oder wenn sich immer wieder mir gegenüber Menschen respektlos verhalten, liegt es an mir?
Irgendwie wirke ich wohl zu biegsam, aber ich bin nun mal auch recht offen. Ich bin auch eher ruhig und schaus mir erstmal an. Irgendwann wenn der Punkt überschritten ist, setzt ich dann aber auch ganz deutlich meine Grenzen, ich hab kein Problem Leute rauszuwerfen oder ihnen zu sagen, so nicht.
Ich dachte es sei so ein anerzogenes Frauending und hab da Kurse belegt, da konnte ich mich gut wehren/mich gut behaupten, und man hat mir Besserung bestätigt. Da ich aber auch einfach jemand bin, der erstmal ruhig ist und beobachtet und sich nach ein paar Tagen wohl fühlt, ist es kein Wunder, dass Fortschritte festgestellt wurden.
Gut, dachte ich, also besuch ich Kurse für die Allgemeinheit, ähnlicher Effekt.
Für den Beruf hab ich Coaching in Anspruch genommen, ich mag meinen Coach, kann mit dem offen reden, da besteht das Problem irgendwie auch nicht, bzw. sagt der mir, ich soll so weitermachen wie bisher.
Rückblickend betrachtet, würde ich sagen, frühers lags daran, dass ich zu viel persönlich genommen habe, die Probleme anderer aufgenommen habe, und zu meinen gemacht habe. Ich hatte auch mal so ne "Mobbingartige Erfahrung", die mir nun aber auch sehr hilft, ich reagiere auf solche Sprüche und selbst wenn sie systematisch mit einem Ziel verbunden sind, nicht mehr so wie ein Opfer.
Trotzdem hab ich oft den Eindruck, dass ich diese "mit mir kann mans machen" Botschaft vermittle, oder sie bleibt zumindest bestehen.
Gut, ich weiß auch, Arschlöcher gibt es nun mal, etc. Und man sollte auch nicht Erwartungshaltung haben, dass sich jeder der Situation entsprechend benehmen kann.
Manchmal frag ich mich ob das meine Persönlichkeit ist, oder mein Verhalten und inwiefern ich mich denn so verhalte, dass Leute glauben, mich respektlos zu behandeln? Ich bin nun mal ruhig und wenn ich den Eindruck habe, jemand tut mir nichts, dann bin ich erstmal offen und irgendwie wirkt das wohl so, als würd ich dann jegliches Verhalten akzeptieren bzw. wird es eben gerne ausgetestet.
Oder ist mein Anspruchsdenken einfach zu hoch? Andererseits erwarte ich ja auch nicht, dass ich jeden mag oder jeder mich.
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Ergebnis 1 bis 10 von 41
Thema: respektloses verhalten
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14.12.2013, 18:02Inaktiver User
respektloses verhalten
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14.12.2013, 18:34Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
1. wären da Beispiele mal gut- denn man versteht wohl "respektlos" und doch ist das für jeden was anderes.
2. glaube ich, daß die eigene Haltung sehr viel mit dem Gegenüber macht- und das hat mit ruhiger sein oder stiller- gar nichts zu tun.
Gruss
kenzia
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14.12.2013, 18:52Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
zu 1. Ich hab ein enges Verhältnis zu meinem Cousin, wir haben auch mal ein Jahr lang in einer WG gewohnt, also er bei mir, er hat aber nichts gemacht im Haushalt, dann noch gefordert, dass ich seine Pfandflaschen, Post wegbringe, und wurde dann ziemlich biestig, als ich gesagt hab, so geht's nicht weiter, ich mach das so nicht mit, mal gern, aber ich bin kein Dienstbote.
Oder ein Kollege von mir, der hat auch immer von mir "verlangt", dass ich seine Aufgaben übernehme. Als ich meinte, das mache ich nicht, war ich dann die Faule, die ihre Aufgaben nicht erledigt.
