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  1. User Info Menu

    Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Ich bin immer noch dabei, mich kennen zu lernen. ich versuche, zu verstehen, warum ich "so kaputt bin".

    Kaputt? Nun ja, ich halte Beziehung und Bindung gar nicht aus, ich habe Depressionen. Ein wenig essgestört - aber das hält sich in Grenzen...

    Nun ja, und gerade Weihnachten, werden Familiensysteme mir sehr bewusst. In den letzten Jahren wurde mir deutlich, dass ich tatsächlich häufig von meiner Familie übersehen wurde. Schon als Kind habe ich häufig meine Eltern angefleht, dass sie mich "ins Heim geben, damit sie eine glückliche Familie sein können".

    Ich bin früh ausgezogen - und spät wieder zurück gezogen und nun wird (meine) Familientragödie offensichtlich. Und ich kriege es mit meiner Mutter nicht geklärt. Ich wünsche mir von ihr, dass sie es offen macht, auch meinen Geschwistern sagt - was sie mir gegenüber zugibt. "Wir haben dich vernachlässigt!" Und sie verweigert sich "ich will mich vor meinen Kindern nicht so erniedrigen!" Und ich... ich kann nicht auf heile Familie machen, solange ich weiterhin als "das Problem in der Familie" gesehen werde und nicht als Symptomträger.
    Für meine Geschwister war die Kindheit schön, sie hatten alles - für mich war sie furchtbar - ich habe immer und immer und immer wieder darum gekämpft, wahrgenommen oder gesehen zu werden. Und ich soll das jetzt vergessen. Ich bin erwachsen, ich muss doch vergessen und verzeihen können. Aber ich werde bis an mein Lebensende - mal mehr, mal weniger - zu kämpfen haben. Ich bin diejenige, die mit dem Gefühl aufgewachsen ist "anders" zu sein - wobei anders nicht als positiv dargestellt wurde, sondern komisch, schlecht.


    Ich bin emotional gerade sehr aufgewühlt, ich hoffe, ich konnte es trotzdem halbwegs vernünftig darstellen... aber ist mein Wunsch an meine Mutter wirklich zuviel? Der Wunsch, dass sie meinen Geschwistern das sagt?
    Ich möchte einfach, dass klar ist, dass ich nicht Schuld bin, dass ich krank bin. Das ich nicht einfach nur "anders" bin - sondern das diese "heile Familie" dafür verantwortlich ist.
    Und ich fühle mich wieder von ihr im Stich gelassen - weil sie sich nicht erniedrigen will.

    Und ich grübel schon die ganze Nacht: Erwarte ich wirklich zuviel?


    Nachfragen ausdrücklich erlaubt...

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    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    liebe sehn-sucht!


    andere aus dem forum werden dir mit ihren worten helfen können.

    ich möchte dir inzwischen mein verständnis für dein gefühl, und eine virtuelle umarmung dalassen.
    lg
    legrain

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    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    hallo Sehn-sucht,

    ich gehöre zu denen, die eher Worte machen und nicht so gut im Umarmen sind. Aber ich wünsche dir viel Wärme und Kraft, ich glaube, du bist auf einem guten Weg.

    Du erwartest zuviel von deiner Mutter. Sage ich jetzt mal so lapidar. Das Problem - wenn sie so könnte, wie du es bräuchtest - dann gäbe es das ganze Problem nicht.

    Du bist mit deinem verständlichen und auch berechtigten Wunsch leider immer noch in der gleichen Rolle wie du als Kind warst: du wartest immer noch darauf von deiner Mutter etwas zu bekommen, das sie dir nicht geben wird. Die Gründe werden in ihrer eigenen Biografie liegen und es wäre an ihr, sich damit auseinanderzusetzen. Dazu kann aber kein Mensch gezwungen werden.

    Manchmal ist es so, dass die anderen mitziehen, wenn sich einer im System verändert. Aber das lässt sich leider nicht einfordern. Manchmal kommt die Annäherung auch, nachdem sich das Umfeld widersetzt hat und man sich davon sozusagen emanzipiert hat. Aber eben auch nicht immer. Manchmal braucht es auch einen Bruch. Oder es pendelt sich bei einer Oberflächlichkeit ohne Erwartungen ein.

