkenne am Telefon auch kaum bekannte Stimmen (nicht mal nahe Familienmitglieder, allerbeste
Freunde), so wie andere gesichtsblind sind.
Manchmal werde ich angerufen und der Anrufer sagt anstatt seinen Namen: Hallihallo, ich bins!
"?" In manchen Ländern nennt man keine Namen, wenn man sich meldet. "Wer spricht bitte?"
Das passiert mir dauernd bei der Arbeit, weil alle denken, ich würde sie sofort an der Stimme erkennen. Oft nuscheln sie ihre Namen oder irgendein Hintergrundgeräusch macht es unmöglich, den Namen zu erahnen
In Nordamerika hatte ich die merkwürdigsten Erlebnisse, weil ich die Anrufer verwechselte. Sie klangen alle gleich (freundlich) und interessiert und ich erzählte den Falschen Details, die eigentlich für jemand anderen bestimmt waren. Wenn möglich, bin ich nicht mehr ans Telefon. Selbst die täglichen zwanzig + Ansagen auf dem Anrufbeantworter habe ich größtenteils nicht richtig verstanden und einordnen können, oft nur Wortfetzen. Wenn man mir etwas ausgerichtet hatte am Telefon, konnte es passieren, dass ich einen wichtigen Teil später wegließ, weil ich ihn nicht verstanden habe. Sicher ist sicher.
Auch in anderen Ländern passierte das, obwohl ich deren Sprache manchmal recht gut beherrschte.
In Nordamerika wartete ich öfter im Freundeshaushalt auf wichtige Anrufe und die Kinder eines Freundes riefen dauernd mit diesem Ackgzsendt an. Ich habe sie natürlich schnell durchschaut. In Kanada haben die meisten irgendeinen Akzent. Seltsamerweise kann ich die Akzente
oft gut deuten, ob ein Native, Chinese, Australier, Philippino, Deutscher, Slowake anruft....
Trotzdem verstehe ich Nichtmuttersprachler besser am Telefon bei geschäftlichen Telefonaten, wenn sie Englisch sprechen, weil sie meist langsamer und deutlicher reden trotz des Akzentes. Kanadier verstehe ich weit besser als Briten. Umgekehrt werden sie mit mir auch so ihre Schwierigkeiten am Telefon haben, deshalb versuche ich, langsam zu sprechen. Die Ansagen sind extrem kurz.
Ich verhasple mich sehr schnell am Telefon und bin unsicher. Ich gehe daheim kaum ans Telefon,
außer ich erwarte einen wichtigen Anruf bzw. es gibt wenige Ausnahmeanrufer, die jederzeit anrufen können.
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15.03.2016, 18:24
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Ich muß dieses Thema mal wieder hochkramen. Ich bin immer total erleichtert, daß es anderen auch so geht.
Eben bin ich mal wieder nicht dran gegangen und es gibt fortlaufende Beschwerden, daß ich ja so schlecht zu erreichen bin, ich rufe eigentlich fast nur zurück, eben, wenns mir in den Kram paßt. Und bis heute finde ich telefonieren total seltsam. Eine Freundin von mir ist Typ "Dauertelefonierer", zwei, drei Stunden wären da gar nix. Wir hätten uns deswegen fast schon verkracht.
Hätte man von mir aus wahrlich nicht erfinden müßen. Und telefonieren in der Öffentlichkeit, mit dem Händy, das ist ein absolutes Unding, mach ich nie.
Und das hier hab ich auch:
Muß ich das jetzt schon Phobie nennen? Ach Du Schreck
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15.03.2016, 19:15Inaktiver User
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Jeanne, find ich gut, dass Du das wieder hochgeholt hast.