Ne Bekannte von mir, hat sich von mir DVDs ausgeliehen. Sie hat sie nicht von sich aus zurückgegeben, nach einem 3/4 Jahr. Als ich sie freundliche angesprochen habe, Termine vorgeschlagen habe, unterschiedliche, zu unterschiedlichen Zeiten, war ich dann plötzlich die böse, pampige, weil ab 18.00 Uhr verlässt sie nun mal unter der Woche nicht mehr das Haus. Wenn man bedenkt, dass ich dann zuvor ja noch großzügig Hilfe bei ihren technischen Geräten geleistet habe, also auch, wenn ich da zu dem Zeitpunkt keine Lust hatte, fand ich das auch etwas unverschämt, vor allem, weil ich ja ne längere Anfahrt habe und auch kein Problem gehabt hätte, da kurz vorbeizuschauen und das Zeug abzuholen.
Ich hab ner Freundin bei den Bewerbungen geholfen, und in ner schlechten Situation ziemlich unterstützt, aufgemuntert, und das hat sie dann eher für ihren Umkreis als Beispiel genommen, wie "erfolglos" man denn sein kann und dass es mit ihr ja noch nicht so weit ist.
Solche Sachen...
Falls die Interpretation mit "allen gefallen" kommt: Ich will nicht von allen gemocht werden. Es gibt durchaus Leute, von denen will ich weder gut gefunden noch gemocht werden. Ich bin auch nicht jemand der erstmal allen vorbehaltlos gegenübertritt. Ich bin in gegenteiliger Richtung offen: Ich hab so viele Vorbehalte gegen manche Sachen, dass mich das auch schon wieder offen macht, weil ich mich auch gern vom Gegenteil überzeugen lasse. Ich hoffe, man kann das verstehen...
Und ich mache bestimmte Sachen einfach selbst gerne oder kann sie gut oder hab noch Platz und hab dann erstmal kein Problem, wenn ich die teile, bzw. ich bin auch ein wenig so aufgewachsen.
zu 2. wer hat das behauptet? Es kann sein, dass ich mich nicht so verständlich ausgedrückt habe. Das passiert mir oft, dass ich nicht verstanden werde, denn häufig wird etwas in meinen Text interpretiert, was ich nicht so bezweckt habe. Da stehen durchaus noch andere Attribute dabei, offen z.B. und die negative Wirkung "biegsam". Ich bin einfach nur grundsätzlich eher ruhig und warte erstmal ab, das hab ich daher dazu erwähnt, das soll keine Standarderklärung für alles sein :)Geändert von Inaktiver User (14.12.2013 um 19:08 Uhr)
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14.12.2013, 18:59
AW: respektloses verhalten
Zwei Gedanken dazu:
1. Grenzen muss man sehr frühzeitig aufzeigen. Sonst denkt das Gegenüber: "Wie, das hat bei der doch sonst immer geklappt" und reagiert dann zickig.
2. Man muss sich nicht jeden Schuh anziehen, den andere einem hinstellen.
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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14.12.2013, 19:19Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Danke, gute Gedanken.
Ich hab die inzwischen auch, bin auch froh um meinen neuen Job, da muss ich das täglich anwenden und mach das auch vermehrt privat und überhaupt...
..heißt Cousin hab ich irgendwann rausgeschmissen, seitdem und ner kleinen Entfernungspause verstehen wir uns wieder, mit der arbeitslosen Freundin besteht kein Kontakt, die mit den DVDs hab ich gefragt, ob sie mir den Geldwert lieber überweisen will und dann hat der Termin geklappt, und der Kollege hat inzwischen auch auf mein Anregen hin, von höherer Stelle gesagt bekommen, wer der Faule von uns beiden ist.
Es geht mir eher darum, dass es ja trotzdem immer wieder vorkommt von verschiedensten Seiten. Und mir ist auch klar, so ganz kann man sowas nicht vermeiden. Darum geht's nicht. Es ist auch erwartbar, dass die zickig werden, wär ich an ihrer Stelle wohl auch, wenn ich mich plötzlich unerwartet verhalte.