    Dein Weg wird vermutlich erstmal nicht über eine direkte Aussöhnung mit der Mutter gehen, sondern dass du lernst, das, was du brauchst an Geborgenheit, Liebe, Sicherheit, Anerkennung usw auf anderem Weg zu holen und deinem Inneren Kind selbst eine Mutter zu werden. Ob es dann eine Annäherung zur Familie geben wird, wenn du ihr nicht mehr als das hungrige Kind begegnest, sondern als erwachsene unabhängige Frau, das wird sich zeigen. Auch, ob es dann noch wichtig ist.

    Wenn dir das auf-Familie-machen jetzt nicht gut tut, dann lass es. Mach was anderes, treff dich mit Freunden, geh skifahren oder sonst was. Tu das, was DIR gut tut, egal, was die dazu sagen.

    Alles liebe
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Liebe Sehn-Sucht!

    Zitat Zitat von Sehn-Sucht Beitrag anzeigen
    Ich wünsche mir von ihr, dass sie es offen macht, auch meinen Geschwistern sagt - was sie mir gegenüber zugibt. "Wir haben dich vernachlässigt!" Und sie verweigert sich "ich will mich vor meinen Kindern nicht so erniedrigen!" Und ich... ich kann nicht auf heile Familie machen, solange ich weiterhin als "das Problem in der Familie" gesehen werde und nicht als Symptomträger.
    Für meine Geschwister war die Kindheit schön, sie hatten alles - für mich war sie furchtbar - ich habe immer und immer und immer wieder darum gekämpft, wahrgenommen oder gesehen zu werden. Und ich soll das jetzt vergessen.
    Was konkret würde es in Dir auslösen, wenn Du es tatsächlich vergessen hättest?

    Liebe Grüße
    Zio

  5. Inaktiver User

    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    ja, du erwartest zu viel - zu viel wirkung.

    ob es für deine mutter zumutbar wäre, was du dir wünscht oder nicht, lässt sich ohne nähere kenntnis der personen und umstände kaum beurteilen.

    was ich aber selbst erfahren habe und auch bei freunden sehe: das schuldeingeständnis ist nur ein ausgangspunkt für dich, keine heilung.
    denn es ändert deine erfahrungen und deine prägungen nicht.
    du wirst mit den gleichen schwierigkeiten wie vorher weiter zu kämpfen haben.

    deshalb wäre mein rat: mach dich nicht länger abhängig von deiner mutter und ihrem verhalten, sondern löse dich und begib dich auf deinen eigenen weg - ohne sie.

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    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    was ich aber selbst erfahren habe und auch bei freunden sehe: das schuldeingeständnis ist nur ein ausgangspunkt für dich, keine heilung.
    denn es ändert deine erfahrungen und deine prägungen nicht.
    Bingo. Ein "Schuldeingeständnis" wird oft idealisiert, wenn er/sie nur zugeben würde, dass er/sie mir Unrecht getan hätte, dann...

    Und dann? Bemerkt man frustriert, dass sich deshalb nichts geändert hat. Man hat auf die Erlösung umsonst gewartet.

  7. User Info Menu

    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Hallo Sehn-sucht!

    Würde sich denn wirklich etwas für dich verändern, an deiner Position in dieser Familie, wenn deine Mutter vor allen eingesteht, das sie gravierende Fehler an dir gemacht hat?

    Deine Mutter scheint nicht in der Lage zu sein ihr Verhalten Dir gegenüber zu reflektieren, sonst hätte sie es nicht so weit kommen lassen, das ihr Kind sie bittet in ein Heim gebracht zu werden, damit die Familie glücklich werden kann...es tut mir so leid für Dich...das muss schrecklich sein, in diese Außenseiterrolle gezwungen zu werden. Kein Wunder das alles, was mit Bindung an Menschen zu tun hat, für dich schwierig ist.

    Gerade die Familie sollte doch ein Ort der Geborgenheit sein. Leider ist er aber oft ein besonders schlimmer Ort, gerade für Kinder.

