Genau, es ist erdrückend.
Wahrscheinlich fälschlicherweise fühle ich mich dann genötigt,
auch ständig lieb und korrekt zu sein. Was ich aber nicht kann.
Wenn ich so nachdenke, ist das eigentlich echt unschön:
Ich will nicht sagen "Heilige", aber es werden Menschen,
die unschuldig und durch und durch gutartig sind, abgelehnt.
Bißl seltsam ist die Welt schon.
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Thema: respektloses verhalten
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23.12.2013, 20:33
AW: respektloses verhalten
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23.12.2013, 23:12Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
@ pistazieneis
danke für deinen text. da hab ich mich viel wiedergefunden und all die Kommentare der letzten Zeit auch. Durch die Kombination der Beiträge von vox und ambia hab ich auch auf einmal verstanden was die ganzen beruflichen Kommentare in die Richtung sollten. Ich hab das nie nachvollziehen können, dieses "gutmütig", "höflich", "Heiligen"-Gerede, weil ich selber so wie Pistazieneis ja aus meiner Sicht sehr wohl ablehne, Nein sage, distanziert sein kann, andere Menschen viel bessere Höflichkeitsfloskeln als ich verwenden können, aber ja ich bin sehr zuverlässig, und reagiere auch zuverlässig, auch wenn nicht sofort, aber irgendwann, wenn es mir passt schon.
Den Zusammenhang mit meiner Introversion hab ich dahingehend gesehen, dass ich neben der leichten Reizüberflutung und Rückzugstendenz zum Aufladen, auch zu nem Sicherheitsbedürfnis neige, und dadurch eben selbst sehr zuverlässig bin und auch alles in 3000 Varianten beleuchte und dann erst handle, aber dann zieh ichs eben durch und jammer nicht gleich, wenns nicht klappt, sondern mach auch ohne Bestätigung von außen weiter, das wirkt ja glaub ich auch manchmal auf andere zusätzlich merkwürdig, und wenn ich mir nicht sicher bin, sag ich auch erstmal nichts, sondern zeigs/sags erst, wenns schon mehrfach durchdacht wurde und hau dann gleich das Ergebnis raus. Daher höre ich zwar doch ab und an unberechenbar oder dass man von mir überrascht ist, aber das ist wohl tatsächlich eher in ne andere Richtung gehend. Die Zuverlässigkeit, etc. das zieht sich ja doch permanent durch.
Ich werde wohl ein paar von deinem Testverhalten selbst ausprobieren. Ich mach das auch total ungern, andere abzuwerten und mach das bisher auch nur bei einer Person regelmäßig, weil die das permanent so macht. Hab da aber auch gemerkt, seitdem ich so sinnlose Gegenbrüller raushaue, verhält sich die Person ein wenig respektvoller. Eigentlich schade.Geändert von Inaktiver User (23.12.2013 um 23:25 Uhr)
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23.12.2013, 23:34Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Aber das ist ja eigentlich ne Illusion, niemand ist durch und durch gutartig.
Ich nicht und Pistazieneis sicher auch nicht. Es wird ja nur so empfunden und eigentlich sollte doch der gesunde Menschenverstand wissen, dass die nette X vielleicht ne andere Art hat ihre negativen Emotionen auszudrücken, und nur weil ich das anders mache, kann man doch Leuten nicht ihre Wut/Aggression/Ablehnung/Distanz/Frust und was es alles so gibt etc. absprechen.
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23.12.2013, 23:40Inaktiver User
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23.12.2013, 23:52Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Stimmt schon. Wenn ich nen schlechten Tag habe, dann zeig ich das auch nur meinen sehr sehr nahestehenden Leuten und selbst denen nicht immer.Ich komm jetzt beispielsweise nicht schnaufend-jammernd irgendwo rein, weder auf der Arbeit noch wenn ich mich an dem Tag mit ner Bekannten treffe, dann zieh ich das Treffen durch und ruhe mich später aus, weil es für mich anstrengend wäre, das auch noch mit jedem zu teilen. Die kann noch so nett sein, und sonst was mit mir teilen, ich hab ja schon in meinem Kopf lang genug darüber nachgedacht und das reicht mir oft. Ich hab da kein Bedürfnis zu. Damit haben viele ein Problem, das ist für die meisten nicht nachvollziehbar. So ein Showgetue, alles ist in Ordnung, bei dem man merkt, es ist gefaked, ist wahrscheinlich noch besser angesehen, als das.