Es fällt mir schon schwer vorschnell zu walten, ich bin da evtl. auch zu vorsichtig. Also ich brauch einfach einen gewissen Anlauf. Dann kann ich schon springen, aber ohne Anlauf, ist es für mich verdammt schwierig - wenn ich Person/Situation besser im Überblick hab, kann ich besser Grenzen setzen, und das gut, aber zu Beginn lass ich tatsächlich alles erstmal auf mich zukommen. Das merkt man mir wahrscheinlich irgendwie an und dann testen die eben erstmal, wie weit sie gehen können.
Ich bin inzwischen auch dazu übergegangen, wenn mich jemand um Hilfe bittet, den dann halt ne Bedienungsanleitung in die Hand zu drücken oder zu sagen, ich benutzt da immer XY, probier das doch mal, oder Du ich hab das auch nur durch Übung so hingekriegt, da musst du dran bleiben, anstatt mich damit großartig abzugeben. Oder mal zu lügen und zu sagen, ich hätte heute was vor, dabei lieg ich dann nur auf dem Sofa.
Trotzdem hab ich den Eindruck, die Wirkung ist geblieben. Letzte Kursrückmeldung zu dem Thema war auch, dass andere es mit ihrer Persönlichkeit anders machen würden und da mehr "Erfolg" hätten, als ich. Aber konkreter wurde es nicht, wäre schwierig zu beschreiben.Geändert von Inaktiver User (14.12.2013 um 19:36 Uhr)
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14.12.2013, 19:32
AW: respektloses verhalten
Ich finde dein Verhalten sympathisch und normal.
Nicht gut finde ich Schreckschrauben, die einen gleich anblaffen "Kannst du das nicht selber?!?!" oder "Das ist nicht mein Problem!" oder "Was hab ich damit zu tun?". So nach dem Motto - wenn jeder an sich denkt, ist ja auch an alle gedacht.
Dann lieber freundlich, abwartend und ggfs. regulierend.
Doch, find ich gut.
Dass Menschen so sind, wie du beschreibst wird immer wieder mal so sein. Wenn Menschen so sein möchten...bittesehr.
The original Karla
est. 2006











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14.12.2013, 19:39Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Sehr richtig. Würde ich bei deinen Beispielen noch ergänzen um...
3. eine klare, einfache Wortwahl und eine körperliche Präsenz.
Wenn jemand etwas anspricht und die Wortwahl unklar und zögerlich ist, wird die Person sehr häufig entweder nicht ernst genommen oder es kommt zu Missverständnissen. Ein zurückhaltendes Auftreten führt zusätzlich zu dem Gedanken, dass ohnehin nichts passieren wird. Die Crux ist (wie in deinem Cousin-Beispiel), dass du dann härter reagieren musst, als du es eigentlich beabsichtigt hast. Lässt sich aber alles üben.
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14.12.2013, 19:55Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Ich hab bei deinen Beispielen nicht das Gefühl, dass solche Vorfälle irgendwie ungewohnt häufig oder heftig bei dir eintreten. Im Gegenteil - das ist irgendwie alles sehr normal. Ein WG-Genosse (ob Cousin oder nicht, ist eigentlich egal), junger Mann, der versucht, sich vor der Hausarbeit zu drücken und die WG-Kollegin dafür einzuspanen? Ziemlich normal, solche Exemplare gibts häufig. Arbeitskollegen, die versuchen, von der Arbeitskraft der anderen zu profitieren, und sich auf deren Kosten ein gutes Leben machen (und die dann herumblaffen, wenn es nicht mehr funktioniert) - ist eigentlich auch ziemlich normal. Jemand, der ein geliehenes Objekt nicht zurückgeben will, weil es ja so bequem ist, das zu benutzen, statt sich selbst eines zu beschaffen ... solche Zeitgenossen gibts leider auch relativ häufig.