    Sie müsste, wie es Amelie63 schon schrieb, sich mit ihrer eigenen Biografie auseinander setzen, um zu verstehen was falsch gelaufen ist. Möglicherweise mit professioneller Hilfe. Traust du ihr das zu?

    Ich kann dir auch nur das gleiche raten, wie einige hier das schon formuliert haben. Mach dich unabhängig von deiner Familie und der Anerkennung, die du von ihr möchtest. Diese Familienstruktur hat dich krank gemacht, sie wird dich nicht gesund machen können.


    Zitat: Amelie63

    Ob es dann eine Annäherung zur Familie geben wird, wenn du ihr nicht mehr als das hungrige Kind begegnest, sondern als erwachsene unabhängige Frau, das wird sich zeigen. Auch, ob es dann noch wichtig is
    t.
    Sehr gut formuliert, spricht mir aus der Seele.

    Lieben Gruß von boomkid

  8. User Info Menu

    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Jetzt sitze ich hier und heule. Ich tue mir selbst ganz schrecklich leid - und lese eure schönen, liebenswerten, weisen Worte. Danke dafür


    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    Du erwartest zuviel von deiner Mutter. Sage ich jetzt mal so lapidar. Das Problem - wenn sie so könnte, wie du es bräuchtest - dann gäbe es das ganze Problem nicht.

    Du bist mit deinem verständlichen und auch berechtigten Wunsch leider immer noch in der gleichen Rolle wie du als Kind warst: du wartest immer noch darauf von deiner Mutter etwas zu bekommen, das sie dir nicht geben wird.

    [...] Manchmal braucht es auch einen Bruch. Oder es pendelt sich bei einer Oberflächlichkeit ohne Erwartungen ein.
    Ich sitze hier gerade und denke: Warum erlaube ich mir diesen Bruch nicht. Warum kämpfe ich so sehr darum, von meiner Familie etwas zu bekommen, was ich noch nie erhalten habe. Die Antwort ist der nächste Absatz, weil ich DAS noch nicht kann.

    Dein Weg wird vermutlich erstmal nicht über eine direkte Aussöhnung mit der Mutter gehen, sondern dass du lernst, das, was du brauchst an Geborgenheit, Liebe, Sicherheit, Anerkennung usw auf anderem Weg zu holen und deinem Inneren Kind selbst eine Mutter zu werden.
    Wenn dir das auf-Familie-machen jetzt nicht gut tut, dann lass es. Mach was anderes, treff dich mit Freunden, geh skifahren oder sonst was. Tu das, was DIR gut tut, egal, was die dazu sagen.
    Ich habe gesagt, ich nehme nicht teil - leider gibt es hier gerade niemanden, der mit mir Weihnachten verbringen kann. Aber es ist okay, nicht schön, aber besser als auf heile Familie zu machen.
    Ich habe Videos, ein Maxdome Abo und das Internet - und im Zweifelsfall gehe ich früh ins Bett.

    Danke dir

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen
    Was konkret würde es in Dir auslösen, wenn Du es tatsächlich vergessen hättest?
    Darf ich diese Frage zurück stellen - ich finde keine Antwort, finde die Frage aber sehr spannend...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    deshalb wäre mein rat: mach dich nicht länger abhängig von deiner mutter und ihrem verhalten, sondern löse dich und begib dich auf deinen eigenen weg - ohne sie.
    Ich glaube, das ist der Weg - und wie ich oben schon schrieb: Ich muss mir erlauben dürfen, meine Mutter so sehr zu verletzen, dass ich diese Familie verlasse. Ich habe noch ein sehr schlechtes Gewissen, dass ich etwas für mich - und nicht für meine Familie tue...

    Schuldeingeständnis... ist es Verantwortung übernehmen? Ich möchte nicht mehr der Sonderling sein. Nein, es ändert nichts an meinen Gefühlen - leider...

    Zitat Zitat von 58erboomkid Beitrag anzeigen
    Hallo Sehn-sucht!

    Würde sich denn wirklich etwas für dich verändern, an deiner Position in dieser Familie, wenn deine Mutter vor allen eingesteht, das sie gravierende Fehler an dir gemacht hat?