Ähm, geht mir ein Stück weit auch so. Privat nicht. Da kann ich durchaus stundenlang telefonieren, aber auch nicht immer - Rekord 12 Std. mit einer Freundin. Aber im Büro? Aktiv anzurufen? Ich mach es nicht mehr gern, und ich weiß gar nicht warum! Ich habe mir das schon so oft überlegt. Ich schreib lieber eine Mail oder chatte. Aber rufe nicht an. Wenn die Leute mich anrufen, hab ich nicht immer das Thema, aber schon ab und zu! Seh ich den Display und denke "oh neeeeeee .... ich melde mich doch, ich weiß doch, dass ich muss, Du kriegst doch deine Antwort ..." Woran das liegt ist eine gute Frage! Aber Phobie? Nein! Das ist keine Phobie ... es ist sicher was anderes ... Wahrscheinlich weil man mehr Möglichkeiten heutzutage hat. Eine Email, ein Chat, den muss ich nicht ad hoc beantworten, kann kurz nachdenken etc., was anderes zuerst erledigen usw. Ich vermute, es liegt daran. Andererseits ertappe ich mich, dass wenn ich wirklich was "sofort" wissen muss, dann doch die Leute (im Büro) anrufe! Das ist ja auch wieder ungerecht, wenn ich es andersrum nicht leiden kann ... schon seltsam
Aber es gibt auch ab und an echt Situationen, wo ich auch nicht ans Telefon gehe. Abends. Nach dem Büro. Wenn ich platt bin. Hab ich mich auch schon ertappt. Ich möchte einfach nicht mehr reden. Schreiben über app find ich da angenehmer. Aber nicht mehr sprechen ...
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15.03.2016, 19:42
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Ich freue mich über aktuelle Anti-Telefonierer!

Respekt! Aber doch hoffentlich nicht mit einem Ohr? Ich hab ja auch so ein Telefonohr, also, ich telefoniere nur auf einer Seite...
Bei mir ist die berufliche Königsdisziplin für mich als Anti-Telefonierer die Telefonkonferenz, ganz ganz schlimm. Und zweimal hab ich mich auch schon gedrückt...wenn ich kann, und das geht zum Glück meistens, dann Mail.
Ich finde Telefonieren auch so komisch, die Leute sind auch irgendwie "anders", obwohl sie ja die gleichen sind...besonders schlimm auch die Telefonate mit Muttern, die ich sonst sehr liebe, aber dieses ständige "Dings, äh, Du weißt schon, Du kennst den auch, na den Dings, mensch, ich komm gleich drauf" macht mich wahnsinnig
Ganz genau so gehts mir auch. Stille. Herrlich.
Ich hab auch das Klingeln fast ständig abgestellt; ich sehs nur mal blinken, wenn ich vorbeigehe; und allermeistens laß ichs blinken.
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15.03.2016, 19:53Inaktiver User
AW: Telefonierphobie - Stelle mich furchtbar an! Kennt das jemand?
Oh ja ... Telcos ... heute schon wieder Invitations erhalten ...
... puh ... ja, mag es auch nicht, wobei, wenn ich recht überlege, liegt es glaube ich daran - auf die kann ich mich vorbereiten, geht dann noch ... es geht mir eher um dieses ad hoc, jemand ruft mich an, ich mitten in irgendwas anderem und derjenige, will sofort Antwort und Ergebnis. Ich habe nun versucht, mir anzugewöhnen, zu sagen, "ja, das checke ich, muss ich schauen und ich rufe Sie dann zurück!" Weil genau da liegt es glaub ich: Dass ich mich gezwungen fühle, dann sofort eine Antwort zu geben - was mit Aufwand, Unterbrechung der derzeitigen Arbeit etc. angeht.
Was mit "Mama" angeht ... das kann ich verstehen - das Problem hab ich aber nicht. Aber ich war mal 1,5 J. weit weg gezogen, da war ich auch verwundert, warum sie plötzlich so viel anruft und wissen will - lach.
Aber - was postives - wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann habe ich das "Telefonthema" nicht und warte eigentlich dararuf, bis der "tägliche" Anruf kommt und man reden kann - ich denke, daran sieht man schon, dass es auch subjektiv ist - wer einen anruft bzw. wen man anrufen möchte


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