Andere glauben dann oft, ich hätte keine Probleme, immer Zeit, bei mir läuft immer alles rund. Vor allem, die, die gerne externalisieren. Das machen ja die meisten. Ist bei mir aber bei besonders guten Tagen auch nicht anders. Ich mach einfach viel mit mir aus.Geändert von Inaktiver User (24.12.2013 um 00:11 Uhr)
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24.12.2013, 09:01
AW: respektloses verhalten
Es kann sein, dass andere Leute sich dann unsicher fühlen, weil sie nicht wissen, was von dir kommt oder auch nicht. Ein kurzes Feedback kann da hilfreich sein, und wenn es nur ist "ich kümmere mich darum" oder "bis morgen abend hab ich es fertig, keine Bange" oder "ja passt schon, mach ich."
Hin und wieder kurz durchblicken lassen, auf welcher Zwischenstation von Aktivität man sich grad befindet, kann andern helfen, sich zu orientieren.
Bei manchen funktioniert leider nur das Prinzip "Grober Keil für groben Klotz". kann man nichts machen.Hab da aber auch gemerkt, seitdem ich so sinnlose Gegenbrüller raushaue, verhält sich die Person ein wenig respektvoller. Eigentlich schade.
gruss, barbara
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26.12.2013, 12:27Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
Da geht's gar nicht so wirklich um Aufgaben, die ich versprochen habe zu erledigen. Man geht grundsätzlich davon aus, dass ich das tue, was ich versprochen habe. Da ist keiner beunruhigt.
Wenn ich keine Lust mehr hab, mich um XY zu kümmern, weil ich das die Jahre davor getan habe, sag ich einfach so mal Nein und oft suchen sich die Leute dann jemand anderen oder schlimmer: machen es selbst.
Ich nenne einfach ein paar Beispiele was ich ursprünglich meinte:
- beruflich: Ich mach freiwillig ne Fortbildung und geb Ende des Jahres das Zertifikat dazu ab, anstatt jedem davon zu erzählen, dass ich jetzt XY Fortbildung mache.
Oder ich hab ne Idee, bastel ein Modell und zeig das, bevor ich über die Idee herumdiskutiere mit anderen und dann erst anfange.
- privat: rede ich eben nicht unbedingt über meine Planungen, sondern buch den Urlaub, meld mich zu dem Kurs an und sag das den Leuten erst, wenn die Entscheidung gefallen ist.
Daher gelte ich trotz aller Höflichkeit doch oft als unberechenbar :)
Manchmal hab ich auch das Gefühl andere versuchen irgendetwas aus mir herauszukitzeln und hören auch bei Stopp erstmal nicht auf, obwohl Stopp klar ist. Gut, ich bin dazu übergegangen, das gerne 300x zu sagen und dann nochmal in dem Moment, indem sie es verstanden haben, abgehakt mit lauter Stimme dann nochmal deutlich zu machen: So jetzt reichts und heute brauch ich dringend Abstand von dir. Bitte geh einfach weg. Spätestens bei dem Satz sind die Leute gekränkt.
Es wirkt zwar, aber eben auch erst verzögert. Evtl. muss ich da noch früher mein letztes Mittel einsetzen. Und ich sollte aufhören von mir auf andere zu schließen. Meine Erwartungshaltung anderen gegenüber ist da wahrscheinlich auch falsch angesetzt.Geändert von Inaktiver User (26.12.2013 um 12:34 Uhr)
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26.12.2013, 15:15
AW: respektloses verhalten
Eure Beiträge stimmen mich ein wenig nachdenklich. Einerseits finde ich es interessant zu lesen, wie mein Verhalten auf andere wirkt. Auf der anderen Seite bin ich überrascht, dass mein berechenbares Wesen und meine Zuverlässigkeit andere Menschen einengen können.
Ich habe mich nie als überkorrekt oder gar perfekt betrachtet. Für mich war das einfach nur normal, auf die Kontaktwünsche meiner Mitmenschen zu reagieren und ihnen – wenn auch nicht sofort – ein Feedback zu geben. Wenn andere von mir erwarten, auf ihre Lebenszeichen zu reagieren, fühle ich mich nicht unwohl. Ich kommuniziere sehr gerne mit Menschen und muss mich fast nie dazu zwingen, den Kontakt zu anderen aufzunehmen. Im Alter von ca. 15 bis 25 hatte ich sehr viele Brieffreundschaften, die ich regelmäßig pflegte. Später kamen Internet, Handy, usw. Ich traf mich natürlich am liebsten persönlich mit irgendwelchen Leuten, aber wenn das zeitlich nicht machbar war, fiel es mir nie schwer, die Menschen anderweitig zu kontaktieren.