    Deine Mutter scheint nicht in der Lage zu sein ihr Verhalten Dir gegenüber zu reflektieren, sonst hätte sie es nicht so weit kommen lassen, das ihr Kind sie bittet in ein Heim gebracht zu werden, damit die Familie glücklich werden kann...es tut mir so leid für Dich...das muss schrecklich sein, in diese Außenseiterrolle gezwungen zu werden. Kein Wunder das alles, was mit Bindung an Menschen zu tun hat, für dich schwierig ist.

    Gerade die Familie sollte doch ein Ort der Geborgenheit sein. Leider ist er aber oft ein besonders schlimmer Ort, gerade für Kinder.

    Sie müsste, wie es Amelie63 schon schrieb, sich mit ihrer eigenen Biografie auseinander setzen, um zu verstehen was falsch gelaufen ist. Möglicherweise mit professioneller Hilfe. Traust du ihr das zu?

    Ich kann dir auch nur das gleiche raten, wie einige hier das schon formuliert haben. Mach dich unabhängig von deiner Familie und der Anerkennung, die du von ihr möchtest. Diese Familienstruktur hat dich krank gemacht, sie wird dich nicht gesund machen können.

    Sehr gut formuliert, spricht mir aus der Seele.

    Lieben Gruß von boomkid

    Danke... ich fühle mich verstanden


    __________________


    puh, emotionale Achterbahn - ich weiß nicht, ob ich alle Fragen beantworten, all euch danken kann. Ich bin gerade echt... aufgewühlt. Und je mehr ich von euch lese, je mehr ich Verständnis spüre, desto trauriger werde ich.

    Wie werde ich diese Abhängigkeit von der Anerkennung, von der WErtschätzung, von... was auch immer... los.

    Das wunderbare Gesundheitssystem erlaubt mir seit langem auf dieversen Wartelisten von Therapeuten zu stehen. Nach verschiedenen Verhaltenstherapien - in denen ich meine Familie weiterhin beschützt habe und immer gesagt habe "alles schön, wir sind eine hiele Familie" - habe ich mich für eine tiefenpsycholgosiche fundierte Therapie (evtl. Psychoanalyse) entschieden.
    Ich warte... seit 7 Monaten und werde im Januar endlich mal ein Erstgespräch haben.

    Und das ist noch etwas... "Du musst dir Hilfe holen" - sagt auch gerne meine Familie. Und es fühlt sich für mich so falsch an. Ich kann doch gar nichts dafür...


    So viele gedanken in mir - und ich kriege sie nicht sortiert.

    Erleichtert - es ist gar nicht ganz so verkehrt, was ich denke - auch wenn nicht alles richtig ist. Und ich bin nicht Schuld, dass ich es meiner Mutter nicht erklären kann. Es ist nicht meine Verantwortung. Wir sprechen nicht die gleiche Sprache.


    Mir ist auch schlecht - all das ist mir gerade auf den Magen geschlagen.


    Es wird mir keiner folgen können... ich bin mir manchmal selbst zu schnell...

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    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Zitat Zitat von Sehn-Sucht Beitrag anzeigen
    Darf ich diese Frage zurück stellen - ich finde keine Antwort, finde die Frage aber sehr spannend...
    Ich denke, das Ergebnis wird sehr individuell ausfallen, weil Menschen ja verschieden sind. Deshalb kannst nur Du selbst beantworten, wie das Leben, DEIN Leben sich ändern würde.

    Der Weg dorthin lässt sich jedoch auch vorher schon erkennen:

    Stelle Dir bitte ganz intensiv vor, Deine Wünsche würden sich jetzt erfüllen. Deine Mutter tut, was Du glaubst für Deine Erlösung zu brauchen.

    Stell Dir die Situation vor, ganz bunt und plastisch. Schaue (nicht von oben auf Dich, so als würdest Du die Szene als Außenstehender beobachten können, sondern bleib in Dir drin und schaue durch DEINE Augen auf die Beteiligten), wie die Umstehenden auf das Eingeständnis Deiner Mutter reagieren, höre ihre Stimmen, beobachte Deine Gefühle dabei. Stell Dir Dein Wunschbild einfach ganz intensiv vor, als wäre es JETZT Realität.