Ich will damit nicht dein Empfinden klein reden. Es stört dich - und das zu Recht. Also machst du was dagegen - und ich finde, du machst das ziemlich souverän.
Das einzige, wo ich vielleicht einen etwas anderen Blick drauf habe, ist deine Wahrnehmung bzw. Interpretation. Du redest von Respektlosigkeiten der Leute dir gegenüber. Das heisst, die Verhaltensweisen haben eine persönliche Komponente an sich, jedenfalls in deinen Augen. Das sehe ich anders - das sind keine (persönlich gemeinten) Respektlosigkeiten dir gegenüber, sondern es ist Schlaumeierei, Bequemlichkeit, Selbstbevorteilung .. alles mögliche an Motiven, aber nicht Respektlosigkeit spezifisch gegen dich. Es geht nicht um bzw. gegen dich üersönlich bei diesen Verhaltensweisen. Diese Leute würden auch anderen gegenüber so auftreten. Hat nichts mit dir als Person zu tun.
Wenn es dir gelingt, das Verhalten so zu sehen und die persönliche Betroffenheitskomponente rauszunehmen, gelingt es dir wahrscheinlich eher, dich darüber nicht mehr zu ärgern - und noch besser, rechtzeitig Grenzen zu setzen.
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14.12.2013, 20:08Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
danke für alle eure Antworten.
Horos, das ist sehr interessant, denn mein innerer Grundgedanke ist das ja auch. Ich wusste nicht, wie ich es nennen soll, da ist mir respektlos eingefallen, weil es Leute sind, die mir ja doch nahe lagen/liegen.Daher hab ich auch in meinen Eingangspost die Frage gestellt, ob da nicht mein Anspruchsdenken zu hoch ist? Denn mir ist ja klar, dass es immer, egal wo ich bin, Leute geben wird, die sich XY verhalten, ob das mir passt oder nicht. Und manchmal bekommt man mit, dass die sich jedem gegenüber so verhalten, manchmal auch nicht.
Gegenbeispiele gibts dann allerdings auch: Cousin als Beispiel war so bei mir, hat aber bei seiner nächsten WG eher zu viel als zu wenig gemacht, sobald er bei mir war, sei es zu Besuch, ach ich hab nen Brief, kannst du den mitnehmen, ich fahr nicht mehr an der Post vorbei. Wenn nein, gabs Zickerei.
Ich habe auch aktuell mal wieder ne exakte Rückmeldung bekommen, dass es an "mir" liegt, dass Leute so reagieren. Diesmal wieder beruflich. Und ein paar Tage später gabs dann gleich wieder so nen Vorfall - privat. Daher denke ich gerade intensiv darüber nach, ob da nicht doch was dran ist und ich mich ändern muss.
Andererseits merke auch immer mehr die Nachwirkungen, ich werde zu manchen Problemen nicht mehr so häufig wie früher herangezogen, die Leute haben ihre eigenen Lösungen gefunden, zu manchen hab ich trotzdem noch guten Kontakt, und das ist gut so.
Vielleicht bin ich auch nur zu kritikanfällig? Schließlich ist es doch schwer jemanden zu beurteilen, den man alle drei paar Monate mal sieht, aber nicht direkt am Werk. Und wenn man da nichts großartig schlimmes beredet, dann verhalt ich mich meinen Naturell entsprechend - und das ist eben nicht grundsätzlich "auf den Tisch hauend"Geändert von Inaktiver User (14.12.2013 um 20:16 Uhr)
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14.12.2013, 20:14Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Es ist ganz erstaunlich, aber viele Leute lernen tatsächlich, selber zu denken, wenn sie dazu gezweungen sind.ch werde zu manchen Problemen nicht mehr so häufig wie früher herangezogen, die Leute haben ihre eigenen Lösungen gefunden
Viele - leider nicht alle.


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