Zwischenmenschliche Kontakte hatten für mich jahrelang die höchste Priorität im Leben. Familie, Partner und Freunde waren mir viel wichtiger als beruflicher Erfolg, Geld oder irgendwelche Hobbys. Eher vergaß ich die Beantwortung einer wichtigen beruflichen Mail als die Reaktion auf eine Meldung aus meinem privaten Umfeld. Wenn ich privat mit Menschen unterwegs war, hatte ich so ziemlich immer gute Laune und freute mich auf jedes einzelne Treffen wie ein Kleinkind. Kurzfristige Absagen meinerseits gab es nur selten, und dann hatte ich wirklich triftige Gründe wie z. B. schwere Erkältung, Todesfall in der Familie, Überstunden, etc. Mir wäre es aber nie in den Sinn gekommen, aus reiner Unlust oder wegen grundloser schlechter Laune ein Treffen abzusagen. Wenn ich mit jemandem etwas ausgemacht habe, dann ziehe ich das auch durch... außer es kommt was Ernsthaftes dazwischen, wie eben die oben genannten Vorfälle. Das kommt aber nur selten vor.
Ich habe nicht viele Freunde, aber die paar wenigen Menschen, die mich schon lange durch das Leben begleiten, vertreten in diesem Punkt genau dieselbe Einstellung. Bei ihnen muss ich nicht damit rechnen, dass sie spontan unsere Pläne über den Haufen werfen... das empfinde ich nämlich als sehr anstrengend. Wenn ich mich wochenlang auf eine Unternehmung gefreut habe und meine Begleitung dann aus reiner Unlust kurzfristig absagt, ist das für mich eine Art Schlag ins Gesicht. Die andere Person würde das – habe ich auch schon getestet – nicht so schlimm finden, wenn ich das bringen würde... nur ist das halt gar nicht meine Art, ich bin eben nicht wirklich launisch. Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, launische Menschen nicht mehr längerfristig zu verplanen. Das hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, weil ich mir dadurch einige Enttäuschungen und Respektlosigkeiten erspart habe.
@standardgoods: Ich hoffe doch, dass du hier einiges für dich mitnehmen konntest
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26.12.2013, 16:23Inaktiver User
AW: respektloses verhalten
@Pistazieneis: Ja, ich kann sehr viel davon mit nehmen. Vor allem auch durch deine Beiträge und deren Reaktionen darauf :)
Ich finde es sehr spannend, dass unsere zuverlässigkeit und unsere Einstellung dazu, so ähnlich ist, aber unsere Hintergründe dazu, so unterschiedlich. Ich muss mich schon oft zwingen was zu unternehmen, weil ichs anstrengend finde. Es wird dann meistens schön und ich schubs mich gerne selbst dazu, brauch aber auch meinen ruhigen Ausgleich.
Gerade deshalb plane ich gerne im Voraus und halte mich auch daran, außer Todesfall, Krankheit, etc.
Normale Kopfschmerzen sind für mich nicht wirklich ein Absagegrund oder Stress, Müdigkeit, das höre ich oft und zwar kurzfristig. Ich bin aber auch niemand der sich über lange Anfahrtswege beschwert, wenn ich was ausgemacht habe, gehe ich hin. Stress und Müdigkeit lässt sich ja nicht vermeiden und ich find, die sind ja auch teilweise immer da.
Ich hab auch nicht viele Freunde, daher bin ich auch gern bereit, in die Kommunikation, Anfahrt etc. zu investieren. Aber da gehts mir so wie dir, wenn ich was geplant habe, mich trotz Stress etc. darauf eingestellt habe und auch ein wenig freue, obwohl ich der Typ bin, der das alles anstrengend findet, und dann wird spontan alles über den Haufen geworfen, trifft mich das auch.
Ich hab mir für Hobbies etc. aufgrund der häufigen "Ach, heute doch nicht" Reaktionen, Ersatzleute angeschafft (auch wenn das nicht meine Art ist), so dass ich mehrere fragen kann, weil ich inzwischen schon davon ausgehe, wenn ich was ausmache, dass da was dazwischen kommt, ich aber trotzdem meinen Interessen nachgehen möchte und das auch meine Art der Kontaktaufnahme ist, eher als Smalltalk auf Parties.
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26.12.2013, 18:35



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