    Geh tief und voll in dieses Gefühl hinein und warte, was Du spürst. Lass Dir Zeit dafür und gehe diesen Weg weiter, schau, wie sich das Gefühl wandelt und welche Perspektiven sich für Dich öffnen, wenn Du "erlöst" bist.

    Es kann vieles sein: Glück, Zufriedenheit, das Gefühl, dass Dir Gerechtigkeit widerfahren ist, dass Du frei bist - es kann Dir die Zukunft öffnen.

    Aber: Es könnte auch leicht sein, dass Du bemerkst, dass Du eine Orientierungslosigkeit spürst in Bezug auf die Zukunft. Denn das, woran Du solange festgehalten hast, war auch ein Halt für Dich - wenn er wegbricht, entsteht oft eine Leere.

    Und es kann dann auch gut sein, dass Du erkennst, dass Du diese "Erlösung" gar nicht gebraucht hattest.

    Liebe Grüße
    Zio

  10. User Info Menu

    AW: Erwarte ich zuviel von meiner Mutter?

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen

    Du erwartest zuviel von deiner Mutter. Sage ich jetzt mal so lapidar. Das Problem - wenn sie so könnte, wie du es bräuchtest - dann gäbe es das ganze Problem nicht.

    Du bist mit deinem verständlichen und auch berechtigten Wunsch leider immer noch in der gleichen Rolle wie du als Kind warst: du wartest immer noch darauf von deiner Mutter etwas zu bekommen, das sie dir nicht geben wird. Die Gründe werden in ihrer eigenen Biografie liegen und es wäre an ihr, sich damit auseinanderzusetzen. Dazu kann aber kein Mensch gezwungen werden.

    Manchmal ist es so, dass die anderen mitziehen, wenn sich einer im System verändert. Aber das lässt sich leider nicht einfordern. Manchmal kommt die Annäherung auch, nachdem sich das Umfeld widersetzt hat und man sich davon sozusagen emanzipiert hat. Aber eben auch nicht immer. Manchmal braucht es auch einen Bruch. Oder es pendelt sich bei einer Oberflächlichkeit ohne Erwartungen ein.

    Dein Weg wird vermutlich erstmal nicht über eine direkte Aussöhnung mit der Mutter gehen, sondern dass du lernst, das, was du brauchst an Geborgenheit, Liebe, Sicherheit, Anerkennung usw auf anderem Weg zu holen und deinem Inneren Kind selbst eine Mutter zu werden. Ob es dann eine Annäherung zur Familie geben wird, wenn du ihr nicht mehr als das hungrige Kind begegnest, sondern als erwachsene unabhängige Frau, das wird sich zeigen. Auch, ob es dann noch wichtig ist.

    Wenn dir das auf-Familie-machen jetzt nicht gut tut, dann lass es. Mach was anderes, treff dich mit Freunden, geh skifahren oder sonst was. Tu das, was DIR gut tut, egal, was die dazu sagen.


    Liebe Sehn-Sucht,

    Amelie beschreibt, was ich denke und selber erlebt habe!

    Ich habe es auch nie geschafft, mich von meiner Mutter zu lösen.

    Es wäre mir auch recht egal geworden, wäre sie vor einigen Jahren gestorben.

    Dann wurde sie dement und ich hab mich zähneknirschend um sie gekümmert und sie bald weil das so anstrengend war.

    Aber durch diese Krankheit ist sie so lieb geworden, dass ich sie nun mag.

    Das aber jedoch ist nur möglich (glaube ich), weil ich oben geschriebenes vorher schon klar hatte, abtherapiert hatte und mich ein großes Stück weit von ihr entfernt hatte-auf den verschiedensten Ebenen!
    Das ist wirklich harte Arbeit an Einem selber und man muß gleichzeitig stark seine Eigenliebe trainieren.

    Dazu wünsche ich dir viel Kraft

    Kleines Trost PS-chen:

    Das Sch....Mutter Thema haben soooviele, man könnte Clubs füllen
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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